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Sanierung der Synagoge: Förderzusagen von Bund und Freistaat

Im Bundestag ist am vergangenen Donnerstag eine Förderung der Sanierung der Augsburger Synagoge in Höhe von 6 Millionen Euro beschlossen worden. Im Rahmen des Augsburger Presseballs war am vergangenen Samstag von Ministerpräsident Horst Seehofer zu vernehmen, dass der Freistaat die 50-prozentige Maximalförderung des Bundes ebenfalls maximal komplettieren werde.

Foto: Jüdische Synagoge in Augsburg (c) Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg

Foto: Jüdische Synagoge in Augsburg (c) Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg


Damit stünden für die Komplettsanierung der jüdischen Synagoge in der Halderstraße 12 Millionen Euro zur Verfügung. Der Sanierungsanteil des Freistaats wird nach Informationen der DAZ wohl am kommenden Dienstag, den 15. November im Kabinett des Bayerischen Landtags beschlossen werden.

In der Nacht zum Freitag hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für den Haushaltsplan des Bundeshaushaltes 2017 530.000 Euro eingestellt. Der Betrag von 5,47 Millionen Euro für die Sanierung in den kommenden Jahren wird als Verpflichtungsermächtigung in den Haushalt 2018 eingestellt. – „Es ist eher selten, dass der Bund mit einer Verpflichtungsermächtigung eine Kultureinrichtung fördert. Der Bund hat mit 50 Prozent die maximal mögliche Unterstützungsleistung ausgereizt. Mehr geht nicht“, so der Augsburger Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich (CSU). Ullrich hatte sich in Berlin offenbar nachhaltig genug für die Bundesmittel eingesetzt. Der ehemalige Stadtrat und Ordnungsreferent der Stadt Augsburg hatte Ende Juli die Kulturstaatsministerin Monika Grütters für ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster und Vertretern der israelitischen Kultusgemeinde nach Augsburg eingeladen. Grütters besichtigte die Synagoge Augsburg. Rechtzeitig zum 100jährigen Jubiläum 2017 könne nun mit der Sanierung der Synagoge begonnen werden, so Ullrich am Freitag via Pressemitteilung.

„Die Augsburger Synagoge ist eine einmalige kulturelle Perle unserer Stadt. Der Beschluss des Haushaltsausschusses ist ein Zeichen großer Wertschätzung für das jüdische Leben in Augsburg, besonders vor dem Hintergrund der Reichsprogromnacht 1938 vor genau 78 Jahren, in der die Augsburger Synagoge stark in Mitleidenschaft gezogen wurde“, so Ullrich, der ankündigte, die Sanierung der Synagoge in den nächsten Jahren weiter zu begleiten.



Vortrag: Wohlfahrtsfürsorge in Augsburg zwischen Weltwirtschaftskrise und NS-Diktatur

Das Augsburger Stadtarchiv veranstaltet am kommenden Mittwoch einen spezifischen Themenabend zur Augsburger Sozialpolitik zwischen Weltwirtschaftskrise und NS-Diktatur mit dem Titel: „Kommunale Sozialpolitik in der Krise. Wohlfahrtsfürsorge in Augsburg zwischen Weltwirtschaftskrise und NS-Diktatur (1928–1934)“.

Am Mittwoch, den 16. November um 19.30 Uhr, hält der Referent Dr. Jörn Retterath im Stadtarchiv (Zur Kammgarnspinnerei 11) im Rahmen der Themenabende des Stadtarchivs einen Vortrag zum Thema „Kommunale Sozialpolitik in der Krise. Wohlfahrtsfürsorge in Augsburg zwischen Weltwirtschaftskrise und NS-Diktatur (1928–1934).“ Es geht um die Sozialpolitik und die sozialen Maßnahmen in Augsburg vor und nach der Weltwirtschaftskrise 1929.

Die Weltwirtschaftskrise ab 1929 stellte Städte und Gemeinden im Deutschen Reich vor enorme Herausforderungen. Zum rasanten Anstieg der Arbeitslosigkeit traten die desolate Finanzsituation aller Kommunen und die Beschneidung kommunaler Selbstverwaltungsrechte. In der Krise veränderte der Weimarer Sozialstaat sein Gesicht und nahm immer mehr autoritäre Züge an. Am Beispiel Augsburgs, wo zeitweise jeder vierte Bürger auf Sozialleistungen angewiesen war, kann gezeigt werden, dass sich in der Stadtverwaltung bereits vor 1933 die Vorstellung vom „arbeitsscheuen“ Fürsorgeempfänger verfestigt hatte und dass sogar rassenhygienische Forderungen nach „Unfruchtbarmachung minderwertiger Personen“ erhoben wurden. Entsprechenden Worten und Gedanken sollten in der Zeit des Nationalsozialismus Taten folgen.

Der Referent Dr. Jörn Retterath hat 2004 bis 2009 Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Staatsrecht an der Universität Augsburg studiert. 2013 wurde er an der Ludwig-Maximilians-Universität München promoviert. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und ist derzeit am Historischen Kolleg München beschäftigt.



Weltfreiwilligenkonferenz 2018 findet in Augsburg statt

Am Ende der diesjährigen Weltfreiwilligenkonferenz in Mexico-City wurde vom Weltverband IAVE der nächste Austragungsort dieses Treffens in 2018 bekanntgegeben: Im Oktober 2018 treffen sich in Augsburg im Kongress am Park mehr als 800 Verantwortliche aus Verbänden und Organisationen, die entweder selbst freiwillig engagiert sind oder ihre Arbeit mit Freiwilligen gestalten.



Die Wahl für Augsburg bedeutet eine Auszeichnung für die Bürgerstadt mit ihrer Vielfalt an Engagement in ganz unterschiedlichen Bereichen wie Soziales, Sport, Kultur und Kirchen. Die IAVE-Präsidentin Kylee Bates (Australien) wie der IAVE-Weltvorstand sind überzeugt, dass Augsburg sowohl eine entsprechende Infrastruktur für eine solche Konferenz hat, als auch viele Initiativen und Organisationen des bürgerschaftlichen Engagements vorweisen kann. „Es ist eine große Auszeichnung für Augsburg, dass sich die Stadt gegen starke Mitbewerber durchsetzen konnte und als Konferenzort für diesen internationalen Anlass ausgewählt wurde“, so Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl.

Die Fachleute werden aktuelle Fragen zum freiwilligen Engagement diskutieren, tauschen sich über praktische Erfahrungen aus und nehmen anstehende Herausforderungen der weltweiten Entwicklung in den Blick. Vertreten sind dabei auch Regierungsvertreter und Mitarbeiter von Unternehmen, so dass insbesondere auch die Zusammenarbeit von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in den verschiedenen Ländern beleuchtet werden soll. – Bei der Weltkonferenz sollen sich auch Bürger aus der ganzen Region beteiligen. Ein ähnliches Projekt wie die „SymPaten“ zur Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft ist geplant.