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Architektur und Jazz: Porträt von Hans Döllgast

In der erfolgreichen Reihe “Architekturfilm und Jazz” steht am Montag ein weiteres Highlight auf dem Programm.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Architekturfilm und Jazz” zeigt das Thalia Kino am kommenden Montag, den 7.11.2016 um 19 Uhr ein Filmporträt des Architekten Hans Döllgast (1891-1974), der in die Architekturgeschichte als Meister der Einfachheit und Schlichtheit einging. In Architektenkreisen ist der Baumeister und Hochschullehrer Hans Döllgast nach wie vor Vorbild und Vorreiter, während in der öffentlichen Architekturrezeption der Name Döllgast kaum noch eine Rolle spielt. Seine einfachen und beeindruckenden Lösungen in Schrift, Zeichnung, Sprache und Architektur beeindrucken durch die Gestalt des Wesentlichen. Döllgast war in München vor dem Zweiten Weltkrieg durch einige Kirchenneubauten zum Beispiel die Pfarrkirche Hl. Blut in München-Bogenhausen sowie die Planung der Siedlung Neuhausen (1928–1931) in aller Munde. Nach dem Krieg sollte er durch sein Wirken als Professor für Architekturzeichnen und Raumkunst an der Technischen Hochschule Generationen von Architekten beeinflussen. 1958 wurde er Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 1957 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.

Eines der ersten großen Vorbildprojekte der Kritischen Rekonstruktion gelang ihm mit dem abstrahierten Wiederaufbau der durch einen Bombenabwurf schwer beschädigten Alten Pinakothek, bei der er die Außenmauern mit unverputzten Trümmerziegeln so abschloss, dass der Bombenschaden als „Verletzung“ des Klenzebaus erkennbar blieb. Die neu geschaffene Treppenanlage zählt zu den schönsten Treppenhäusern Deutschlands.

Döllgast studierte an der Technischen Hochschule München Architektur. Von ihm stammt der Titelschriftzug der Süddeutschen Zeitung. Als Denkmalpfleger verdankt München ihm den Wiederaufbau von St. Bonifaz und der Alten Pinakothek entgegen den schon beschlossenen Abrissplänen.

Der Eintritt beträgt 7 Euro. – Nach dem Film gibt es im Thalia Kaffeehaus ab 20.30 Uhr Jazz mit Dietmar Liehr und Reinhold Bauer.

—- Das Foto zeigt Hans Döllgast und ist im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek.



Sonderpräsentation „Rendezvous der Künstler“ im Schaezlerpalais bis 15. Januar 2017 verlängert





Ein aktuell in der deutschen Kunstszene herausragende Ereignis ist die Ausstellung “Rendezvous der Künstler. Meisterwerke aus der Sammlung Helmut Klewan”. Die Ausstellung, die ursprünglich bis zum 13. November gezeigt werden sollte, wird bis zum 15. Januar verlängert.

Mit 160 Meisterwerken von 60 Künstlern aus der Sammlung des ehemaligen Galeristen Helmut Klewan gehört die Stadt Augsburg bis November zu den Städten, die in den Buchungslisten der nationalen und internationalen Kunstszene im oberen Segment gelistet werden. Klevans Kollektion umfasst herausragende Werke der klassischen Moderne ebenso wie solche der österreichischen Nachkriegskunst. Als Galerist in Wien und München war Klewan selbst ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Kunstszene. Zu den herausragenden Stücken seiner Sammlung zählen Gemälde, Grafiken und Skulpturen von Alberto Giacometti, Pablo Picasso, Giorgio de Chirico, Kurt Schwitters, Jean Dubuffet, Francis Bacon, Maria Lassnig, Arnulf Rainer, Günter Brus und vieler weiterer Künstler. Die in dieser Dichte erstmals präsentierte Auswahl aus der Privatsammlung Helmut Klewans ist ein Spiegel einer persönlichen Sammelleidenschaft. Helmut Klewan (geb. 1943) war einer der bedeutendsten Förderer insbesondere der Wiener Kunst. Seine Sammlung ist unter subjektiven Gesichtspunkten zusammengetragen, die bestimmte Themen wie Deformation und Dekonstruktion des menschlichen Körpers umkreisen, so dass die Werke zahlreiche Beziehungen untereinander entfalten. Weitere Schwerpunkte der Sammlung liegen auf dem Porträt bzw. Selbstporträt oder zeigen Beispiele trivialer Kunst, die Helmut Klewan ebenfalls sammelt.

Dem Sammler Helmut Klewan ist es zu verdanken, dass die Sonderausstellung „Rendezvous der Künstler“ nun noch bis zum 15. Januar 2017 im Schaezlerpalais präsentiert werden kann. Die in dieser Dichte erstmals präsentierte Auswahl aus der Privatsammlung Helmut Klewans ist ein Spiegel einer persönlichen Sammelleidenschaft, die ihresgleichen sucht. Die farbigen Räumlichkeiten des Schaezlerpalais bieten für diese außergewöhnliche Präsentation einen reizvollen Rahmen, in dem die Kunst des 20. Jahrhunderts wirkungsvoll kontrastiert. Im Kontext der Präsentation im Ambiente des Augsburger Rokokopalais treten dabei auch ganz neue Aspekte innerhalb der Zusammenstellung zu Tage. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog beim Deutschen Kunstverlag zum Preis von 24,90 Euro.

Rendezvous der Künstler. Meisterwerke aus der Sammlung Helmut Klewan  9. Juli bis 15. Januar 2017  Schaezlerpalais, Maximilianstr. 46 — Öffnungszeiten:  Di, Mi, Fr-So: 10 bis 17 Uhr  Do: 10 bis 20 Uhr.