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Tosca in der Schwabenhalle

Die erste Opernpremiere der neuen Spielzeit lässt ahnen, womit das Augsburger Theaterpublikum in den nächsten Jahren zurechtkommen muss

Von Halrun Reinholz

Es ist sicher ein Glücksfall, dass der Regisseur der ersten Operninszenierung der neuen Spielzeit auch Bühnenbildner ist. „Tosca“ war noch für das Große Haus vorgesehen, jetzt wird sie in der Schwabenhalle gespielt. Da musste improvisiert werden. Nigel Lowery ist es tatsächlich weitgehend gelungen, die kaum vorhandene Bühnentechnik medial zu kompensieren – Lichteffekte und Videoeinspielungen schufen die Atmosphäre für das dramatische Geschehen der Puccini-Oper. Ganz Brite sorgte Lowery auch für eine ironische Pointe: Statt der Engelsburg wählte er die Silhouette des Augsburger Stadttheaters für den Todessprung der Floria Tosca. Freilich musste es wegen des Umbaus ohne die gewohnte Bühnentechnik zwei Pausen geben und auch das Ambiente im Foyer ist nicht, was man im Großen Haus gewohnt war. Aber es gibt Oper und da wird man jetzt noch über längere Zeit Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.

Auf der Bühne meist alte Bekannte: Sally du Randt, wie gewohnt brilliant in der Titelrolle, hängt ihren Partner Ji-Woon Kim (Cavaradossi) etwas ab. Werner von Mechelen singt als Gast die Partie des Scarpia mit überzeugendem Wohlklang. Die Inszenierung besticht durch unaufdringliche Leichtigkeit, die Kostüme sind zeitlos und dennoch auch historisch gehalten. Gewöhnungsbedürftig, dass das Orchester direkt und sichtbar vor der Rampe steht und die Sänger es regelrecht „übertönen“ müssen. Domonkos Héja sorgte dennoch für Balance. Ob die Podeste im Vordergrund, auf die die Sänger sich bei längeren Arien stellten, der Akustik geschuldet waren, erschloss sich nicht. Als Regieeinfall wirkten sie albern und behinderten eine natürliche Personenführung. Auch sonst gab es diesbezüglich Defizite, der Hirte (Vincent Löffel von den Domsingknaben) musste ganz im Hintergrund der Bühne singen, dadurch wurde das geringere Stimmvolumen im Vergleich zu den professionellen Sängern allzu deutlich. Deutlich war die fehlende Bühnentechnik zu merken, auch dem Laien musste bewusst werden, wie wichtig diese Standards für die Aufführung von Opernwerken sind, die sich vom Niveau eines Tourneetheaters abheben müssen.

Insgesamt eine über alle Erwartungen gelungene Tosca, trotz aller Widrigkeiten. Das Premierenpublikum honorierte die Leistung der Darsteller, der Regie und auch ganz explizit des Orchesters mit anhaltendem Applaus. Vielleicht auch erleichtert, dass erst zwei Tage davor das Bürgerbegehren gegen die Theatersanierung für gescheitert erklärt wurde. Die Gespräche im Pausenfoyer drehten sich immer wieder um das Thema, zumal auch der Oberbürgermeister zur Premiere erschienen war. Ein altbekannter Akteur stand aber auch wieder vor dem Eingang zur Schwabenhalle: der von den meisten Passanten freundlich ignorierte Schildermann, der auf seinem Schild bereits ein weiteres Bürgerbegehren ankündigte. Es ist noch ein langer Weg bis zum sanierten Theater, aber das Interim zeigt sich trotz des kurzen Vorlaufs erst einmal von seiner besten Seite.

Foto: Werner von Mechelen am Boden als Scarpia; Sally du Randt als Tosca: „E avanti lui tremava tutta Roma“ – „Und vor ihm zitterte ganz Rom“) ——- (Foto von A.T. Schaefer).



Bahnhofsumbau: Tunnelführungen im November

Im November bieten die Stadtwerke Augsburg wieder Führungen in den Straßenbahntunnel auf der Ostseite des Hauptbahnhofs an.


Rund 120 Meter weit geht es in den bereits im Rohbau fertiggestellten Tunnelabschnitt von der Halderstraße bis unter den Bahnhofsvorplatz. Dorothee Schäfer von der Projektkommunikation der Stadtwerke erläutert anhand eines Informationspfades alles Wissenswerte rund um den künftigen Straßenbahntunnel samt Haltestelle unter dem Hauptbahnhof. „Außerdem wird es ein neues, spannendes Programm geben“, so Schäfer. Die Führungen finden im November immer montags um 18:00 Uhr statt, der Treffpunkt ist die Infobox direkt vor dem Hauptbahnhof. Auf der Westseite des Hauptbahnhofs finden in der kühlen und dunklen Winterzeit keine Führungen mehr vom Aussichtspunkt in der Rosenaustraße statt. Auch weil der Tunnelbau nun schon fast geschlossen ist und es von oben kaum noch Einblicke gibt, sind diese Führungen vorerst abgeschlossen.



Fragen zu Aleppo

Am kommenden Donnerstag, den 3. November, findet ab 19.30 Uhr im Filmsaal des Augsburger Zeughauses am Zeugplatz 4 eine Informationsveranstaltung zum Krieg in Syrien statt.

“Der Krieg in Syrien – Wie weiter?”, so das Motto der Referentin Karin Leukefeld, die als einzige deutsche Korrespondentin bis heute aus Syrien berichtet – auch direkt vor Ort aus Aleppo. Sie hat mit der unter dem Krieg leidenden Bevölkerung gesprochen und die Kämpfe an den schwierigen Fronten in Syrien hautnah miterlebt. Welche Bedeutung hat Aleppo in diesem Krieg? Wer versucht in Syrien welche Interessen militärisch durchzusetzen? Welche Rolle spielt die Türkei? Welche Konsequenzen hat die Beteiligung Deutschlands an dem Krieg in Syrien? – Diese Fragen sollen in dem Vortrag und den anschließenden Gesprächen erörtert werden.

Veranstalter sind: Veranstalter: AFI, Attac-Augsburg, DFG-VK, pax christi, VVN und die Grünen. Der Eintritt ist frei.



FCA verliert zum zweiten Mal gegen Bayern ohne den Hauch einer Siegchance

Nach dem Aus im DFB-Pokal am vergangenen Mittwoch in München hat der FC Augsburg auch das Bundesligaspiel in der ausverkauften WWK Arena gegen den FC Bayern mit 1:3 verloren. Robert Lewandowski (19./48.) und Arjen Robben (22.) schossen die Tore der Münchner. Der FCA erzielte durch Ja-Cheol Koo in der zweiten Hälfte den Ehrentreffer (67.).

Beim FCA gab es im Vergleich zur Pokalpartie in München drei Änderungen an der Startelf: Paul Verhaegh, Halil Altintop und Jonathan Schmid begannen anstelle von Dominik Kohr, Georg Teigl und Philipp Max. – In der ersten Halbzeit konnten die Augsburger immerhin zwei gefährliche Torszenen kreieren: Paul Verhaegh stellte bereits in der 5. Minute Manuel Neuer mit einem satten Distanzschuss auf die Probe. Und nach einem schweren Fehler von Xabier Alonso, der Ja-Cheol Koo das Leder vor die Füße schob, konnte der Südkoreaner mit dem “Geschenk zur Pause” nichts anfangen: Koo traf den Ball nicht richtig und Neuer hatte mit dem verunglückten Schuss keine Mühe (45.). Mit einem 0:2-Rückstand ging es in die Kabinen, weil sich vor der zweiten Chance des FCA die Bayern mit wenigen Federstrichen eine 2:0 Führung herausspielten: Lewandowski schob nach Zuspiel von Arjen Robben das Leder für die Münchner in die Maschen (19.). Kurz darauf legte Lewandowski für Robben auf, der aus sechs Metern zum 0:2 ins leere Tor einnetzte (22.).

In der zweiten Halbzeit dominierten die Bayern die Partie mit ihrer Ballsicherheit und ihrer einzigartigen präzisen Handlungsschnelligkeit von Beginn an. Die leichtfüßige Spielweise der Münchner war reines Gift für den FCA, der wenig Zugriff auf das Spiel bekommen sollte. Nach einem katastrophalen Kacar-Querpass von außen nach innen schnappte sich Robben das Spielgerät, ging mit Tempo durchs Mittelfeld und passte auf Lewandowski, der überlegt die Chance zum 3:0 zu verwerten verstand (48.). In der 62. Minute schickte Robben erneut Lewandowski, der allein auf das FCA-Tor zulief, aber Hitz nicht überwinden konnte.  Die Bayern verloren nach der 3:0 Führung ein wenig die Konzentration, weshalb der FCA durch Koo in der 67. Minute zum 1:3-Anschlusstreffer kam.

„Hitz, immer wieder Hitz!“ Der Schweizer Torhüter des FCA konnte innerhalb weniger Minuten mit zwei starken Paraden gegen zwei Kopfbälle von Mats Hummels (69./72.) einen höheren Rückstand der Augsburger verhindern. Am Ende konnten die Augsburger glücklich darüber sein, dass sie nicht höher verloren. Der Sieg der Münchner stand in keiner Sekunde des Spiels in Frage, da der FCA nicht über die fußballerischen Mittel verfügt, ein Spiel schnell und kontrolliert in den gegnerischen Strafraum zu treiben.

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) müssen sich die Augsburger im nächsten bayerischen Derby in Ingolstadt bewähren.

FCA: M. Hitz; – P. Verhaegh; K. Stafylidis; C. Janker; M. Hinteregger; – H. Altintop; D. Baier; J. Schmid; J. Koo; G. Kacar; – D. Ji.

Eingewechselt: G. Teigl (65.); P. Max (55.); J. Moravek (81.); –

Ausgewechselt: H. Altintop (65.); J. Schmid (55.); G. Kacar (81.); –

Auswechselbank: A. Luthe (TW); M. Feulner; T. Usami; J. Günther-Schmidt.



Stadtrat erklärt Bürgerbegehren zur Theatersanierung für unzulässig

Am vergangenen Donnerstag befasste sich der Augsburger Stadtrat mit dem Bürgerbegehren gegen die Aufnahme von Schulden für die geplante Theatersanierung und erklärte es gegen drei Stimmen für unzulässig.

Die geplante Theatersanierung kommt: Das Große Haus bleibt mindestens sechs Jahre geschlossen (Foto: Stadt Augsburg)

Die geplante Sanierung kommt: Das Große Haus bleibt nun mindestens sechs Jahre geschlossen


Der Status der Zulässigkeit war nicht gegeben, weil die Initiatoren die notwendige Unterschriftenzahl von 10.562 nicht erreicht hatten. 9.046 zulässige Unterschriften wurden von der Verwaltung gezählt. Nach Informationen der DAZ gaben die Initiatoren 12.000 Unterschriften ab. Zirka 800 waren ungültig, weil doppelt unterschrieben wurde, darunter auch Unterschriften von “Auswärtigen” und Unleserliches. 1.300 unzulässige Unterschriften wurden von Personen getätigt, die lediglich mit Zweitwohnsitz in Augsburg gemeldet sind (in der Hauptsache Studenten und nicht EU-Bürger) und zirka 700 Unterschriften wurden wohl “von Geisterhand” aufs Papier, gebracht, weil es sich um nicht identifizierbare Phantasienamen handelte. Grob gerechnet war demnach jede vierte Unterschrift unzulässig.

Stadt erklärt Bürgerbegehren auch rechtlich für unzulässig

1.506 korrekte Unterschriften mehr wären notwendig gewesen, um die erste Hürde eines Bürgerentscheides zu nehmen. Die zweite Hürde wäre die juristische Zulässigkeit der Fragestellung gewesen, die laut Rechtsauffassung der Stadtjuristin Bettina Dafler nicht gegeben war. Die Fragestellung sei irreführend. „Der Bürger kann nicht eindeutig erkennen, ob sich die Initiatoren für oder gegen eine Sanierung aussprechen“, so Dafler zur Fragestellung des Bürgerbegehrens („Sind Sie dafür, dass die Stadt Augsburg die Sanierung des Theaters trotz angespannter Haushaltslage über Neuverschuldung finanziert?“). Außerdem würden in der Begründung wichtige Aspekte des Projekts verschwiegen, wie zum Beispiel der Denkmalschutz sowie die finanzielle Beteiligung des Freistaats, und es werde darüber hinaus der Eindruck erweckt, dass die Regierung von Schwaben gegen die Finanzierungspläne der Stadt sei, was definitiv nicht zutreffen würde.

In der anschließenden Aussprache bekannte sich nur noch Stadträtin Regina Stuber-Schneider (FW) zum Plan der Initiatoren, die Bürger über die Sanierungspläne der Stadt mittels Bürgerentscheid abstimmen zu lassen. “Ich hätte gerne einen Bürgerentscheid gehabt.” Für die meisten Stadträte hat die Bürgerschaft das städtische Sanierungsvorhaben aber bereits bewilligt, indem sie das Bürgerbegehren links liegen ließ. “Die Bürger haben entschieden”, so Stadtrat Andreas Jäckel, kulturpolitischer Sprecher der CSU.

Sanierungspläne haben nun grünes Licht

Nach der Stadtratssitzung meldete sich die Bürgerinitiative mittels Pressemitteilung zu Wort: “Ziel dieses Bürgerbegehrens war, die finanzielle Problematik sowie die Auswirkungen der Sanierung für alle (!) Bürger aufzuzeigen. Unsere Sorge galt von Anfang an der Solidität der städtischen Finanzen sowie der durch die Neuverschuldung verursachten erheblich eingeschränkten Zukunftsfähigkeit der Stadtgesellschaft. Das von uns initiierte Bürgerbegehren sollte den Augsburgern die Möglichkeit geben, über die geplante Neuverschuldung für die Sanierung selbst abzustimmen. Wir sind und waren der Meinung, dass bei der in Rede stehenden erheblichen Kreditaufnahme durch die Stadt deren Bürger über diese massive Neuverschuldung mitentscheiden sollten.” Die Initiatoren bedankten sich in ihrer Stellungnahme bei allen Unterstützern und räumten ihre Niederlage ein. Damit besteht seit Donnerstag Rechtsfrieden. Die Sanierungspläne der Stadt haben nun grünes Licht.



FCA vs. Bayern: Der Langeweiler des Jahres, Teil 2

Am morgigen Samstag (15.30 Uhr) treffen in der Augsburger WWK Arena mit dem FC Augsburg und dem FC Bayern zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Hohepriester der Langweile aufeinander.

Die einen verbreiten Langeweile, weil sie mit ihrem hochkarätigen Kader viele Gegner dergestalt deutlich dominieren, dass sie während einer Partie aufgrund ihrer Überlegenheit zuweilen dazu neigen, glasklare Angelegenheiten einzutrüben, sodass künstlich ein wenig Spannung erhalten bleibt. Die Rede ist vom Dauermeister FC Bayern München, der in der Bundesliga konkurrenzlos seine Kreise zieht. – Die anderen, die Rede ist vom FC Augsburg, sind während einer 90-minütigen Bundesligapartie kaum in der Lage, einen einzigen Ball aus dem Spiel heraus schnell und genau in den gegnerischen Strafraum zu spielen. Am vergangenen Mittwoch entstand durch die Überlegenheit der Bayern und die Limitiertheit der Augsburger phasenweise der Eindruck, dass die beiden Mannschaften ein Freundschaftsspiel absolvierten. Der FCA kam nicht ins Spiel und schien dies auch nicht zu wollen und die Bayern ließen das Leder einfach in ihren Reihen laufen, bis es ihnen zu langweilig wurde.

Dass der FCA in München nicht abgeschossen wurde, lag daran, dass er mit acht Verteidigern von Beginn an auf Schadensbegrenzung aus war. Als dann etwas Ungewöhnliches geschah, was im Grunde nicht wirklich ungewöhlich war, weil es den Bayern regelmäßig passiert, dass nämlich ein hoffnungslos unterlegener Gegner mit einem Tor aus dem Nichts wieder Hoffnung schöpfen kann, führte in der Pokalbegegnung am Mittwoch nach dem Augsburger Anschlußtreffer zu einer Situation, die mit dem Begriff „Scheinspannung“ hinreichend beschrieben ist. Gestaltet sich ein Spielverlauf für den Außenseiter optimal wie am Mittwoch für den FCA, müsste eine unterlegene Mannschaft alle Maschinen anwerfen, um mit Kampf, Laufarbeit und langen Bällen den Ausgleich gegen einen eingeschläferten Goliath zu erzwingen.

Nichts dergleichen geschah. Der FCA scheint in dieser Saison für jede Spielsituation nur einen Gang zu kennen, nur auf eine taktische Ausrichtung eingestellt zu sein, wie man nicht nur im Pokal gegen die übermächtigen Bayern erkennen konnte, sondern auch am 5. Bundesligaspieltag, als der FCA zu Hause gegen harmlose Darmstädter mit einem Mann mehr auf dem Platz und mit einer 1:0 Führung im Rücken in der zweiten Halbzeit einfallslos das Spiel nach hinten organisierte.

Es könnte also aus Augsburger Sicht am 9. Bundesligaspieltag ein langweiliges wie grausames Heimspiel über die Bühne gehen, zumal die Bayern mit Javi Martinez, Xabi Alonso, Arjen Robben, Arturo Vidal und Robert Lewandowski die 1a Mannschaft ins Rennen schicken. „Der Ball ist rund.“ Damit wollte der große Sepp Herberger zum Ausdruck bringen, dass im Fußball alles möglich ist. Viel mehr als die Hoffnung auf das Unvorstellbare ist allerdings in der seit Wochen ausverkauften WWK Arena an diesem Spieltag nicht in Aussicht zu stellen.



DFB-Pokal: FCA enttäuscht bei einem schwachen FC Bayern

Der FC Augsburg verlor beim FC Bayern München in der 2. Runde des DFB-Pokals vor 73.500 Zuschauern nach einer aus Augsburger Sicht trostlosen Partie mit 1:3 und scheidet damit aus dem Pokal aus. Den zwischenzeitliche Anschlusstreffer für den FCA erzielte Dong-Won Ji (69.).

In der ersten Halbzeit erzielten die Münchner, ohne sich dabei ernsthaft ins Zeug legen zu müssen, zwei Treffer. Philipp Lahm (2.) und Julian Green (41.) sorgten für den Pausenstand. Beide Tore wurden den Münchnern seitens der FCA-Abwehr leicht gemacht. Die Münchner waren die gesamte Partie ohne Aufwand haushoch überlegen, spielten sich die Bälle relativ ungestört zu und sorgten mit ihrer Ballsicherheit dafür, dass die Augsburger nicht den geringsten Zugriff auf das Spiel hatten. Marwin Hitz sorgte kurz vor dem Halbzeitpfiff mit einem fantastischen Reflex dafür, dass die Partie mit einem 0:3 nicht früh entschieden wurde (44.).

Obwohl die Augsburger in ihrer ersten Strafraumsituation kurz nach der Halbzeit einen Elfmeter zugesprochen bekamen (Hummels stieß Kacar von hinten um), sollte der Anschlusstreffer nicht gelingen: Koo verschoss den Strafstoß und den Nachschuss versemmelte Daniel Baier. Kurz darauf vergab Thomas Müller auf klägliche Weise einen Elfer, nachdem Schiedsrichter Sascha Stegemann auf Handspiel von Georg Teigl entschied: Thomas Müller drosch das Leder weit über den Augsburger Kasten (57.).

Der Augsburger Anschlusstreffer fiel nach einem Pass von Koo auf seinen Landsmann Dong-Won Ji, der Jerome Boateng düpierte und Manuel Neuer mit einem strammen Schuss überwand (69.). Wer nach der zweiten Strafraumszene des FCA darauf hoffte, dass die Augsburger mutiger und entschlossener nach vorne spielen würden, wurde enttäuscht. Die Münchner hatten kaum Mühe die Augsburger von ihrem Strafraum fernzuhalten. Auch eine Augsburger Schlussoffensive blieb aus. Der eingewechselte David Alaba sorgte mit seinem späten Tor für den 1:3-Endstand einer langweiligen Begegnung, in der beide Kontrahenten weit unter ihrem Niveau agierten. Grauenvoll ist aber nur diese Erkenntnis: Der FCA konnte in keiner Phase des Spiels den Eindruck erwecken, dass er diese Partie gewinnen wollte.

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) sind in der 9. Runde der Bundesliga die Bayern in Augsburg zu Gast.

FCA: M. Hitz; – K. Stafylidis; C. Janker; G. Kacar; M. Hinteregger; – D. Baier; J. Koo; G. Teigl; P. Max; D. Kohr; – D. Ji.

Eingewechselt: H. Altintop (77.); J. Schmid (60.); J. Günther-Schmidt (86.); –

Ausgewechselt: J. Koo (77.); G. Teigl (60.); D. Kohr (86.); –



Auswechselbank:
I. Gelios (TW); P. Verhaegh; M. Feulner; J. Moravek.



Verlacht, verhöhnt und schließlich gescheitert

Warum die Initiatoren des Bürgerbegehrens zur Theatersanierung auf dem niedrigsten Level gescheitert sind

Kommentar von Siegfried Zagler

Wer es in knapp sieben Monaten nicht schafft, fünf Prozent der stimmberechtigten Bürger hinter sein Anliegen zu bringen, ist in Sachen Bürgerentscheid auf niedrigstem Niveau gescheitert und sollte aufgeben. Die Initiatoren waren nicht in der Lage, einen finanzpolitischen Einwand mit dem passenden Anzug einzukleiden. Alles, was nun folgen wird, wird den Status der Peinlichkeit nicht mehr verlassen.

Die Initiatoren haben es versäumt, ihre Netzwerke auf verantwortliche Weise zu mobilisieren, sie haben es versäumt, mit intellektueller Härte ihre Inhalte zu schleifen und in einem offenen Diskurs differenziert und mit einer Zunge zu vertreten – und sie haben es versäumt, auf verantwortungsvolle Weise ihren selbst formulierten Auftrag zu erfüllen, nämlich regelmäßig auf der Straße Präsenz zu zeigen, um Unterschriften zu sammeln. Dass diese Einsicht aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen eine schmerzvolle Einsicht ist, soll an dieser Stelle deutlich zum Ausdruck kommen: Das Augsburger Stadttheater ist im Verhältnis zu seiner gesellschaftlichen und künstlerischen Relevanz auf einem dekadenten Kostenniveau angekommen. Wenn sich eine ständig klamme Kommune wie Augsburg darauf festlegen will, in den kommenden 25 Jahren eine halbe Milliarde Euro für ihr Stadttheater auszugeben, dann könnte sie auch von selbst auf die Idee kommen, ihre Bürger darüber aufzuklären, was das haushalterisch für Stadt und Bürgerschaft bedeutet. Und sie könnte schließlich auf die Idee kommen, ihre Bürger zu befragen, ob sie dennoch bereit sind, diese ungeheure Investition mitzutragen.

Die “Schlussfolgerung”, dass die Bürgerschaft anhand der schwachen Unterschriftensammlung hinter den Theatersanierungsplänen der Stadt steht, ist weniger Schlussfolgerung denn Annahme. Wahrscheinlicher ist die Annahme, dass die Initiatoren gescheitert sind, weil sie zu wenig Tat- und Überzeugungskraft an den Tag legten. Dass die Stadt sich von selbst zu einem Ratsbegehren dieser Art aufschwingen wird, kann man ausschließen. Kurt Gribl, Eva Weber und Co. setzen auf die Kontinuität des klassischen Viersparten-Theaters, das angeblich – Kostenexplosion hin oder her – zu einem unverzichtbaren Bestandteil der kulturellen Identität einer deutschen Stadt gehört.

Bürger dürfen im Gegensatz zu Politikern Fehler machen. Sie dürfen ungestraft Unsinn verbreiten und sich im Ton vergreifen. Das alles ist in den vergangenen sieben Monaten geschehen. Das gilt für die Sanierungsgegner wie für die kafkaeske Bürgerwehr um Z. Müller. Dass sich die niederschwellige Auseinandersetzung zwischen Theaterfreunden und Sanierungskritikern nun dem Ende entgegen neigt, ist die positive Kehrseite des grandiosen Scheiterns des Bürgerbegehrens, das die Initiatoren im Grunde sehr früh selbst in den Sand gesetzt haben. In erster Linie ist das erste AZ-Interview von Kurt Idrizovic am 12. April anzuführen sowie die Show-Diskussion der AZ in der Kälberhalle, wo die Initiatoren von einem theateraffinen Publikum verlacht und verhöhnt wurden.

Zur publizierten Rechtsauffassung der Stadtjuristin ist festzuhalten, dass man sich dem Eindruck kaum erwehren kann, dass es sich um ein politisches Konstrukt handelt. Hätten die Initiatoren genügend Unterschriften vorzuweisen, wäre dafür die Verwaltungsgerichtsbarkeit zuständig.



Theatersanierung: Noch fehlen 1720 Unterschriften

Der von 8.809 Unterzeichnern erhoffte Endspurt des Bürgerbegehrens zur Theatersanierung bleibt aus. Aktuell (Stand 13 Uhr) fehlen nach Informationen der DAZ für die notwendige Unterzeichnerzahl (10.532) noch 1.723 Unterschriften.

Damit ist ein Zielfotoentscheid bezüglich der morgigen Stadtratssitzung in weite Ferne gerückt. Nach wie vor liegt die Zahl der ungültigen Unterschriften – auch derjenigen, die seit Montag nachgereicht wurden – bei zirka 25 Prozent. Eine höhere Fehlquote hat es in der Geschichte der Augsburger Bürgerbegehren noch nie gegeben. Bisher wurden 11.835 Unterschriften abgegeben. Davon sind 3.026 ungültig. 8.809 gültige Unterschriften wurden bisher gezählt. Die Initiatoren sammeln seit dem 1. April dieses Jahres und hatten somit fast sieben Monate Zeit, die für einen Bürgerentscheid notwendige Unterschriften einzureichen.



Theatersanierung: Initiatoren bringen Unterschriften wohl nicht zusammen

„Nach jetzigem Stand der Dinge wird es keinen Bürgerentscheid zur Zukunft des Theaters Augsburg geben. Das Bürgerbegehren, das sich gegen die geplante Neuverschuldung zur Sanierung des Theaters richtet, steht nach Informationen unserer Zeitung vor dem Scheitern.”

Von Siegfried Zagler

Sie sind wieder da und melden sich zu Wort: The hatful 6

"Ein Euro pro Unterschrift" - Falls das Gerücht stimmen sollte, treten die Initiatoren den Geist der Gemeindeordnung mit Füßen 


So beginnt die Augsburger Allgemeine einen investigativen Artikel zu einem laufenden städtischen Zähl- und Prüfverfahren in Sachen Bürgerentscheid zur Theatersanierung. – „Dem Vernehmen nach sind“, so die Augsburger Allgemeine, von den abgegebenen 12.200 Unterschriften nur 9000 gültig. Es hake darüber hinaus nicht nur an der weit verfehlten Anzahl von 10.562 Unterschriften, die für einen Bürgerentscheid die Voraussetzung bilden würden, sondern auch an der „Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens“, da die Fragestellung nicht zulässig sei. Dies sei laut Augsburger Allgemeine allerdings zweitrangig, da „das Bürgerbegehren an der Zahl der geforderten Unterschriften scheitern dürfte“, wie die Zeitung spekuliert. Die von der DAZ dazu befragten Initiatoren gaben lediglich zu Protokoll, dass sie weiter sammeln würden und am gestrigen Montag zirka 400 weitere Unterschriften abgegeben hätten. Der DAZ wurde in den vergangenen Tagen von verschiedenen Seiten Hinweise zugetragen, dass für die Sanierungskritiker bezahlte Unterschriftensammler unterwegs seien, die neben ihrem Stundenlohn auch noch eine Prämie von einem Euro pro Unterschrift erhalten würden. – Unabhängig davon äußerte sich OB Kurt Gribl in einem am Sonntag gesendeten Filmbeitrag des Bayerischen Rundfunks sinngemäß so, dass die Stadt sich darum bemühen werde, den Initiatoren einen Bürgerentscheid in der Sache zu ermöglichen, da ihr Anliegen deutlich erkennbar sei. Um (“nach dem Stand der Dinge”) dem erkennbaren Bürgerwillen entgegen zu kommen, müsste sich die Stadt allerdings zu einem Ratsbegehren aufschwingen.