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Stadt Augsburg reagiert auf Amoklauf in München

Die Stadt Augsburg reagiert auf den Amoklauf in München und gibt die Möglichkeit zu Kondolenzbekundungen.



„Wir beten für unsere Nachbarn, denen gestern das Leben geraubt wurde, für die Verletzten, die Helfer, die vielen vielen Menschen, die gestern so dunkle Stunden in dieser freien und heiteren Stadt erleben mussten. Von Herzen wünschen wir ihnen Stärke und Frieden“, so der OB in einer ersten Stellungnahme.

Währenddessen bieten das Friedensbüro der Stadt und die Moritzkirche Gelegenheit zur Kondolenz. Alle Augsburger und alle Besucher der Stadt haben heute und in den kommenden Tagen die Möglichkeit, ihren Gefühlen zum Anschlag von München Ausdruck zu verleihen; sei es in stiller Andacht, im Gebet für die Opfer und ihre Angehörigen  oder durch eine kleine Kondolenzbotschaft. Die Moritzkirche öffnet zu diesem Anlass ihre Türen – als Raum der Ruhe und Besinnung. Das Friedensbüro der Stadt Augsburg bietet direkt am Moritzplatz Gelegenheit zur Kondolenzbekundung.

Vor Ort in München waren gestern auch Augsburger Hilfskräfte, darunter 26 Augsburger Johanniter sowie mehrere Malteser und BRK-Einsatzkräfte.



Stadt gratuliert Wissenschaftspreisträgerin Rita Romeo

Die Stiftung Augsburger Wissenschaftsförderung verleiht jedes Jahr den Wissenschaftspreis der Augsburger Schulen. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis für den Bereich Geisteswissenschaft (2015/16) geht an Rita Romeo.

Die Abiturientin des Maria-Theresia-Gymnasiums widmete sich in ihrer Seminararbeit dem Thema „Der junge Brecht und die Musik“ und konnte darin überraschende neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorlegen. Demnach wollte sich Brecht zunächst der Musik verschreiben und – weil er mit ihr scheiterte – wandte er sich der Literatur zu, in die er musikalische Aspekte in vielfältiger Weise integrierte. Dennoch erscheint das Werk des frühen Brecht von diesem Aspekt aus betrachtet zunächst als Surrogat, Dichten als Ersatzhandlung. „Ich gratuliere der jungen Autorin sehr herzlich zu ihrem Erfolg. Er dokumentiert gleichzeitig auch den fruchtbaren Austausch zwischen Schule und Forschung und der seit Jahren bestehenden hervorragenden Zusammenarbeit mit der Stadt“, so Kulturreferent Thomas Weitzel.

Betreut hat die Arbeit Prof. Dr. Jürgen Hillesheim, Leiter der Brecht-Forschungsstätte Augsburg. Hier konnte Rita Romeo, die selbst eine Karriere als Opernsängerin anstrebt, auch mit unveröffentlichten Quellen zum Leben des jungen Brecht arbeiten. Hillesheim schätzt die Studie „als innovativ und höchst bedeutsam“ ein, wie es in einer städtischen Pressemitteilung heißt.



München: Mutmaßlicher Amoklauf eines jugendlichen Einzeltäters

Nach langer Unsicherheit über den Hintergrund einer Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum, bei der neun Menschen sterben mussten und 21 verletzt wurden, stehen nun die ersten Erkenntnisse im Raum.

Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen 18-jährigen Einzeltäter, der sich nach der Tat selbst tötete. Der mutmaßliche Täter mit iranischem Migrationshintergrund versetzt die bayerische Hauptstadt in Terrorangst. Die Polizei, die gestern Abend die Münchner Bevölkerung aufforderte, zu Hause zu bleiben, gab im Lauf des heutigen Tages Entwarnung. München befindet sich nicht mehr im Ausnahmezustand. Der Amoklauf begann im Mc Donald´s und setzte sich im gegenüberliegenden Olympia-Einkaufszentrum fort. Im Netz kursieren dazu die ersten Videoaufnahmen, deren Authentizität bisher nicht abgestritten wurde.

Die Hintergründe der Mordtat liegen noch im Dunkeln. Die Polizei sprach zunächst von einem “Terrorverdacht”, der sich offenbar nun zu verflüchtigen beginnt. Gegenteilige Aussagen von Zeugen, die mehrere Täter an verschiedenen Orten gesehen haben wollen, konnten entkräftet werden, da es sich um bewaffnete Zivilbeamten gehandelt haben soll. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zeigte sich tief betroffen: “Die brutale und menschenverachtende Bluttat erfüllt uns alle mit Trauer und Entsetzen. Für die Solidarität und das Mitgefühl, das wir weltweit erfahren haben, sind wir dankbar.”

——update: Wie soeben die Süddeutsche Zeitung berichtet, wird sich das Bundessicherheitskabinett am heutigen Samstag ab 12.30 Uhr mit dem Münchner Amoklauf befassen. Zur Sitzung werden Bundeskanzlerin Merkel, Vizekanzler Gabriel, Außenminister Steinmeier, Innenminister de Maizière, Verteidigungsministerin van der Leyen, Kanzleramtschef Altmaier sowie Verkehrsminister Dobrindt und Justizminister Maas erscheinen. – Ebenso die Chefs des BND und des Bundeskriminalamtes.