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“Das Theater muss aufpassen, dass es nicht mit der kleinen Oberschicht des traditionellen Bürgertums zusammen ausstirbt”

Meinhard Motzko im DAZ-Interview über die Zukunft des Theaters



Meinhard Motzko ist Sozialwissenschaftler, lebt in Bremen und begleitet seit 1985 öffentliche Einrichtungen bei der Konzept- und Organisationsentwicklung. Ein Schwerpunkt seiner Aktivitäten ist die interkulturelle Ausrichtung von Kultureinrichtungen aller Art. Einzelne Projekte führten ihn neben dem gesamten deutschsprachigen Bereich bis in die Nachfolgestaaten der Sowjetunion, Zentralasien und China. Motzko hat große Erfahrung bezüglich Zielvorgaben im subventionierten Theaterbereich. „Eine schonungslose Analyse der Einnahmenseite und der Kostentreiber“, so Meinhard Motzko auf die Frage, was zuerst geschehen müsse, damit das Augsburger Stadttheater innerhalb seines Budgetrahmens zu wirtschaften in der Lage ist. Das gekürzte Interview erscheint mit der heutigen Ausgabe aus aktuellem Anlass zum zweiten Mal. (mehr …)



Kein Grund zum Meckern: FCA schafft 0:0 gegen die „Geißbock-Elf“

Nach dem 2:0 Auswärtssieg beim Tabellensiebten Wolfsburg holte der FCA im seinem vorletzten Heimspiel in der mit 30.144 Zuschauern nahezu ausverkauften WWK-Arena auch gegen den formstarken Tabellenachten aus Köln einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Gegen die ab der 57. Minute in Unterzahl spielenden Geißböcke rannte der FCA bis zum Schlusspfiff des schwachen Schiedsrichters unermüdlich an, scheiterte aber immer wieder an der starken Defensive der Domstädter.

Von Udo Legner



Beide zuletzt erfolgreiche Teams traten in 4-2-3-1 Formation an, wobei FCA-Trainer Markus Weinzierl im Vergleich zur Partie gegen Wolfsburg drei Wechsel vornehmen musste. Für den verletzten Paul Verhaegh rückte Markus Feulner in die Vierer-Abwehrkette, Dominik Kohr und Tobias Werner – der nach einem halben Jahr erstmals wieder in der Startelf stand – ersetzten Caiuby (Gelbsperre) und Daniel Opare (Verletzung beim Abschlusstraining).

Die erste Torchance gehörte dem FC Köln: nach einer Ecke (2. Min.) flankte Filip Mladenovic in den Augsburger Strafraum, wo Dominic Maroh hoch stieg und einen wuchtigen Kopfball knapp neben das linke Tordreieck setzte.

Da Augsburg nach einer Chance von Tobi Werner (6. Min.) in der Offensive fast nicht stattfand – neben dem letzten fehlte allzu oft auch der vorletzte Pass – plätscherte das Spiel in der ersten Halbzeit ohne große Aufreger dahin, da sich auch die Gäste auf Torsicherung beschränkten. Gefahr gab es nur bei Ecken, von denen die ansonsten sichere Augsburger Abwehr wie schon in den letzten Spielen zu viele zuließ. In der 13. Minute brachte der Unparteiische durch eine Fehlentscheidung die FCA-Fans gegen sich auf, als er ein klares Handspiel des Kölner Goalgetters Modeste im eigenen Strafraum nicht ahndete.

Schwachstellen beim FCA: Feulner und Werner

Ansonsten viel Licht (Defensive) und viel Schatten (Spielaufbau und Offensive) im Spiel des FCA – was stellvertretend bei den beiden Maskenmänner Dominik Kohr und Markus Feulner zu sehen war: Während Kohr durch solides Defensivspiel überzeugte, brachte Markus Feulner trotz Partnerlooks die Defensive des FCA oft unnötig in Not, da er seinem Gegenspieler auf der linken Außenbahn viel zu viele Freiräume ließ und zudem bei Gegenstößen allzu leichtfertig den Ball verlor. Eine weitere Schwachstelle im Getriebe des FCA war Tobias Werner, der trotz großen Einsatzes keine rechte Bindung zum Augsburger Spiel fand. So war es kein Wunder, dass gegen die gut gestaffelte Kölner Abwehr – abgesehen von einem Distanzschuss von Halil Altintop (23. Min.) – bis zum Pausentee nichts Torgefährliches heraussprang.

Fazit zur Halbzeit: Torchancen Mangelware! Souveräne Abwehrreihen und um Ballkontrolle bemühte Mittelfeldspieler drückten dem Spiel hüben wie drüben ihren Stempel auf.

Der Beginn der zweiten Halbzeit war ein Spiegelbild der Anfangsphase: Nach einer Ecke erreichte Daniel Baiers Flanke Ragnar Klavan, dessen Kopfstoß (50. Min.) allerdings knapp am Tor von Timo Horn vorbeisegelte. Trotz größerer Spielanteile konnte der FCA aus seiner Dominanz kein Kapital schlagen. Als sich die FCA-Fans schon darauf eingestellt hatten, dass es an diesem Freitagsspiel bis zum Schlusspfiff bei fußballerischer Magerkost bleiben würde und allein das Flutlicht für Glanz in der WWK-Arena sorgen würde, brachte der Unparteiische mit der Ampelkarte für Matthias Lehmann (56. Min.) unverhofft Farbe in das Spiel. Der Kölner Kapitän, der nach einem Foulspiel an Halil Altintop kurz vor der Pause bereits Gelb gesehen hatte, ging allzu ungestüm in einen Zweikampf mit Tobias Werner und traf den Augsburger Angreifer mit den Stollen an der Stirn.

Kein Kapital aus Überzahlspiel

Mit einem Mann mehr und mit Werners schneeweißem Turban nahm das Spiel der Augsburger Fahrt auf. Der FCA rannte gegen den Kölner Abwehrriegel an, wodurch sich den Geißböcken Gelegenheit zum Kontern boten. Bis zur Einwechslung von Raul Bobadilla (65. Min. für Turbanträger Werner) waren Augsburger Torchancen weiterhin nur Wunschdenken bei den FCA Fans. Nur zwei Minute nach seiner Einwechslung gleich ein starker Auftritt des zuletzt selten berücksichtigten Nationalspielers aus Paraguay: sein 25 Meter Freistoß rauschte denkbar knapp am linken Pfosten vorbei. Wenige Minuten später (71. Min.) segelte Halil Altintops Schuss auf’s lange Eck (a la Arjen Robben) über das Tordreieck von Köln-Keeper Timo Horn. Torchancen für den FCA gab es jetzt fast im Minutentakt. Goalgetter Alfred Finnbogason vergab erst eine Kopfballchance (74. Min.), um gleich anschließend (75. Min.) einen Flachschuss aus 14 Meter neben das Kölner Tor zu setzen. Wer gedacht hatte, dass sich dieser Angriffswirbel der Augsburger bis zum Schluss fortsetzen würde, wurde freilich enttäuscht. Der allzu hektische und planlose Sturmlauf der Weinzierl-Truppe verebbte unerklärlicherweise gegen Spielende und brachte die dezimierte Kölner Defensive kaum in Verlegenheit.

Tabelle nach dem Freitagsspiel

Tabelle nach dem Freitagsspiel


Am Ende gaben sich beide Teams mit der Punkteteilung zufrieden. Nach diesem torlosen Unentschieden ist der FCA mit nunmehr sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz auf einem guten Weg zum Klassenerhalt. Vor dem letzten Auswärtsspiel am kommenden Samstag bei den zuletzt schwächelnden Schalkern (Spielbeginn: 15.30 Uhr) richtet sich der bange Blick der FCA-Anhänger auf das Treiben der anderen Abstiegskandidaten. Es bleibt zu hoffen, dass ihnen allmählich die Spiele ausgehen, um den Rückstand zum FCA noch wettzumachen.

FC Augsburg:

Hitz – Feulner, Gouweleeuw, Klavan, Max – Baier – Kohr – Koo, Altintop, Werner – Finnbogason

Einwechslungen:

65. Minute: Bobadilla (für Werner)

83. Minute: Ji (für Altintop)

Die weiteren Paarungen des 32. Spieltags:

Bayern – M’gladbach

Dortmund – Wolfsburg

Hannover – Schalke

Hoffenheim – Ingolstadt

Mainz – Hamburg

Darmstadt – Frankfurt

Leverkusen – Hertha BSC

Bremen – Stuttgart



FCA vs. Köln 0:0

Ein Unentschieden das Gold wert ist: In seiner fünften Bundesligasaison hat sich der FCA zwei Runden vor Schluss vom Abstiegskampf praktisch verabschiedet. Mit einem 0:0 der klassischen Art sicherte sich der FC Augsburg im Freitagspiel der 32. Runde der Fußballbundesliga gegen den 1. FC Köln einen Punkt und befindet sich somit (fast) nicht mehr in Abstiegsgefahr. Von zwei nach vorne sehr verhalten agierenden Mannschaften war der FCA die aktivere, die einem Sieg in jeder Phase der Partie näher war als die Kölner, was in der zweiten Halbzeit auch mit der gelbroten Karte für FC-Kapitän Lehmann zu tun hatte (57.).  Ein Spielbericht von Udo Legner folgt.



FCA: Findet die Saison heute Abend ein glückliches Ende?

Am heutigen Freitagabend trifft der FC Augsburg in der bereits ausverkauften WWK Arena in der 32. Runde der Fußballbundesliga auf den 1. FC Köln. Es handelt sich um das vorletzte Heimspiel von FCA-Trainer Markus Weinzierl, der nach dieser Saison wohl zu Schalke 04 wechselt.

Doch davon will derzeit in Augsburg niemand etwas wissen. Dringender als die Trainerfrage ist nämlich der Punktestand der Augsburger, die sich zuletzt zwar mit drei Siegen in Folge deutlich von dem verbliebenen Abstiegsplatz und auch vom Relegationsplatz entfernen konnten, aber sich mit 36 Punkten bei noch drei ausstehenden Spielen noch längst nicht auf der sicheren Seite befinden. Mit einem Sieg heute Abend gegen Köln soll nun eine Saison, die einer Achterbahnfahrt glich, zu einem glücklichen Ende finden. Ein Vorhaben, das den Augsburgern schwer fallen könnte. Nicht wirklich in Form präsentierten sich die Augsburger in den vergangenen vier Spieltagen, trotz der kleinen Serie, die in erster Linie zustande kam, weil der FCA auf Mannschaften traf, die mehr mit selbst als mit ihren Gegnern zu kämpfen hatten.

Mit Köln kommt nun nach vielen Wochen wieder eine Mannschaft nach Augsburg, die sich im Aufwind befindet und unverkrampft aufspielen kann, da sie nicht mehr nach unten schauen muss und sogar noch mit einer Minimalchance auf einen Europa League-Platz hoffen darf. Beim FC Augsburg fehlen Verhaegh (verletzt) und Caiuby (Gelbsperre). Kohr dürfte nach seiner Gelbsperre in die Startelf zurückkehren. Opare rückt wohl für Verhaegh wieder nach rechts hinten. Offen ist, wer links Caiuby ersetzt. Mit Werner, Bobadilla und Ji hat Weinzierl die Qual der Wahl. Für die DAZ wird Udo Legner aus der WWK Arena berichten.



Trauer um Werner Lorbeer

Dr. Werner Lorbeer kam 2008 als Nachrücker für Walther Seinsch in den Augsburger Stadtrat und galt fortan als solider und unbequemer Politiker, der den Dingen auf den Grund ging und mit seiner Beharrlichkeit innerhalb der Wählervereinigung Pro Augsburg Konflikte auszufechten aber auch auszuräumen verstand. Lorbeer galt als Denker, der mit leisen Tönen große Wirksamkeit entfalten konnte. Für die aktuelle Stadtratsperiode wollte Werner Lorbeer nicht mehr kandidieren. Der Mathematiklehrer ging mit seiner Leukämieerkrankung offen und zugleich zurückhaltend um. Er bekämpfte sie viele Jahre mit großem Willen und Lebensfreude. Am vergangenen Dienstag ging sein Kampf zu Ende. Werner Lorbeer starb im Alter von 67 Jahren.



Bildmotiv für Rathaushülle wird montiert

Die weiße Hülle, mit der das Augsburger Rathaus seit Tagen verhüllt ist, erhält am morgigen Freitag  das angekündigte Rathaus-Bildmotiv im Format 1 zu 1.

Augsburger Rathaus mit der Orginalfassade, die bis 11. Sept. von einer Fototapete "ersetzt" wird.

Augsburger Rathaus mit der Orginalfassade, die bis 11. Sept. von einer Fototapete "ersetzt" wird.


Es wird im Lauf des Tages in Bahnen abgerollt und montiert. Bis die ganzen 1.200 Quadratmeter Bildmotiv hängen, vergehen mehrere Tage. Voraussichtlich bis Mitte kommender Woche ist die Montage abgeschlossen. Eingerüstet ist die Westfassade des Rathauses, weil sie saniert werden muss. Für die fälligen Putz-, Naturstein- und Spenglerarbeiten, die Fensterlackierungen sowie die Fassadenreinigung und deren Anstrich sind 220.000 Euro im Haushalt eingestellt. Für das gestaltende Bildmotiv sind 10. 000 Euro veranschlagt.

„Augsburg ist bei vielen nationalen wie internationalen Gästen eine gefragte Stadt. Der Tourismus ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor für Augsburg. Weil wir unseren Besuchern auch während der Renovierungszeit des Rathauses etwas anbieten möchten, haben wir uns für das gestaltende Bildmotiv auf der verhüllten Fassade entschieden. Dazu leistet dankenswerterweise auch die Regio Tourismus GmbH einen ordentlichen Zuschuss“, so Oberbürgermeister Kurt Gribl.

Bis zum 9. September wird nur die “Foto-Tapete” zu bestaunen sein. Spätestens zum Denkmaltag am 11. September 2016 soll der Renaissance-Bau wieder mit der Orginalfassade zu sehen sein.



„Schwäbische Minnesänger und Meistersinger“

Vortrag von Prof. Dr. Klaus Wolf im Augsburger Brechthaus



Die Literaturlandschaft Schwaben ist außerordentlich reich an Lyrik. Dies betrifft schon das Mittelalter, die Blütezeit des Minnesangs. Der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Wolf stellt dabei schwäbische Minnesänger als adelige Dichter in den Mittelpunkt. Für spätere Jahrhunderte geht es um den stadtbürgerlichen Meistersang. Dabei zeigt sich, dass die Meistersinger von Augsburg und Memmingen sich keineswegs hinter den Gattungsvertretern aus Nürnberg verstecken müssen. Am Freitag, 29. April, um 19 Uhr ist der Vortrag „Schwäbische Minnesänger und Meistersinger“ von Prof. Dr. Klaus Wolf (Universität Augsburg, Germanistik – Professur für Bayerische Literatur) im Augsburger Brechthaus zu hören. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Um Anmeldung unter Telefon 0821/5020735 wird gebeten.



Grüne fordern rasche Abschaltung des AKW in Gundremmingen

30 Jahre nach der atomaren Katastrophe in Tschernobyl und 5 Jahre nach dem Supergau in Fukushima ist trotz des begonnen Ausstiegs aus der Atomenergie die Sorge um die Sicherheit atomarer Anlagen in der Region groß. Besonders groß ist die Sorge um die Sicherheit des Atomkraftwerkes (AKW) Gundremmingen. Die Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen hat deshalb einen Antrag zur sofortigen Abschaltung von Gundremmingen gestellt.

Martina Wild

Martina Wild


„Die Blöcke B und C des AKW Gundremmingen gehören als Siedewasserreaktoren zu den ältesten Reaktoren in Deutschland. Nicht nur wir Grüne, sondern auch Fachleute kritisieren, dass die zwei Reaktoren uralt und abgenutzt seien und nicht allen Sicherheitsanforderungen genügten. Alleine im letzten Jahr gab es in Gundremmingen fünf meldepflichtige Ereignisse. Jetzt wurde im Block B ein Computervirus entdeckt. Die Blöcke B und C in Gundremmingen stellen ein großes, wenn nicht sogar das größte atomare Risiko in Deutschland dar. Sie gehören jetzt endlich und sofort abgeschaltet”, so die Fraktionsvorsitzende Martina Wild. – Eine Studie der Landtags-Grünen weise nach, dass das AKW Gundremmingen für die Stromversorgung und Netzstabilität in Bayern schon jetzt überflüssig sei. Die Produktion sicherer Energie aus Wind und Sonne hätten in Deutschland schneller als erhofft Rekordhöhen erreicht. Die Inbetriebnahme der Thüringer Strombrücke im Sommer diesen Jahres schaffe zusätzliche Versorgungssicherheit, so Wild die auch den Energiemarkt als Schließungsargument anführt: „Die Laufzeit für Gundremmingen bis 2021 halten wir nicht nur für brandgefährlich, sondern auch strommarktpolitisch für grundfalsch. Die Abschaltung der überflüssigen Atomreaktoren macht die flexiblen bayerischen Gaskraftwerke wieder marktfähig, da diese nicht mehr mit dem zu billig angebotenen Atomstrom konkurrieren müssten. Die sofortige Abschaltung ist neben dem absolut vorrangigen Ziel der Sicherheit auch für eine konsequente Fortsetzung der Energiewende erforderlich.”

Mit einem erneuten Antrag fordern die Grünen das sofortige Abschalten der Blöcke B und C ind Gundremmingen und einen Bericht über die Umsetzung des 2011 gefassten Beschlusses. Der Stadtrat hatte damals unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf Initiative der Grünen einstimmig beschlossen, dass bayerische Staatsregierung und Bundesregierung die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen darstellen, die mit einer Abschaltung der Kernkraftwerksblöcke B und C Gundremmingen für die Bürger der Stadt Augsburg verbunden sind; die sicherheitstechnischen Anforderungen des Kraftwerks Gundremmingen B und C sowie des dortigen Zwischenlagers von unabhängigen Experten prüfen zu lassen und aufgrund der Ergebnisse dieser Überprüfung eine neue Risikoanalyse sowie notwendige Änderungen der Sicherheitsbestimmungen vorzunehmen und die bestehenden Notfallpläne entsprechend dieser Erkenntnisse zu überarbeiten und  zu aktualisieren.



Theatersanierung: Verstößt das Stadttheater mit seiner Kampagne gegen die Gemeindeordnung?

Befindet sich das Augsburger Stadttheater mit seiner Kampagne gegen die Sanierungskritiker außerhalb der Gemeindeordnung? Mit dieser Frage muss sich die Regierung von Schwaben auseinandersetzen.

Volker Schafitel

Volker Schafitel


Eine unangemeldete Demonstration mit zirka 200 Personen, ein Programmheft als Zeitungsbeilage, das eine Lanze gegen das Bürgerbegehren zur Theatersanierung reitet, Infostände in der Fußgängerzone und Aufforderungen vor und nach den Theatervorstellungen an die Besucher, sich für eine schnelle Sanierung des Theaters zu engagieren: Das Theater Augsburg macht mobil, zeigt sich seit Wochen als kampagnenfähig und holzt dabei kräftig gegen die Initiatoren  eines  Bürgerbegehrens, die von den Bürgern der Stadt Augsburg in Erfahrung bringen wollen, ob sie die Sanierung des Stadttheaters mittels weiterer Neuverschuldungen mittragen wollen oder nicht.  Ob das in der Bayerischen Gemeindeordnung festgelegte Sachlichkeits- und Neutralitätsgebot bereits im frühen Stadium eines Bürgerbegehrens einzuhalten ist, will nun die Ausschussgemeinschaft wissen. In einer Anfrage an Oberbürgermeister Kurt Gribl und an die Regierung von Schwaben, fordert  die sechs Stadträte der Ausschussgemeinschaft die beiden Instanzen auf, zu überprüfen, ob der städtische Eigenbetrieb Stadttheater mit seinem Vorgehen gegen die Sanierungskritiker gegen § 18a Abs. 15 der Bayerischen Gemeindeordnung verstößt.

“Das Stadttheater missbraucht Theaterveranstaltungen dazu, die Besucher gegen das Bürgerbegehren aufzubringen”

In dem Schreiben der Stadträte heißt es: „Die Stadt tritt dabei über seine Mitarbeiter des Eigenbetriebs Theater mit massiven Kampagnen gegen das laufende Bürgerbegehren auf. Dabei wirbt der städtische Eigenbetrieb über die Theaterzeitung (Titelblatt und erste Doppelseite) mittels Beilage in der Augsburger Allgemeinen Zeitung um Unterstützer gegen das Bürgerbegehren, verteilt an Ständen in der Stadt Flugblätter gegen das Bürgerbegehren und veranstaltet unerlaubte Demonstrationen. Insbesondere missbraucht der Eigenbetrieb Theaterveranstaltungen dazu, vor deren Beginn die Besucher quasi als Vorspann gegen das Bürgerbegehren aufzubringen. Ideengeber und Autor dieses Schreibens ist „Oppositionsführer“ Volker Schafitel. „Das Theater finanziert diese Kampagne als städtischer Eigenbetrieb aus Steuermitteln und ist wohl aus diesem Grund bei Bürgerentscheiden an das in der Gemeindeordnung angeführte Sachlichkeits- und Neutralitätsgebot gebunden“, so Stadtrat Schafitel (FW).



“Das ganze System ist ein Gesamtkunstwerk”

Als sich die DAZ zu Beginn des Jahres vornahm, das aktuelle “Wasserbuch” von Martin Kluger zu besprechen, bestand kein Zweifel daran, dass das Werk „Augsburgs historische Wasserwirtschaft“ mit dem Untertitel „Der Weg zum UNESCO-Welterbe“ eine historisch-wissenschaftliche Fachbesprechung verdient hatte. “Da gibt es nichts zu kritisieren, sondern nur zu loben. Ich weiß nicht, ob Ihnen das taugt”, so Prof. Dr. Karl Ganser auf die DAZ-Anfrage, ob er Interesse habe, eine kritische Würdigung zu schreiben. “Wenn es gar nicht anders geht, dann darf es auch eine Hymne sein”, so die Replik der DAZ. Ganser schickte Papier mit zahlreichen Korrekturanmerkungen, ein klassisches Manuskript, das lange auf seine Umwandlung warten musste, ohne dass der Gegenstand der Besprechung etwas von seiner Aktualität eingebüßt hätte.

Ein Kompendium der Extraklasse

Von Karl Ganser

„Augsburgs historische Wasserwirtschaft“ Ein Buch von Martin Kluger

„Augsburgs historische Wasserwirtschaft“  Ein Buch von Martin Kluger


2011 bekundete Augsburg die Absicht, die historische Wasserwirtschaft der Stadt in die Liste des UNESCO-Welterbes aufnehmen zu lassen. Martin Kluger hatte die Idee und verfasste auch den Text der Interessenbekundung.  Er legte dazu ein „Begleitbuch“ auf, das die ganze Faszination dieses Themas bewusst macht. Und er fasste nach. Er sichtete Quellen mit der Frage: Gibt es andernorts eine ähnlich kunstvolle Wasserwirtschaft?

In der Bewertung der Kommission, die mit der Bewertung einer großen Zahl an Interessenbekundungen aus Deutschland betraut war, ist bestätigt: „Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg“ gehört zu den Interessenbekundungen, die für die Aufnahme in das Welterbe in 2019 weiter verfolgt werden sollen. (mehr …)