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“Anne Frank”- Regisseur Steinbichler kommt nach Augsburg

Der preisgekrönte Drehbuchautor und Regisseur Hans Steinbichler kommt am Sonntag, den 13. März (18.30 Uhr), ins Thalia Kino (Obstmarkt 5), um sich den Fragen der Zuschauer zu stellen, die über seinen seinen neuen Film “Das Tagebuch der Anne Frank” diskutieren wollen.



Das Tagebuch der Anne Frank erzählt die Geschichte eines 13-jährigen, jüdischen Mädchens und dessen Familie, die sich in einem Amsterdamer Hinterhaus verstecken mussten, um der Deportation durch die Nationalsozialisten zu entgehen. Die Familie wird jedoch verraten und findet ein tragisches Ende im Konzentrationslager. Nur Annes Vater überlebte das Lager und veröffentlichte das Tagebuch seiner Tochter Anne Frank. Das Buch wurde in mehr als 70 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft.

Filmemacher Steinbichler (Winterreise; 2006) ging die Verfilmung des schweren Stoffs mit einer ihm eigentümlichen feinsinnigen Herangehensweise an: “Das Ziel der filmischen Umsetzung ist es, den Stoff aus dem vermeintlich übermächtigen historischen Kontext herauszulösen und nicht in Ehrfurcht vor den Quellen zu erstarren. Stattdessen wollen wir Annes Geschichte sehr subjektiv als die authentische Erfahrung eines frechen, ungemein klugen Mädchens in der Pubertät erzählen, das unter aberwitzigen Bedingungen aufwachsen muss”, so Hans Steinbichler. Die Hauptrolle der Anne Frank wird von der Nachwuchsschauspielerin Lea van Acken (Foto), die mit ihrer Rolle in dem Film Kreuzweg (2014) mit dem “Silbernen Bären” ausgezeichneten, übernommen. Martina Gedeck und Ulrich Noethen spielen Anne Franks Eltern.



“EinBlick Theater Augsburg”

Unter dem Titel „EinBlick Theater Augsburg“ startete im Dezember eine neue Veranstaltungsreihe zur Sanierung des Theater Augsburg, bei der das Publikum einen besonderen Einblick in den Arbeitsalltag des Theaters erhält.

Einmal im Monat geben Künstler und Mitarbeiter einer Abteilung persönliche Einblicke in ihren Arbeitsbereich mit seinen Abläufen und Besonderheiten. Nach einem kurzen künstlerischen Programmbeitrag wird auf den Kontext des Veranstaltungsortes eingegangen: Was passiert hier jeden Tag? Was hat das, was hier geschieht, mit den Inszenierungen auf der Bühne zu tun? Unter welchen Umständen arbeiten die Kollegen hier? Wo liegen die Probleme? Und was soll sich nach der Sanierung verbessern? Am kommenden Freitag, den 18. März, um 19.30 Uhr wird die Reihe „EinBlick Theater Augsburg“ mit Mitgliedern des Opernchores im Chorsaal fortgesetzt. Nach einer kurzen Chorprobe erzählen die Mitglieder von ihrem Arbeitsalltag und stehen für Fragen des Publikums zur Verfügung.

Der Eintritt ist frei! Diese Veranstaltung ist auf maximal 30 Teilnehmer begrenzt. Kostenlose Einlasskarten gibt es ab sofort beim Besucherservice. Treffpunkt ist die Theaterpforte am Großen Haus.



Patrick Wengenroth soll neuer Leiter des Brechtfestivals werden

Der Berliner Schauspieler und Regisseur Patrick Wengenroth soll das Brechtfestival 2017 leiten. Am kommenden Dienstag soll der Kulturausschuss darüber entscheiden. Wengenroths Chancen stehen allerdings nicht gut. Er soll SPD-Darling Joachim Lang als Festivalleiter ablösen und ist der Kandidat des parteilosen Kulturreferenten Thomas Weitzel.



Von Siegfried Zagler

Der Berliner Schauspieler und Regisseur Patrick Wengenroth (39) würde das kommende Brechtfestival gestalten, ginge es nach Augsburgs Kulturreferenten Thomas Weitzel, der Wengenroth bereits länger im Auge hat. Ob Weitzel sein Vorhaben gegen die “lang-affine” CSU-Fraktion und die “lang-ergebene” SPD-Fraktion durchsetzen kann, ist allerdings noch offen. Am gestrigen Donnerstagabend präsentierte Patrick Wengenroth dem Koalitionsausschuss, der sich aus Fraktionsvorstehern der Regierungsparteien (CSU, SPD, Grüne) zusammensetzt, seine Gestaltungspläne für das 2017er Festival. Dabei sollen jüngere Regisseure Eigenproduktionen vorstellen und die lokale Kulturszene differenziert eingebunden werden. Das Format „Lange Brechtnacht“ solle weiterhin erhalten bleiben, doch sonst würde vom alten Festival wenig übrig bleiben. Nach Informationen der DAZ will Wengenroth das Verhältnis Walter Benjamins zu Brecht genauer herausarbeiten und darstellen. Genderismus solle ebenfalls eine Rolle spielen, wie es hieß. Wengenroth sei zunächst nur für das Festival 2017 vorgesehen, dann soll mit Andre Bücker, dem neuen Intendanten des Augsburger Stadttheaters eine weitere Zusammenarbeit ermöglicht werden. Gespräche Wengenroth/Bücker hätten dem Vernehmen nach bereits stattgefunden.

Nach der Präsentation im Koalitionsausschuss stellte Wengenroth seine Pläne Oppositionspolitkern des Kulturausschusses vor. Das Wengenroth-Konzept habe die Opposition überzeugt, die Grünen seien sogar begeistert gewesen, während die Reaktionen bei der CSU eher verhalten gewesen sein sollen. Die SPD-Fraktion, deren Vorsitzende Margarete Heinrich beim diesjährigen Brechtfestival mitwirkte und deren heimlicher kulturpolitischer Sprecher, Karl-Heinz Schneider, seit vielen Jahren beim „Joachim Lang-Brechtfestival“ mitwirkt, wird wohl weiterhin dafür eintreten, dass Joachim Lang auch das 2017er Festival gestaltet.

Am kommenden Montag werden die Regierungsparteien gegen 19 Uhr in ihren Fraktionssitzungen entscheiden, wie es mit dem Brechtfestival weitergehen soll. Untertags verändert am Montag die Verwaltung die Tagesordnung des Kulturausschusses, der am Dienstag, den 15. März stattfindet. Bisher war im Kulturausschuss nur ein mündlicher Bericht in Sachen Brechtfestival vorgesehen, doch nun soll eine Beschlussvorlage für klare Verhältnisse sorgen. Am Donnerstag, den 17. März, hat dann der Stadtrat das letzte Wort.