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Brechtfestival: Jenseits von Gut und Böse

Warum Thomas Weitzel zurücktreten soll

Kommentar von Siegfried Zagler

Die Kommunikationsstrategien des Augsburger Kulturreferenten Thomas Weitzel sind weder kommunikativ noch strategisch, sondern ein Zeichen von Schwäche. Er wolle nach dem aktuellen Festival bekannt geben, wie es mit dem Brechtfestival inhaltlich und künstlerisch weitergehen werde, so Weitzel vor wenigen Wochen, in einem Tonfall, als wäre diese Vorgehensweise etwas Normales. Dabei ist dieses Vorgehen jenseits von Gut und Böse. Schließlich hatte Weitzel ein Jahr Zeit, das Festival mit einem neuen künstlerischen Leiter neu zu entwickeln und das neue Konzept samt dem neuen Leiter den Gremien und der Stadtgesellschaft vorzustellen. Das hätte längst geschehen müssen.

Hatte schon neue Pläne für das Brechtfestival: Kulturreferent Thomas Weitzel

Hat für das Brechtfestival neue Pläne: Kulturreferent Thomas Weitzel


Nun sieht es so aus, als würde Augsburgs Kulturreferent in Sachen Brechtfestival ein zweites Mal von dem bisherigen Festivalleiter Joachim Lang ausgetrickst werden. Falls es Lang gelingen sollte, seine Festivalpläne für das kommende Jahr gegen alle Vereinbarungen, die letztes Jahr getroffen wurden, durchzusetzen, muss die Frage gestellt werden, ob Weitzel nicht besser aufgeben und an seinen alten Schreibtisch im Kulturamt als Amtsleiter zurückkehren soll. Ein Kulturreferent ohne politische Durchsetzungskraft ist ohnehin nicht viel mehr als der oberste Verkünder und Nachrichtenüberbringer der politischen Entscheider, die sich nicht besonders dafür zu interessieren scheinen, welche Pläne Thomas Weitzel für die Stadt Augsburg gerne realisieren würde. (mehr …)



Streit um Brechtfestival neu entbrannt

Der Streit um die inhaltliche wie personelle Fortsetzung des Brechtfestivals ist neu entbrannt. Seit Montag steht fest, dass der bisherige künstlerische Leiter des Augsburger Brechtfestivals, Dr. Joachim Lang, das Brechtfestival ein weiteres Jahr gestalten soll.



So lautet zumindest der Plan der beiden großen Koalitionäre CSU und SPD. Aus diesem Grund tobte vor dem Pre-Opening am heutigen Freitagabend hinter den Kulissen ein Streit um die Ausrichtung des Brechtfestivals, den die Grünen heute Vormittag via Pressemitteilung öffentlich machten, indem sie sich gegen eine weitere Fortsetzung mit Lang aussprechen: “Nach 7 Jahren Lang langt´s”, so die Grünen, die sich noch nie mit Langs Brechtfestival-Konzepten anfreunden konnten. “Was nach der Brecht-Chronologie noch kommen soll, ist mehr als fraglich. Wir freuen uns daher schon nach dem diesjährigen Festival auf einen Vorschlag des Kulturreferenten, wie und unter welcher Leitung das Festival 2017 ablaufen soll.” (mehr …)



Liverpool: FCA-Fans die großen Sieger

Neben dem Ausscheiden des FCA aus der Europa League gibt es aus Liverpool die Kunde, dass die Fans des FC Augsburg nicht nur den FCA, sondern auch die Stadt Augsburg auf großartige Weise vertraten.



“Wenn man in über 180 Minuten kein Tor erzielt, darf man auch ohne großen Hader aus dem Wettbewerb ausscheiden”, so das Grußwort an dieser Stelle an die Augsburger Mannschaft, die dem FC Liverpool einen großen Kampf lieferte, es dabei aber nicht verstand, das Spiel nach vorne zu ordnen. Einen stärkeren Eindruck als die Mannschaft hinterließen in der Anfield Road die Augsburger Fans, die den FCA im wohl bekanntesten Tempel des Fußballsports so stimmgewaltig und frenetisch unterstützten wie noch nie. Viele Liverpudlians applaudierten dem FCA-Block und hoben ihre Daumen, als sie nach Spielende das Stadion verließen. Auch in der Premier-League bekäme kein Team eine bessere Unterstützung als der FCA in diesem Spiel, sagte ein Liverpool-Fan im Pub “Albert”, wo sich die Fans aus beiden Lagern die Klinke in die Hand gaben. Vermutlich waren es sogar über 4.000 FCA-Fans, die nicht nur im Stadion, sondern in der gesamten Stadt Liverpool als friedfertige aber lautstarke Botschafter der Stadt Augsburg unterwegs waren. “Ohne Augsburg wär hier gar nichts los”, skandierten sie hinter dem Tor gegenüber “The Kop”, dem berühmten Fan-Block des FC Liverpool. Das war zwar leicht übertrieben, aber auch nicht völlig an den Haaren herbeigezogen, da die Augsburger tatsächlich ihre Mannschaft leidenschaftlicher unterstützten als die Liverpooler ihre “Reds”. Nach dem Spiel feierten die FCA-Fans den kampfstarken Auftritt ihrer Mannschaft mit Gesängen und dem üblichen Schabernack (“Auf die Knie”). Am heutigen Freitag befinden sich immer noch zahlreiche “Augsburg-Botschafter” in Liverpool, bevor es dann auf verschiedensten Wegen zurückgeht. Schließlich beginnt am Sonntag eine bedeutende englische Woche mit dem Heimspiel gegen Gladbach (Sonntag) und dem Auswärtsspiel in Hoffenheim am Mittwoch.

Foto: “Ohne Augsburg wär hier gar nichts los” – FCA-Fans in der Anfield Road nach dem Spiel



FCA – Der Traum ist aus

Mit 0:1 unterlag der FC Augsburg in einem packendem Fight gegen den FC Liverpool. Der FCA geriet durch einen Handelfmeter früh in Rückstand und stemmte sich bis zur letzten Spielminute vergeblich, doch ohne Fortune gegen die Niederlage. Damit verabschiedete sich der FC Augsburg nach dem 0:0 im Hinspiel bis auf unbestimmte Zeit vom internationalen Parkett, während Jürgen Klopp und seine Reds weiter vom Europa-League-Titel träumen dürfen.

Von Udo Legner



Im Vergleich zum Hinspiel hatte Markus Weinzierl seine Mannschaft auf zwei Positionen geändert. Für die verletzten Bobadilla und Feulner rückten Caiuby und Ja-cheol Koo in die Startformation. Der Auftakt des Spiels an der Anfield Road war durchaus verheißungsvoll: nach schönem Pass von Koo kam Caiuby aus 16 Metern zum Abschluss, doch sein Ball rauschte über das Liverpool Tor. Mit aggressivem Pressing begegnete der FCA mit seiner 4-1-4-1 Formation dem Angriffsspiel des FC Liverpool. In der 4. Minute kamen die Reds zu ihrer ersten Ecke, die zum Entsetzen der FCA-Spieler zum Elfmeterpfiff des französischen Unparteiischen Turpin führte.

Nach der Hereingabe von links behinderten sich Caiuby und Dominik Kohr beim Bemühen um Lufthoheit gegenseitig, was dazu führte, dass Kohrs Hand an den Ball ging. Den fälligen Elfmeter verwandelte James Milner sicher und unhaltbar für Marwin Hitz zur viel umjubelten 1:0 Führung für den FC Liverpool.

Sichtlich angeschlagen und verunsichert versuchten die Augsburger in der Folge Zugriff auf das Spiel zu bekommen und kamen in der 8. Minute zumindest zu ihrem ersten Eckball. Vor allem Unglücksrabe Kohr unterliefen in dieser Phase des Spiels beim Umschaltspiel immer wieder Abspielfehler, die es dem FC Liverpool leicht machten, die Augsburger von ihrem Tor fernzuhalten und weiter unter Druck zu setzen. Auch nach der ersten Viertelstunde waren die etwa 3000 FCA-Anhänger mit ihren Anfeuerungsgesängen besser im Spiel waren als der FCA selbst.

In der 17. Minute hatte Roberto Firminho seinen ersten guten Auftritt, doch sein Schuss aus fast 20 Metern ging weit am Augsburger Tor vorbei. Gegen das frühe Pressing des FC Liverpools fand die Viererkette des FCA kein richtiges Rezept und wurde immer wieder zu langen Befreiungsschlägen gezwungen, die ein ums andere Mal beim Gegner oder Im Aus landeten.

Auf der Gegenseite kombinierten sich die Reds immer wieder in den Augsburger Strafraum, doch zum Glück für den FCA überboten sich Daniel Sturridge und Elfmeter Torschütze Milner beim Auslassen bester Torchancen (20. Min.). In der 22. Minute – nach einem haarsträubenden Abspielfehler von Koo – fast das 0:2 für Liverpool. Nach Vorlage von Sturridge scheiterte Coutinho aus acht Metern am hervorragend reagierenden Augsburger Schlussmann.

In diese Drangphase der Reds kam der FCA durch Linksverteidiger Kostas Stafylidis zu seiner ersten guten Chance. Sein platzierter Linksschuss aus gut 20 Metern Entfernung zwang den Liverpool-Keeper Simoon Mignolet zu einer starken Parade. In der 36. Minute fast der Ausgleich für die Augsburger. Nach einem Abspielfehler der Reds war die linke Außenbahn frei für Caiuby, der den Ball am herausstürzenden Keeper Mignolet vorbeilegen konnte – anschließend aus spitzem Winkel allerdings das Tor verfehlte. Die nächste Torchance gehörte dem Team von Jürgen Klopp (39. Min.), doch Sturridges Schuss aus kurzer Distanz wurde von Marwin Hitz spektakulär pariert.

Fazit zur Halbzeit: Verdiente Führung für die Reds, die nach 45 Minuten ein deutliches Chancenplus aufweisen und das Spielgeschehen nach dem glücklichen Führungstreffer bestimmten.

Verdiente Halbzeitführung für die Reds

Schrecksekunde für den FCA kurz nach Wiederanpfiff: nach einem Aussetzer von Christoph Janker im eigenen Sechzehner kam Sturridge aus wenigen Metern aus abseitsverdächtiger Position zum Abschluss, doch irgendwie schaffte er es, den Ball neben das Tor zu setzten.(49. Min.). In der 55. Minute standen sich Halil Altintop und Domink Kohr bei einem Augsburger Konter gegenseitig im Weg und so ging der Distanzschuss des türkischen Nationalspielers weit am Tor der Reds vorbei.

Mit der Einwechslung von Raul Bobadilla für Tobias Werner (72. Min.), der kurz zuvor eine gute Chance für den FCA nicht verwerten konnte (70. Min.), versuchte FCA-Coach Markus Weinzierl das Glück zu zwingen. Aber nach wie vor war Liverpool die tonangebende Mannschaft, die immer wieder zu gefährlichen Torraumszenen kam. In der 73. und 77. Minute bewahrte Marwin Hitz nach Firminhos und Hendersons Schüssen aus kurzer Distanz sein Team durch tolle Paraden vor einem höheren Rückstand.

Zehn Minuten vor Spielende Wechsel beim FC Augsburg: für den glücklosen Ja-cheol Koo kommt Jan Moravec, der gleich zu seiner ersten Torchance kam (81. Min.). Ein ums andere Mal kämpften sich die Augsburger mit dem Mut der Verzweiflung vor das Liverpooler Tor, doch auch ein Freistoß aus 20 Metern, den Stafylidis nur knapp neben den Liverpooler Kasten setzte, brachte in der fünfminütigen Nachspielzeit nicht mehr das ersehnte Ausgleichstor.

Nach dem Aus in der Europa-Liga ist für den FCA wieder Bundesligalltag angesagt. Schon am Sonntag (Spielbeginn 15.30 Uhr) geht es darum, an der schwäbischen Anfield Road gegen die Borussia aus Mönchengladbach weitere Punkte im Abstiegskampf zu sichern.

FC Augsburg: Marwin Hitz – Paul Verhaegh, Christoph Janker, Ragnar Klavan, Konstantinos Stafylidis – Dominik Kohr – Alexander Esswein, Ja-Cheol Koo, Halil Altintop, Tobias Werner – Caiuby

Wechsel:

72. Raul Bobadilla (Tobias Werner)

80. Jan Moravec (Ja-cheol Koo)

90. Shawn Parker (Christoph Janker)