DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
DAZ-Archiv - www.daz-augsburg.de

„Party ohne Petry“

Der Neujahrsempfang der Augsburger AfD, auf der die Bundesvorsitzende Frauke Petry als Gastrednerin geladen ist, sorgt in der politischen Stadt für eine breite Protest-Allianz.

Goldener Saal im Augsburger Rathaus

Goldener Saal im Augsburger Rathaus


Initiiert von dem Journalisten Peter Hummel und dem Bündnis für Menschenwürde veranstaltet eine Allianz verschiedener gesellschaftlicher Gruppen am 12. Februar eine “Party ohne Petry” auf dem Rathausplatz. Federführende Initiatoren sind der Stadtjugendring, der Integrationsbeirat und Vertreter der Kirchen. Man denke dabei aber nicht an eine Art Friedenshappening, sondern eher an eine ruhige Aktion, wie Peter Hummel gegenüber der DAZ erklärte. „Wenn schon die Stadt Frau Petry nicht ausladen kann, dann eben die Stadtgesellschaft. Petry soll sich hier nicht willkommen fühlen“, so Hummel der am Donnerstagabend auf einem Unterstützertreffen seine Ideen bestätigt sah, während zur gleichen Zeit im kleinen Sitzungssaal des Rathauses der Ältestenrat tagte, zu dem OB Gribl auch AfD-Stadtrat Markus Bayerbach eingeladen hatte. Kurt Gribl und Bürgermeister Stefan Kiefer sowie Vertreter der Stadtratsfraktionen versuchten Bayerbach davon zu überzeugen, dass es im Sinne der Friedensstadt wäre, wenn die Augsburger AfD Frauke Petry wieder ausladen würde. Bayerbach blieb allerdings beharrlich dabei, dass Petry sprechen soll. Am späten Abend bekräftigte er nochmal gegenüber der DAZ, dass Petry sich konzeptionell mit ihrem Satz, dass man die Grenzen gegen Flüchtlinge im schlimmsten Fall auch mit Waffengewalt schützen müsse, nicht so weit von Positionen der CSU und Markus Söder entfernt habe. „Ich bleibe stur“, so Bayerbach, „wir werden Frau Petry nicht ausladen.“

Die beiden Augsburger AfD-Stadträte Markus Bayerbach und Thorsten Kunze nehmen Frauke Petry in die Mitte

Die beiden Augsburger AfD-Stadträte Markus Bayerbach und Thorsten Kunze nehmen Frauke Petry in die Mitte


Sollte sich die AfD-Veranstaltung nicht auf juristischem Weg verhindern lassen, fände zur gleichen Zeit eine außerordentliche Sitzung des Augsburger Stadtrats im Goldenen Saal statt. Während Frauke Petry im Oberen Fletz des Rathauses beim Neujahrsempfang eine Rede hält, soll der Augsburger Stadtrat fraktionsübergreifend einen thematische Sitzung abhalten, wie es der Ältestenrat am Donnerstagabend Abend beschloss. – In der außerordentlichen Stadtratssitzung soll es thematisch um die Friedensstadt Augsburg gehen. Diskutieren soll man unter anderem darüber, welche Benutzungsregeln im Rathaus künftig gelten sollen. Auch eine Live-Übertragung dieser Sitzung ist im Gespräch. Die Veranstaltung der AfD findet am Freitag, den 12. Februar ab 19.30 Uhr im Oberen Fletz einen Stock tiefer statt. Laut Bayerbach sind dafür bereits 600 Anmeldungen eingegangen.



Hitz, immer wieder Hitz …

Der FCA fiel gegen Frankfurt in die Unzulänglichkeiten der frühen Vorrunde zurück

Von Siegfried Zagler

Marwin Hitz, der Hexer Foto: Siegfried Kerpf

Marwin Hitz im Stil eines Weltklasse-Torhüters Foto: Siegfried Kerpf


Dass der Augsburger Keeper Marwin Hitz Bälle aus der Nahdistanz im Stil eines Weltklasse-Torhüters von der Linie fischt, ist nichts Neues. In der Saison 2013/14  lenkte er einen im Prinzip unhaltbaren Ball des Braunschweigers Salim Khelifi um den kurzen Pfosten und gegen Alkmaar parierte er ebenfalls einen Schuss aus naher Distanz, den möglicherweise Manuel Neuer nicht gehalten hätte. Am vergangenen Samstag hatte Hitz nun drei Szenen mit „unhaltbaren Bällen“ und zeigte darüber hinaus eine glänzende Strafraumbeherrschung und zielgenaue Tempo-Abschläge. Sollten sich die beiden bisher eher unbekannten Eigenschaften stabilisieren lassen, stünde Hitz an der Schwelle zur Weltklasse. Darüber hinaus lässt sich aus der Partie gegen die launische Diva aus der Mainmetropole die Erkenntnis ziehen, dass der FCA die Schwächen, die ihn in den ersten zwölf Spielen der Saison an den Abgrund führten, noch nicht überwunden hat. Gegen Frankfurt verfiel der FCA über weite Strecken des Spiels in die Spielweisen eines Abstiegskandidaten und zeigte die gleichen Mechanismen der Hilflosigkeit, die ihn zu Beginn der Saison zur leichten Beute machte:

Einfache Ballverluste der Offensivabteilung ermöglichen dem Gegner leichten Zugriff auf das Spiel. Spielerisch zeigt sich der FCA nur druckvoll in der Anfangsphase. Und  ohne dabei echte Torchancen zu generieren, folgt dann mit zunehmender Spieldauer die Phase der Selbstgefälligkeit mit erschreckend ungenauen Pässen in die Tiefe und zu vielen langen Bällen ohne Sinn und Verstand. Das Gleiche gilt für Bobadillas Aktionen durch die Mitte, wenn er meint, er könne sich gegen drei Abwehrspieler durchsetzen. Nach vorne konzeptlos und irrwitzig eigensinnig, nach hinten zu inkonsequent im Pressing und zu fahrig in den Zweikämpfen im Zentrum wie auf den Außenbahnen. Diese Defizite erzeugen den Eindruck, dass der Gegner im Lauf der Partie mehr Wille zum Sieg entwickelt als die Augsburger, die zum Rückrundenauftakt gegen Hertha noch den Eindruck vermittelten, dass sie  von ihrem Schlendrian geheilt sind, da sie im eisigen Olympiastadion gegen den Ball hochorganisierten Arbeitsfußball zeigten.

Nach vorne ging dafür recht wenig, auch wenn Bobadilla nach einem Zufallszuspiel eine 100-prozentige Torchance leichtfertig vergab. Gegen Frankfurt ließen die Augsburger ihren Gegenspielern zu viele Einfallsräume – und hätten deshalb das Spiel sang- und klanglos verlieren müssen. Hexer Hitz allein war es, der dies zu verhindern wusste.