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Hammer-Hitz rettet FCA gegen Frankfurt einen Punkt

Der FC Augsburg und Eintracht Frankfurt trennten sich in der 19. Runde der Fußballbundesliga nach 90 Minuten in der WWK Arena mit einem 0:0 Unentschieden. Vor 27.000 Zuschauern hielt FCA-Torwart Marwin Hitz mit drei sensationellen Paraden den Punkt für die Augsburger fest.

Von Siegfried Zagler

Mit einer erstaunlich kreativen Angriffsphase begannen die Augsburger das Duell der punktgleichen Kontrahenten und setzten dabei die Frankfurter in deren Hälfe fest, ohne eine Torchance zu generieren. Langsam gelang es den Hessen auf Augenhöhe zu kommen und so entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein munteres Auf und Ab, ohne dass dabei die Torhüter ernsthaft geprüft wurden. Große Ausnahme: In der 20. Minute kam für den FCA Baier zu einer Großchance aus spitzem Winkel. Daniel Baier, der nach einem mustergültien Konter wunderbar freigespielt wurde, scheiterte aber an einer hervorragenden Reaktion von Eintracht-Torhüter Hradecky (20.). In der kämpferisch von beiden Seiten überzeugend intensiv geführten Partie sollte diese Chance die einzig nennenswerte Torgelegenheit der ersten Halbzeit bleiben. Beide Teams agierten im 4-2-3-1 mit ähnlichen taktischen Vorgaben, so wurde bereits vieles im Ansatz erstickt  – und der Rest verlor sich durch unpräzise Zuspiele und ungenauen Flanken.

In der zweiten Halbzeit dominierten die Frankfurter das Spiel und hätten es wohl auf überzeugende Art für sich entscheiden können, hätte Marwin Hitz nicht einen Glanztag erwischt. Doch zuerst vergab Raul Bobadilla auf der Seite der Augsburger nach feinem Zuspiel von Esswein und einer zauberhaften Ballmitnahme eine gute Chance, indem er den Ball aus 16 Meter über den Querbalken zimmerte (57.).

Dann war die SGE an der Reihe: Niemand im Stadion konnte es fassen, dass Hitz bei Meiers Kopfballaufsetzer aus fünf Metern das Spielgerät noch um den Kasten lenken konnte (60.). Für Fußballhistoriker sei angemerkt, dass der große Gordon Banks bei der WM 1970 eine beinahe identische Parade zeigte, die Pele damals als „unmenschlich“ bezeichnete.



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enig später entschärfte Hitz den nächsten Hochkaräter, als Stendera Aigner schickte, und dieser freistehend an einem „unmenschlichen“ Reflex von Hitz scheiterte (68.).

FCA-Trainer Weinzierl, dem man attestieren muss, dass er den verträumten Vortrag seiner Mannschaft in Halbzeit zwei von der Seitenlinie aus zu korrigieren versuchte, brachte Koo für Max, um dem Mittelfeld nach der Baier-Auswechslung zur Pause (!) mehr Struktur im Spiel nach vorne zu verordnen, was aber auch dem für Moravek gekommenen Trochowski (82.) nicht gelingen sollte. Und wieder war es Hitz, der eine so genannte 100-prozentige Chance der Eintracht vereitelte: Husztis abgefälschter Schuss aus elf Metern wurde von Hitz auf unfassbare Weise mit einem Reflex über die Latte gelenkt (85.).

Sieben Spiele ungeschlagen, dabei nur ein Gegentor eingefangen, so lautet die aktuelle Bilanz der Augsburger, die am kommenen Samstag in Ingolstadt (15.30 Uhr) zu Gast sind.

FCA: M. Hitz; – P. Verhaegh; R. Klavan; J. Hong; P. Max; – D. Baier; A. Esswein; D. Ji; D. Kohr; J. Moravek; – R. Bobadilla.

Eingewechselt: M. Feulner (46.); P. Trochowski (81.); J. Koo (72.); –

Ausgewechselt: P. Max (72.); D. Baier (46.); –

Auswechselbank: A. Manninger (TW); J. Gouweleeuw; H. Altintop; T. Matavz.



Weitzels kleine Welt

Warum Thomas Weitzel ein schlechter Kulturreferent ist

Kommentar von Siegfried Zagler

Man muss nicht immer weit ausholen, um eine These zu plausibilisieren: Peter Grab war als Kulturreferent nach wenigen Monaten Amtszeit am Ende, als er sein Ku.spo-Konzept vorstellte und damit an die Wand fuhr. Im Gegensatz zum aktuellen Kulturreferenten Thomas Weitzel war Grab  allerdings schwer aus dem Amt zu hieven, weil mit ihm sehr frühzeitig auch die Regierungskoalition gescheitert wäre. Sowohl auf Grab wie auch auf die Koalition zwischen Pro Augsburg und der CSU hätte man allerdings auch sehr frühzeitig verzichten können. Das Gleiche gilt für Thomas Weitzel und das aktuelle Dreierbündnis. Letzteres agiert hinter verschlossenen Türen und provoziert somit Widerstand aus der Bürgerschaft. Aber es agiert immerhin. Weitzel dagegen reagiert nur. Er hat weder parteipolitische Macht, die ihm eine durchsetzungsstarke Seilschaft sichert, noch Pläne und Gestaltungswillen, um mit Kompetenz und Überzeugungskraft solche Seilschaften bilden zu können. Und Thomas Weitzel hat offenbar immer noch nicht begriffen, dass er einen politischen Job hat, dass er also daran gemessen wird, welche Gestaltungsprozesse er federführend plant und zu Ende bringt.

Allein die Nicht-Gestaltung des Brechtfestivals spricht Bände. Im Sommer 2014 scheiterte Thomas Weitzel mit der Durchsetzung seiner (bis heute) unbekannten Pläne, wie nach Ablauf des Vertrags mit Festivalleiter Joachim Lang das Brechtfestival ab 2016 fortgeführt werden soll. Weitzel scheiterte an der SPD-Fraktion, die sich für eine Vertragsverlängerung mit Lang einsetzte. Langs Vertrag wurde gegen den Willen des Augsburger Kulturreferenten um ein Jahr verlängert. Wie es nächstes Jahr mit dem Brechtfestival weitergehen soll, weiß niemand und es ist anzunehmen, dass es selbst Weitzel nicht weiß.

Vor knapp einem Jahr legte die Theaterleitung Thomas Weitzel ein Konzept für das Brechtfestival 2017 vor. In dieser Woche erfuhr nun die Theaterleitung davon, dass das Konzept keine Berücksichtigung findet, da – man wundert sich nicht – wieder die SPD an diesem Konzept keinen Gefallen finde. Inzwischen wurde im „Flurfunk“ der Verwaltung als Übergangsleiterin des Festivals der Name der Brecht-Enkelin Johanna Schall „gefunkt“, die aber abgewinkt haben soll. „In größter Not sind Vorsicht und Mittelmaß der sichere Tod.“ – Gemäß dieser Vorgabe existiert außerhalb der kleinen Welt Weitzels, aber noch innerhalb der Verwaltung, eine planungsreife Idee, die den neuen Theater-Intendanten in die Verantwortung für das kommende Festival stellt. Andre Bückers Engagement würde dementsprechend nicht erst 2017 beginnen, sondern bereits im März 2016, und zwar als kommissarischer Leiter des Brechtfestivals. Bücker könnte ein Theaterfestival organisieren, das in der Hauptsache internationale Brecht-Produktionen zeigt. Unabhängig davon existiert seit Kurzem wieder ein weiterer Name auf der Ebene des „Flurfunks“, der an dieser Stelle noch nicht genannt wird, weil es ein Kandidat Weitzels sein soll – und somit eine gewisse Schutzbedürftigkeit besteht.

Ein Kulturreferent, der soviel Durcheinander zulässt beziehungsweise mitproduziert, fügt der Stadt mehr Schaden als Nutzen zu.

Die Nichtverlängerung des Vertrags der Theater-Intendantin Juliane Votteler war von einer quälend langen Debatte hinter den Kulissen geprägt, die ein guter Kulturreferent niemals zugelassen hätte. Peinlich – und für Intendantin Votteler das Höchstmaß an Beschädigung liefernd – sollte sich das Finale der Debatte gestalten. Doch gemessen an der politischen Situation, die sich Weitzel als Nichtpolitiker in Sachen Theatersanierung leistet, sind diese Vorgänge Kleinigkeiten.

Kaum war die 235-Millionen teure Vorplanung zur Theatersanierung vorgestellt, wurde gegen den Willen von Kulturreferent Weitzel auf der Ebene der Fraktionsplaner umgeplant und gespart. „Nicht Kultur ist teuer, sondern Stadt ist teuer“, hielt Weitzel dagegen und verlor diesen bescheidenen Diskurs in Bausch und Bogen. OB Kurt Gribl versuchte ohne Weitzel in München ein Staatstheater herauszuschlagen und kam mit einer 55-prozentigen Förderquote zurück, die Gribl heute politisch dafür verwendet, um die aktuellen Sanierungspläne als alternativlos darzustellen.

Verantwortlicher Fachreferent für diese Sanierungspläne ist allerdings Thomas Weitzel, der sich zwar gerne auf Debatten einlässt, aber diese nicht führend gestaltet. Deshalb ist in der Stadt Augsburg in der Kulturpolitik ein gefährliches politisches Vakuum entstanden, in das sich nun sogar die Theaterfreunde wagen. „A wie Augsburg“ könnte eine Kampagne werden, die zwar an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt vorbei zielt, aber zusammen mit der Kampagne der Sanierungskritiker auch den Status der Augsburger Kulturpolitik beschreibt: Nach der Ära Grab ist dieser nämlich nicht besser geworden, sondern schlechter. Nicht der Fachreferent macht Kulturpolitik, sondern die Fraktionen. Nicht der Fachreferent setzt sich ostentativ für eine gute Sanierungsplanung ein, sondern die Bürgerschaft. Mit Thomas Weitzel hat der Stadtrat am 2. Mai 2014 einen Kulturreferenten in das Amt bestellt, der wie eine Flipper-Kugel durch die Stadt geschossen wird. Thomas Weitzel ist zum Spielball der Mächte geworden, die in der Stadt Augsburg schon lange das Sagen haben. In den knapp zwei Jahren seiner Amtszeit ist von einer eigenständigen Handschrift des Augsburger Kulturreferenten nichts zu sehen, nichts zu spüren.



„A“ wie Augsburg

Liegt in Sachen Theatersanierung ein zweites Bürgerbegehren in der Luft?

Theatersanierung: Achatz-Vorentwurf - Stand: Februar 2015

Theatersanierung: Achatz-Vorentwurf - Stand: Februar 2015


Eine Bürger-Gruppierung, die in erster Linie aus „Theaterleuten“ des Eigenbetriebs Stadttheaters hervorgeht, setzt sich wohl in Kürze mit dem Slogan „A wie Augsburg“ dafür ein, dass die ursprüngliche Achatz-Planung umgesetzt werden soll und nicht die von der Stadtregierung abgespeckte Variante. Die Gruppe, die gerade dabei sein soll, sich bezüglich ihrer inhaltlichen Forderungen Kompetenz anzueignen, könne sich auch vorstellen, ihre theaterpolitische Vision mit einem Bürgerbegehren in das Handwerk des Machbaren, also in die Politik zu überführen. Nach Informationen der DAZ hat die Gruppierung vor, mit dieser Kampagne das aktuell in Vorbereitung befindliche Bürgerbegehren zu konterkarieren, das sich kritisch mit der Finanzierbarkeit der aktuellen Theatersanierungsplanung auseinandersetzt.

Das „A“ der Kampagne soll bedeuten, dass sich die Gruppe dafür stark macht, dass man in Augsburg eine Theaterplanung realisiert, die ein A-Orchester ermöglicht. Ein A-Orchester muss mindestens 100 Planstellen haben. Während in A-Orchestern, den am besten eingestuften Ensembles, der Verdienst relativ angemessen ist, sieht das in den B-, C- und D-Orchestern anders aus. Das Augsburger Orchester mit seinen 70 Planstellen ist ein B-Orchester. Während sich zum Beispiel die Stadt Bamberg mit 113 Planstellen ein A-Orchester leistet, kommen die Ulmer mit einem C-Orchester und 56 Planstellen zurecht.  Zirka 20 Prozent der 133 in Deutschland öffentlich geförderten Orchester sind A-Orchester.