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Bürgerdiskurs zur Zukunft der Theaterlandschaft

Wie die Zukunft der Theaterlandschaft in Augsburg künftig aussehen soll, wird am kommenden Samstag, 23. Januar, bei der Fortsetzung des Bürgerbeteiligungsprozesses in einem Ganztagesworkshop öffentlich diskutiert. Die Ergebnisse werden am selben Tag um 16 Uhr im Theater-Foyer öffentlich präsentiert und besprochen.



Es geht einerseits um Fragen zur Nutzung und Gestaltung unterschiedlicher Bereiche im Theater sowie um Fragen zur Vernetzung des Theaters mit der Nachbarschaft – dem künftigen Theaterquartier. Andererseits stehen Fragen nach der generellen Öffnung des Theaters und damit einhergehenden Nutzungs- und Kooperationsmodellen im Vordergrund. – Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ihre Vorstellungen einzubringen und erneut unter der Leitung des Moderatorenteams um Dr. Bastian Lange, Tina Gadow und Dr. Patrick S. Föhl zu diskutieren. Beginn ist um 9.30 Uhr im Theaterfoyer (Großes Haus, 1. Rang), Kasernstraße 4-6. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung unter kek@augsburg.de oder unter 0821 324 2172 gebeten.

Der Bürgerbeteiligungsprozess startete im November 2015. Wer noch einsteigen will, kann sich hier informieren.



DFB: Nationalelf kommt nach Augsburg

In der Vorbereitungsphase zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich macht die deutsche Nationalmannschaft in Augsburg Halt. Am Sonntag, 29. Mai, bestreitet das Team von Bundestrainer Joachim Löw ein Benefizländerspiel in der Augsburger WWK ARENA. Gegner und Anstoßzeit werden noch festgelegt.

Veranstalter ist die DFB-Stiftung Egidius Braun. Die Einnahmen kommen den Stiftungen des DFB und des Ligaverbandes zugute. Die Austragung eines Benefizländerspiels hat seit 1996 Tradition und spielt seitdem eine zentrale Rolle für die Finanzierung gemeinnütziger Projekte und Maßnahmen des DFB.

Die Erträge aus Vermarktung und Ticketing werden anteilig an die DFBStiftungen und die Bundesliga-Stiftung gehen. Die Robert-Enke-Stiftung und die Fritz-Walter-Stiftung erhalten daraus ebenfalls finanzielle Zuwendungen.DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel sagt: “Es ist eine wunderbare Tradition,

dass sich unsere Mannschaft mit dem Benefizspiel immer wieder mit großer Begeisterung für die gute Sache einbringt.

Die Austragung eines regelmäßigen Benefizspiels ist in dieser Form weltweit einzigartig und macht viele konkrete Hilfsangebote erst möglich. Durch die Einnahmen ist sichergestellt, dass die Stiftungen weiterhin ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und Gutes bewirken können.”

Stefan Reuter, Geschäftsführer Sport des FC Augsburg, freut sich über die Entscheidung, ein Länderspiel in Augsburg auszutragen: „Es ist toll, dass die deutsche Nationalmannschaft in Augsburg auflaufen wird. Nach denfantastischen Fußballerlebnissen mit unserer Mannschaft in den letzten Jahren und vor allem auch den Erlebnissen in der Europa League in dieser Saison, wird dies ein weiterer Höhepunkt für unsere Fußballfans in Augsburg.“

„Wir sehen das Länderspiel auch als Belohnung für unsere Fans und sind sicher, dass das Augsburger Publikum der Nationalmannschaft eine stimmungsvolle Kulisse bieten wird. Wir freuen uns aber auch, dass wir mit dem Länderspiel einen Beitrag für die DFB- und Bundesliga-Stiftung leisten können“,

ergänzt FCA-Geschäftsführer Peter Bircks. Ein Länderspiel der deutschen Männer-Nationalelf fand in Augsburg zuletzt am 17. April 1985 im Rosenaustadion statt. Die DFB-Elf setzte sich im

Freundschaftsspiel 4:1 gegen Bulgarien durch. Nach dem Neubau der Arena im Augsburger Süden 2009 war mit der deutschen Nationalmannschaft der Frauen letztmals am 29. Oktober 2009 eine Auswahl des DFB zu Gast in der Fuggerstadt (0:1 gegen die USA). Im Jahr 2011 war die Augsburger Arena

außerdem einer der Austragungsorte der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft.



Söder, CSU, Opernball

Der große Retter von fast ganz oben, der Superman mit mehr als 200 Augsburger Millionen Euro  im Gepäck: Am Samstag hielt Finanzminister Markus Söder in Augsburg zwei Mal Hof.

Der Neujahrsempfang der CSU und der Opernball liegen inhaltlich nicht weit auseinander. Im Rausch der Selbstreferenz: Markus Söder und Kurt Gribl im Schulterschluss mit der lokalen Presse

Der Neujahrsempfang der CSU und der Opernball liegen inhaltlich nicht weit auseinander. Im Rausch der Selbstreferenz: Markus Söder und Kurt Gribl im Schulterschluss mit der lokalen Presse


Am Nachmittag beim Neujahrsempfang der CSU, wo Söder eine kurzweilige Festrede hielt und klar stellte, wann bei einem Finanzminister in Sachen Flüchtlingswelle die Obergrenze der Hilfsbereitschaft erreicht ist, nämlich dann, wenn man die Steuern erhöhen müsste, um die Kosten zu bewältigen. Wenig später, auf dem Augsburger Opernball, wurde Stargast Söder geziemend fotografiert, gefilmt und interviewt. Die Intendantin freute sich, der OB freute sich, der Kulturreferent freute sich, das Publikum freute sich. Oder täuschten manche das nur vor? Kam der Landesvater in spe gern zum Opernball oder war’s ein Pflichttermin auf dem Weg nach ganz oben? Freute sich Juliane Votteler, deren Leute nach den Vorstellungen für Flüchtlinge sammelten, wirklich  über den Besuch von Minister „Wir-schaffen’s-nicht- Söder“ – oder doch nur über die angekündigten Überweisungen? Oder ist ihr das alles mittlerweile eh wurscht?

Wohl eher nicht, denn der vergangene Opernball wurde von der Intendanz zu einem Manifest für die Theatersanierung verwendet – ohne dabei näher darauf einzugehen, welche Sanierung man denn gerne hätte. Ist doch alles Theater, könnte man sagen, da aber alles schon in trockenen Tüchern scheint, mangelt es halt ein wenig an Dramatik. Zumal nur wenige Sanierungskritiker da waren, um sich vom Rausch der Selbstreferenz begeistern zu lassen. (heza) Foto: Siegfried Zagler.



Wenn das Theater eine Schreibmaschine wäre…

Wäre das Stadttheater eine Schreibmaschine, wir würden sie mit dem besten Papier füttern und die kleine Klingel, die beim Umschalten ertönt, hätte einen eigenen Musikdirektor.

Von Peter Hummel

Nehmen wir mal an, das Augsburger Stadttheater wäre eine Schreibmaschine. Wundervolle Texte sind bereits aus ihr entsprungen, Gedichte, Lieder, Monologe, unzählige Ideen. Und bis heute wird auf ihr getippt, wird über ihr gegrübelt, sorgt sie mit jeder neuen Zeile für ein Staunen, ein Nachdenken, für ein Aufblühen der Phantasie. Wir lieben diese Schreibmaschine, weil sie das entsprießen lässt, was unzählige Köpfe sich ausdenken, was sie üben und zeigen.

Wäre das Stadttheater eine Schreibmaschine, wir würden sie mit dem besten Papier füttern und die kleine Klingel, die beim Umschalten ertönt, hätte einen eigenen Musikdirektor. – Doch auch eine Schreibmaschine kommt in die Jahre und jene, die auf ihr tippen, haben immer größere Mühe, ihre Gedanken, die so frisch sind wie eh und je, aufs Blatt zu bringen. Mal hängt ein Buchstaben, mal verheddert sich das feine Papier und die Rolle ist schon ganz abgenutzt. – Eine Generalsanierung unserer Schreibmaschine steht also an und wir suchen Experten, die dieses altertümliche Gerät reparieren und modernisieren können. “Das geht schon irgendwie, wird aber teuer”, sagen die, „weil niemand weiß, wie es um die Mechanik im Innern bestellt ist, ob wirklich elektrische Funktionen eingebaut werden können und überhaupt, ob eine Schreibmaschine in Zukunft noch all das bewerkstelligen kann, was sich Menschen in den Kopf setzen.”

Was also tun? Natürlich würden wir die Schreibmaschine nicht auf den Speicher stellen oder gar auf dem Flohmarkt verkaufen. Sie ist doch so schön anzuschauen. – Nein, wäre unser Stadttheater eine Schreibmaschine, wir würden das instandsetzen, was man vorne sieht. Sie wäre für das Publikum. Für alles andere aber, dort, wo geackert wird und sich die Dinge bewegen, also jenseits des Vorhangs, würden wir einen chicen, modernen Laptop einsetzen. Der kostet sogar weniger als das Entstauben der Schreibmaschinenmechanik und bietet unzählige Möglichkeiten auf dem neuesten Stand der Technik. Die Schreibmaschine und der Computer würden sich hervorragend ergänzen. Die eine ist schön, der andere ist praktisch.

In unserem schönen Augsburg jedoch haben sich die Stadtväter dazu entschlossen, die Schreibmaschine, die ja durchaus noch in Teilen funktioniert, komplett zu sanieren. Das ist schade, weil sie das alte Stück zwar mit modernen Elementen aufpeppen, aber nicht wissen, ob das Gerät das jemals verkraftet und ob die alte Schreibmaschine überhaupt in der Lage ist, an unser digitales Zeitalter angebunden zu werden.

Was ich damit sagen will: Ich würde beim Stadttheater die Fassade und den Zuschauerraum bis zur Bühne renovieren (Schreibmaschine) und alles dahinter abreißen und neu machen (Laptop). Wer beim Opernball durch die normalerweise verschlossenen Treppenhäuser und Gänge des Hauses gegangen ist, hat genau gesehen, dass eine Sanierung an dieser Stelle weder sinnvoll ist, noch wirtschaftlich. Und was den Denkmalschutz betrifft: den sehe ich für Fassade und Zuschauerraum gegeben, ja, für alle andere Bereiche nicht. Die alte Hasenbrauerei wurde ja auch nicht erhalten – und die war bauhistorisch und architektonisch sicher wertvoller als das triste, banale, asbestverseuchte Nachkriegsgemäuer hinter dem Vorhang.



Begegnungen mit Brecht und Benjamin

Am Mittwoch, 10. Februar, Bertolt Brechts Geburtstag also, liest Corinna Harfouch um 20 Uhr im Theater-Foyer Augsburg aus den Büchern „Begegnung mit Brecht“ und „Begegnung mit Benjamin“ unter anderem Texte von Hannah Arendt, Shelley Winters, Max Frisch und Charlotte Wolf.



Durch den Abend führt der Herausgeber der Bücher, Erdmut Wizisla. Corinna Harfouch studierte von 1978 bis 1981 Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und war Meisterschülerin bei Vera Oelschlegel im Theater im Palast. Einer ihrer größten Theatererfolge zu Zeiten der DDR war die Lady Macbeth unter der Regie von Heiner Müller an der Volksbühne Berlin. Nach der Wende 1989 war sie zunächst am Deutschen Theater in Berlin, wechselte aber schnell zur Volksbühne, wo sie eine der wichtigsten Protagonistinnen des Intendanten Frank Castorf wurde.

Erdmut Wizisla studierte Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und promovierte 1994. Er leitet das Bertolt-Brecht-Archiv und das Walter Benjamin Archiv, beide in Berlin, und publizierte zahlreiche Bücher und Aufsätze zu Benjamin, Brecht, Uwe Johnson und anderen.

Karten: 18,- /15,- € in der Buchhandlung am Obstmarkt, Tel. 0821-518804.



2x politsche Stadt: Reiner Erben zieht Bilanz – “Unser Haus” startet Projekt

Zwei interessante politische Veranstaltungen finden heute Abend zeitgleich statt.

In der Ballonfabrik (Austraße 27) startet heute ab 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung von „Unser Haus“. Diese Projektgruppe ist ein Verein zur Schaffung eines sozialen Hausprojektes in Augsburg. „Bei dieser Veranstaltung wollen wir über uns, unsere Ideen und unsere Ziele erzählen“, wie es auf der Facebookseite der Veranstalter heißt. Als Gastredner sind zwei Münchner Protagonisten aus dem realisierten Syndikatsprojekt „Ligsalz8“ eingeladen. „Im Anschluss wird es bei Fingerfood und Musik noch die Möglichkeit, für einen gemütlichen Austausch, geben.“

II

Die Augsburger Grünen halten am heutigen Mittwoch, den 20. Januar 2016 um 19.30 Uhr im Nebenraum der Gaststätte Rheingold (Prinzstr. 14) ihren turnusmäßigen Parteitag ab, der bei den Grünen „Stadtversammlung“ heißt. Es handelt sich dabei um eine öffentliche Veranstaltung, die auch von Nichtmitgliedern besucht werden kann. Höhepunkt der Veranstaltung dürfte der Vortrag des Grünen Referenten Reiner Erbens sein. “Was ist bisher im Referat gelaufen, was hat sich verändert und was wird sich noch ändern”, so der Grüne Kreisverband auf seiner Homepage. Reiner Erben ist Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration. Er gibt ein Resümee über seine bisherige Arbeit als Referent der Stadt Augsburg und stellt seine Ideen und Ziele für die zukünftige Arbeit vor.