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FCA vs BVB: Wem die Stunde schlägt: Bye-Bye Berlin

Im Achtelfinale des DFB Pokals bietet der FCA der Dortmunder Borussia in der mit 30.101 Zuschauern nahezu ausverkauften WWK Arena sechzig Minuten Paroli. Dann besiegelt ein Doppelschlag der Dortmunder (61. und 66. Min.) das Pokal-Aus des FCA und beendet dessen Tanz auf drei Hochzeiten.

Von Udo Legner

Erstes Heimspiel gegen Dortmund

Gegenüber der letzten Bundesligapartie hatte Markus Weinzierl seine Mannschaft auf drei Positionen umgestellt. Für Linksverteidiger Max stand Stafylidis in der Startelf. Im Angriff liefen Moravek und Ji (für Esswein und Caiuby) auf. Beim dreimaligen Pokalsieger aus Dortmund ersetzte der Kolumbianer Adrian Ramos den verletzten Marco Reus (Adduktorenprobleme).

Die ersten Minuten gehörten den Gästen aus Dortmund, die die Augsburger mit frühem Pressing gehörig unter Druck setzten. Kaum waren die ersten Offensivaktionen der Borussen verpufft, kam der FCA besser ins Spiel. Beklatschte Ballerorberungen (Stafylidis), gelungene Kombinationen im Mittelfeld und das ein oder andere Kabinettstück beim Konterspiel (Raul Bobadilla!) waren nach den Last-Minute Erfolgen gegen Belgrad und Schalke Ausdruck eines gestärkten Selbstvertrauens bei den Augsburgern. Doch die aggressiven und taktisch hervorragend eingestellten Abwehrreihen ließen hüben wie drüben kaum Torchancen zu und so galt für das Duell der Europaliga Konkurrenten ganz lapidar, dass viel los war, aber nicht viel geschah. Nennenswerte Möglichkeiten hatte nur die Borussia nach Standardsituationen. In der 16. Minute bewahrte Kapitän Paul Verhaegh den FCA vor dem Rückstand, als er nach einer Ecke von Mkhitaryan Pisceks Kopfball auf der Torlinie klärte. Dortmund erhöhte nun die Schlagzahl und schnürte den FCA durch geschickte Rochaden immer in dessen Hälfte ein. In der 26. Minute erreichte eine Flanke des auf der linken Außenlinie enteilten Aubameyangs via Kopfballverlängerung durch Ramos den einschussbereiten Mkhitaryan, der vom Unparteiischen Manuel Gräfe wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Zehn Minuten später endlich die erste Torchance für den FCA: Über mehrere Stationen kombinieren sich die Augsburger bis in den Strafraum der Borussia, doch Bobadillas Flachschuss aus 12 Metern wird leichte Beute des Borussen Keepers Bürki. Kurz vor Halbzeit hat Aubameyang die Dortmunder Führung auf dem Fuß. Nach genialem Zuspiel von Mkhitaryan kommt er frei vor Hitz zum Abschluss, doch der Schweizer Schlussmann pariert seinen Schuss in die linke untere Ecke bravourös.

Fazit zur Halbzeit: Mit viel Einsatz und nicht weniger Fortune hält der FCA dem Druck der Borussia stand. „Sieht so aus, als wird was draus“ – die Halbzeitkommentare der FCA Fans, die sich in den langen Schlangen an den Kiosken in Geduld üben, sind voller Zuversicht!

Ein Aufreger gleich nach Wiederanpfiff: Baier schießt am eigenen Sechzehner Styfilidis an, dessen Abpraller Castro zum Glück nicht verwerten kann. Nur zwei Minuten später setzt Mats Hummel einen Kopfball weit über das Gehäuse von Marwin Hitz. Fast im Minutentakt kommen die Borussen in dieser Phase des Spiels zu ihren Chancen, mit denen sie allzu leichtfertig umgehen. In der 56. Minute die Riesenchance für Raul Bobadilla, der nach feinem Zuspiel von Ji nur noch Bürki vor sich hat, aber bei seinem Lupfer über den Schweizer Schlussmann scheitert. Im Gegenzug kann Styfilidis den einschussbereiten Ramos gerade noch mit einer gewagten Grätsche stoppen. Doch in der 61. Minute ist es so weit – die Borussia geht in Führung. Goalgetter Pierre-Emerick Aubemeyang schiesst nach Zuspiel von Piszczek abgebrüht und unhaltbar für Marwin Hitz ins linke, obere Eck ein. Nur fünf Minuten später macht Henrikh Mkhitaryan mit dem 2:0 alle Hoffnungen des FCA auf den Einzug ins Pokal Viertelfinale zunichte.Von diesem Doppelschlag kann sich der FCA nicht mehr erholen. Bis zur 80. Minute findet der FCA fast nicht mehr statt. Es dauert bis fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit bis die Augsburger durch Ji noch einmal die Chance zum 1:2 Anschlusstreffer haben, der von Keeper Bürki vereitelt wird. Die dreiminütige Nachspielzeit verstreicht unter dem Jubel der Dortmunder Fans, die das Hüpfduell der beiden Fankurven am Ende ebenso klar für sich entscheiden wie ihr Team das Spiel auf dem Rasen.

Bereits am Samstag geht es für den FCA zum letzten Auswärtsspiel der Vorrunde zum Hamburger SV (Anstoß 15.30 Uhr), wo es darum geht, die Pokalpleite gegen die Borussia vergessen zu lassen.