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OB Gribl gegen weitere Asylbewerberunterkunft an der Grenze zu Bärenkeller

Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl bewertet die Pläne der Gemeinde Neusäß, in der Nachbarschaft des Augsburger Stadtrats eine Asylbewerberunterkunft für 180 Asylbewerber zu erstellen, als einen Vorschlag, der die Idee der dezentralen Unterbringung unterläuft.

Dr. Kurt Gribl

Dr. Kurt Gribl

Zur Absicht der Stadt Neusäß, an der Stadtgrenze zu Augsburg eine Asylunterkunft für 180 Asylbewerber zu errichten, sagt Oberbürgermeister am heutigen Montag, dass „alle Gemeinden, Landkreise und Städte gefordert sind, nach ihren Möglichkeiten Asylbewerber gerecht verteilt unterzubringen.“ Augsburgs Oberbürgermeister verdeutlicht in einer Stellungnahme, dass eine Asylbewerberunterkunft in Neusäß die Nachbarstadt Augsburg  nicht zusätzlich beeinträchtigen dürfe.

Nachbar sei in diesem Fall der Stadtteil Bärenkeller, wo bereits rund 150 Asylbewerber dezentral untergebracht seien und um die sich ein aktiver Helferkreis aus Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteils bestens kümmere. „Die Idee der dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern ist die Idee von einer gleichmäßigen und gerechten Verteilung auf alle Stadtteile und Sozialregionen, und zwar so, dass eine Betreuung von Asylbewerbern im Rahmen der Nachbarschaft gewährleistet ist. Deshalb erteilen wir dem vorgesehenen Standort der Stadt Neusäß eine klare Absage“, so Oberbürgermeister Kurt Gribl.



FCA: In Textmarker-Neon-Gelb Trikots zum ersten Sieg gegen Schalke

Dank Caiubys Last-Minute-Tor (90.+2) gewinnt der FCA gegen Schalke 04 in der mit 28.410 Zuschauern  nicht ausverkauften WWK Arena mit 2:1 und klettert auf Platz 13. Die Führung des FC Augsburgs durch Jeong-ho Hong für die kämpferisch überzeugenden Augsburger hatte Sead Kolašinac zum zwischenzeitlichen 1:1 für die Schalker ausgeglichen.

Von Udo Legner

Sieben Änderungen gab es in der Startformation des FCA im Vergleich zum triumphalen Auftritt in Belgrad. Neben dem schwer verletzten Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der von Hong ersetzt wurde, fehlte auch der gesperrte Kapitän Paul Verhaegh, für den Markus Feulner auflief. Außerdem rückten Ragnar Klavan, Philipp Max, Dominik Kohr, Caiuby und Alexander Esswein in die erste Elf.

Nach den überzeugenden Auftritten in ihren letzten Vorrundenspielen  der Europaliga liefen beide Mannschaften mit breiter Brust – die Schalker ganz in blau, die Weinzierl-Wonderboys in grellem Gelb – aber auch mit gehörigem Respekt voreinander auf.  So war das Spiel in der Anfangsphase gleichermaßen von vorsichtigem Abtasten und aggressivem Pressing geprägt. In der 3. Minute der erste Aufreger: Dominik Kohr steigt zu hart gegen Leon Goretzka ein und sieht dafür schon sehr früh die Karte. Es ist seine 5. Gelbe – er wird im nächsten Spiel gegen Hamburg fehlen. Zehn Minuten später forderten die FCA Fans von Schiri Florian Meyer Strafstoß. Markus Feulner war im Strafraum zu Fall gekommen, doch zu recht fiel der Unparteiische auf die Feulner-Schwalbe nicht herein.

Die Weinzierl Elf verlegte sich nach Balleroberungen auf schnelles und gefälliges Umschalt- und Konterspiel, ohne sich dabei gegen die gut gestaffelte Schalker Abwehr nennenswerte Torchancen zu erspielen. Auf der Gegenseite liefen auch die Schalker Offensivbemühungen ins Leere, zumal Klaas Jan Huntelaar – dem Garant von Schalke-Treffern gegen den FCA – in der Sturmzentrale keinen Stich machte. Da Eric Maxim Choupo-Motings (28. Min. Fallrückzieher) und Leroy Sanés (30. Min. Fernschuss) Schussversuche missglückten, waren echte Torchance nach wie vor Fehlanzeige. So konnte Augsburgs Keeper Marwin Hitz nach einer halben Stunde Spielzeit einen neuen Rekord verbuchen: seit 318 Minuten war er in der Liga ohne Gegentor geblieben.

In der 34. Minute gingen die Augsburger in Anschluss an eine Ecke überraschend in Führung. Nachdem die Schalker Abwehr erst klären konnte, kam Dominik Kohr von der Strafraumkante zum Schuss, der von dem am Fünfmeterraum postierten Jeong-ho Hong unhaltbar für den Schalker Schlussmann Fährmann zur 1:0 Führung für den FCA abgefälscht wurde.- Die Schalker reagierten auf diesen Rückstand und berannten fortan das Augsburger Tor, wobei sie allerdings nur bei Eckbällen Torgefährlichkeit zeigten.

Fazit zur Halbzeit: Eine kompakte und couragierte Mannschaftsleistung des FCA, dem man im Unterschied zu den Schalker Knappen die Strapazen der vergangenen Wochen nicht ansah. Das Schalker Team fand keine Mittel gegen das frühe Pressing der Augsburger, die auch bei hohen Bällen den Königsblauen überlegen waren.

Tabelle nach dem 16. Spieltag

Tabelle nach dem 16. Spieltag


Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit gehörten dem FCA. Ein Freistoß von Philipp Max (47. Min) zischte nur knapp über das Schalker Tor und wenig später war es Raul Bobadilla, der aus spitzem Winkel hoch über das Tor schoss. Auf der Gegenseite setzte Johannes Geis nach einem Foul von Esswein an Kolašinac  den fälligen Freistoss knapp vor der Strafraumgrenze über den Kasten von Marwin Hitz. Dass die Weinzierl-Truppe an diesem Sonntag den Fußballgott auf ihrer Seite hatte, zeichnete sich spätestens in der 54. Minute ab. Leon Goretzka wurde bei seinem Vorstoss zu spät angegriffen und konnte aus 19 Metern unbedrängt abziehen. Marwin Hitz war machtlos, aber der Ball donnerte an die Latte und riss die 4.000 Schalker Fans aus ihren königsblauen Träumen.

Doch in der 71. Minute war es so weit. Nach einer guten Phase der Augsburger erzielte Sead Kolašinac den 1:1 Ausgleich für Schalke. Gegen den über die linke Seite vorgetragenen Angriff der Königsblauen fand die FCA Abwehr keine Mittel und so konnte der bosnische Nationalspieler nach feinem Zuspiel von  Choupo-Moting den Ball aus sieben Metern in der linken Torecke versenken.

Trotz der von beiden Trainern vorgenommenen Einwechslungen – (Franco Di Santo für Klaas-Jan Huntelaar, Pierre-Emile Höjbjerg für Max Meyer bzw. Dong-Won Ji für Alexander Esswein sowie Christoph Janker für Daniel Baier) blieben hochkarätige Torchancen bis zum Ende der regulären Spielzeit Mangelware. Distanzschüsse von Markus Feulner (85. Min.) und Eric Maxim Choupo-Moting stellten für die Torhüter hüben wie drüben keine Gefahr da. Als 3 Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, bangten und hofften die FCA Fans, dass es gegen die immer stärker werdenden Schalker zum Punktgewinn reichen würde. In der zweiten Minute der Nachspielzeit dann die Wende eines typischen Unentschieden-Spiels: Nach einer sehenswerten, aber vom Unparteiischen nicht registrierten Volleyballeinlage von Markus Feulner kommt der Ball via Höwedes irgendwie zu Caiuby, dessen Volleyschuss im linken Tordreieck einschlägt. Es war das 4. Tor von Caiuby in der Bundesliga und der erste Sieg des FCA gegen Schalke überhaupt. Mit diesem fulminanten Last-Minute-Sieg verlässt der FCA die unmittelbare Abstiegszone und nimmt nach dem vorletzten Spieltag der Hinrunde den 13. Tabellenplatz ein. Markus Weinzierls Fazit mit Blick auf die kommenden Aufgaben: „Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen, das ist sensationell – so wollen wir weitermachen.“

Bereits am Mittwoch kommt es im DFB Pokal Achtelfinale zu einem weiteren Ruhrpott-Kracher gegen die Borussia aus Dortmund (Anstoß 20.30 Uhr in der WWK-Arena), bevor es am letzten Spieltag vor der Winterpause zum Auswärtsspiel nach Hamburg geht (Samstag, 15.30 Uhr).

FCA: Hitz – Feulner, Janker, Hong, Max – Baier, Kohr – Esswein, Koo, Caiuby – Bobadilla. Wechsel:

74. Min. Dong-Won Ji für Alexander Esswein,

89. Min. Christoph Janker für Daniel Baier,

90. + 4. Min Tim Matavz für Raul Bobadilla.