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DFB-Pokal: Noch rund 1.800 Tickets zu haben

Zwei Tage vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale des FC Augsburg am Mittwoch, 16. Dezember, (20.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund sind in der WWK ARENA noch rund 1.800 Sitzplätze zu haben.

Deshalb hat der FCA nun auch das Kontingent der leicht sichtbehinderten Tickets freigeschaltet. Restplätze an nicht-sichtbehinderten Tickets sind vor allem noch in der Kategorie 2 und im Augsburger Allgemeine-Familienblock erhältlich. Der Stehplatzbereich ist bereits ausverkauft.



Eilmeldung: FCA vs. Liverpool!

Der FCA trifft in der Zwischenrunde der Europa League auf Liverpool. Dies ergab die Auslosung im schweizerischen Nyon vor wenigen Minuten. Die Begegnungen mit dem englischen Kultverein, der seit wenigen Wochen von Jürgen Klopp trainiert wird, finden am 18. und 25. Februar statt. Der FCA hat zuerst Heimrecht und sein Anhang zeigte sich euphorisch. Innerhalb weniger Minuten brach der Server, über den der Ticketverkauf abgewickelt wird, zusammen. Die erste offizielle Reaktion: “Das letzte Spiel gegen Jürgen Klopp haben wir 1:0 gewonnen”, witzelte FCA-Manager Stefan Reuter, “das ist ein guten Omen, das macht uns Mut”, so Reuter gut gelaunt in Nyon. Der Weltmeister von 1990 ließ durch die Blume erkennen, dass man sich in Augsburg auch gegen Liverpool gute Chancen ausrechnet: “Wir haben eine durchaus erfahrene Mannschaft. Es ist ein absolutes Highlight, an der Anfield Road zu spielen. Darauf kann kann sich jeder Spieler freuen.”



Schule der Agitation: Von Tornados, Theatern und Toiletten

Das “Bildungsbündnis Augsburg” hat eine Plakat-Aktion zur Bildungspolitik in Augsburg gestartet. Die Motive sind an Großplakatflächen bei den Bahnunterführungen in der Schertlinstraße und der Morellstraße zu sehen. Ein Motiv wirbt für eine engagierte Bildungspolitik mit Blick auf zuwandernde Flüchtlinge, ein anderes für einen menschenfreundlichen Unterricht und ein Motiv für die Sanierung maroder Schulgebäude in Augsburg

Kommentar von Siegfried Zagler

Agitation mit den Mitteln der Kunst richtet sich im Normalfall gegen die herrschenden Verhältnisse. Offenbar wollen die Inititiatoren darauf aufmerksam machen, dass ihnen die Schulsanierung trotz oder wegen der dafür bereitgestellten hohen Millionenbeträge zu langsam über die Bühne geht. Erstaunlicherweise wurde in den vergangenen 25 Jahren in Deutschland nicht nur viel zu wenig in den Bauunterhalt der Schulen und Theater investiert, sondern auch in jenen Komplex, der in den Zeiten des Kalten Krieges noch mit der letzten D-Mark hochpoliert wurde. Die Rede ist von der Bundeswehr, deren Ausstattung ebenfalls zu einem Sanierungsfall geworden ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, müsste die Bundeswehr unser Land tatsächlich verteidigen. Möglicherweise befinden sich sogar die Toiletten in den Kasernen in einem ähnlich heruntergekommenen Zustand wie die Luftkampfmaschinen, die immer noch “Tornado” heißen. Eine Toilette, die stinkt, lässt sich mit Agitprop ebenso wenig kaschieren wie ein Kampfflugzeug, das nicht fliegt. Sind die herrschenden Verhältnisse auf den Hund gekommen, hilft nur eins: Geld. Ein städtisches Theater aber, das aus brandschutzrechtlichen Gründen vor der Schließung steht, braucht nach Auffasssung der Stadt neben den finanziellen Mitteln auch eine Rechtfertigung dieser Investitionen. Das hört sich dann so an:

“Es besteht erheblicher Sanierungsbedarf, ohne den es für das Große Haus nicht weiter gehen würde. Argumente für die Sanierung des Theaters gibt es viele: Zum einen gilt das Theater als kulturtouristisches Zentrum für Besucher und Bürger, zum anderen sorgt es dafür, dass sich innovative und wissensintensive Branchen mit hochqualifizierten Fachkräften ansiedeln. Kurz: Die Entscheidung für ein Stadttheater steht für die kulturelle und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Stadt Augsburg. Auch wäre eine Absage an eine Sanierung ähnlich teuer wie die Sanierung selbst, da die Stadt verpflichtet ist das Theater als Einzeldenkmal zu erhalten. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.”

Das Theater als “kulturtouristisches Zentrum” sorgt also dafür, dass sich “innovative und wissensintensive Branchen” in Augsburg ansiedeln. Das ist eine absurde Behauptung, die nicht wesentlich über den Status des Agitprop hinausgeht. Man könnte auch sagen, dass es sich um eine Schutzbehauptung handelt, um “exorbitante Verschwendung” mit dem Anstrich einer “notwendigen 200-Millionen-Euro-Investition” zu versehen. Hat sich Audi in Ingolstadt angesiedelt, weil es dort so eine tolle Oper gibt? Oder produziert VW in Wolfsburg, weil sich das innovative Manipulationsmanagement von dem weltberühmten Wolfsburger Schauspielhaus angezogen fühlte? Hat sich BMW seinerzeit für Leipzig (und somit gegen Augsburg) entschieden, weil die Leipziger Theaterlandschaft der Augsburger um Längen voraus war? Gelingt es der Augsburger Wirtschaftsreferentin “ihren” dahinsiechenden Innovationspark mit zukunftsträchtigen Firmen zu füllen, wenn die Theatersanierung in trockenen Tüchern ist?

Die aktuelle Stadtregierung kämpft aufgrund ihres Theater-Sanierungsvorhabens offenbar vorauseilend mit den Mitteln der Auto-Suggestion gegen einen unsichtbaren Feind in ihren eigenen Reihen. Ein Feind, der sie nachts als Albtraum aufsucht und ihr am helllichten Tag unerwartet und schmerzvoll am Fersenbein knabbert: Vernunft.

Vor ihrem Agitprop-Meisterwerk sieht man die Schüler Melisa Simsekci, Paul Häberle und Max Maus (v.l.n.r).