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Schlüsselzuweisungen: Freistaat verteilt 3,23 Milliarden Euro

3,23 Milliarden Euro: In Bayern brummt die Wirtschaft. Daraus resultieren neue Rekordsummen bei den Schlüsselzuweisungen für die Kommunen – auch für Augsburg.

Johannes Hintersberger

Johannes Hintersberger


Wie in den vergangenen Jahren kann sich Augsburg wieder über eine Millionenzuweisung für den kommunalen Haushalt freuen. Allein die Stadt Augsburg erhält exakt 126.375.868 Euro an staatlichen Schlüsselzuweisungen. Der Landkreis Augsburg bekommt 32.167.876 Euro und die Stadt Neusäß 1.925.084 Euro.  Insgesamt steigen die Schlüsselzuweisungen im kommenden Jahr bayernweit um rund 90,7 Millionen Euro auf rund 3,23 Milliarden Euro. Das sind 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr 2015. „Die Rekordschlüsselzuweisungen des vergangenen Jahres werden damit noch einmal übertroffen. Vor allem Gemeinden mit einer schwachen Steuerkraft können ihre allgemeinen Verwaltungshaushalte damit nachhaltig stärken. Die Gemeinden und Landkreise können frei über die Verwendung der Schlüsselzuweisungen entscheiden“, so Staatssekretär Johannes Hintersberger, der darauf aufmerksam macht, dass es sich dabei um den “höchsten kommunalen Finanzausgleich aller Zeiten” handelt.

Augsburg: Zusätzliche Mittel sollen den Fehlbetrag 2015 ausgleichen

Im Haushaltsentwurf der Stadt Augsburg wurde für die Schlüsselzuweisungen ein Ansatz in Höhe von 110 Millionen Euro gebildet. Finanzreferentin Eva Weber will mit den zusätzlichen 16 Millionen die Löcher des aktuellen Haushalts stopfen. In der Sprache der Finanzpolitik klingt das anders: „Ich werde im Rahmen der Haushaltsberatungen 2016 vorschlagen, die zusätzlichen Mittel als Rücklage für den sich abzeichnenden, aber noch nicht bezifferbaren Fehlbetrag 2015 zu verwenden. Damit können wir jetzt bereits die Weichen für einen ausgeglichenen Haushalt 2017 stellen und ein Signal der Stabilität geben“, so Eva Weber.



FCA: „In Europa kennt uns jeder Straßenköter“

Der FCA hat die Gruppenphase der Europa League erfolgreich überstanden. Nach einem dramatischen Finish mit einem späten Tor zum notwendig gewordenen 3:1 gegen Partizan Belgrad ist nur wenig Zeit, diese kleine Sensation ein wenig zu würdigen, denn bereits am morgigen Sonntag steht mit dem Heimspiel gegen Schalke (15.30) ein weiteres Highlight im Bundesliga-Abstiegskampf vor der Tür.

Von Siegfried Zagler

Abschlusstabelle Gruppe L

Abschlusstabelle Gruppe L


Der FC Augsburg hat mit dem Erreichen der ersten K.O.-Runde einst ruhmreiche Mannschaften hinter sich gelassen: Ajax Amsterdam, Celtic Glasgow, AS Monaco, Besiktas Istanbul und der FC Brügge sind in ihren Gruppen gescheitert. In allen sechs Gruppenspielen besaß der FCA deutliche Gewinnoptionen, weshalb man das Weiterkommen als ein „verdientes Weiterkommen“ einstufen muss. Von drei Heimspielen nur eins gewonnen, von drei Auswärtsspielen nur eins verloren, kein Unentschieden, so lautet die Erfolgsbilanz der Augsburger, die sich langsam von ihrem ironischen Slogan, „In Europa kennt uns keine Sau“, der im Eishockey bereits in den Achtzigern kreiert wurde, verabschieden sollten.

Alle Gruppenspiele des FCA wurden mit großer Leidenschaft und hohem Tempo bestritten. Herausragende Spieler waren Marwin Hitz und Raul Bobadilla, der mit sechs Treffern zusammen mit Bilbaos Aduriz die Torjägerliste der Europa League anführt. In allen Heimspielen zeigte der FCA die gleichen Schwächen, die ihn auch in der Bundesliga in Schwierigkeiten brachte: fahriges Verteidigen bereits im Mittelfeld und mangelhafte Chancenverwertung. Ein weiteres Manko ist bei den Zuschauern zu verorten. Zwar sorgten die Augsburger Ultras in allen Heimspielen für großartige Atmosphäre, aber zu einem richtig großen Fußballabend gehört ein ausverkauftes Haus, wovon der FCA in allen drei Spielen weit entfernt war: Nur knapp 23.000 Zuschauer verfolgten im Schnitt die internationalen Heimspiele des FCA. Positiv dagegen fällt die Einnahmesituation aus. Zirka 3,5 Millionen Euro verdiente der FCA mit Prämien (Startgeld und Siegprämien) über den Uefa-Marktpool und die Zuschauereinnahmen müssten weitere 2,5 Millionen Euro auf das FCA-Konto gewandert sein, so dass der FCA nach der Gruppenphase wohl über 6 Millionen Euro an Einnahmen zu verbuchen hat. Für das Weiterkommen in die nächste Runde der K.O.-Phase stehen nun weitere 750 000 Euro in Aussicht. Womit man in der Zukunft gelandet ist. Am Montag wird im schweizerischen Nyon die erste K.O.-Runde ausgelost.

Die zwölf Gruppensieger der Europa-League und die vier besten Dritten aus der Champions League bilden den Topf der gesetzten Mannschaften. Sie treffen jeweils auf ein Team aus dem anderen Topf, dem die Gruppenzweiten der Europa League und die restlichen vier Gruppendritten der Champions League angehören. Es können weder Mannschaften aus demselben Verband noch Mannschaften, die in derselben Europa League-Gruppe gespielt haben, einander zugelost werden. Die erste K.O.-Runde dieser 32 Mannschaften findet am 18. und 25. Februar statt. Im Topf der gesetzten Teams befinden sich: Bayer Leverkusen, FC Schalke 04, Athletic Bilbao, FC Porto, Olympiakos Piräus, Manchester United, Molde FK, FC Liverpool, FK Krasnodar, SSC Neapel, Rapid Wien, Sporting Braga, Lazio Rom, Lokomotive Moskau, FC Basel, Tottenham Hotspur. Gegen die kursiv geschrieben Mannschaften wird der FCA nicht spielen.

Sicher wird der FCA in der kommenden K.O.- Runde auch nicht gegen Dortmund spielen, weil die Tuchel-Schützlinge – wie der FCA – zur zweiten Gruppe der nicht gesetzten Mannschaften und zum gleichen Verband gehören. Auf den FCA warten also renommierte Gegner wie Liverpool, Lazio Rom, Tottenham, Manchester United, Neapel oder Porto. Ein Wunschgegner wäre sicherlich Rapid Wien, da sportlich lösbarer als die ganz großen Nummern und keine fünf Autostunden von Augsburg entfernt, während Lokomotive Moskau wegen der extremen Kälte in dieser Jahreszeit weniger wünschenswert wäre.

Am Montagnachmittag wird feststehen, wohin sich der FCA mit seinen Fans bewegen muss. Sollten die Augsburger sich gegen einen renommierten Gegner durchsetzen, müsste man erwägen, ob die großmäulige Überschrift dieses Artikels nicht passender als der aktuelle Slogan wäre.