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Mit dem Blut von Callsen-Bracker

Der Held von Belgrad heißt Jan-Ingwer Callsen-Bracker!

Von Siegfried Zagler

Normalerweise verliert man solche Spiele sang- und klanglos. Der FCA riskierte, das ist seinem jungen Trainer geschuldet, zu viel. Weil Markus Weinzierl von Beginn an zu offensiv agieren ließ und eine nicht eingespielte Abwehr sehr hoch stand, ergaben sich immer wieder Räume für die pfeilschnellen Stürmer von Partizan, die diese zwar zu nutzen verstanden, aber beim Abschluss an ihren Nerven oder an Marwin Hitz scheiterten. Das alte Rehhagel-Wort von der “kontrollierten Offensive” wäre die richtige Herangehensweise gewesen. Mit Janker und Callsen-Bracker standen dazu noch zwei Innenverteidiger in der FCA-Abwehr, die weder eingespielt noch für ihre Grundschnelligkeit berühmt sind. Mehr Ballbesitz ist nicht immer ein Indiz für spielerische Überlegenheit, weshalb man aufgrund der pomadigen Spielweise der Augsburger Offensive nach einer kurzen Druckphase zu Beginn und der löchrigen FCA-Abwehr damit rechnen musste, dass es für den FCA in einer unvergesslichen Belgrader Nacht ein schlimmes Ende nehmen wird.

Partizan stand fast schon mit beiden Beinen in der K.O.-Phase, doch Belgrad sollte der Todesstoß nicht gelingen, dafür drehte Nicola Ninkovic durch: Quasi ermuntert durch Schiedsrichter Paolo Tagliavento, rauschte Ninkovic halb von hinten halb von der Seite mit offener Sohle in das Standbein von Jan-Ingwer Callsen-Bracker (36.). Schiedsrichter Tagliavento, der bereits in der 22. Minute ein Einsteigen mit offener Sohle von Ninkovic gegen Callsen-Bracker nur mit einem Freistoß sanktionierte, obwohl bereits diese Attacke “dunkelgelben Charakter” hatte, zeigte Tagliavento in der ominösen 36. Minute Ninkovic nur Gelb, obwohl es sich im Grunde um eine niederträchtige und brutale Tätlichkeit handelte.

Jan-Ingwer Callsen-Bracker musste mit einem Wadenbeinbruch ausgewechselt werden. Wie schwer sein Knöchel verletzt ist, steht noch nicht fest. Mit seinem Leid und seinem Schmerz, mit seinem Blut also, sollten sich die Vorzeichen einer beinahe schon entschiedenen Partie wenden. Alles schien bis dahin den Serben in die Karten zu spielen: der Spielstand, das plan-wie drucklose Spiel des FCA  und des Trainers falsche Taktik. Doch nach dem barbarischen Foul verschwand Belgrads organisierte Besessenheit, riss bei Partizan minutenlang der Faden, während sich der FCA mit Wut und Wille, also mit aller Macht in die Partie zu arbeiten begann. Und möglicherweise war es ein Wink des Schicksals, dass ausgerechnet Hong, der für den schwer verletzten Callsen-Bracker ins Spiel kam, den Ausgleich kurz vor dem Halbzeit-Pfiff markierte.

Nach dem wundervollen Führungstreffer zum 2:1 war die Partie wieder völlig offen (51.). Beide Seiten erspielten sich Chancen und mit dem FCA setzte sich das physisch stärkere Team durch, da die Serben zunehmend körperlich abbauten. Das 3:1 am Ende war nicht nur verdient, sondern ein Ausdruck sportlicher Gerechtigkeit. Ein Ausdruck dafür, dass man die schwere Verletzung von Callsen-Bracker seitens der Augsburger als biblisches Opfer begreifen darf.

Zum Schluss noch eine Schmähung: Das Weiterkommen des FCA ist auch deshalb für Belgrad so bitter, weil Weinzierl den FCA das gesamte Spiel mit einem Mann weniger spielen ließ. Damit ist Schattenspieler Tim Matavz gemeint, der wie gewohnt nicht wirklich im Spiel war.

FC Augsburg: Hitz – Verhaegh ,Callsen-Bracker (40.Hong.) , Janker , Stafylidis – (80. Max) – Baier – Bobadilla, Trochowski , Koo (60. Caiuby) , Ji – Matavz.

Tore: 1:0 Oumarou (11.), 1:1 Hong (45.+2), 1:2 Verhaegh (51.), Bobadilla (89.).

Gelb-Rote Karte: A. Zivkovic (Partizan 81.).

Schiedsrichter: Paolo Tagliavento (Italien).



Stadt Augsburg erhält 126 Millionen Euro Schlüsselzuweisungen vom Freistaat

Für das Haushaltsjahr 2016 erhält die Stadt Augsburg vom Freistaat Bayern Schlüsselzuweisungen in Höhe mehr als 126 Millionen Euro.

Eva Weber

Eva Weber


Um genau zu sein: exakt 126.375.868 Euro. „Wir freuen uns sehr über diese hohe Zuweisung, die das Spitzenjahr 2015 noch übertrifft. Durch diese Aufstockung der Mittel wird es möglich, unseren kommunalen Haushalt finanziell auszugleichen. Dafür bedanken wir uns beim Freistaat Bayern ganz ausdrücklich“, so Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber, die im gleichen Atemzug darauf hinweist, dass damit die strukturellen Schwierigkeiten des Haushaltes der Stadt Augsburg keineswegs ausgeräumt sind. „Gerade für den Haushalt 2016 muss es darum gehen, unsere eigene Finanzkraft weiter zu stärken und für die anstehenden Ausgaben – vor allem im sozialen Bereich – für die nächsten Jahre nachhaltig zu sichern“, so Weber.

Hohe Schlüsselzuweisungen sind ein Indiz für die strukturelle Schwäche einer Stadt

Die Finanzreferentin macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass Schlüsselzuweisungen das Indiz für die strukturelle Schwäche einer Stadt sind. „Die kommunale Handlungsfähigkeit der strukturell unterfinanzierten Stadt Augsburg dauerhaft zu stärken, ist deshalb das zentrale Zukunftsthema, das bei den Haushaltsberatungen 2016 intensiv diskutiert werden muss“, betont Eva Weber.

Die zusätzlichen Mittel sollen den Fehlbetrag 2015 ausgleichen

Im Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung wurde für die Schlüsselzuweisungen ein Ansatz in Höhe von 110 Millionen Euro gebildet. Bürgermeisterin Eva Weber wird dem Stadtrat im Rahmen der Haushaltsberatungen 2016 nun vorschlagen, die zusätzlichen Mittel als Rücklage für den sich abzeichnenden, aber noch nicht bezifferbaren Fehlbetrag 2015 zu verwenden. „Damit können wir jetzt bereits die Weichen für einen ausgeglichenen Haushalt 2017 stellen und ein Signal der Stabilität geben“, so Eva Weber.



Theater: Oliver Brunner wechselt nach Darmstadt

Oliver Brunner, der zusammen mit Maria Viktoria Linke seit Sommer 2014 die Künstlerische Leitung Schauspiel am Theater Augsburg bildet, wird zur Spielzeit 2016/17 Schauspieldirektor am Staatstheater Darmstadt.

Brunner ist seit 2011 am Theater Augsburg tätig. Als Projektleiter der 30. Bayerischen Theatertage 2012 präsentierte er ein Festivalformat in Augsburg, das beim Publikum wie bei der Kritik ankam. – Die Suche nach offenen Begegnungen und künstlerischen Dialogen mit Akteuren der Kreativszene der Stadt verfolgte Brunner als Schauspieldramaturg weiter, insbesondere als Kurator und Produktionsleiter besonderer Rahmenprogramme (u.a. „Intolleranza 1960“, „Spielraum Mitte – Das Gefühlscamp“) und als Produktionsleiter des städtischen Brechtfestivals. Besondere Stadtprojekte wie das Rechercheprojekt „Goldland“ oder das partizipatorische Projekt „Bad Boys“, Kooperationen mit dem Sensemble Theater, dem Jungen Theater Augsburg und Bluespots Productions wurden unter Brunner wichtige Bestandteile des Schauspielspielplans. Seit Sommer 2014 ist Oliver Brunner zudem Künstlerischer Betriebsdirektor des Schauspiels am Theater Augsburg. „Ich persönlich bin Oliver Brunner für sein unermüdliches Engagement und seinen Einsatz für das Theater in den letzten Jahren unendlich dankbar.  Das Theater Augsburg hat Oliver Brunner viel zu verdanken“, so die Augsburger Theaterintendantin Juliane Votteler.



Jaaaaaaa: FCA ist weiter!

Nach 94 hochdramatischen Minuten besiegte der FC Augsburg Partizan Belgrad in Belgrad mit 3:1 und zieht somit dank des besseren Torverhältnisses in die K.O.- Phase der Europa League ein.

Die Tore der Augsburger schossen Hong (46.), Verhaegh (51.) und Bobadilla (90.). Den Führungstreffer der Belgrader erzielte Oumarou mit einem perfekten Konter in der 11. Minute. Über die gesamte Spielzeit zeigten beide Mannschaften eine kämpferische Leistung erster Güte, dabei leistete sich Ninkovic in der 36. Minute ein übles Foul an Callsen-Bracker, für den es danach nicht mehr weiterging. Callsen-Bracker musste für Hong weichen. Ninkovic kam mit einer Gelben Karte davon: eine Skandal-Entscheidung. Kurz vor der Pause gelang Hong nach feinem Zuspiel von Trochowski das 1:1.

Abschlusstabelle Gruppe L

Abschlusstabelle Gruppe L


Der FCA zeigte sich sowohl in der ersten wie in der zweiten Halbzeit bei den vorgetragenen Partizan-Angriffen reichlich unsortiert und konnte sich bei der Querlatte und Hitz bedanken, der den FCA mit sicherem Stellungsspiel und Reflexen im Spiel hielt. In der 51. spielte Baier dem gestarteten Verhaegh präzise in den Lauf und der FCA-Kapitän hatte keine Mühe, das Leder aus kurzer Distanz zu verwerten. Das Spiel war wieder offen. In der 77. Minute scheiterte Caiuby allein vor dem Heim-Keeper, aber in der 90. Minute legte er wunderbar mit dem Kopf für Bobadilla auf, der ebenfalls sehr überlegt zum 3:1 einköpfte. In den restlichen vier Minuten geschah nichts mehr, was auch damit zu tun hatte, dass der Belgrader Stürmer A. Zivkovic in der 80. Minute die Ampelkarte erhielt.

Am kommenden Sonntag empfängt der FCA um 15.30 Uhr in der heimischen WWK Arena den FC Schalke 04.