DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
DAZ-Archiv - www.daz-augsburg.de

Hoffmanns Erzählungen

Künstler scheitert an den Frauen – doch diese machen die Aufführung sehenswert

Von Halrun Reinholz



Mit Jacques Offenbach assoziiert man schnell den Can-Can-seligen Orpheus in der Unterwelt. Hoffmanns Erzählungen dagegen basieren auf romantisch-mystischen Geschichten des Schriftstellers E.T. A. Hoffmann, die sich weniger der Heiterkeit des Lebens, sondern dessen marginalen Abgründen verpflichtet fühlen. Auf Wunsch von Jacques Offenbach haben Jules Barbier und Michel Carrié im Jahr 1851 dennoch versucht, Geschichten von Hoffmann zu einem Opernlibretto zu verweben, in dem es um das Scheitern des Haupthelden (Hoffmann selbst) an den Frauen und damit an der Liebe geht. Siegreich ist letztlich die Muse, die den Künstler stattdessen uneingeschränkt für die Kunst erhalten kann.

Wie schwierig es ist, diesen krausen romantischen Stoff operntauglich (und damit im Paris des 19. Jahrhunderts publikumswirksam) zu gestalten, zeigt die Entstehungsgeschichte mit zahlreichen Fassungen, Anpassungen und Veränderungen. In Augsburg entschied sich Regisseur Jim Lucassen für die Ausgabe von Michel Kaye und Jean-Christophe Keck. (mehr …)