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Stadttheater: Abgründige Poesie im Hoffmannkeller

Morgen, Kinder, wird’s was geben, aber ordentlich!

“Es ist wieder mal soweit: die Innenstadt ist zu voll, die Lebkuchen sind zu hart, der Glühwein ist zu süß und der Baum nadelt bereits. Höchste Zeit, sich zu entspannen, indem man sich zurücklehnt und sich der abgründigen Poesie heimtückischer Autoren hingibt. Zum Ausklang des Nikolaustages liest Klaus Müller Texte von Max Goldt, Robert Gernhardt, Ingrid Noll, Hanns Dieter Hüsch, Sibylle Berg und anderen.” So der vielversprechende Eindladungstext des Stadttheaters zu Müllers Nikolaus-Sack, der am 6. Dezember 2015 um 20.30 Uhr im Hoffmannkeller geöffnet wird.



FCA in Köln: Es geht wie immer um Leben oder Tod

Der FC Augsburg versucht am Samstag, 5. Dezember, (15.30 Uhr) beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln zu punkten.

Es ist der Auftakt von “hochintensiven” Spielen vor der Winterpause. „Das ist ein wichtiges Spiel, in dem wir da weitermachen wollen, wo wir gegen Wolfsburg aufgehört haben”, so FCA-Trainer Markus Weinzierl, der einen Punkt vom Niederrhein mit nach Hause nehmen will, „wenn es geht, alle drei Punkte.” Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem 15. Spieltag der Fußballbundesliga erklärte der FCA-Coach, dass er noch so viele Zähler wie möglich einfahren möchte, um die Ausgangssituation für die Rückrunde zu verbessern: „Es sind mit zwei Auswärtsspielen und einem Heimspiel gegen Schalke schwere Aufgaben, aber wir wollen punkten.” Auch Mittelfeldspieler Daniel Baier möchte an die letzten beiden Spiele in Stuttgart (4:0) und gegen Wolfsburg (0:0) anknüpfen. „Wir müssen den Fokus auf die Defensive legen, wenn wir wieder zu Null spielen, haben wir gute Chancen, den Platz auch als Sieger zu verlassen”, so Baier. „Wir sind in der Offensive eigentlich immer für ein Tor gut.”

Gute Erinnerungen haben der Trainer und Baier an das Duell in Köln aus dem Vorjahr. Damals siegte der FCA ebenfalls am Nikolaus-Wochenende 2:1. Alexander Esswein gelang der Siegtreffer kurz vor Schluss. “Damals hatten wir einen Lauf und das Glück auf unserer Seite. Das müssen wir uns in dieser Partie wieder erarbeiten”, so Baier, der das Team auf dem richtigen Weg sieht. “Nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen wollen wir auch diesmal wieder alles raushauen.”

Personell hat Weinzierl neben den Langzeitverletzten Shawn Parker und Tobias Werner nur muskuläre Probleme bei Mittelfeldspieler Jan Moravek zu beklagen.

Wenn der gebürtige Kölner Daniel Baier stark spielt, kann der FCA gegen jeden Gegner gewinnen

Wenn der gebürtige Kölner Daniel Baier stark spielt, kann der FCA gegen jeden Gegner gewinnen


Auch bei den Kölnern kann sich Trainer Peter Stöger nicht über eine Verletzungsmisere beklagen. Auch wenn der zuletzt in die Kritik geratene Anthony Modeste an Adduktorenproblemen laboriert und zwei Trainingstage pausierte, geht Stöger davon aus, dass der Kölner Mittelstürmer gegen den FCA einsatzfähig ist. „Wir wollen versuchen, uns wie in den letzten Wochen zu zeigen als Mannschaft, die nicht zu besiegen ist, als Mannschaft, die sich Torchancen heraus spielt und die in diesen Spielen des Öfteren die überlegene Mannschaft war“, versucht Stöger seine Mannscahft stark zu reden. In den zurück liegenden vier Spielen  landeten die Kölner gegen Hoffenheim, Mainz und Darmstadt jeweils ein torloses Remis, gewannen aber das Niederrhein-Derby „auswärts“ gegen Leverkusen mit 2:1. Die Kölner würden bei einem Sieg gegen den FCA mit 23 Punkten weiterhin Kontakt zu Tabellenplätzen halten, die für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren, während sie sich nach einer Niederlage gegen den FCA langsam wieder nach unten absichern müssten.

Den Augsburgern sind die Luxusprobleme des FC „wurscht“. Sie stehen bis zur Hüfte im Abstiegskampf und müssen ohnehin in jedes Spiel gehen, als ginge es um Leben oder Tod.



„Als Gott in seinem Zorn das Kino schuf“

Das Stadtarchiv veranstaltet am Mittwoch, 9. Dezember, um 19.30 Uhr, im Stadtarchiv (Zur Kammgarnspinnerei 11) den Themenabend „Als Gott in seinem Zorn das Kino schuf“.





Das Neue Stadtarchiv

Das Neue Stadtarchiv auf dem ehemaligen Gelände der Kammgarnspinnerei

Die Anfänge des Kinos in Augsburg im 19./20. Jahrhundert“ mit der Referentin Julia Ahlert. – Am 5. November 1896 fand in Augsburg die erste kinematographische Vorstellung statt. Das kleine Café Merkur war in jeder 15-minütigen Vorstellung sehr gut besucht. Die Filme zeigten Situationen aus dem täglichen Leben. Diese neuartige Vorführung riss die Zuschauer buchstäblich vom Hocker, denn über die gezeigte Ankunft eines Zuges erschraken die Besucher so sehr, dass sie von ihren Stühlen aufsprangen.

Im Laufe der folgenden Jahrzehnte kam es zu einem regelrechten Kino-Boom, sogar im Hotel „Drei Mohren“ gab es zwischenzeitlich ein Kino. Fridolin Widmann zeigte bereits 1906 als Teil seines Varieté-Programm regelmäßig Filme im Café National. Dieses Lokal legte den Grundstein für das Thalia-Theater, das damit das älteste Kino in Augsburg darstellt, das noch in Betrieb ist. 1908 entstand in der Maximilianstraße der Weltkinematograph, dessen Geschichte zum Capitol führt. Auch der Münchner Schausteller Karl Gabriel gründete in Augsburg mehrere Kinos wie beispielsweise die Luitpold-Lichtspiele, liebevoll Lu-Li genannt. Die Stadt erschwerte dem neuen Massenmedium den Betrieb durch die hohe Lustbarkeitssteuer, die strengen Kontrollen und die willkürliche Zensur von Film und Werbung.

Neben dem Kontakt zwischen Kinobesitzern und der Stadt gehörten zu den zentralen Themen des Vortrags die Entwicklung der Kinos, ihre Besitzer und welchen Eindruck die Lichtspielhäuser auf die Bevölkerung und die Presse machten.

Die Referentin Julia Ahlert, studierte an der Universität Augsburg Geschichte und Anglistik. Mit der Bachelorarbeit „‘Als Gott in seinem Zorn das Kino schuf‘ und die ‚Königin der Photographie‘ vom Thron stieß“ – eine Arbeit über die Geschichte des Kinos und des Kaiserpanoramas in Augsburg – schloss sie 2014 ihr Studium ab. Derzeit macht sie ihren Master „Historische Wissenschaften“ ebenfalls in Augsburg. Der Eintritt ist frei.



Modular 2016: Termin steht, Vorverkauf startet heute

Nun ist es offiziell: Vom 26. – 28. Mai 2016 wird im Wittelsbacher Park wieder das Modular-Festival stattfinden.

Mit einem Programm, bestehend aus Konzerten, Workshops, Ausstellungen, Poetry Slams und einem Sportpark, möchte das Modular-Team des Stadtjugendring Augsburg (SJR) die Augsburger an drei Festivaltagen auf das Gelände rund um die Kongresshalle locken. Die ersten Bands stehen schon fest: Say Yes Dog, Chefket, Fatoni, Jesper Munk, Neon Schwarz, Die Nerven. Am heutigen Freitag, 04. Dezember startet der Vorverkauf. Early-Bird-Festival-Tickets (3 Tage) können für 30 €, ermäßigte Festival-Tickets für 25 € online auf www.modular-festival.de erworben werden. Ermäßigung erhalten Studenten, Schüler, Auszubildende und Juleica-Karteninhaber. Tagestickets wird es ab Frühjahr 2016 an ausgewählten Vorverkaufsstellen geben.



D
as Modular Festival ist das größte nichtkommerzielle Jugend- und Popkulturfestival in der Region Augsburg und wird vom Stadtjugendring Augsburg organisiert sowie von der Stadt Augsburg gefördert.



Linie 3 soll von Augsburg nach Königsbrunn verlängert werden

Die Politik feiert den Durchbruch eines Projekts, das 40 Jahre auf dem Abstellgleis stand. Die Baukosten der Trassenverlängerung von Augsburg ins Zentrum von Königsbrunn werden auf 34 Millionen Euro geschätzt.

Gemeinsam für die Linie 3 nach Königsbrunn (v.li.): Bürgermeister Franz Feigl, Landrat Martin Sailer, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza. Foto: swa / Thomas HosemannAugsburg und Königsbrunn rücken enger zusammen. Die Straßenbahnlinie 3 soll über die Augsburger Stadtgrenze hinaus um 4,6 Kilometer bis ins Zentrum der Nachbarstadt Königsbrunn verlängert werden. Darauf haben sich der Augsburger Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Königsbrunns Erster Bürgermeister Franz Feigl, der Augsburger Landrat Martin Sailer und Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza verständigt.

Die Trasse ist seit Jahrzehnten vorgesehen, die Gleise an der Endhaltestelle Haunstetten West liegen bereit und der neue zentrale Omnibusbahnhof in Königsbrunn ist dafür vorbereitet. Die Spitzenvertreter von Stadt Augsburg, Landkreis Augsburg, Stadt Königsbrunn und Stadtwerken Augsburg haben sich nun auf die Rahmenbedingungen für Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung der Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn verständigt. Wenn die jeweiligen Stadträte und der Kreistag zustimmen, werden die Stadtwerke Augsburg (swa) mit dem Bau und dem anschließenden Betrieb beauftragt.

„Wir kommen mit diesem Projekt einer Lebenswirklichkeit nach, die sich nicht an Stadtgrenzen orientiert“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. „Gefragt sind vielmehr funktionierende Verkehrsverbindungen, die zur größtmöglichen Mobilität der Bevölkerung beitragen. Deshalb ist die Verlängerung der Linie 3 ein echter Meilenstein für den öffentlichen Nahverkehr zwischen Stadt und Landkreis Augsburg.“ Nicht weniger euphorisch äußerte sich Martin Sailer: „Das positive Verhandlungsergebnis bietet die große Chance zur weiteren nachhaltigen Verbesserung des Verkehrsangebots im Landkreis Augsburg und für die Bevölkerung in Königsbrunn.“ Bei zügigem Fortschritt des Projekts werden Fahrgäste aus Königsbrunn bereits in absehbarer Zeit die Straßenbahnen der Linie 3 von und nach Augsburg im Viertelstundentakt nutzen können“, so Landrat Martin Sailer:



„A
m 9. September 1975 hat der damalige Königsbrunner Bürgermeister Friedrich Wohlfarth an den Augsburger Oberbürgermeister Hans Breuer geschrieben, mit der Bitte, Königsbrunn in die Untersuchungen zur Weiterführung der Trasse ‚Uni-Gelände nach Süden‘ bis Königsbrunn mit einzubeziehen“, so Königsbrunns aktueller Erster Bürgermeister Franz Feigl. „40 Jahre später ist diese Vision kurz davor, Realität zu werden.“

„Für die Fahrgäste bedeutet die Verlängerung eine attraktive Nahverkehrs-Verbindung zwischen Augsburg und Königsbrunn mit dichtem Takt und Betrieb von den frühen Morgenstunden bis nach Mitternacht“, erklärt swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza. Zusätzlich wird Haunstetten Süd an das Straßenbahnnetz angebunden. Der Streckenabschnitt nach Königsbrunn wird von der Tram in der Regel im 15-Minuten-Takt befahren, nur samstags verkehren die Bahnen im 20-Minuten-Takt und am Sonntag bis 9:00 Uhr alle 30 Minuten. Die Straßenbahn bietet gegenüber dem AVV-Regionalbus 740 von Königsbrunn zum Augsburger Hauptbahnhof deutliche Takt-Vorteile: Der stauanfällige Bus fährt nur zu Hauptverkehrszeiten im Halbstundentakt, ansonsten stündlich und sonntags gar nicht.

Die Straßenbahn bindet Königsbrunn auch schnell an die Universität, die Hochschule oder den für Bahn-Pendler wichtigen DB-Haltepunkt Haunstetter Straße an. So wird etwa die Fahrzeit von Königsbrunn Zentrum zur Uni mit der Tram umsteigefrei rund eine Viertelstunde betragen statt bisher 30 Minuten. Bis zum Augsburger Königsplatz wird die Straßenbahn ab Königsbrunn Zentrum etwa eine halbe Stunde unterwegs sein. – Um 4,6 Kilometer wird die Linie 3 von der bisherigen Endhaltestelle Haunstetten West bis Königsbrunn Zentrum verlängert; 1,9 Kilometer davon befinden sich auf Augsburger Stadtgebiet, 2,7 Kilometer auf Königsbrunner Flur. Die Fahrzeit für diese Strecke mit voraussichtlich sechs neuen Straßenbahnhaltestellen beträgt laut derzeitiger Planung rund zehn Minuten. Die Stadtwerke rechnen auf dem Streckenabschnitt mit bis zu 10.000 Fahrgästen pro Tag.

Bild: Bürgermeister Franz Feigl, Landrat Martin Sailer, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza (v.l.).

Foto: swa / Thomas Hosemann



FCA: Sieg in Köln?

Fünf Punkte aus den letzten vier Spielen, so die Bilanz des FCA, der am vergangenen Sonntag in der heimischen WWK Arena gegen den VfL Wolfsburg eine kämpferische Glanzleistung bot.

Nach dem 4:0 Auswärtssieg gegen den VfB Stuttgart und der überzeugenden Leistung zu Hause gegen Wolfsburg gehen die Augsburger Kicker am kommenden Samstag (15.30 Uhr) mit Optimismus und breiter Brust in die Partei gegen die Kölner, die sie am Samstag genau vor einem Jahr in Köln mit einem Tor in letzter Minute bezwingen konnten. Damals hatte der FCA einen Lauf und kletterte in der Tabelle vorübergehend auf Rang drei. Die Bilanz damals: 24 Punkten aus 14 Spielen. Aktuell hat der FCA nach 14 Partien nur zehn Punkte vorzuweisen. Markus Feulner und Tim Matavz sind wieder einsatzfähig und Paul Verhaegh, der am Mittwoch krankheitsbedingt mit dem Training pausierte, meldete sich ebenfalls wieder zurück. Vor einem Jahr war Verhaegh der überragende Mann auf dem Platz. Er hatte seine Seite im Griff, arbeitete unermüdlich nach vorne und bereitete das 1:1 vor. Den Treffer zum Ausgleich erzielte Nikola Djurdjic, der bis zum Jahresende an Malmö FF ausgeliehen ist. Im Januar wird der Serbe voraussichtlich wieder zum FCA zurückkehren. Bisher kreuzten die Augsburger und die Kölner in der Bundesliga vier Mal die Klingen. Der FCA gewann zweimal, die Geißböcke einmal – bei einem Unentschieden, das nun für diese Partie zu den meistgetippten Ergebnissen gehört.