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„So kann man das als Kulturbürgermeister nicht laufen lassen“

Die Stadtratsfraktion der SPD fordert die Umsetzung des beschlossenen Konzepts zur Neuausrichtung der Neuen Stadtbücherei und nimmt dabei Kulturreferent Peter Grab in die Pflicht.

„Ich habe kein Verständnis dafür, dass nun aufgrund verwaltungsinterner Differenzen im Verantwortungsbereich des Kulturbürgermeisters wieder Sand ins Getriebe der Stadtbücherei kommt. Diese hart erkämpfte und enorm wichtige Einrichtung für Kultur und Bildung trägt der Kulturbürgermeister zwar gerne wie eine Monstranz vor sich her, wenn er seinen Zuständigkeitsbereich umschreibt; aber an einem zielgerichteten Einsatz dieser Einrichtung hat er offensichtlich wenig Interesse. Der Bürgermeister steht hier im Wort. Der Kulturausschuss und der Stadtrat hat dieses Bibliothekskonzept zur Weiterentwicklung der Neuen Stadtbücherei in Auftrag gegeben und letztendlich beschlossen. Dies gilt es endlich umzusetzen.“ So der  SPD-Fraktionsvorsitzende und OB-Kandidat Stefan Kiefer in einer Pressemitteilung heute Nachmittag. Die SPD erwarte von Peter Grab nach der Ausbootung von Meinhard Motzko eine klare Aussage, wie und wann es mit der Umsetzung des Konzepts zur Neuausrichtung der Stadtbücherei und der Filialbüchereien in den Stadtteilen weitergehe. „So kann man das als Kulturbürgermeister nicht laufen lassen.“



Jung gebliebene Rebellin

Patti Smiths Konzert war die Krönung des Brechtfestivals

Von Frank Heindl

Natürlich ist nicht jeder Rockfan. Aber wer ein Faible für diese Musik hat, wer ein wenig Ahnung davon hat, welche Ikone am Sonntag mit Patti Smith in Augsburg zu Gast war, und wer ihr an diesem Abend zugehört hat, für den besteht nach ihrem Konzert kein Zweifel mehr: Dies war nicht ein, sondern das Highlight des Brechtfestivals 2014.

Patti Smith (Foto: Steven Sebring)

Patti Smith (Foto: Steven Sebring)


Mit Greatful (aus der CD „Gung Ho“) eröffnete die mittlerweile 67jährige Sängerin ihr Konzert – und schon gab es kein Halten mehr. Das Publikum lag ihr zu Füßen, des Jubels war kein Ende – und das lag nicht nur an der Musik. Patti Smith hat sich trotz ihres Alters eine Jugendlichkeit, Frische, Natürlichkeit bewahrt, über die nur wenige Stars des Popgewerbes verfügen.

Im Alter von 18 Jahren kam das Mädchen aus Illinois 1967 in die Metropole New York City, wo sie den Maler Robert Mapplethorpe kennenlernte (er wurde als Fotograf berühmt) und erst acht Jahre später, 1976, ihre erste LP „Horses“ veröffentlichte, mit der sie ihren Ruf als „Mutter des Punk“ begründete. Stets war die Künstlerin bekannt dafür, dass sie ihre eigenen Ziele verfolgte, ihre eigenen Wege einschlug und sich nicht verbiegen ließ. Das scheint bis heute so geblieben zu sein: Patti Smith beschäftigt keinen Manager, unterbrach ihre Karriere rigoros, als sie Kinder hatte. Und auf Tournee geht sie, weil sie Lust darauf hat und nicht, weil die Plattenfirma das so möchte. (mehr …)



Brechtfestival: „Das Chaos ist aufgebraucht …“

Prominenz bei der großen Geburtstagsgala für Bertolt Brecht

Von Halrun Reinholz

Es hat sich schon so eingespielt in den letzten Jahren – das Brechtfestival feiert immer auch explizit den Geburtstag seines Protagonisten und wie in jedem Jahr kamen von nah und fern prominente Geburtstagsgäste, um dem Augsburger Dichter ihre Reverenz zu erweisen. Passend zum Thema der diesjährigen Reihe war eine „Revue im Stil der 20er Jahre“ angekündigt. Thomas Thieme, dem Augsburger Brecht-Publikum spätestens seit seiner „Baal“ – Inszenierung des letzten Jahres bestens bekannt, sollte gemeinsam mit der „Grande Dame der deutschen Schauspielwelt“ Iris Berben „durch das Programm führen“. Weitere Details der Programmplanung blieben eher im Dunkeln, aber das Festivalpublikum vertraute dem bereits bewährten Konzept des Festivalleiters Joachim A. Lang und strömte ins Große Haus.

Heiteres Prominentenraten

Ein Programmheft gab es nicht, aber immerhin einen Handzettel mit den (alphabetisch sortierten) Namen der auftretenden Personen und Ensembles – manche mehr, manche weniger bekannt. Entgegen der Ankündigung führten die beiden Schauspieler auch nicht durch das Programm, sondern lasen Texte von oder über Brecht. Deshalb wurde die Veranstaltung im wahrsten Sinne des Wortes zu einer Überraschungsparty für die Zuschauer und einige der Auftretenden konnten erst im Nachhinein im Gespräch oder mit Hilfe von Google und der Namensliste zugeordnet werden. Dass der junge Mann, der was über Sport vorlas, in Wahrheit die Boxerin Tina Schüßler war, erschloss sich so manchem nicht. Auch der ältere Herr, der Brechts Verhältnis zum Geld (von Karteikarten ablesend) thematisierte, war kein Schauspieler, sondern der Unternehmer Heinz Dürr, der über eine Stiftung gemeinsam mit seiner Frau das deutschsprachige Theater unterstützt. Diese Informationen wären für das Publikum sicher hilfreich gewesen, aber es gehörte wohl zum Konzept des Veranstalters, das Publikum wach und aktiv zu halten.

Brecht-Songs in allen Facetten

Die Hauptprotagonisten waren sowieso die Künstler, die Brecht selbst zu Wort kommen ließen. Klassisch im roten Spitzenkleid die bereits bekannte Pe Werner mit ihrem Pianobegleiter Peter Grabinger. Ganz anders, aber ebenso vertraut, die Interpretationen von Katharina Thalbach im braven Schulmädchen-Hänger, die zwar unverkennbar expressiv sang (Begleitung: Christoph Israel), den Text aber unverständlicherweise ablesen musste. Eine echte Überraschung war die Gruppe um Daniel Kahn (von der Berliner Klezmer-Band „Painted Bird“), der mit Gitarre, Mundharmonika und Ukulele in Erscheinung trat. Gemeinsam mit dem Bassisten Michael Tuttle und der Sängerin Sasha Lurje präsentierten sie Brecht-Songs in jiddischer, englischer oder russischer Version. Als Zugabe Franz Josef Degenhardt auf jiddisch – Heine und Tucholsky haben sie auch im Repertoire. Ungewohnt der Klang der Brecht-Songs von Rainer von Vielen und seinem Begleiter Michael Schönmetzer, die sie selbst vertont hatten. Eine wiederum vollkommen andere Klangfarbe kam von der Bolschewistischen Kurkapelle schwarz-rot Berlin, die mit viel Bläserunterstützung und dem Solisten Nino Sandow klassische Arbeiterlieder schmetterte. Aus Augsburg war das Drehorgelorchester wieder dabei und vier Mädchen der Montessorischule, die zwei Brecht-Gedichte zum Besten gaben.

Ein rundes Programm ohne Sensationen

Zwischen den Nummern kam immer wieder die Zeitgeschichte zu Wort – Filmausschnitte und Interview-Schnipsel wurden an die Wand projiziert. In der Schlusschoreographie Zugaben von (fast) allen und schließlich als Rausschmeißer Thomas Thieme und Iris Berben, sie berichteten „von dem Bordell, der unser Haushalt war“. Großer Applaus für eine routinierte Show ohne besondere Sensationen, das Highlight war mit Patty Smith am Vorabend schon verbraten. Leise fragt man sich, ob bei der Geburtstagsparty im nächsten Jahr nicht vielleicht mal ein paar neue Akzente gesetzt werden sollten. Und das nicht trotz, sondern gerade wegen den hohen Besucherzahlen und dem guten Erfolg des diesjährigen Festivals.



“Augsburg zu mehr Europa bewegen”

Die Jungen Europäer Augsburg haben am 6. Februar Philip Sendrowski als neuen Vorsitzenden gewählt. Der hat sich zur Europawahl viel vorge­nommen.



Die Jungen Europäischen Födera­listen Deutschland e.V. sind Teil einer europa­weiten über­parteilichen Jugend­bewegung, die sich seit 1946 für ein friedliches, gerechtes, bürger­nahes und demo­kratisches Europa in Verant­wortung gegenüber nach­folgenden Genera­tionen einsetzt. In Deutschland bestehen die JEF aus 15 Landes­verbänden mit rund 3.000 Mitgliedern zwischen 14 und 35 Jahren.

Philip Sendrowski zu seinen Plänen im Vorfeld der Europawahl: “Wir wollen das Bewusst­sein für Europa stärken und die Menschen für die Wahl gewinnen”, so der neue Augsburger Kreisverbands-Vorsitzende. Geplant sind Aktionen an öffent­lichen Festtagen. So werden die JE Augsburg am 8. und 9. April mit einem Stand auf der afa vertreten sein und in der Europa­woche vom 3. bis 11. Mai den Bürgern Augsburgs Rede und Antwort stehen. Darüber hinaus ist eine bayernweite Informations­tour geplant.

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