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Der FCA spielt nicht über seine Verhältnisse

Der FC Augsburg ist im Fußball-Oberhaus zu einer guten Adresse geworden. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Spieler dieser Mannschaft haben sich zu überdurchschnittlichen Bundesligaspielern entwickelt.

Von Siegfried Zagler



Dass die Augsburger Fußball spielen können, haben sie in ihren beiden bisherigen Spielzeiten in der Bundesliga zweimal überzeugend bewiesen – in den Rückrunden! In den Rückrundentabellen lag der FCA schon öfters nah an einem Europa League Platz. Dabei handelte es sich zugegebenermaßen um theoretische Tabellen, die nur die halbe Wahrheit sagen. Dieses Jahr ist alles anders. Die aktuelle Tabelle erzählt die ganze Wahrheit und dennoch hat sich beim Schreiber dieser Zeilen der Eindruck verfestigt, dass man sie den Skeptikern zu erklären habe. Die Wahrheit ist ein starkes Zeug. Unverträglich, irritierend und nicht selten ist ihr Auftauchen mit schweren gesellschaftlichen Erschütterungen verbunden. Die Erschütterungen sind einfach zu beschreiben: Einst mächtige Vereine stehen am Abgrund und kämpfen ums Überleben. Die Wahrheit wird allzu leicht mit der Wirklichkeit verwechselt. Mit der Wahrheit sollte sich die Metaphysik beschäftigen, mit der Wirklichkeit die Wissenschaft. Wir reden hier über Fußball. Bleiben wir also bei der Wahrheit: Der FCA gehört zu den ersten acht Mannschaften Deutschlands. Es ist kein Traum, die Puppenkiste ist auf dem Weg nach Europa.

Überraschungsmannschaften gibt es beinahe in jeder Saison. In der Vorsaison stürmten unter den ungläubigen Augen der Experten Eintracht Frankfurt und der FC Freiburg ins europäische Fußballgeschäft. Im Jahr davor staunten die Experten nicht schlecht, als Gladbach mit einem kaum veränderten „Beinahe-Abstiegskader“ die Liga rockte und sich für die Champions League-Qualifikation qualifizierte. Dieses Jahr hat der FC Augsburg das Prädikat „Überraschungsmannschaft“ inne. So wirklich überraschend ist das allerdings nicht. Und um das Kalauern ein wenig auf die Spitze zu treiben: Überraschend sind auch die branchenüblichen Erklärungsversuche nicht: „mannschaftlich geschlossen, taktisch diszipliniert, sehr geordnet, laufstark, kämpferisch, gut eingestellt“ usw. Das ist Sportreporter-Rabulistik, womit gesagt sein soll, dass die vermeintlichen Experten das für sie Unverständliche auf der Ebene des Unverständlichen „vertiefen“. Das Wichtigste wird dabei übersehen, nämlich die Leistungsfähigkeit der Spieler. Für die einfachste Erklärung fehlt oft der klare Blick.

Tabelle nach dem 20. Spieltag

Die ganze Wahrheit: Tabelle nach dem 20. Spieltag


Spieler, die in der Vorsaison kaum eine Rolle spielten, die Ersatzbank drückten oder sehr unauffällig agierten oder in einer tieferen Liga kickten, spielen „über Nacht“ auf einem wesentlich höheren Niveau, und dieses Phänomen bleibt dem Expertenblick meist verborgen, weil das menschliche Hirn auf frühe Festlegungen und Fixierungen „großen Wert legt“. Man könnte diesbezüglich zahlreiche aufregende Untersuchungen aus den wundersamen Laboratorien der Hirnforschung zitieren. Muss nicht sein. Es reicht, einen Namen zu nennen: Tobias Werner. Bei Werner vollzog sich die Leistungssteigerung hin zur Bundestauglichkeit sehr langsam und somit für das menschliche Gehirn im vollkommen unsichtbaren Winkel der Langsamkeit. Noch in der zweiten Liga kein Stammspieler, schien der nette Herr Werner für die Bundesliga untauglich wie ein Dackel fürs Hunderennen: ein Chancentod, einfüßig, technisch limitiert, kein Kopfballspieler, kein Zweikämpfer, athletisch zu schwach, keine Übersicht und so weiter. All diese negativen Attribute hat Werner unermüdlich in den zurückliegenden Jahren in Stärken verwandelt. Tobias Werner kann inzwischen alles überdurchschnittlich gut und ist zu einem Spieler gereift, der den Erfolg des FCA verkörpert und erklärbar macht. Entwicklungs-Phänomene mag es immer wieder geben (Dieter Eilts, Mario Basler etc.), beim FCA scheint die Ausnahme zur Regel zu werden. Darin liegt das Kapital des FCA. Bei Werner mussten viele Dinge zusammen kommen, damit er sein verborgenes Potential freilegen konnte. Matthias Ostrzolek wurde unter Luhukay vom Zweitligisten Bochum geholt, um im Notfall für De Jong einen zweiten Linksverteidiger zu haben. Der Notfall trat sofort ein. Ostrzolek musste den verletzten De Jong ersetzen und mit seiner schlichten aber wirkungsvollen Dynamik nach vorne sorgte Ostrzolek für Entlastung nach hinten und zugleich für gefährliche Tempogegenstöße. Mit Ostrzolek konnte Werner sein Spiel sukzessive weiter nach innen verlegen und somit flexibler aus seinen Ressourcen schöpfen. Werner wurde beinahe unbemerkt zu einem wichtigen Element der Augsburger Spielgestaltung. Ohne Neuzugang Ostrzolek wäre Werners entscheidende Entwicklung wohl nicht möglich gewesen. Für einen weiteren Schub sorgte Halil Altintop, der für Werner die Räume Richtung Strafraum schafft, die der ehemalige „Linksaußen“ vorher nicht hatte, weil er meistens auf Mölders auflief, der dort auf eine Direktabnahme „wartete“.

Nehmen wir die sensationellen Entwicklungskurven von Paul Verhaegh, Daniel Baier, Jan-Ingwer Callsen-Bracker hinzu, dann lässt sich das „Augsburger Wunder“ eben nicht spirituell, sondern mit der messbaren Klasse der Spieler erklären. Alle genannten Spieler sind langfristig beim FCA zu sehr guten Bundesligaspielern gereift. Mit diesen Spielern steht und stirbt der Augsburger Spirit. Auch ohne die explosive Übernacht-Entwicklung eines Andre Hahn könnte der FCA in der Bundesliga bestehen, stünde aber ein gutes Stück weit tiefer in der Tabelle. Bei Andre Hahn sind selbst für den kühlsten Kopf Anleihen bei der Metaphysik unumgänglich: Ein Geschenk der Götter!

Mit Milik, Bobadilla und Dong-Won Ji haben die Verantwortlichen beim FCA auf das statische Strafraumspiel reagiert. Mit Altintop haben die Brechtstädter einen ballsicheren wie torgefährlichen Verteiler im Mittelfeld gewonnen. Hitz und Manninger sind zwei bundesligataugliche Torhüter. Mit Verhaegh, (Philp) Klavan, (Hong) Callsen-Bracker, Ostrzolek (de Jong) steht eine erstklassige Verteidigung, die sich von Spiel zu Spiel zu einer wundersamen Gummiwand formte. Die in Klammern gesetzten Spieler garantieren als Ersatzspieler diese Klasse. Mit Baier hat der FCA einen der besten defensiven Sechser in der Bundesliga (zuverlässig und konstant wie ein feines Schweizer Uhrwerk). Falls er mal pausieren müsste, könnte er von Hong oder Callsen-Bracker ersetzt werden. Mit Kevin Vogt steht der erste Brecher vor und neben Baier. Vogt greift immer stärker ins FCA-Uhrwerk nach vorne ein. Er hat seinen Optimierungszwang bei Ballbesitz abgelegt, spielt nach zahlreichen Schnitzern wieder einfache Bälle, hat aber nach wie vor das Auge für lange Bälle und kluge Pässe in die Schnittstelle der gegnerischen Abwehr. Das Gleiche gilt für Jan Moravek, der, wenn in Form, vielleicht der beste Mittelfeldspieler der Augsburger ist. Die Winterverpflichtung Dominik Kohr ist für die nächsten 17 Monate eine solide Bank. Sollte den FCA keine biblische Strafe treffen, sollte er also von einer Verletzungsmisere verschont bleiben, so dürfen die Augsburger mit diesem Kader unverblümt von höheren Weihen träumen. Die Mannschaft steht wegen ihrer Klasse auf Platz acht, nicht weil sie seit Monaten über ihre Verhältnisse spielt.

Der Augsburger Trainer ist ein Abbild der Mannschaft. Markus Weinzierl kam ebenfalls aus dem Nichts der dritten Liga und wirkte in der ersten Spielzeit heillos überfordert, steigerte sich an seiner Aufgabe und wirkt derzeit so, als wüsste er immer genau, was zu tun ist. In Augsburg pfeifen es sie Spatzen von den Dächern, dass der ehemalige Weltklassespieler Stefan Reuter in seiner Eigenschaft als Manager dem Augsburger Trainer sehr klug und unauffällig mit Rat und Tat zur Seite steht. Wenn man sich monokausal festlegen wollte, müsste man eher Stefan Reuter als Markus Weinzierl zum Vater des Erfolgs erklären.

Der FC Augsburg führt aufgrund seiner erstklassigen Spieler eine großartige Mannschaft ins Feld der Träume. Kein Experte von Rang könnte sich lange gegen die These stellen, dass der FCA zu den ersten acht Mannschaften der Liga zählt, weil er einen dementsprechenden Kader hat. Die Puppenkiste kämpft längst nicht mehr gegen den Abstieg, sondern ist auf der Suche nach den ganz großen Momenten. Falls man am kommenden Sonntag zu Hause gegen Nürnberg und das Wochenende darauf gegen Freiburg triumphieren sollte, ist es vorbei mit dem vorsichtigen (wie verständlichen) Hab-Acht-Gerede der Vereinsführung. Dann muss sich das Management neue Ziele setzen. Ein einstelliger Tabellenplatz ist kein Ziel. Dann heißt das Ziel Europa. Die meisten FCA-Spieler, soviel steht fest, hätten dafür die Klasse.



Episches Theater in epischer Breite

Der Beitrag des Theaters Augsburg zum Brechtfestival: schon vor der Pause zu lang

Von Frank Heindl

Es tut richtig weh! So viel gutes Theater war zu sehen im Rahmen dieses Brechtfestivals. Angriffslustiges aus Ungarn, formal Verblüffendes aus Italien, berauschend Intellektuelles schon am Eröffnungsabend. Und nun das: Die Eigenproduktion des Stadttheaters, unter der Regie einer intelligenten, gebildeten, mit ersten Meriten belohnten griechischen Regisseurin – sie ist gescheitert.

Die Maske des bösen Menschen über der Maske des guten: Lea Sophie Salfeld als Shin Te als Shui Ta (Foto: Nik Schölzel).

Katerina Evangelatos hat Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ erst im vergangenen Jahr in Athen inszeniert. Intendantin Juliane Vottelers Idee: Wo Staaten ins Wanken geraten, wo ökonomische und/oder politische Krisen das Gemeinwesen erschüttern, dort wird Brecht (wieder) entdeckt und (wieder) relevant, dort wird er gespielt. Hinter dieser Theorie mag die Hoffnung gesteckt haben, dass er dort auch neu erfunden werde. (mehr …)



Tag des europaweiten Notrufs 112 am 11.2.

Aus Anlass des Tages des europaweiten Notrufs weist die Berufsfeuerwehr Augsburg darauf hin, dass nur 17% der Bevölkerung wissen, dass der Notruf 112 mittlerweile europaweit gilt.

In den nächsten Wochen, werden die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Augsburg mit diesem Logo beklebt.

In den nächsten Wochen, werden die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Augsburg mit diesem Logo beklebt.


“Das sind viel zu wenig”, so Friedhelm Bechtel, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr Augsburg, “denn die Notrufnummer 112 könnte im Notfall Ihr Leben retten”. In nur drei EU-Staaten (Großbritannien 13%, Griechenland 7% und Italien 5%) wissen noch weniger Bürger, dass die 112 europaweit gilt. Dabei gilt für den Notruf schon seit Jahren: Ein Europa – eine Nummer. “Wenn wir den einheitlichen Notruf 112 nicht hätten”, so Bechtel, “müssten die Bürger bei einer Reise durch alle EU-Staaten über 40 unterschiedliche nationale Notrufnummern kennen”.

In allen EU-Staaten gebührenfrei und ohne Vorwahl

Alle EU-Staaten haben deshalb beschlossen, den 11.2. zum Euronotruftag zu erklären, um die Vorteile der gemeinsamen Notrufnummer bekannter zu machen, denn an diesem Tag der Notruf auch im Datum steckt. Die Notfallnummer gilt nicht nur europaweit, sondern ist auch im Ausland gebührenfrei und ohne Vorwahl wählbar. Selbst an Mobiltelefonen kann ohne PIN, ohne Guthaben und trotz Tastensperre der Notruf 112 gewählt werden. In Augsburg gehen die 112-Notrufe seit 2008 in der Integrierten Leitstelle für Feuerwehren und Rettungsdienste ein, die rund um die Uhr besetzt ist. Täglich erreichen etwa 900 Anrufe bzw. Notrufe die Integrierte Leitstelle in Augsburg.

“Man sollte die 112 im Zweifelsfall lieber einmal zu oft wählen als einmal zu wenig”, so Günter Gsottberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen. Wenn tatsächlich eine Notsituation vorliegt, entstehen dem Anrufer keine Kosten für den Einsatz, egal ob Rettungswagen, Notarzt oder gar der Rettungshubschrauber zum Einsatzort ausrücken – auch wenn einmal zu viel angerufen wurde.



Papierflugzeuge starten vom Perlachturm

Im Rahmen der Ausstellung “Paul Klee – Mythos Fliegen” lassen am heutigen Dienstag Kinder des Kindergartens “Kleine Freunde” in Kriegshaber selbst gebastelte Papierflieger vom Balkon des Perlachturms fliegen.



Paul Klee selbst hat in seinen Bildern Flugzeuge, die er während seiner Stationierung an der Königlich Bayerischen Fliegerschule V in Gersthofen in den Jahren 1917/1918 gesehen hat, als vereinfachte Flugobjekte in seinen Zeichnungen und Bildern wiedergegeben. Oft erinnern diese Flugobjekte an gefaltete Papierflieger oder Drachen. Klee selbst hat sich in den Werken dieser Zeit auch des Öfteren an seine eigenen Kinderzeichnungen oder denen seines Sohnes Felix orientiert, weil er hier eine Formensprache jenseits der künstlerisch-akademischen verwirklicht sah. Auf diesen besonderen Aspekt weist eine von den Kindern des Kindergartens Reiterweg Stadtbergen bemaltes Großbanner hin, das ebenfalls bei dieser Aktion am Perlachturm zu sehen ist.

Fliegen mit Paul Klee

Papierflugzeuge starten vom Perlachturm

11. Februar 2014, 11 Uhr

Perlachturm, Rathausplatz



Ausschreibung zum Festival der Kulturen läuft

Das Projektbüro für Frieden und Interkultur der Stadt Augsburg veranstaltet auch 2014 wieder das Festival der Kulturen. Bis 28. Februar sind Künstlervorschläge und -bewerbungen möglich.



Das Festival der Kulturen, Bestandteil des Rahmenprogramms zum Augsburger Hohen Friedensfest, hat sich zu einem sommerlichen Musikhighlight entwickelt und lockt inzwischen Tausende überregionaler Besucher in die Friedensstadt. Das Festival lebt auch von dem Potenzial der vielkulturellen Augsburger Szene. Das Friedensbüro ruft daher lokale Organisationen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Vereine und Künstler auf, das am 1. und 2. August 2014 stattfindende Festival zu bereichern. Möglichkeit der Partizipation besteht durch den Vorschlag (semi-)professioneller Künstler, Informationsstände oder kulinarisches Angebot. Auch Eigenbewerbungen sind möglich.

» Ausschreibungsunterlagen

Foto: Festival der Kulturen 2013,

© Christian Menkel



Naturmuseum lockt mehr Besucher

Das Naturmuseum Augsburg konnte im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg bei den Besucher­zahlen verzeichnen.



Mit einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Jahr 2012 liegt das Museum im bundesweiten Trend der natur­wissen­schaft­lichen Einrichtungen. Hauptgründe für den Zuwachs auf 32.671 Besucher liegt laut Museumsleiter Dr. Michael Rummel im umfang­reichen päda­gogischen Programm, in den vielen neugestalteten Vivarien, den häufig wechselnden Sonder­aus­stellungen sowie der vertieften inhaltlichen Zusammen­arbeit mit dem Planetarium der Stadt­sparkasse. Auch wissen­schaftlich war das Naturmuseum im letzten Jahr sehr erfolgreich. Durch mehrere Publi­kationen über Funde aus der hauseigenen Sammlung hat das Naturmuseum inter­nationale Aufmerk­samkeit erhalten.

Foto: Fossiles Holz aus der aktuellen Sonderausstellung “300 Millionen Jahre Holz – Eine Erfolgsgeschichte”