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FCA lässt Bremen keine Chance

Der FC Augsburg gewann in der 19. Runde der Fußballbundesliga gegen den SV Werder Bremen in der heimischen SGL Arena vor 28.313 Zuschauern mit 3:1. Die Tore erzielten Callsen-Bracker (2. Minute/ Eigentor) für Bremen. Werner (11./ Freistoß), Altintop (49.) und Hahn (55.) trafen für den FCA.



FCA-Trainer Markus Weinzierl musste auf das Dortmund-Spiel reagieren und brachte Torhüter Alexander Manninger und Milik für die verletzten Hitz und Bobadilla. Mölders stand erneut wegen Sprunggelenksproblemen nicht im Kader. Das Spiel ist schnell erzählt: Werder agierte nach dem frühen Führungstreffer sehr passiv und überließ den Augsburgern das Agieren. Nach dem Ausgleich von Werner (11.) bekam Bremen nicht mehr den geringsten Zugriff auf das Spiel. Altintops wunderbarer Treffer mit Direktabnahme nach einer Topflanke von Hahn sorgte für die hoch verdiente Führung der Augsburger (49.). Andre Hahn konnte einen kapitalen Fehler von Werder-Keeper Wolf zum 3:1 verwerten (55.). Der Rest war reine Formsache. Der FCA beherrschte die Bremer und spielte die Führung ungefährdet nach Hause, wobei den Augsburgern entgegenkam, dass Bremen 45 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz stand. Werders Garcia sah nach gefährlichem Spiel gegen Ostrzolek kurz vor der Pause Gelb-Rot. Ein harte Entscheidung, die auch dem schauspielerischen Talent von Ostrzolek geschuldet war.

Manninger bekam keinen einzigen Ball zu halten

Tabelle nach den Samstagsspielen

Tabelle nach den Samstagsspielen


Festzuhalten ist darüber hinaus, dass der FCA mit einem Tick mehr Präzision und Klasse im Angriff inzwischen in der Lage wäre, eine Mannschaft wie Bremen mit einer Packung nach Hause zu schicken. Augsburgs Keeper Manninger bekam keinen einzigen Ball zu halten. Bremen fand im Spiel nach vorne nicht statt und agierte in Augsburg wie ein Abstiegskandidat. Am kommenden Sonntag ist der FCA  beim VfB Stuttgart zu Gast (15.30 Uhr). Zum ersten Mal in seiner langen Geschichte fährt der FC Augsburg als Favorit nach Stuttgart.

FCA:

Manninger – Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek – Baier – Hahn, Vogt, Halil Altintop,  To. Werner – Milik.

Tore:

0:1 Callsen-Bracker (3., Eigentor, Kopfball, Junuzovic). 1:1 To. Werner (11., Freistoß). 2:1 Halil Altintop (49., Linksschuss nach Flanke Hahn). 3:1 Hahn (55., Linksschuss nach Fehler Wolf).



„Rot-Rot-Grün wäre das sichere Zurück ins Jammertal“

Interview mit Kurt Gribl

Dr. Kurt Gribl

Dr. Kurt Gribl


Wenn sich im politischen Augsburg die Experten über die kommende Kommunalwahl unterhalten, dann sind sie sich sehr schnell darin einig, dass eine Große Koalition zwischen der CSU und der SPD “im Raum steht”. Das hat damit zu tun, dass Pro Augsburg bei der CSU als möglicher Koalitionspartner nicht mehr hoch gehandelt wird. Das muss noch nicht zwangsläufig zu einer “GroKo” führen. Augsburgs amtierender Oberbürgermeister Kurt Gribl ist offensichtlich auf alles vorbereitet. „Mir ist eine breite Mehrheit konstruktiver Kräfte das Liebste“, so Gribl im DAZ-Interview, das sich in erster Linie um mögliche Koalitionen nach der Kommunalwahl dreht.

DAZ: Herr Gribl, Sie wollen als Kandidat der CSU zum zweiten Mal zum Oberbürgermeister der Stadt Augsburg gewählt werden. Nehmen wir an, dieses Vorhaben würde gelingen und die CSU hätte zusammen mit dem OB, der CSM und Pro Augsburg 31 oder 32 oder gar 33 Sitze. Es handelt sich hier nicht um eine Annahme, sondern um ein Denk-Modell. Würden Sie sich in diesem Fall wieder auf eine Koalition mit Pro Augsburg einlassen?

Gribl: Entscheidend ist für mich, wo es die größte Schnittmenge zur Gestaltung der Sachthemen für Augsburg gibt. Also zum Beispiel bei der Altenhilfe, bei der Umsetzung der Uni-Klinik, den Schulsanierungen, der Verkehrspolitik…

DAZ: Wäre es nicht langsam geboten, im Stadtparlament von fest geschliffenen politischen Mustern Abstand zu nehmen und alle starken Fraktionen an der Referats-Verteilung zu beteiligen?

Gribl: Auch das schließe ich nicht a priori aus. Es gibt eine lange Liste an anstehenden Sachentscheidungen für die nächsten 6 Jahre. Mir ist wichtig, dass im größtmöglichen Umfang sichere Mehrheiten dafür gewonnen werden können. Die wichtigen Entscheidungen für unsere Stadt dürfen nicht von knappen Mehrheiten abhängen.

DAZ: Zwischen Herrn Kiefer und Ihnen besteht ein persönliches Zerwürfnis, so meine Beobachtung. Und die Grünen sind aus vielen Gründen ein kaum in Frage kommender Koalitionspartner für die CSU. Es gut vorstellbar, dass ihre Fraktion nach dem 16. März möglicherweise für die kommende Stadtratsperiode gar keinen Koalitionspartner findet und Sie als Oberbürgermeister mit wechselnden Mehrheiten zu rechnen hätten. Wäre das aus Ihrer Sicht ein großes Manko?

„Menschen begegnen sich in unterschiedlichen Verantwortungen auch unterschiedlich“

Gribl: Ihre Beobachtung ist unzutreffend. Außerdem verbietet es sich bereits dem Grunde nach, von einem Regierungs­verant­wortungs-/Oppositions­verhältnis auf ein Kooperations­verhältnis zu schließen. Die Menschen begegnen sich in unterschiedlichen Verantwortungen auch unterschiedlich. Als Fraktionsvorsitzender ohne Regierungsverantwortung muss sich Herr Kiefer zwangsläufig anders verhalten als bei einer potenziellen Zusammenarbeit mit mir. Im Übrigen würde ich persönliche Zu- oder Abneigungen nicht zur Grundlage einer sinnvollen Politik für die Stadt machen. Die Frage ist, ob sich jemand thematisch konstruktiv verhält oder aber absichtlich die bessere Sache verhindert, aus persönlichen oder sonstigen Gründen. Das gilt im Übrigen auch für die Zusammenarbeit mit wechselnden Mehrheiten.

DAZ: Wie geht es Ihnen bei dem Gedanken, dass Peter Grab wieder Kulturreferent wird?

Gribl: Über Referenten mache ich mir erst nach der Wahl Gedanken. Zunächst ist das Sache der Wähler.

DAZ: Es  war Ihr Wunsch, die aktuellen fünf CSU-Referenten sehr weit vorne auf der CSU-Liste zu haben. In dieser Aufstellung steckt doch die Botschaft, dass Sie mit diesen Referenten wieder zusammenarbeiten wollen. Das ginge aber nur mit einer bürgerlichen Koalition; mit Hermann Weber als Finanzreferent. Liege ich mit dieser Annahme falsch?

„Die Positionierung der Referenten ist ein klares Signal an die Wähler“

Gribl: Die Positionierung der Referenten hat ausschließlich folgende Bedeutung: Es ist ein klares Signal an die Wähler, dass die Referenten für die CSU-Liste stehen – und umgekehrt, dass die CSU-Listenkandidaten hinter den Referenten stehen. Das ist Ausdruck einer geschlossenen CSU. Wer am Ende (wieder) ReferentIn wird, entscheidet der neu gewählte Stadtrat. Die dortigen Mehrheitsverhältnisse ergeben sich nach meinen Vorstellungen auf möglichst tragfähigen Grundlagen für die nötigen Sachentscheidungen.

DAZ: Eine anderes Denk-Modell: Die CSU und die SPD raufen sich nach der Wahl zusammen. Eine Augsburger „GroKo“ wird geschmiedet, weil sich beide Parteien bei der Einsicht treffen, dass es sich dabei um die verantwortlichste Lösung im Sinne der Stadt handelt. Welche Referate wären für Sie nicht verhandelbar?

Gribl: Das OB-Referat! Zu den weiteren: Wenn ich das jetzt sagen würde, bräuchte ich gar nicht erst verhandeln.

DAZ: Noch ein Denk-Modell: Wäre eine Schwarz-Grüne Koalition für Sie eine denkbare Option?

„Reden kann man mit fast allen über fast alles“

Gribl: Wie mehrfach gesagt, ist mir eine breite Mehrheit konstruktiver Kräfte das Liebste. Wer diese Mehrheit bildet, entscheiden zunächst die Wählerinnen und Wähler und dann die inhaltlichen Schnittmengen bei den Sondierungen. Reden kann man mit fast allen über fast alles. Eine Mitverantwortung der Grünen schließe ich nicht von vornherein aus.

DAZ: Ich darf ihren Hauptkonkurrenten Stefan Kiefer zitieren: „Ich wünsche mir eine Mehrheit im Rathaus, die auch bereit und willens ist, dringende bildungs-, umwelt- und sozialpolitische Weichen in Augsburg zu stellen: für eine aktive Arbeitsmarktpolitik, mehr Armutsbekämpfung, Schaffung bezahlbaren Wohnraums, Schulsanierungen, Radwege et cetera. Und für diese Themen kämpfen SPD, Grüne und Linke nachweislich verlässlicher als das sogenannte bürgerliche Lager.“ Herr Kiefer kann sich offenbar eine Zusammenarbeit mit den Linken eher vorstellen als eine Zusammenarbeit mit der CSU, das ist …

„Rot-Rot-Grün wäre absoluter Stillstand“

Gribl: … das ist ein klares Bekenntnis zu Rot-Rot-Grün, das Herr Kiefer den Wählerinnen und Wähler und auch seiner eigenen Partei vor der Wahl schmackhaft machen muss. Ich wünsche ihm viel Spaß dabei. Die Augsburger wissen doch genau, dass mit der ausschließlichen Festlegung auf die von Kiefer genannten Themen nichts mehr vorangehen würde. Für Augsburg wäre Rot-Rot-Grün das Ende der Dynamik, absoluter Stillstand und das sichere Zurück ins Jammertal. Dass Herr Kiefer ein Bündnis mit der Linken als Wunschoption ankündigt, finde ich im Hinblick auf die Wahl schon bemerkenswert.

DAZ: Sie sind als amtierender OB klarer Favorit, aber über den worst-case aus Ihrer Sicht haben Sie bestimmt schon mal einen Augenblick nachgedacht. Würden Sie, falls Sie die OB-Wahl nicht gewinnen würden, als Frontmann der CSU und einfacher Stadtrat dem politischen Augsburg erhalten bleiben?

Gribl: Selbstverständlich.

DAZ: Herr Gribl, vielen Dank für das Gespräch.

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Fragen: Siegfried Zagler



SPD zeigt wahres Gesicht!

Erste Sitzung des Bezirkstages im neuen Jahr

Frederik Hintermayr

Frederik Hintermayr


Bereits im Dezember hatte die Fraktionsgemeinschaft LINKE und Piraten im Bezirkstag von Schwaben einen Antrag vorgelegt, der sich mit der Realisierung von Drogenkonsumräumen in Schwaben befasst. Für die Sitzung am 30.01.2014 wurde der Antrag so wie ein weiterer der Fraktionsgemeinschaft unter dem Punkt „Sonstiges“ zur Sprache gebracht. Nachdem Präsident Reichert ausführlich dargelegt hatte, weshalb der Antrag im Sozial- und Psychiatrieausschuss zu behandeln sei, ließ es sich SPD-Fraktionsboss Bähner nicht nehmen, auch noch seine Meinung kundzutun. Spannend hierbei, Bähner sprach im Namen der gesamten SPD-Fraktion. Die Einführung von Drogenkonsumräumen halte er für falsch, da man im Rahmen der Drogenprävention gegen Drogenkonsum kämpfen sollte und nicht umgekehrt. Dass Drogenkonsumräume seit langer Zeit von Experten der Suchtforschung, der Suchthilfe, ja sogar von Expertenkreisen der Polizei und Justiz gefordert werden, da sie durch Entkriminalisierung der Sucht einen wesentlichen Bestandteil zur Bekämpfung eben jener beitragen blendet die Bezirkstags-SPD dabei wohl ebenso aus, wie die Tatsache, dass sich MdB Ulrike Bahr in Ihrer Funktion als SPD Augsburg-Vorsitzende seit geraumer Zeit für die Einführung dieser stark macht. Ebenso die Landtags-SPD.

Es ist nicht das erste Mal, dass Bähner durch Kommentare und Wortmeldungen auffällt, die man eher aus dem ultrakonservativen Lager der CSU erwarten würde.

Auch der zweite Antrag, den Linken-Bezirksrat Hintermayr einbrachte, wurde nicht behandelt, sondern aufgeschoben. Er thematisierte dabei, dass der Bezirk Getränke von nicht-tarifgebundenen Brauereien erwerbe. Die Fraktionsgemeinschaft machte dies am Beispiel von Adelholzener deutlich. „Der Bezirkstag von Schwaben muss die Unternehmensleitung der Adelholzener Alpenquellen GmbH auffordern, unverzüglich in die Tarifbindung der bayerischen Erfrischungsgetränke- und Mineralbrunnenindustrie zurückzukehren. Die Tarifbindung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer sozialen Marktwirtschaft“, so Hintermayr. Präsident Reichert kündigte an, der Fraktionsgemeinschaft einen älteren Beschluss bezüglich Einkaufverhalten des Bezirkes zukommen zu lassen. Bezugnehmend auf diesen könne der Antrag beim nächsten Mal nochmals behandelt werden.

Insgesamt zeigte sich Hintermayr unzufrieden mit der Sitzung des Bezirkstages. „Ich hatte den Eindruck, man wolle die politische Debatte abblocken um sich die Konsens-Kuschelstimmung des Bezirkstages nicht versauen zu lassen und um möglichst zügig zum spendierten Mittagessen zu kommen.“