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Zum dritten Mal: Kültürtage in Augsburg

Zum dritten Mal veranstaltet der Augsburger Kültürverein ein Kulturprogramm – diesmal mit Lesungen, Filmen, Musik, einer Fotoausstellung und einem Poetryslam. Thematisch geht es in diesem Jahr um die „Anderen“ in der Gesellschaft.



„Die Anderen“, das sind in der Sicht der Veranstalter alle, die nicht zum Kern unserer persön­lichen Lebenswelt zählen – und vor allem diejenigen, die nicht ins gängige Bild passen, also Migranten, Asylbewerber, Flüchtlinge, Homo­sexu­elle, Prostituierte und Mitglieder vieler weiterer Milieus. Der Kültürverein Augsburg möchte mit seinem Programm die Mehr­dimensio­nalität der Augsburger Stadt­gesellschaft auch aus der Perspektive der „Neu-Inländer“ darstellen. Er will dabei nicht nur an die Gefühle der Zuschauer, sondern auch an ihre Vernunft appellieren. Sie sollen sich kritisch mit den Darbie­tungen auseinander­setzen. Das aktuelle Programm der Kültürtage soll „im unauf­hörlichen Kampf mit der gängigen Denkart über die ‘Anderen’“ stehen.

Start ist am Samstag, 27. Oktober ab 20 Uhr im Café Neruda (Alte Gasse 7) mit dem Kültürchor und weiterer Livemusik sowie Tanz und Lesungen. Dann folgen weitere Veranstaltungen, zum Beispiel eine Märchenlesung in der Neuen Stadtbücherei (Montag, 29. Oktober, 15.30 Uhr), dem Kabarett „Döner mit Sauerkraut“ in der Kresslesmühle (Dienstag, 6. November, 20 Uhr), drei Kurzfilmen aus Augsburg zum Thema Flucht und Asyl im Liliom (Mittwoch, 14. November, 19 Uhr) und einer Lesung mit musikalischer Untermalung in der Kresslesmühle (Montag, 19. November, 20 Uhr) – hier geht es von Heinrich Heine über Fikret Yakaboylu bis zu Bert Brecht und Karl Valentin. Umrahmt wird das Kültürprogramm von einem Fotowettbewerb, in dem es um die fotografische Interpretation des „Anderen“ geht. Die besten Arbeiten werden ab 23. November im Café Neruda ausgestellt (näheres auf Facebook).

Das genaue gesamte Programm der Kültürtage gibt’s auf Flyern an den üblichen Stellen sowie im Internet unter www.kueltuertage-augsburg.de und als PDF zum Download.



Verschleppt, verschickt, verkauft

Theater gegen Zwangsprostitution auf dem Rathausplatz

Mit einer Theaterkampage klärt derzeit die Organisation „Terres des Femmes“ in zwölf deutschen Städten über Menschenhandel und Zwangsprostitution auf – am Sonntag, 28.10.2012 von 15.00 bis 17.00 Uhr auch auf dem Augsburger Rathausplatz.



Circa 10.000 bis 30.000 Mädchen und Frauen werden „Terres des Femmes“ zufolge jährlich zur sexuellen Ausbeutung nach Deutschland verschleppt. Am Sonntag macht der Theaterbus der Frauenrechts­orga­nisation vor dem Augsburger Rathaus­platz Halt und informiert mit kurzen Theater­stücken über die Praktiken von skrupel­losen Menschen­händlern und über das Leid der Frauen. Gleichzeitig wird auch um Unter­stützung mit Unter­schriften geworben.

Die bundesweite Straßentheateraktion begann vor wenigen Tagen in Berlin anlässlich des 6. Europäischen „Tages gegen Menschenhandel“. Ziel der Kampagne ist ein sicheres Bleiberecht für verschleppte Frauen. „Bei Frauenhandel handelt es um eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen. Die Betroffenen werden systematisch gedemütigt, vergewaltigt und erleiden massive Gewalt. Nur jedes 100. Opfer wird aus den Zwängen des Menschenhandels befreit. Diese Frauen müssen unterstützt werden – ein sicheres Bleiberecht ist dafür die Grundvoraussetzung!”, so Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation.

Aktuell kommt die Bundesregierung in den Augen von „Terres des Femmes“ ihren menschenrechtlichen Pflichten nicht nach. Opfer von Zwangsprostitution aus Nicht-EU-Staaten werden rechtlich als illegal eingereiste AusländerInnen behandelt. Nur wenn sie bereit sind, vor Gericht gegen die TäterInnen auszusagen, können sie unter Umständen bis Ende des Strafverfahrens in Deutschland bleiben. Anschließend würden die Frauen in ihr Herkunftsland abgeschoben und stünden vor dem Nichts. „Opfern von Zwangsprostitution muss aus humanitären Gründen ein unbefristeter Aufenthaltstitel in Deutschland erteilt und damit ihr Martyrium beendet werden. Deutschland will vor allem die Täter verurteilen und benötigt dafür die Aussage der Betroffenen vor Gericht. Geboten wird den Frauen, die sich dadurch in Lebensgefahr begeben, nur eine vage Chance, während des Prozesses in Deutschland zu bleiben. Diese katastrophale Situation für Frauen aus Nicht-EU-Ländern ist eines Rechtsstaates, der den Menschenrechten verpflichtet ist, unwürdig und gehört schnellst möglich geändert!” fordert Christa Stolle.

Weitere Informationen zur Kampagne:

» www.frauenrechte.de/frauenhandel



Ballettpremiere „von, für und mit Mozart“

„divertimento4Amadeus“ könnte man wohl mit „Vergnügen für Mozart“ übersetzen. Unter diesem Titel präsentiert das Theater Augsburg am Samstag, 27. Oktober um 19.30 die erste Ballet-Premiere der Saison – einen „Ballettabend von, für und mit W. A. Mozart.“

In Mozarts Werk spielt das tänzerische Element eine überaus bedeutsame Rolle; man könnte sagen, es gehört zu den Säulen des Mozart-Stils überhaupt. Deswegen lag es nahe, ein Ballett zu choreografieren, in dem zahlreiche Mozartwerke erklingen. Verantwortlich für die Choreografie von „divertimento4Amadeus“ zeichnet Mannheims Ballettdirektor Kevin O’Day. Der Amerikaner will dem Publikum den Geist und die Tradition Mozarts auf eine zeitgenössische Art und Weise näherbringen. Grundlage seiner Choreografie sind Mozarts Leben und Musik. Neben dem Ballettensemble und den Philharmonikern sind als Gesangssolistinnen Carola Bach, Vanessa Fasoli, Diamanti Kritsotaki, Susanne Simenec zu hören.