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Taxi-Affäre: Alle fühlen sich im Recht

Auftakt im Prozess gegen Tobias Schley und zwei Mitangeklagte

“Versuch der räuberischen Erpressung u.a.” lautete der Vorwurf, der am gestrigen Montag im großen Schwurgerichtssaal im Justizgebäude in der Gögginger Straße 101 vor 40 Zuhörern unter dem Vorsitz von Amtsrichter Michael Nißl verhandelt wurde.

Von Bruno Stubenrauch

Die Eingangshalle im Justizgebäude in Göggingen

Die Eingangshalle im Justizgebäude in Göggingen


Drei Angeklagten, darunter Stadtrat Tobias Schley (CSU), wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, eine Taxiforderung von fünf Euro für wenige Meter Fahrt nicht bezahlt, den Taxifahrer körperlich bedrängt und beleidigt zu haben und gegen vier Türsteher, die in den Streit eingriffen, handgreiflich geworden zu sein. Gestern gaben – jeweils verlesen durch ihre Verteidiger – die drei Angeklagten eine ausführliche Schilderung des verhängnisvollen Abends im Dezember 2011 ab. Außerdem wurden in der fast siebenstündigen Verhandlung der Taxifahrer, die vier Türsteher und ein unbeteiligter Zeuge zu dem Vorfall vernommen, der sich um fünf Uhr früh an einem Sonntagmorgen in der Nähe des Königsplatzes abgespielt hat.

Schilderungen gehen weit auseinander

Die – jeweils für sich gesehen plausiblen – Schilderungen waren nur in wenigen Punkten zur Deckung zu bringen. Fest steht jedenfalls, dass der Jüngste des Trios ein Taxi bestieg und als Fahrtziel Lechhausen angab. Einige Sekunden später korrigierte der Mann, der erst wenige Monate vor dem Vorfall von Lechhausen nach Gersthofen umgezogen war und “einfach nach Hause” wollte, sein Fahrziel und sagte: “Ah, ich muss ja nach Gersthofen”. Dies passte allerdings nicht zu den Plänen des Taxifahrers, der sein Fahrzeug im Herrenbach an die nächste Schicht übergeben wollte und dies bereits vor dem Auflesen des Fahrgastes angekündigt hatte. Auf den Hinweis des Fahrers, er könne nicht nach Gersthofen fahren, verabschiedete sich der Fahrgast nach 30 bis 50 Metern Fahrt mit den Worten “alles klar, servus” und stieg aus dem Taxi, ohne zu bezahlen. Übereinstimmung herrschte auch noch darüber, dass der Taxifahrer fünf Euro wollte, dem Fahrgast nacheilte und ihn festhielt, dieser sich losriss und zu seinen beiden Begleitern zurückkehrte. (mehr …)



SPD: Förster setzt sich gegen Wurm durch

Linus Förster konnte sich gestern Abend in der TSG-Gaststätte in Lechhausen auf der SPD-Nominierungsversammlung zur Bayerischen Landtagswahl 2013 knapp gegen Dirk Wurm durchsetzen. Im Stimmkreis West erzielte der zweite Augsburger SPD-Landtagskandidat Harald Güller ein einstimmiges Ergebnis.

Knapp gescheitert: Herausforderer Dirk Wurm

Knapp gescheitert: Herausforderer Dirk Wurm


Der amtierende SPD-Landtagsabgeordnete Linus Förster hat sich im Stimmkreis Ost gegen seinen Herausforderer Dirk Wurm mit 25:22 Stimmen behauptet. Förster ist somit als Augsburger SPD-Kandidat für die Landtagswahlen 2013 gesetzt. Harald Güller, der zweite Sozialdemokrat, der die Augsburger SPD weiterhin im Bayerischen Landtag vertreten soll, erhielt im SPD-Stimmkreis West als einziger Kandidat im Gemeindesaal von St. Martin von 41 Delegierten 41 Stimmen. Nicht ganz so glatt lief es für den einzigen West-Kandidaten für den Bezirkstag: Volkmar Thumser erhielt einige Gegenstimmen.

Debatte förderte tief verwurzelte Feindseligkeiten in der SPD zutage

Bestätigt: Linus Förster

Bestätigt: Linus Förster


Als das West-Ergebnis in der TSG-Gaststätte verkündet wurde, waren in Lechhausen erst wenige von den 21 Redebeiträgen zur Aussprache abgearbeitet. Linus Förster präsentierte sich als angeschlagener Kämpfer. „Ich bin zufrieden mit der Arbeit, die ich gemacht habe.“ Dirk Wurm zeigte sich als smarter Herausforderer, der „zwar schon lange mit dem Gedanken schwanger ging“, so Wurm, aber erst sehr spät, als einige Ortsvereine ihn darum gebeten hätten – nach Rücksprache mit Freunden und Familie – sich dazu entschließen konnte, gegen Förster anzutreten.

Richtig zur Sache ging es bei den Redebeiträgen zur Aussprache, die tief verwurzelte Feindseligkeiten in der Augsburger SPD zutage förderte. Dirk Wurm wurde von Klaus Kirchner, Heinz Paula, Christa Stephan und Stefan Quarg, Susanne Fischer sowie Margarete Heinrich unterstützt. Bei der Abstimmung sollte sich der SPD-Ortsverein Ulrich als „moralische Instanz“ (Förster) erweisen. Der von Frank Mardaus angeführte Ortsverein positionierte sich für Förster aus formalen Gründen, da die Begleitumstände der Kandidatur Wurms zwar satzungskonform seien, aber nicht den Gepflogenheiten der SPD entsprechen würden. Am Ende schlug Wahlsieger Förster seinen Kritikern in der ihm eigentümlichen Art eine aktivere Form der Zusammenarbeit vor: „Tretet mich in den Arsch, wenn ich ein Arsch bin.“ – Bei der Wahl zum Kandidaten für den Bezirkstag konnte sich Wolfgang Bähner mit 29:17 gegen Herausforderer Harald Eckert durchsetzen.



Arno Loeb liest aus zwei seiner Augsburg-Krimis

Im Rahmen der Hochzoller Kulturtage Herbst/Winter 2012 liest Arno Loeb alias Peter Garski aus zwei seiner seinen Augsburg-Krimis: “Die Kuhsee-Katastrophe” und “Rotgrünweiß macht heiß”.

Wer Krimi-Trash mag, sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen. Zahllose Leichen, aberwitzige Handlungsabläufe, kein Spannungsaufbau, banale Dialoge und kaum ausgearbeitete Charaktere sind das Markenzeichen der „Garski-Krimi-Literatur“, die dergestalt unliterarisch ist, dass man beinahe von einem eigenen Genre sprechen könnte. „Und weil der Krimi “Die Kuhsee-Katastrophe” auf und am Kuhsee, ein beliebtes Naherholungsgebiet im Augsburger Südosten, von bösen Geschehnissen handelt, wurde Garski dazu passenderweise in das Restaurant “Seelounge” am Kuhsee eingeladen“, wie es in der Pressemitteilung von Arno Loeb heißt. In “Die Kuhsee-Katastrophe” wird während des Wahlkampfes ein Party-Floß mit vielen Gästen auf dem Kuhsee in die Luft gesprengt. Die beiden Privatschnüffler Klaus und Helle versuchen zusammen mit der Kommissarin Sara Insagg den Verbrecher zu finden. Und weil Loeb pro Jahr mindestens zwei Krimis schreibt, liest er auch gerne im Doppelpack. In “Rotgrünweiß macht heiß” geht es um die Entführung eines Fußballstars des FCA. Die Leseshow findet am heutigen Dienstag in der Seelounge am Kuhsees statt. Beginn: 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.



„Raising Resistance“ im Liliom

Der Dokumentarfilm „Raising Resistance“ von Bettina Borgfeld und David Bernet erzählt vom Kampf der Kleinbauern Paraguays gegen die sich immer aggressiver im Land ausbreitende Gen-Soja-Produktion und beschreibt anhand dieses Konfliktes die globalen Auswirkungen, die der Einsatz modernster Gentechnik auf Mensch und Natur hat. Eine Parabel über das Verdrängen von Leben, von Menschen, von der Vielfalt der Pflanzen und Kulturen. Und ein Film, der dokumentiert, wie Widerstand entsteht. Veranstalter dieser Einzelvorführung ist attac augsburg. Die Vorführung findet am Samstag, 20. Oktober statt. Beginn: 17.30.

» Der Trailer zum Film