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„Das Stadttheater muss sich verändern“

Sebastian Seidel im DAZ-Interview über die Zukunft des Theaters



Wenn man in Augsburg über die Rolle des so genannten „Off-Theaters“ spricht, fällt als erstes der Name Seidel. Dr. Sebastian Seidel hat in Augsburg Literaturwissenschaft studiert und sich bereits in den Neunzigern mit dem Germanisten-Theater über die Universität hinaus einen soliden Ruf erarbeitet. Seit mehr als einem Jahrzehnt verkörpert Seidel als Person das S’ensemble Theater in der Kulturfabrik. „Eine Stadt wie Augsburg braucht ein mutiges Theater, das sich sowohl inhaltlich in die Stadt hinein wirft als auch den künstlerischen Austausch mit den Menschen vor Ort wagt“, so Seidel im Oktober 2011 im Gespräch mit der DAZ. (mehr …)



Einzelkritiken FCA: Eine Eins für die Fans, eine Sechs für den Trainer



Fußball ist ein Mannschaftssport, weshalb an dieser Stelle nicht besonders betont werden muss, dass Einzelkritiken bei der DAZ keinen hohen Stellenwert haben – weshalb in der Bewertung der Einzelleistung immer auch die Leistungswirkung der einzelnen Akteure für die Mannschaft berücksichtigt werden soll. Im Gegensatz zur Auffassung der Sportpresse geht die DAZ davon aus, dass nicht elf Mannschaftsteile bewertet werden müssen, sondern dreizehn. Der Trainer und das Publikum sind wichtige Faktoren im Spiel und sind sehr häufig im hohen Maß dafür verantwortlich, wie das Spiel verläuft und welches Ergebnis am Ende zu vermelden ist. Die Noten entsprechen den Schulnoten.

I Die Abwehr

Die Abwehr ließ zwei Gegentore zu, obwohl von Düsseldorfs Angriff wenig Gefahr ausging.

Simon Jentzsch: Beide Tore waren unhaltbar. Sonst nicht richtig geprüft. Keine Stellungsfehler, aber in der Spieleröffnung gewohnt schwach: zu viele ungenaue Abschläge auf den ohnehin gedeckten Bance. Note 3.

Paul Verhaegh: Nach hinten sicher und fehlerfrei, nach vorne auch ohne Fehler aber auch ohne Akzente. Note 3.

Gibril Sankoh: Sankoh ist ein Fußball-Gott mit Aussetzern. Stark im Blocken und im Stellungsspiel. Dennoch dürfen einem Abwehrspieler von Format nicht zwei gravierende Fehlpässe im Spielaufbau passieren. Das kann tödlich sein und ein Spiel entscheiden. Düsseldorf verstand es nicht, Sankohs Patzer zu nutzen. Note 3.

Sebastian Langkamp: Eine schwache Leistung des Zweikampfkönigs der vergangenen Saison. Wie Sankoh in der Spieleröffnung fehlerhaft und nicht ganz unschuldig bei beiden Gegentoren. Note 4.

Matthias Ostrzolek: Unauffällig und somit weit unter Wert. Konnte in der ersten Hälfte nichts mit Moravek anzetteln. Hatte viel Platz, ohne diesen zu beackern. Das Flügelspiel des FCA krankte auch deshalb, weil er nach vorne zu früh abbrach. Beim 0:2 nicht ganz schuldlos. Note 4.

II Das Mittelfeld

Das Mittelfeld verstand es nicht, Dynamik ins Spiel zu bringen. Setzte die Düsseldorfer zu wenig unter Druck, entwickelte kein ordentliches Passspiel und ließ weder im Spiel nach vorne noch in der Rückwärtsbewegung  System erkennen.

Daniel Baier

Daniel Baier


Daniel Baier: Der FCA verlor das Spiel im Mittelfeld. Baier hatte die meisten Ballkontakte, konnte den Ball auch oft behaupten, mehr aber auch nicht. Rustikal in der Abwehrarbeit, mit guten Ansätzen nach vorne, allerdings ohne dass Baier für mehr Spielfluss oder gefährliche Strafraumszenen gesorgt hätte. Für das Auge alles ganz nett, für die Mannschaft wirkungslos. Baier hätte dafür sorgen müssen, dass Sio, Koo, Moravek und Musona ins Spiel kommen, was nicht geschah. Note 4.

Andreas Ottl: Ein Mitläufer, der mit zahlreichen Gesten eine Art „Spielübersicht“ vortäuschte. Beim Stören des gegnerischen Spielaufbaus präsent und konsequent. Auf Ottls Position muss man mehr wollen, keine Impulse im Spiel nach vorne, spielte immer im gleichen Gang und wirkt somit eher als Bremser, denn als Beschleuniger des Angriffspiels. Note 5.

Jan Moravek: Spielte nur 45 Minuten, was damit zu tun hatte, dass er zum Beispiel keine einzige starke Situation hatte. War lange verletzt und ist im Prinzip ein Spieler, der dem FCA weiter helfen kann. Für die Note eines Spieltages spielt das keine Rolle. Am Samstag ein Grottenspiel des Tschechen. Note 6.

Ja-Cheol Koo: Dem Bronzemedaillengewinner von London fehlte die Frische und die Dynamik, die dem FCA letzte Saison die Klasse sicherte. War nicht ins Spiel eingebunden und konnte auch mit Einzelaktionen keine Akzente setzen. Note 4.

III Der Sturm

Aristide Bance (vorne)

Aristide Bance (vorne)


Kaum Torchancen, kaum Strafraumspiel.

Aristide Bance: Ein Stoßstürmer mit Klasse. Er wurde meist gedoppelt und bewegte sich dennoch klug im Raum. Wurde zu oft und zu früh von den ballführenden Spielern und auch von Jentzsch (via Abschlag) gesucht. Ein Stürmer, der Gefährlichkeit ausstrahlt, aber gestern zu wenig verwertbare Zuspiele bekam. Er war der auffälligste Augsburger Spieler und hätte mit einem Kopfball das Spiel für den FCA entscheiden können. Note 3.

Giovanni Sio: Wurde nach 45 Minuten für Moravek eingewechselt und brachte sofort das Spiel auf der linken Seite in Schwung. Sorgte optional für mehr Gefahr im Strafraum. In einigen Situationen zu überhastet, ging aber im Spiel nach vorne die richtigen Wege. Note 4.

Knowledge Musona: Bewegte sich über das gesamte Spiel hinweg nicht richtig nach vorne, machte das Angriffsspiel des FCA zu früh eng und war schwer anspielbar, störte aber konsequent bei Ballbesitz des Gegners. Zeigte zu wenig Übersicht und entwickelte im Zusammenspiel mit Bance keine Torgefährlichkeit. Deutete aber nicht selten seine Ballfertigkeit an. Note 4.

IV Der Trainer

Der Mannschaft fehlte die richtige Einstellung.

Markus Weinzierl

Markus Weinzierl


Markus Weinzierl: Nach acht Wochen Trainingslager, einer Reihe ordentlicher Vorbereitungsspiele und einem Pokalspiel muss man fragen dürfen, mit welchen Vorgaben Weinzierl seine Start-Elf am Samstag in das Match schickte. Nur zu Beginn war Struktur und Dynamik Richtung Düsseldorfer Strafraum erkennbar. Im weiteren Fortgang des Spiels verfestigte sich jedoch der Eindruck, dass der FCA ohne stabile und taktgebende Mittelfeldachse spielte, ohne Offensivstrategie, ohne Pressing und ohne Match-Plan. Phasenweise war das Spiel der Augsburger dergestalt behäbig und statisch, dass man den Eindruck hatte, dass jeder Spieler mehr mit sich als mit dem Spiel beschäftigt war. Kein einziger FCA-Spieler spielte annähernd auf seinem Niveau. Schlimmer ist allerdings, dass der FCA am Samstag gegen Düsseldorf als Team enttäuschte. Weder Leidenschaft noch Siegeswille waren zu erkennen. Weinzierl steht ein Kader zu Verfügung, der in der Bundesliga mithalten kann und in der Lage ist, Distanz zu den letzten beiden Tabellenplätzen zu halten. Das geht aber nicht ohne Kampf-und Laufbereitschaft. Die richtige Einstellung fehlte dem FCA zum Auftakt der Saison und es ist nach den ungeschrieben Gesetzen des Fußballs nicht damit zu rechnen, dass sich dieses Manko schnell abstellen lässt. Der FCA spielte gegen Düsseldorf wie ein Absteiger. Note 6 für den Trainer.

V Das Publikum

Erstklassig: das Publikum

Erstklassig: das Publikum


Großartige Stimmung!

„Die Stimmung in Augsburg“, so Mats Hummels auf die Frage, was ihn in der vorigen Saison am meisten beeindruckt habe. Am Samstag war in Augsburg nur das Publikum erstklassig. Beide Fan-Lager sorgten für eine großartige Bundesliga-Atmosphäre. Note 1.

Ohne Noten:

Torsten Oehrl: Spielte nur 20 Minuten und brachte ein wenig mehr Beweglichkeit ins Angriffsspiel. Milan Petrzela wurde nach 83 Minuten für Musona eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel längst entschieden.

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Fotos: Sport-in-Augsburg.de



Bayerischer Umweltpreis 2012 für Augsburger Beweidungsprojekt



Der Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg erhält den Bayerischen Umweltpreis 2012 der Bayerischen Landesstiftung. Mit dem Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird das im Jahr 2007 gestartete Beweidungsprojekt mit Wildpferden und Rothirschen im Naturschutz­gebiet “Stadtwald Augsburg” ausgezeichnet. Für Umweltreferent Rainer Schaal, der dem Landschafts­pflegeverband vorsteht, ist die Auszeichnung “der beste Nachweis dafür, wie sehr die Arbeit des Verbandes für den Erhalt des einzigartigen Augsburger Naturerbes weit über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt und anerkannt wird. Darauf kann Augsburg zu Recht stolz sein”.

Foto: Wildpferd im Winter

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