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FCA vs. Düsseldorf 0:2

Ratlosigkeit in Augsburg. Der FCA konnte am ersten Spieltag der 50. Bundesliga­saison seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden und verlor sein Auftaktspiel gegen Fortuna Düsseldorf in der heimischen SGL Arena 0:2. Die Mannschaft von Markus Weinzierl konnte nur in der ersten Viertelstunde überzeugen und verlor im Lauf der Partie im Spiel nach vorne zunehmend an Struktur. Insgesamt war die Vorstellung des FCA eine große Enttäuschung. Kaum Bindung zwischen Abwehr und Angriff, keine Tempowechsel, eine statische Spieleröffnung, ungenaues Passspiel und mangelnde Durchschlagskraft im Strafraum waren die negativen Merkmale im Spiel der Augsburger. Gibt es auch etwas Positives zu berichten? Hat sich Markus Weinzierl in seinem Bundesliga-Debüt als Trainer grobe Fehler geleistet? Die DAZ-Leser warten mit brennender Geduld auf die schonungslose Analyse von Manfred Seiler.



Maxfest findet nicht mehr statt

Maxfest: Patient nach langer und schwerer Krankheit verstorben

Wie gestern im Rahmen der Eröffnung des Augsburger Herbstplärres von Ordnungsreferent Volker Ullrich zu erfahren war, geht die Stadt Augsburg nicht davon aus, dass die so genannten Maxfeste auf der Maximilianstraße fortgesetzt werden. Mit Heinz Stinglwagner (CIA) habe Ullrich diesbezüglich ein einvernehmliches Gespräch geführt. 2011 wurde das Maxfest von der CIA nicht durchgeführt, weil die verschärften Sicherheitsauflagen der Stadt nicht zu bewältigen gewesen sein sollen, so die offizielle Begründung der CIA für die Absage. Dieses Jahr konnte das Ballermann-Fest wegen der Innenstadtsanierung nicht stattfinden. Für 2013 gilt das Gleiche. Der nächstmögliche Maxfest-Termin wäre demnach Sommer 2014. Dann soll eine andere Festreihe starten. „Die Maxfestreihe ist aus meiner Sicht ein überholtes Format”, so Ullrich, der nach der Innenstadtsanierung eine neue Festreihe einführen möchte. Inselartig sollen miteinander verknüpfte Plätze – bis in die Altstadt hinein – für eine höherwertige Festatmosphäre sorgen.



“Ich habe immer von einem gemeinsamen Thema geträumt, an dem alle mitwirken”

Juliane Votteler wird dem Augsburger Stadttheater als Intendantin bis 2017 vorstehen. Davon sollte man ausgehen, trotz diverser Gerüchte. Ihr Engagement für die Interimsspielstätte an der Kasernstraße hat im hohen Maß dazu beigetragen, dass es heute die Brechtbühne gibt – wenn auch mit Verzögerung. Das Thema “Interimsspielstätte” fiel bei der Zweitverwertung des DAZ-Interviews vom 28.5.2010 dem Rotstift zum Opfer. Ungebrochen aktuell sind dagegen Vottelers damalige Antworten auf die Fragen, mit welchen Zielvorstellungen das Theatermachen in Augsburg verbunden sein soll.



Das knapp zweistündige Gespräch verlief teilweise kontrovers, wurde aber durchgängig von der guten Laune, dem lauten Lachen und der konzentrierten Ernsthaftigkeit der Intendantin getragen. An dem Gespräch nahmen fürs Stadttheater auch die damalige Leiterin für Kommunikation und Sponsoring, Ursula Baier Pickartz sowie Pressereferent Philipp Peters teil. Die Fragen für die DAZ stellten Kulturredakteur Frank Heindl und Herausgeber Siegfried Zagler.

v.l.: Kulturredakteur Frank Heindl, Theaterintendantin Juliane Votteler, DAZ-Herausgeber Siegfried Zagler | Fotos: Elena Fijalkowski (mehr …)



Die Grünen wünschen sich ein anderes Theater

„Das Begonnene fortsetzen und noch mehr Vernetzung mit den anderen kulturellen Institutionen der Stadt schaffen“, so Intendantin Juliane Votteler im Mai 2010 im DAZ-Interview. Für die Augsburger Grünen hat diese Fortsetzung offensichtlich nicht stattgefunden. Sie stellten im Juni 2012 ihr „Positionspapier zum Theater der Zukunft“ vor.



Fraktionschef Reiner Erben und die kulturpolitische Sprecherin der Grünen Verena von Mutius vertraten dabei die Ansicht, dass sich die Politik zusammen mit der Stadtgesellschaft darauf verständigen müsse, welches Theater sich die Stadt Augsburg in Zukunft leisten wolle. Erst nach dieser Debatte sollte man die kostenintensive Generalsanierung des Theaters vorantreiben. Die Nutzungsintention solle das Wie und das Wieviel der Sanierung des Stadttheaters bestimmen. Mehr „Tom Dumm“ als „La Traviata“ und mehr „Die Weber von Augsburg“ als „Der zerbrochne Krug“, so in etwa könnte man die Vorstellungen der Grünen auf eine einfache Formel herunterbrechen.

Kernthemen: Interkulturelle Öffnung und kulturelle Bildung

Das Theater müsse identitätsstiftend und integrativ wirken, kulturell bildend und mit den „übrigen Akteuren der Kulturlandlandschaft“ vernetzt sein. Auch Einsparungen beim Stadttheater dürfen nach Auffassung der Grünen kein Tabu darstellen. Es sei nun Aufgabe der Stadtregierung, mit dieser Diskussion zu beginnen. Die Parameter dieser Debatte müsste die Aufgabenkritik der interkulturellen Öffnung und der kulturellen Bildung darstellen.

Damit das Theater diese Arbeit leiste könne, habe sich das Personaltableau zu verändern: „Eine einzige offizielle Theaterpädagogin und ein eigentlich als Assistent des Generalmusikdirektors angestellter Konzertpädagoge können diese Arbeit nicht im geforderten nötigen Umfang leisten.“ Das Theater sei in diesen Angelegenheiten insgesamt zu zögerlich: „Hier muss sich in den nächsten Jahren noch viel entwickeln, damit das Theater auch weiterhin in der Stadt und ihrer Bevölkerung verankert bleibt.“

Ort der Selbstvergewisserung

Das „Prinzip Stadttheater“ stellten die Grünen bei aller Kritik nicht in Frage. „Im Theater werden ethische Fragen, gesellschaftliche Diskussionen oder auch Aspekte der Identität einer Stadt aufgegriffen.“ Die Theaterproduktionen würden Auseinandersetzungen über das Selbstverständnis der Stadtkultur an anstoßen, womit ein Theater auch ein Ort der Selbstvergewisserung einer Gesellschaft sei.

» Das Positionspapier (pdf, 64 kB)