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Maxstraßenpflaster: Normen eingehalten – trotzdem mangelhaft

Das neu verlegte Pflaster in der Maximilianstraße, das nach Regenfällen Verfärbungen und Nässeflecken zeigt, war Hauptthema in der gestrigen Sitzung des Ferienausschusses des Augsburger Stadtrats. Auf Antrag der SPD wurde den 15 Stadträten das Ergebnis eines Gutachtens vorgestellt.

Mangel oder kein Mangel? Fleckiges Granitpflaster in der Maxstraße

Die SPD-Fraktion wollte in ihrem Antrag insbesondere wissen, ob die verlegten Granitsteine für die Belastungen in der Maximilianstraße und in weiteren Stadträumen geeignet sind und aus welchem Abbaugebiet in Portugal die Steine stammen. Den zweiten Teil der Frage beantwortete Baureferent Gerd Merkle: Das Granitmaterial komme gar nicht aus Portugal, sondern aus einem Steinbruch in Spanien.

Dass der verlegte Granit qualitativ schlechter sei als der einheimische Flossenbürger Granit, der seit 12 Jahren in der kurzen Maximilianstraße liegt, wollte Bauingenieur Bernd Burgetsmeier, der das Gutachten erstellt hat, nicht bestätigen: “Der Stein ist absolut tauglich”, so der Gerichtssachverständige aus Friedberg, der das Pflaster in den vergangenen Wochen ausgiebig untersucht hat und das Ergebnis gestern im Ferienausschuss vorstellte.

Wasseraufnahmevermögen ist nicht geregelt (mehr …)



Zuschuss für Kanu: Englet setzt sich durch

Nach langen Querelen und politischem Gezänk wurde nun der städtische Zuschuss für den Verein Kanu Schwaben Augsburg in Höhe von 18.000 Euro mithilfe der Regierung von Schwaben gebilligt, wie gestern im Ferienausschuss der Stadt bekannt wurde.



Auslöser des Konflikts war das Sportreferat, das eine Umstrukturierung in Sachen Sportförderung vornahm und die von Gerhard Egger (SPD) während der Regenbogenära vorgenommene Bezuschussung mittels eines Festbetrags pro Veranstaltung an den Ausrichter (Kanu Schwaben Augsburg) nicht mehr in dieser Form gewähren wollte. Sportreferent Peter Grab integrierte diese Zuschüsse in den Etat der Vereinsförderung und verlangte nach den Sportförderrichtlinien, die eine Förderfähigkeit nur dann vorsehen, wenn Sportveranstaltungen insgesamt mit Fehlbeträgen belastet sind, eine buchhalterische Bilanz. Nach Auffassung des Ausrichters der Kanu-Welt- und Europameisterschaften, die regelmäßig auf der ehemaligen Olympiastrecke stattfinden, müsse die Stadt aber nicht die Veranstaltungen als solche bezuschussen, sondern die Infrastruktur, die u.a. für die Durchführung dieser Wettbewerbe notwendig sei. Dieser Auffassung folgte auch die Regierung von Schwaben, weshalb die weiterhin mit Festbeträgen geleistete Bezuschussung nun unter dem Titel „Zuschuss für nicht vorhandene Infrastruktureinrichtungen zur Durchführung einer Kanuveranstaltung“ firmiert.

Wie umkämpft diese Bewilligung war, deuteten die Debattenbeiträge an. Rolf Harzmann (Pro Augsburg) wunderte sich über die Regierung von Schwaben und monierte, dass die Entscheidung in Abwesenheit von Peter Grab in unüblicher Geschwindigkeit durchgedrückt wurde. Oberbürgermeister Kurt Gribl hätte es unerträglich gefunden, wenn die Stadt am 3. September die in London erfolgreiche Olympioniken empfange und zugleich die Kanuten weiter in der Luft hängen lasse.

Bild: Boater Cross im Rahmenprogramm der Kanusprint-WM 2011 in Augsburg



Neue Themen, neue Stücke, neue Kunden



Dem Theater laufen die Abonnenten in Scharen davon. Will es neue gewinnen, muss es einen Aufbruch wagen: Neue Themen, neue Stücke, neue Kunden. Der kommende Spielplan ist ein Schritt in die richtige Richtung, so Frank Heindl, der sich in seinem Kommentar auch Intendantin Juliane Votteler zur Brust nimmt.

Aufbruch? – Mehr davon!

Kommentar von Frank Heindl

Die Zahl der Theaterabonnements, so hatte der kaufmännische Direktor Steffen Rohr kürzlich vor dem Werkausschuss geklagt, sei „im Sinkflug begriffen“. Aus finanzieller Sicht mag das fürs Stadttheater tatsächlich ein Problem sein, auch aus planerischer Sicht sind per Abo vorweg verkaufte Tickets natürlich ein beruhigender Posten. Andererseits gelten Abonnenten nicht nur in Augsburg oftmals als künstlerischer Bremsklotz: Wer sich ein Abo leisten kann und will, gehört oftmals einer Bevölkerungsgruppe an, deren Vorlieben, nun ja, nicht eben allzu sehr dem modernen Theater zugetan sind.

In Augsburg stellt sich dieser Sachverhalt wohl noch etwas verschärft dar. Wer in der vergangenen Spielzeit die „Fledermaus“ gesehen hat, weiß, wovon die Rede ist: Die Inszenierung war künstlerisch gewagt, die Proteste dagegen waren teilweise beschämend kleinbürgerlich-intolerant und an einer althergebracht biederen Ästhetik orientiert, deren Fortführung jeden Fortschritt im Theater unmöglich machen würde. Noch schlimmer, noch mehr von Intoleranz und der Abwesenheit jedes Sachverstands geprägt waren genervte Nörgler, die während der Premiere des „Weißen Albums“ schon die ersten paar Minuten Stille kaum und das anschließende absurd-lustige Endlos-Durcheinander auf der Bühne noch weniger ertragen konnten.

Ein Theater, das sich ein Publikum für die Zukunft erhalten und aufbauen will, darf und kann sich nicht allzu sehr an solchen Zuschauerschichten orientieren. Es muss sich stattdessen neuen Themen, neuen Stücken, neuen Kunden zuwenden. Der am Montag der Öffentlichkeit vorgestellte Spielplan 2012/13 ist ein Schritt in die richtige Richtung: Das Augsburger Schauspiel bringt Stücke auf die Bühne, die ihren Fokus auf die Gegenwart legen, die mit den Problemen, Aufgaben und Sorgen heutiger Menschen zu tun haben. (mehr …)