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Pussy Riot-Verurteilung: Protestkundgebung in Augsburg

Mit einem spöttischen Lächeln, das ihre Angst vor dem Kommenden kaschieren sollte, nahmen in Moskau die Musik-Künstlerinnen der Punkband „Pussy Riot“ Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch ihr Urteil entgegen: zwei Jahre Haft.

Pussy-Riot-Puppen am grandhotel cosmopolis im Augsburger Springergäßchen

Pussy-Riot-Puppen am grandhotel cosmopolis im Augsburger Springergäßchen


Ihr „Verbrechen“ bezeichnete die Richterin Maria Syrowa als „religiös motiviertes Rowdytum“. Die Richterin folgte bei der Verlesung des Urteils in weiten Teilen der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Diese hatte drei Jahre Lagerhaft gefordert. In über 60 Städten finden weltweit aktuell und in den Abendstunden Kundgebungen gegen diesen „Anschlag eines so genannten Gerichts auf das Menschenrecht der freien Meinungsäußerung“ statt. Auch in Augsburg wird es heute Abend – Freitag, den 17. August – ab 21 Uhr auf dem Rathausplatz eine Solidaritätskundgebung geben. Aufgerufen haben dazu bisher die Aktivisten des Grandhotels, die Augsburger Grünen und der Kreisverband der Augsburger Linken.



Wahl 2014: CSU will Englet ins Boot holen

Die Augsburger CSU geht davon aus, dass Karl Heinz Englet bei der Kommunalwahl 2014 auf einem sicheren Platz der CSU-Liste wieder in den Stadtrat einzieht.

Gute Kontakte zu allen Teilen der CSU: Karl Heinz Englet und OB Kurt Gribl

Gute Kontakte zu allen Teilen der CSU: Karl Heinz Englet und OB Kurt Gribl


Dies ist der aktuelle Stand einer langen Liaison zwischen dem parteilosen Englet, der im Februar 2010 aus der Fraktion von Pro Augsburg austrat, weil er sich nicht mehr mit der Kultur- und Sportpolitik von Peter Grab (Pro Augsburg) identifizieren konnte. CSU Fraktionschef Bernd Kränzle sieht in Karl Heinz Englet einen „anständigen Kerl von Scheitel bis zur Sohle, der sicher gut zu uns passen würde.“ Englet pflegt zu allen Teilen der CSU gute Kontakte, also auch zu Rolf von Hohenhau und zu OB Kurt Gribl. Inzwischen hat Englet auch den Verein Pro Augsburg verlassen und somit alle Brücken abgerissen, die ihn noch mit der Wählervereinigung verbanden. Laut Englet sei noch nichts entschieden. Es sei zutreffend, dass es Gespräche gebe und es sei auch zutreffend, dass er nicht abgeneigt sei, noch einmal in die Bütt zu steigen, zumal der 73-Jährige die Augsburger Stadtgesellschaft von Pro Augsburg um ein Wahlversprechen betrogen sieht, “nämlich für eine bessere Kulturpolitik zu sorgen”, wie Englet gestern gegenüber der DAZ betonte.

» Kommentar: Ein Zeichen, das für jedermann leicht verständlich ist



Ein Zeichen, das für jedermann leicht verständlich ist

Warum der Englet-Coup das politische Ende von Pro Augsburg als Regierungspartei einleitet

Kommentar von Siegfried Zagler

Offiziell bestätigen will es aktuell niemand, doch dass Karl Heinz Englet auf einem der vorderen Listenplätze für die CSU Wahlkampf betreiben wird, steht nicht nur für den Schreiber dieser Zeilen fest. Englet hat aus seiner Sicht etwas gut zu machen. Das kann er nur, wenn er weiterhin in der Politik aktiv ist. Aus Sicht der CSU wäre Englet auf deren Liste aus mehreren Gründen ein Gewinn, und zwar unabhängig davon, ob Englet nun in die CSU eintritt oder nicht. Erstens könnte der in beiden CSU-Lagern hoch angesehene Englet innerhalb der zerstrittenen Partei moderierend wirken. Zweitens könnte man mit dem glaubwürdigen Gefühlsmenschen Englet im Wahlkampf selbst die kälteste Scheinehe als erneut entflammte Liebesbeziehung verkaufen. (Gemeint ist das Verhältnis Gribl/CSU).

Peter Grab befindet sich von nun an auf Abschiedstour

Und drittens hat das Werben der CSU um Englet neben dem Prinzip Hoffnung in eigener Sache noch einen sehr konkreten politischen Gehalt. Karl Heinz Englet auf der CSU-Liste bedeutet auch die unausgesprochene Distanzierung vom Koalitionspartner Pro Augsburg. Englet würde nicht auf die CSU-Liste gehen, würde die CSU weiter in Pro Augsburg nach der Kommunalwahl 2014 einen Koalitionspartner sehen. Kurzum: Mit dem Englet-Coup setzt die CSU nicht erst bei der Listenaufstellung im kommenden November ein Zeichen, sondern sofort. Ein Zeichen, das für jedermann leicht verständlich ist: Pro Augsburg ist nur noch Regierungspartei auf Zeit und Pro Augsburgs Frontmann Peter Grab befindet sich von nun an als 3. Bürgermeister und Kultur-/Sportreferent auf einer langen und steinigen Abschiedstour.