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„Eine Katastrophe für die Stabi“

Die Initiative Staats- und Stadtbibliothek Augsburg e.V. hat sich bezüglich eines Artikels der Augsburger Allgemeinen zu Wort gemeldet. Dabei geht es um die Aussagen von Bürgermeister und Finanzreferent Hermann Weber, der sich nicht festlegen wollte, ob der vom Freistaat vorgesehene Erweiterungsbau neben der Stabi oder an einem anderen Ort gebaut werden soll.



Nur noch heute Leiter der Staats-und Stadtbibliothek: Dr. Helmut Gier geht morgen nach fast 27 Jahren in den Ruhestand.ach fast 27 Jahren

Dr. Helmut Gier, 27 Jahre Leiter der Staats-und Stadtbibliothek, geht in den Ruhestand.


Diese Aussage bezeichnet Dr. Helmut Zäh, der der “Initiative Staats- und Stadtbibliothek” vorsitzt, in einem Schreiben an die DAZ als eine „Katastrophe für die Stabi“. – Der Freistaat Bayern zeigt großes Engagement in Sachen Staats- und Stadtbibliothek. Offensichtlich liegt eine bereits von der Regierung von Schwaben genehmigte Planung vor, die eine Generalsanierung und einen Ausbau des Dachgeschosses vorsieht. Die Kosten dieser Maßnahmen sollen sich maximal auf 5 Millionen Euro beschränken. Die nachhaltigere Planung wäre ein Erweiterungsbau, der zwischen 10 und 15 Millionen Euro taxiert wurde. Das Bibliothekspersonal soll vom Freistaat übernommen werden. Das Haus werde nach dem Übergang „Staatsbibliothek Augsburg“ heißen. Im Vertragspaket zwischen der Stadt und dem Freistaat seien zwei Stufen vorgesehen. Im ersten Schritt soll die „Stabi“ an der Schaezlerstraße mit einem geringen Umgriff übergeben werden. Danach sei eine Erweiterungslösung „als Option für den Freistaat“ ins Auge zu fassen. Diese Informationen stammen von Stabi-Leiter Helmut Gier, der am morgigen 1. September in den Ruhestand verabschiedet wird. In Sachen Erweiterungslösung führte Bürgermeister Hermann Weber allerdings rechtliche Probleme ins Feld. Vor einer Entscheidung müsse geklärt werden, inwieweit das Areal vom benachbarten Maria-Theresia-Gymnasium für schulische Zwecke benötigt wird. Das Gymnasium habe ältere Rechte, so Weber.

„Erweiterungsbau ist unumgänglich“

„Aus finanziellen Nöten beschloss die Augsburger Stadtregierung, sich nach 475 Jahren von ihrer Bibliothek zu trennen und damit 1 Million im Jahr zu sparen – um den Preis des Verlustes eines weiteren Stücks kommunaler Selbstbestimmung und Identität. Der Freistaat Bayern erwies sich als Retter in der Not und sagte zu, die Bibliothek mit sämtlichen Mitarbeitern zu übernehmen und die von der Stadt jahrzehntelang versäumte Modernisierung des Gebäudes unverzüglich in Angriff zu nehmen“, so Helmut Zäh, der die Bereitschaft des Freistaates, auf dem Gelände einen Erweiterungsbau für einen zweistelligen Millionenbetrag zu errichten, als „unumgänglich“ bewertet und aus dem Blickwinkel der Stadt als „reine Formsache“ betrachtet.

„Außenmagazin wäre ein Fiasko für die Bibliothek“

Helmut Zäh hält die Interessen des Maria-Theresia-Gymnasiums und der Staatsbibliothek für vereinbar.

Dr. Helmut Zäh hält die Interessen des Maria-Theresia-Gymnasiums und der Staatsbibliothek für vereinbar.


„Die Interessen des Gymnasiums und der Bibliothek dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, so Zäh, da sie keinesfalls unvereinbar seien, wenn bei der Planung des Neubaues die Belange der Schule und des Naturschutzes berücksichtigt würden. Die Vorgaben für den vom Freistaat zugesagten Architektenwettbewerb müssten nur entsprechend formuliert werden. Dem Gymnasium drohe nach Auffassung von Zäh durch den Bibliotheksbau keine Gefahr. Durch die vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten zum beiderseitigen Vorteil sei das Gegenteil der Fall. Das bisherige beziehungslose Nebeneinander habe keiner Seite genutzt. Nun bestünde die Möglichkeit, dies zu ändern. Statt eines direkt mit dem Altbau verbundenen Erweiterungsbaues, in dem nicht nur der Zuwachs an neuen Büchern, sondern auch je nach Planung etwa der Lesesaal oder die Ausleihe Platz gefunden hätten, bekäme die Stabi womöglich ein weit entferntes Außenmagazin, das nur Nachteile und zusätzliche Kosten mit sich bringen würde“, so der Bibliotheksexperte Zäh, der ein nicht am Altbau verortetes Außenmagazin als „Fiasko für die Bibliothek“ geißelt.



Denkmäler öffnen ihre Pforten

Am 9. September 2012 findet wieder der bundesweite Tag des offenen Denkmals statt. Auch die Stadt Augsburg beteiligt sich mit einem umfangreichen Programm.

Auch die Wassertürme am Roten Tor können am Denkmaltag besichtigt werden

Auch die Wassertürme am Roten Tor sind am Denkmaltag zu besichtigen


Der Tag des offenen Denkmals ist eine der wenigen Veranstaltungen, die seit 1984 in ganz Europa zeitgleich gefeiert wird – seit 1993 auch in Augsburg – und die auch überall den gleichen Zweck verfolgt, nämlich die Bürger mit der gewachsenen Kultur und der gebauten Geschichte vertraut zu machen.

Im vergangenen Jahr besuchten rund 4,5 Millionen Besucher bundesweit in über 2.600 teilnehmenden Städten und Gemeinden mehr als 7.500 Denkmale. Traditionell findet der Denkmaltag jeweils am zweiten Sonntag im September statt. Seit 1999 wird der Denkmaltag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die deutschlandweit die Präsentationen koordiniert, unter ein gemeinsames thematisches Dach gestellt.

Thema “Holz”

Das Motto des diesjährigen Denkmaltages lautet “Holz”. Holz ist der erste Werkstoff der Baugeschichte. Zu seinen besonderen Eigenschaften gehören seine Stabilität bei relativ geringem Gewicht, seine Flexibilität und die Möglichkeit, es leicht zu bearbeiten. So konnten große und hohe Gebäude mit Holz errichtet und auch kunstvolle Altäre und Skulpturen geschnitzt werden.

Augsburg glänzt zwar nicht mit Fachwerkbauten, aber Holz ist auch hier in fast allen historischen Gebäuden, vor allem in den Dachstühlen zu finden. Trotz großer Gebäudeverluste durch Brände in den beiden Weltkriegen hat Augsburg durch den Wiederaufbau in den 1950er Jahren in den überlieferten Strukturen seine Identität behalten: Viele historische Gebäude wurden repariert oder sogar rekonstruiert.

30 Programmpunkte

Der alljährliche Tag des offenen Denkmals ist die beste Gelegenheit, gerade dieses kulturelle Erbe in einer thematischen Auswahl und Vielfalt zu erleben. In Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Denkmaleigentümern hat Gregor Nagler, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kunstpädagogik der Uni Augsburg, zusammen mit Gerhard Huber von der unteren Denkmalschutzbehörde und Christian Jonathal vom Hochbauamt ein umfangreiches Programm erarbeitet. Auf dem Programm steht unter anderem die Besichtigung von Orten, die normalerweise nicht zugänglich sind, wie die Antoniuskapelle in der Dominikanergasse, die Sakristei der Heilig-Kreuz-Kirche und die Schneckenkapelle von St. Ulrich und Afra. Außerdem ist bei freiem Eintritt der Besuch des Maximilianmuseums, des Schaezlerpalais, des Naturmuseums und des Römischen Museums möglich. Und wer im Mai die Wiedereröffnung der unter Denkmalschutz stehenden Kongresshalle verpasst hat, kann auch dort an Führungen teilnehmen.

Für die meisten der rund 30 verschiedenen Programmpunkte sind Teilnehmerkarten erforderlich. Diese sind vom 3. bis 7. September kostenlos in der Bürgerinformation am Rathausplatz erhältlich. Dazu gibt es die frisch aufgelegte 54-seitige kostenlose Broschüre “Vom Holz zum Beton – Eine kleine Augsburger Baufibel”.

» tag-des-offenen-denkmals.de

» Das Programm der Stadt Augsburg (pdf, 265 kB)



„Das Stadttheater muss sich verändern“

Sebastian Seidel im DAZ-Interview über die Zukunft des Theaters



Wenn man in Augsburg über die Rolle des so genannten „Off-Theaters“ spricht, fällt als erstes der Name Seidel. Dr. Sebastian Seidel hat in Augsburg Literaturwissenschaft studiert und sich bereits in den Neunzigern mit dem Germanisten-Theater über die Universität hinaus einen soliden Ruf erarbeitet. Seit mehr als einem Jahrzehnt verkörpert Seidel als Person das S’ensemble Theater in der Kulturfabrik. „Eine Stadt wie Augsburg braucht ein mutiges Theater, das sich sowohl inhaltlich in die Stadt hinein wirft als auch den künstlerischen Austausch mit den Menschen vor Ort wagt“, so Seidel im Oktober 2011 im Gespräch mit der DAZ. (mehr …)



Einzelkritiken FCA: Eine Eins für die Fans, eine Sechs für den Trainer



Fußball ist ein Mannschaftssport, weshalb an dieser Stelle nicht besonders betont werden muss, dass Einzelkritiken bei der DAZ keinen hohen Stellenwert haben – weshalb in der Bewertung der Einzelleistung immer auch die Leistungswirkung der einzelnen Akteure für die Mannschaft berücksichtigt werden soll. Im Gegensatz zur Auffassung der Sportpresse geht die DAZ davon aus, dass nicht elf Mannschaftsteile bewertet werden müssen, sondern dreizehn. Der Trainer und das Publikum sind wichtige Faktoren im Spiel und sind sehr häufig im hohen Maß dafür verantwortlich, wie das Spiel verläuft und welches Ergebnis am Ende zu vermelden ist. Die Noten entsprechen den Schulnoten.

I Die Abwehr

Die Abwehr ließ zwei Gegentore zu, obwohl von Düsseldorfs Angriff wenig Gefahr ausging.

Simon Jentzsch: Beide Tore waren unhaltbar. Sonst nicht richtig geprüft. Keine Stellungsfehler, aber in der Spieleröffnung gewohnt schwach: zu viele ungenaue Abschläge auf den ohnehin gedeckten Bance. Note 3.

Paul Verhaegh: Nach hinten sicher und fehlerfrei, nach vorne auch ohne Fehler aber auch ohne Akzente. Note 3.

Gibril Sankoh: Sankoh ist ein Fußball-Gott mit Aussetzern. Stark im Blocken und im Stellungsspiel. Dennoch dürfen einem Abwehrspieler von Format nicht zwei gravierende Fehlpässe im Spielaufbau passieren. Das kann tödlich sein und ein Spiel entscheiden. Düsseldorf verstand es nicht, Sankohs Patzer zu nutzen. Note 3.

Sebastian Langkamp: Eine schwache Leistung des Zweikampfkönigs der vergangenen Saison. Wie Sankoh in der Spieleröffnung fehlerhaft und nicht ganz unschuldig bei beiden Gegentoren. Note 4.

Matthias Ostrzolek: Unauffällig und somit weit unter Wert. Konnte in der ersten Hälfte nichts mit Moravek anzetteln. Hatte viel Platz, ohne diesen zu beackern. Das Flügelspiel des FCA krankte auch deshalb, weil er nach vorne zu früh abbrach. Beim 0:2 nicht ganz schuldlos. Note 4.

II Das Mittelfeld

Das Mittelfeld verstand es nicht, Dynamik ins Spiel zu bringen. Setzte die Düsseldorfer zu wenig unter Druck, entwickelte kein ordentliches Passspiel und ließ weder im Spiel nach vorne noch in der Rückwärtsbewegung  System erkennen.

Daniel Baier

Daniel Baier


Daniel Baier: Der FCA verlor das Spiel im Mittelfeld. Baier hatte die meisten Ballkontakte, konnte den Ball auch oft behaupten, mehr aber auch nicht. Rustikal in der Abwehrarbeit, mit guten Ansätzen nach vorne, allerdings ohne dass Baier für mehr Spielfluss oder gefährliche Strafraumszenen gesorgt hätte. Für das Auge alles ganz nett, für die Mannschaft wirkungslos. Baier hätte dafür sorgen müssen, dass Sio, Koo, Moravek und Musona ins Spiel kommen, was nicht geschah. Note 4.

Andreas Ottl: Ein Mitläufer, der mit zahlreichen Gesten eine Art „Spielübersicht“ vortäuschte. Beim Stören des gegnerischen Spielaufbaus präsent und konsequent. Auf Ottls Position muss man mehr wollen, keine Impulse im Spiel nach vorne, spielte immer im gleichen Gang und wirkt somit eher als Bremser, denn als Beschleuniger des Angriffspiels. Note 5.

Jan Moravek: Spielte nur 45 Minuten, was damit zu tun hatte, dass er zum Beispiel keine einzige starke Situation hatte. War lange verletzt und ist im Prinzip ein Spieler, der dem FCA weiter helfen kann. Für die Note eines Spieltages spielt das keine Rolle. Am Samstag ein Grottenspiel des Tschechen. Note 6.

Ja-Cheol Koo: Dem Bronzemedaillengewinner von London fehlte die Frische und die Dynamik, die dem FCA letzte Saison die Klasse sicherte. War nicht ins Spiel eingebunden und konnte auch mit Einzelaktionen keine Akzente setzen. Note 4.

III Der Sturm

Aristide Bance (vorne)

Aristide Bance (vorne)


Kaum Torchancen, kaum Strafraumspiel.

Aristide Bance: Ein Stoßstürmer mit Klasse. Er wurde meist gedoppelt und bewegte sich dennoch klug im Raum. Wurde zu oft und zu früh von den ballführenden Spielern und auch von Jentzsch (via Abschlag) gesucht. Ein Stürmer, der Gefährlichkeit ausstrahlt, aber gestern zu wenig verwertbare Zuspiele bekam. Er war der auffälligste Augsburger Spieler und hätte mit einem Kopfball das Spiel für den FCA entscheiden können. Note 3.

Giovanni Sio: Wurde nach 45 Minuten für Moravek eingewechselt und brachte sofort das Spiel auf der linken Seite in Schwung. Sorgte optional für mehr Gefahr im Strafraum. In einigen Situationen zu überhastet, ging aber im Spiel nach vorne die richtigen Wege. Note 4.

Knowledge Musona: Bewegte sich über das gesamte Spiel hinweg nicht richtig nach vorne, machte das Angriffsspiel des FCA zu früh eng und war schwer anspielbar, störte aber konsequent bei Ballbesitz des Gegners. Zeigte zu wenig Übersicht und entwickelte im Zusammenspiel mit Bance keine Torgefährlichkeit. Deutete aber nicht selten seine Ballfertigkeit an. Note 4.

IV Der Trainer

Der Mannschaft fehlte die richtige Einstellung.

Markus Weinzierl

Markus Weinzierl


Markus Weinzierl: Nach acht Wochen Trainingslager, einer Reihe ordentlicher Vorbereitungsspiele und einem Pokalspiel muss man fragen dürfen, mit welchen Vorgaben Weinzierl seine Start-Elf am Samstag in das Match schickte. Nur zu Beginn war Struktur und Dynamik Richtung Düsseldorfer Strafraum erkennbar. Im weiteren Fortgang des Spiels verfestigte sich jedoch der Eindruck, dass der FCA ohne stabile und taktgebende Mittelfeldachse spielte, ohne Offensivstrategie, ohne Pressing und ohne Match-Plan. Phasenweise war das Spiel der Augsburger dergestalt behäbig und statisch, dass man den Eindruck hatte, dass jeder Spieler mehr mit sich als mit dem Spiel beschäftigt war. Kein einziger FCA-Spieler spielte annähernd auf seinem Niveau. Schlimmer ist allerdings, dass der FCA am Samstag gegen Düsseldorf als Team enttäuschte. Weder Leidenschaft noch Siegeswille waren zu erkennen. Weinzierl steht ein Kader zu Verfügung, der in der Bundesliga mithalten kann und in der Lage ist, Distanz zu den letzten beiden Tabellenplätzen zu halten. Das geht aber nicht ohne Kampf-und Laufbereitschaft. Die richtige Einstellung fehlte dem FCA zum Auftakt der Saison und es ist nach den ungeschrieben Gesetzen des Fußballs nicht damit zu rechnen, dass sich dieses Manko schnell abstellen lässt. Der FCA spielte gegen Düsseldorf wie ein Absteiger. Note 6 für den Trainer.

V Das Publikum

Erstklassig: das Publikum

Erstklassig: das Publikum


Großartige Stimmung!

„Die Stimmung in Augsburg“, so Mats Hummels auf die Frage, was ihn in der vorigen Saison am meisten beeindruckt habe. Am Samstag war in Augsburg nur das Publikum erstklassig. Beide Fan-Lager sorgten für eine großartige Bundesliga-Atmosphäre. Note 1.

Ohne Noten:

Torsten Oehrl: Spielte nur 20 Minuten und brachte ein wenig mehr Beweglichkeit ins Angriffsspiel. Milan Petrzela wurde nach 83 Minuten für Musona eingewechselt. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel längst entschieden.

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Fotos: Sport-in-Augsburg.de



Bayerischer Umweltpreis 2012 für Augsburger Beweidungsprojekt



Der Landschaftspflegeverband der Stadt Augsburg erhält den Bayerischen Umweltpreis 2012 der Bayerischen Landesstiftung. Mit dem Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, wird das im Jahr 2007 gestartete Beweidungsprojekt mit Wildpferden und Rothirschen im Naturschutz­gebiet “Stadtwald Augsburg” ausgezeichnet. Für Umweltreferent Rainer Schaal, der dem Landschafts­pflegeverband vorsteht, ist die Auszeichnung “der beste Nachweis dafür, wie sehr die Arbeit des Verbandes für den Erhalt des einzigartigen Augsburger Naturerbes weit über die Stadtgrenzen hinaus geschätzt und anerkannt wird. Darauf kann Augsburg zu Recht stolz sein”.

Foto: Wildpferd im Winter

» Wildpferde und Rothirsche im Stadtwald



Theodor-Heuss-Platz: Viele Fragen offen

Die Freien Wähler sprechen sich erneut gegen die Bebauung des Theodor-Heuss-Platzes und der damit einher gehenden Zerstörung einer grünen Oase aus.

Die Informationsveranstaltung der IHK für die Anwohner des Bismarckviertels am 13.8.2012 war die Stunde der Bürger, die eingeladenen Stadträte hielten sich mit Äußerungen zurück.

Allerdings blieben viele Fragen offen und es ergaben sich aus den Ausführungen neue Fragen, sowohl im Hinblick auf das weitere politische Vorgehen als auch in der Sache selbst. Beides wirft ein fragwürdiges Bild auf das politische Agieren der Stadtregierung, speziell auf das des Baureferats und damit auch auf die Notwendigkeit des Projektes.

  1. Warum erfahren Stadträte zuerst von Bürgern im persönlichen Gespräch und dann durch einen Artikel seitens der Augsburger Allgemeinen von derart gravierenden Eingriffen in unser Stadtbild? Dieses Thema war bislang weder im Bauausschuss noch im Stadtrat.



    Kein kostenorientiertes Unternehmen aber, auch nicht die Kammer, beauftragen Architekten wie hier geschehen und lassen Pläne entwerfen und Berechnungen durchführen, wenn es seinem Bauvorhaben keine sicheren Erfolgsausichten einräumen würde. Mit anderen Worten: Ist also bereits im Vorfeld etwas abgesprochen worden, ohne dass Bürger oder Stadtrat davon erfuhren?
  2. Weshalb behauptet Herr Merkle, der von Herrn Saalfrank glaubhaft so zitiert wurde, der Theodor-Heuss-Platz sei gar nicht Teil des Bebauungsplans 500 und auch nicht Teil des Ideenwettbewerbs respektive des 1. Preisträgers? Weshalb aber konnte, das Stadtplanungsamt noch im Juli auf Anfrage schriftlich detailliert erklären, wie dieser Platz verschönt und neu gestaltet werden soll, wenn es dazu gar keine gültigen Pläne gäbe?



    Wir Stadträte fühlen uns deshalb vor den Kopf gestoßen: Wenn der Theodor-Heuss-Platz einschließlich der bisherigen Wendeschleife der Tram Teil des Bebauungsplans ist, den die Stadtregierung angeblich „gewissenhaft“ umsetzen will, dann war seine Aussage falsch. Oder aber, Stadträte und Bürger wurden hinters Licht geführt, indem man ihnen eine offenkundige Abweichung vom Aufstellungsbeschluss des BPl. 500 beim Satzungsbeschluss schlichtweg verschwiegen hat. Finden wir aber auch nicht besser!



    Vielleicht brauchen CSU, CSM und Pro Augsburg aber einfach wieder etwas, das man zur „Chefsache“ machen kann. Ob sich die betroffenen Bürger gegen ein derartiges Bauvorhaben mit Unterschriftenaktionen etc. dagegen wehren, scheint ja irrelevant!! Spätestens bis zur Stadtratssitzung/Ferienausschuss am 23.08. erwarten wir eine verbindliche Antwort der Bauverwaltung!
  3. Die Stadt Augsburg weist den Innovationspark für innovative Forschung und Entwicklung aus. Dort sollen auch in der Lehre durch Kooperation mit der Universität und Max-Planck-Institut, Fraunhofer Gesellschaft und Luft- und Raumfahrttechnik neue Wege gegangen werden, Forschung, Entwicklung und Lehre sollen sich gegenseitig befruchten. Ausgerechnet das Bildungszentrum der IHK soll dort abgezogen werden. Warum? Funktioniert das Grundkonzept des Parks nicht? Oder hat die IHK ihre eigene Entwicklung falsch eingeschätzt?
  4. Warum ist die Verkehrsanbindung am Unigelände plötzlich, wie auf dieser Veranstaltung angeführt, für einen Prüfling unzureichend? Die Stadtregierung hat bislang derartige Unzulänglichkeiten in der Verkehrsanbindung des zukünftigen Technologiezentrums, die die Freien Wähler schon vor Monaten moniert haben, immer abgestritten.



    Die Freien Wähler haben einen entsprechenden Antrag bereits gestellt, der Verbesserungen anmahnt. Dieses Problem ist lösbar. Es wäre nur schön gewesen, wenn die Kammer ihre Stimme diesbezüglich schon früher erhoben hätte.
  5. Die IHK fordert eine Quartiersgarage unter dem am Theodor-Heuss-Platz zu errichtenden Neubau, weil der ÖPNV vor allem für Teilnehmer von außerhalb nicht ausreichend sei. Man fragt sich dann doch, wozu wir eine „Mobi-Drehscheibe“ (Bahnhof und Königsplatz!) überhaupt in Angriff nehmen, wenn dann nicht einmal ein Theodor-Heuss-Platz adäquat erreichbar ist.
  6. Ein Verkehrszuwachs durch das neue Bildungszentrum wird nur über die Eserwallstraße erwartet und abgewickelt, so die Aussage der Kammer.Was aber ist mit den Menschen, die aus den südlichen Stadtteilen und dem südlichen Landkreis kommen? Inningen, Göggingen, Schwabmünchen usw.? Glaubt die IHK tatsächlich, dass sie alle über die Stettenstraße kommen? Ist nicht vielmehr Tatsache, dass dann ein bislang intaktes Wohngebiet um die Morell-, Hochfeld-, Von-der-Tann- und Neidhart-Straße mit Verkehr überflutet wird?
  7. Die IHK bietet die Öffnung ihres Parks an – obwohl es in diesem Park Glaskuppeln gibt, nämlich die Oberlichter des darunterliegenden Gebäudetraktes. Wie lange sind diese intakt und wie lange ist der Park dann öffentlich zugänglich?
  8. Warum werden Alternativen nicht nur nicht angedacht, sondern bewusst kategorisch abgelehnt? Warum die kompromisslose und bürgerfeindliche Haltung der IHK: „entweder hier oder gar nicht“?

Alles Antworten, die Stadtregierung und IHK bislang schuldig geblieben sind. Unsere Bürger haben aber ein Recht auf diese Antworten. Wir Freien Wähler fordern diese für sie ein.



FCA vs. Düsseldorf 0:2

Ratlosigkeit in Augsburg. Der FCA konnte am ersten Spieltag der 50. Bundesliga­saison seiner Favoritenrolle nicht gerecht werden und verlor sein Auftaktspiel gegen Fortuna Düsseldorf in der heimischen SGL Arena 0:2. Die Mannschaft von Markus Weinzierl konnte nur in der ersten Viertelstunde überzeugen und verlor im Lauf der Partie im Spiel nach vorne zunehmend an Struktur. Insgesamt war die Vorstellung des FCA eine große Enttäuschung. Kaum Bindung zwischen Abwehr und Angriff, keine Tempowechsel, eine statische Spieleröffnung, ungenaues Passspiel und mangelnde Durchschlagskraft im Strafraum waren die negativen Merkmale im Spiel der Augsburger. Gibt es auch etwas Positives zu berichten? Hat sich Markus Weinzierl in seinem Bundesliga-Debüt als Trainer grobe Fehler geleistet? Die DAZ-Leser warten mit brennender Geduld auf die schonungslose Analyse von Manfred Seiler.



Maxfest findet nicht mehr statt

Maxfest: Patient nach langer und schwerer Krankheit verstorben

Wie gestern im Rahmen der Eröffnung des Augsburger Herbstplärres von Ordnungsreferent Volker Ullrich zu erfahren war, geht die Stadt Augsburg nicht davon aus, dass die so genannten Maxfeste auf der Maximilianstraße fortgesetzt werden. Mit Heinz Stinglwagner (CIA) habe Ullrich diesbezüglich ein einvernehmliches Gespräch geführt. 2011 wurde das Maxfest von der CIA nicht durchgeführt, weil die verschärften Sicherheitsauflagen der Stadt nicht zu bewältigen gewesen sein sollen, so die offizielle Begründung der CIA für die Absage. Dieses Jahr konnte das Ballermann-Fest wegen der Innenstadtsanierung nicht stattfinden. Für 2013 gilt das Gleiche. Der nächstmögliche Maxfest-Termin wäre demnach Sommer 2014. Dann soll eine andere Festreihe starten. „Die Maxfestreihe ist aus meiner Sicht ein überholtes Format”, so Ullrich, der nach der Innenstadtsanierung eine neue Festreihe einführen möchte. Inselartig sollen miteinander verknüpfte Plätze – bis in die Altstadt hinein – für eine höherwertige Festatmosphäre sorgen.



“Ich habe immer von einem gemeinsamen Thema geträumt, an dem alle mitwirken”

Juliane Votteler wird dem Augsburger Stadttheater als Intendantin bis 2017 vorstehen. Davon sollte man ausgehen, trotz diverser Gerüchte. Ihr Engagement für die Interimsspielstätte an der Kasernstraße hat im hohen Maß dazu beigetragen, dass es heute die Brechtbühne gibt – wenn auch mit Verzögerung. Das Thema “Interimsspielstätte” fiel bei der Zweitverwertung des DAZ-Interviews vom 28.5.2010 dem Rotstift zum Opfer. Ungebrochen aktuell sind dagegen Vottelers damalige Antworten auf die Fragen, mit welchen Zielvorstellungen das Theatermachen in Augsburg verbunden sein soll.



Das knapp zweistündige Gespräch verlief teilweise kontrovers, wurde aber durchgängig von der guten Laune, dem lauten Lachen und der konzentrierten Ernsthaftigkeit der Intendantin getragen. An dem Gespräch nahmen fürs Stadttheater auch die damalige Leiterin für Kommunikation und Sponsoring, Ursula Baier Pickartz sowie Pressereferent Philipp Peters teil. Die Fragen für die DAZ stellten Kulturredakteur Frank Heindl und Herausgeber Siegfried Zagler.

v.l.: Kulturredakteur Frank Heindl, Theaterintendantin Juliane Votteler, DAZ-Herausgeber Siegfried Zagler | Fotos: Elena Fijalkowski (mehr …)



Die Grünen wünschen sich ein anderes Theater

„Das Begonnene fortsetzen und noch mehr Vernetzung mit den anderen kulturellen Institutionen der Stadt schaffen“, so Intendantin Juliane Votteler im Mai 2010 im DAZ-Interview. Für die Augsburger Grünen hat diese Fortsetzung offensichtlich nicht stattgefunden. Sie stellten im Juni 2012 ihr „Positionspapier zum Theater der Zukunft“ vor.



Fraktionschef Reiner Erben und die kulturpolitische Sprecherin der Grünen Verena von Mutius vertraten dabei die Ansicht, dass sich die Politik zusammen mit der Stadtgesellschaft darauf verständigen müsse, welches Theater sich die Stadt Augsburg in Zukunft leisten wolle. Erst nach dieser Debatte sollte man die kostenintensive Generalsanierung des Theaters vorantreiben. Die Nutzungsintention solle das Wie und das Wieviel der Sanierung des Stadttheaters bestimmen. Mehr „Tom Dumm“ als „La Traviata“ und mehr „Die Weber von Augsburg“ als „Der zerbrochne Krug“, so in etwa könnte man die Vorstellungen der Grünen auf eine einfache Formel herunterbrechen.

Kernthemen: Interkulturelle Öffnung und kulturelle Bildung

Das Theater müsse identitätsstiftend und integrativ wirken, kulturell bildend und mit den „übrigen Akteuren der Kulturlandlandschaft“ vernetzt sein. Auch Einsparungen beim Stadttheater dürfen nach Auffassung der Grünen kein Tabu darstellen. Es sei nun Aufgabe der Stadtregierung, mit dieser Diskussion zu beginnen. Die Parameter dieser Debatte müsste die Aufgabenkritik der interkulturellen Öffnung und der kulturellen Bildung darstellen.

Damit das Theater diese Arbeit leiste könne, habe sich das Personaltableau zu verändern: „Eine einzige offizielle Theaterpädagogin und ein eigentlich als Assistent des Generalmusikdirektors angestellter Konzertpädagoge können diese Arbeit nicht im geforderten nötigen Umfang leisten.“ Das Theater sei in diesen Angelegenheiten insgesamt zu zögerlich: „Hier muss sich in den nächsten Jahren noch viel entwickeln, damit das Theater auch weiterhin in der Stadt und ihrer Bevölkerung verankert bleibt.“

Ort der Selbstvergewisserung

Das „Prinzip Stadttheater“ stellten die Grünen bei aller Kritik nicht in Frage. „Im Theater werden ethische Fragen, gesellschaftliche Diskussionen oder auch Aspekte der Identität einer Stadt aufgegriffen.“ Die Theaterproduktionen würden Auseinandersetzungen über das Selbstverständnis der Stadtkultur an anstoßen, womit ein Theater auch ein Ort der Selbstvergewisserung einer Gesellschaft sei.

» Das Positionspapier (pdf, 64 kB)