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EM: Auf das Falsche falsch reagiert

Warum Joachim Löw der schlechteste Bundestrainer aller Zeiten ist

Von Siegfried Zagler



Vorab soll festgestellt werden, dass mit Italien die an diesem Abend taktisch, spielerisch sowie kämpferisch bessere Mannschaft ins Finale einzog und dass es in der Regel sehr amateurhaft ist, ein Fußballspiel und Trainerentscheidungen aufgrund einer Fernsehübertragung vom heimischen Sofa aus zu bewerten. Trotzdem steht außer Frage, dass Jogi Löw im EM Halbfinale 2012 gegen Italien wieder einmal eindrucksvoll belegt hat, dass er mit seiner oberflächlichen Denkungsart genau das nicht kann, was er können sollte, nämlich mit Herz und Sachverstand ein Fußball-Team betreuen. Löw ist der schlechteste Bundestrainer aller Zeiten und es ist eine Katastrophe für den deutschen Fußball, dass ein Mann ohne jedes Format für die beliebteste Institution dieses Landes verantwortlich ist.

Fehler eins: Podolski

Es ist an dieser Stelle bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, dass es zu den merkwürdigsten Kapriolen in der Geschichte des Fußballsports zählt, dass ein Fußballer wie Lukas Podolski, dessen Spielweise bereits in den Achtzigern nicht mehr zeitgemäß gewesen wäre, unter Löw zu mehr als einhundert Einsätzen in der deutschen Nationalmannschaft kommt und dass es beinahe als skandalös zu bezeichnen ist, dass diese erstaunliche Betriebsblindheit eines Bundestrainers von der Fachpresse nicht mit Häme gegeißelt wurde und wird. Podolskis Karriere ist ein ähnliches (auch mediales) Missverständnis wie zum Beispiel Karl-Theodor von Guttenbergs Karriere. (mehr …)



Brecht-Festival: Grüne fordern Offenlegung der Zahlen

Die Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen hat nach der Sitzung des Kulturausschusses vom Montag einen Antrag gestellt, der darauf abzielt, dass der Rechnungsabschluss des diesjährigen Brecht-Festivals offengelegt wird.



„Nachdem es schon bei den Besucherzahlen kein transparentes Vorgehen gab, entsteht erneut der Eindruck, dass es beim Brecht-Festival etwas zu vertuschen gibt. Wir wollen jetzt wissen, ob die Gerüchte über ein Defizit in fünfstelliger Höhe zutreffen“, so die Grüne Stadträtin Verena von Mutius, die darüber hinaus die Auffassung vertritt, dass es der Augsburger Kulturszene nicht vermittelbar wäre, wenn dies zutreffen würde und gleichzeitig bei kleinen Festivals im 10.000 Euro-Bereich gekürzt werde. „Würde jetzt ausgerechnet ein nicht von der Sparrunde betroffenes Festival weit höhere Beträge verschlingen, wäre dies ein weiterer Schlag gegen die kleineren Festivals, die in Schwierigkeiten geraten sind“, so Reiner Erben, Fraktionschef der Augsburger Grünen.

„Ein Beleg für die nachlassende Attraktivität des Festivals“

Hintergrund dieser Pressemeldung ist ein „Gerücht“, das der Linke Stadtrat Benjamin Clamroth während der zurückliegenden Kulturausschusssitzung in die Stadtgesellschaft trug. Nach Recherchen der DAZ entspricht dieses „Gerücht“ den Tatsachen. Es soll sich um einen Fehlbetrag von 41.000 Euro handeln. Am Rande der Stadtratssitzung vom Donnerstag war in Erfahrung zu bringen, dass seitens der CSU Kulturreferent Peter Grab und Brecht-Festivalleiter Joachim Lang aufgefordert wurden, das Zustandekommen dieser Unterdeckung zu bestätigen und zu erklären, wie man dieses Defizit heilen wolle. Eine weitere Spitze in Richtung Lang und Stadtregierung ritt Verena von Mutius, indem sie den hohen Fehlbetrag als „Beleg für die nachlassende Attraktivität des Festivals“ bezeichnete und die Verlängerung der Festivalreihe kritisierte: „Angesichts der jetzigen Lage ist es noch unverständlicher, warum CSU und Pro Augsburg den Vertrag mit Herrn Lang verlängert haben, ohne dass dieser eine stimmiges Konzept vorgelegt hat.“