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Der Streit um die Filmtage

Warum mit Peter Grab keine Wahl mehr zu gewinnen ist

Von Siegfried Zagler





Der Schreiber dieser Zeilen war am Rande einer Kulturausschusssitzung im vergangenen Jahr zufällig in der Nähe, als CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle Brecht-Festival-Leiter Joachim Lang abbürstete, weil dieser im Vorfeld der Sitzung Kulturreferent Peter Grab in Sachen Biennale Grünes Licht gab. Das Brecht-Festival hätte nur noch im zweijährigen Turnus stattfinden sollen und Lang wäre damit einverstanden gewesen. „Du gehst jetzt da rein und sagst klipp und klar, dass das für dich nicht Frage kommt“, so Kränzle zu Festivalleiter Lang, der damals meinte, er hätte keine Wahl, da er davon ausging, Grab würde sein Brecht-Festival nach drei Jahren eher komplett streichen als jedes Jahr stattfinden lassen. Nach Informationen der DAZ war Dr. Joachim Lang nicht der einzige Festivalleiter, der dem Biennale-Konzept bereits zugestimmt hatte.

Biennale-Konzept: Zuerst war die CSU dagegen …

Peter Grab hatte sein Biennale-Konzept möglicherweise besser vorbereitet, als man nach dem Desaster annehmen konnte. Selbst die CSU soll, so Grab zur DAZ, zunächst Zustimmung signalisiert haben. Augsburgs mächtigster Kulturpolitiker Bernd Kränzle vertrat jedoch sehr schnell und wenig zurückhaltend die Auffassung, dass das Biennale-Konzept politisch nicht darstellbar sei und wegen eines geringen Spareffektes viel wertvolles Porzellan und lang gewachsene städtische Festival-Strukturen zerdeppert würden. Kränzle setzte sich zusammen mit der CSU und der Opposition und den Kulturschaffenden dafür ein, dass Peter Grabs Biennale-Konzept wieder in der Schublade verschwand. Das war im Spätsommer 2011.

… und dann dafür

Der aktuelle Streit um die Fortführung der Filmtage zeigt, dass Kränzle seitens der Regierungskoalition die Lage damals richtig einschätzte. Das Gerücht, dass Kulturreferent Grab mit dem Koalitionsbruch gedroht haben soll, falls die CSU seinem zweiten Festival-Sparkonzept nicht zustimme, erscheint zumindest plausibel. Wie könnte man sonst den merkwürdigen CSU-Umschwung erklären? (mehr …)



Uni erwirbt einzigartigen Bestand zur jüdisch-liturgischen Musik

Feierliche Übergabe mit Kantorenkonzert am 25. Juni 2012

Am 25. Juni 2012 wird um 18.00 Uhr in der Zentralbibliothek der Uni die Sammlung “Musik in der Synagoge” des Wiener Kantors Robert Singer bei einem Festakt feierlich an die Universitätsbibliothek Augsburg übergeben. Die umfangreiche Sammlung konnte in den Jahren 2010 und 2011 von der UB Augsburg in drei Tranchen mit dem Ziel erworben werden, sie für die Forschung zu erschließen und dauerhaft bereitzustellen. Die Sammlung umfasst rund 20.000 Seiten Noten in gedruckter Form, etwa 2.000 Seiten handschriftliches Notenmaterial (Unikate) sowie knapp 500 Tonträger (Schallplatten, CDs, Tonkassetten), darunter zahlreiche unikale Privatmitschnitte.

Dank der Übernahme der Sammlung Singer verfüge die Universitätsbibliothek Augsburg nun über einen Bestand an jüdisch-liturgischer Musik, der innerhalb Europas ohne Gegenstück sein dürfte und der laut Hohoff “ein riesiges Reservoir für die künftige Forschung wie für die musikalische Praxis des Synagogengesangs darstellt”, so Dr. Ulrich Hohoff, der Direktor der UB Augsburg.



Energiewende: Diskussionsveranstaltung in der Stadtbücherei

“So geht Energiewende!” ist eine Veranstaltung der Grünen Stadtratsfraktion überschrieben, die am 22. Juni um 18 Uhr im S-Forum der Neuen Stadtbücherei stattfindet.



Referent ist Hans-Josef Fell, amtierender energiepolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion und einer der Väter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Augsburger Klimawoche statt, die vom 16. bis 22. Juni läuft.

In seinem Vortrag wird Hans-Josef Fell darstellen, wie die Energiewende gelingen kann, was die einzelnen Bürger/-innen dazu beitragen können und wie die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer hundertprozentigen Versorgung mit Erneuerbaren Energien aussehen könnten. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

So geht Energiewende!

Diskussionsveranstaltung

mit Hans-Josef Fell, MdB

22. Juni um 18 Uhr

Neue Stadtbücherei, S-Forum

Ernst-Reuter-Platz 1


Bild: Photovoltaik auf der Pankratius-Schule in Lechhausen