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Kongress am Park: Die Geschichte eines großen Verlustes

Franz Häußler hat sich in seiner neuen Publikation den Wittelsbacher Park vorgenommen. Es handelt sich um ein Buch, das einen großen Verlust dokumentiert.

Von Siegfried Zagler

Hallen der Gewerbeausstellung 1886 im Wittelsbacher Park

(Bild: Kunstsammlungen und Museen Augsburg)


Nach der Olympiade 1972 erlebte die Stadt München einen wirtschaftlichen Boom und verstand es dabei, ihr selbsterfundenes Image „Weltstadt mit Herz“ zu pflegen. Augsburg blieb eine Kanustrecke und ein Hotelturm – und verfiel zusehends in Agonie. Der Augsburger Hotelturm im Wittelsbacher Park ist deutschlandweit eines der herausragenden Merkmale für städtebauliche Barbarei und Zerstörung eines kulturell hochwertig nutzbaren Stadtgartens. Im Gegensatz zu seinen architektonischen eins zu eins Vorbildern in Chicago entstand der Hotelturm in Augsburg ohne städtebauliches Konzept, das über die Infrastruktur zur Nutzung einer Kongresshalle hinausging. Die Geschichte des Hotelturmes ist eine Geschichte von Firmen-Insolvenzen und menschlichen Tragödien – zwei Augsburger Großunternehmer, Otto Schnitzenbaumer und Hans Glöggler, zerschellten an der in Beton gegossenen Nachkriegs-Hybris einer Ära, die man heute als Industriezeitalter bezeichnet.

Der Abriss des Ludwigsbaues ist eine Ganoven-Geschichte (mehr …)