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Brecht-Festival: „Das Konzept ist kein Konzept“

Auf der Stadtratssitzung am vergangenen Donnerstag wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit der neue Vertrag mit Brecht-Festivalleiter Joachim Lang und der „Kooperationsvertrag“ zwischen Festivalleitung und Theater beschlossen. Auch die so genannte „Konzeption“ für die nächsten drei Jahre Brecht-Festival unter der Ägide von Joachim Lang wurde mit großer Mehrheit vom Stadtrat gegen die Stimmen der Grünen und des Linken Stadtrates Benjamin Clamroth angenommen.

Von Siegfried Zagler

Benjamin Clamroth: "Wer hat die Freikarten bekommen?"

Benjamin Clamroth: "Wer hat die Freikarten bekommen?"


Im öffentlichen Teil leitete eine Stellungnahme Benjamin Clamroths eine hitzige Debatte ein. Clamroth bezeichnete die Angaben der Besucherzahlen als „nicht schlüssig“ und unterfütterte seine Zweifel mit ausverkauften Vorstellungen und den daraus resultierenden Einnahmen, die in der Relation im Widerspruch zu den offiziellen Angaben zu den Gesamteinnahmen stünden. Außerdem kritisierte Clamroth die von Peter Grab im Kulturausschuss verkündeten 1.374 Freikarten: „Wer hat die bekommen?“ Clamroth verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Stadtrat im Dezember einen Bürgerantrag (30 % der Karten für das Brecht-Festival sollen für sozial schwache Bürger zur Verfügung gestellt werden) abgelehnt habe.

„Es wäre sinnvoll, den Festivalleiter nach drei Jahren auszuwechseln”

„Wir haben nicht gesagt, dass Lang eine Fehlbesetzung ist“, so begann Verena von Mutius (Grüne) ihren Vortrag, „dennoch wäre es sinnvoll, den Festivalleiter nach drei Jahren auszuwechseln.“ Das vorgelegte Konzept sei kein Konzept, da es nicht darlege, wohin die nächsten Festivals führen sollen. Der Kooperationsvertrag mit dem Theater mache nach Auffassung der Grünen einen teuren Festivalleiter obsolet, so von Mutius. Ins gleiche Horn blies der Grüne Fraktionsvorsitzende Reiner Erben, der zunächst Rudolf Holzapfel (Pro Augsburg) rüffelte, weil dieser die öffentliche Diskussion nicht wollte. „Wir wollen hier wissen“, so Reiner Erben, ob wir für dieses Konzept einen Festivalleiter brauchen, der 40.000 Euro bekommt.“ Karl-Heinz Schneider (SPD), der am Montag im Kulturausschuss noch seine Inkompetenz in Sachen Brecht einräumte, sprach dagegen von „einem schlüssigen Konzept“, das die vollständige Zustimmung der SPD finde. „Was wollen die Kritiker stattdessen? Da fehlt jede Silbe“, so Schneider, der Lang als einen guten Festivalleiter und die Kritik am Festival als „stumpf“ bewertete.

Kränzle: „Schneider hat in allen Punkten recht“

„Schneider hat in allen Punkten recht“, so der Fraktionschef der Augsburger CSU, Bernd Kränzle, der wie Schneider die Auffassung vertrat, dass man einen Festivalleiter wegen eines Gesamtkonzeptes brauche. „Entscheidend für das Gelingen der zukünftigen Brecht-Festivals ist das Einbinden der gesamten Stadtgesellschaft: von der Uni über die Künstler bis zur Presse“, so Kränzle, der Kulturreferent Grab aufforderte, die Kartenangelegenheit offen zu legen.

"Das wird der Sache nicht gerecht": Kulturreferent Peter Grab

"Das wird der Sache nicht gerecht": Kulturreferent Peter Grab


Peter Grab kam dieser Forderung nur partiell nach. Es mache keinen Sinn, die Zahlen im Stadtrat differenziert aufzuschlüsseln. Sie werden den Fraktionen zugeschickt. „Sie brauchen dann nur die Tabellen anschauen.“ Neben den bereits im Kulturausschuss bekannt gegeben Eckdaten sprach Grab von 1.043 Besuchern im Rathaus bei der langen Brechtnacht, von 509 Besuchern bei der Eröffnung, von 401 Besuchern bei den Fraktionstalks und 389 Besuchern bei der Uraufführung des „Augsburger Kreidekreises“. „Ich verstehe nicht“, so Grab, „warum beim Brecht-Festival die Zahlen so von Bedeutung sein sollen.“ Schließlich gebe es ja auch ein Mozart-Festival mit weniger Besuchern. „Offenbar geht es hier um andere Dinge.“ Grab verwies darüber hinaus auf das 508.000 Euro teure abc-Festival. Die Brecht-Festivals unter Langs Ägide seien „preiswerter“ gewesen, so Grab. Man habe die Besucherzahlen und die Einnahmen erhöht. Und dabei seien 2012 von 42 Veranstaltungen 15 kostenlos gewesen. „Immer nur dagegen sein, kann nicht richtig sein“, so Grab an die Adresse der Grünen. Das werde der Sache nicht gerecht.



Perlachturm wieder geöffnet

Aufgrund der großen Nachfrage und der Beliebtheit der neuen Panorama-Info-Tafeln steht der Perlachturm ab Sonntag, den 1. April wieder für alle Besucher täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr offen.



Der Perlachturm gilt neben dem Augsburger Rathaus als Wahrzeichen der Stadt. Nach rund 260 Stufen ist man ganz oben auf dem Turm angekommen und wird belohnt mit einem eindrucksvollen Blick über Augsburg: Die prachtvolle Maximilianstraße, die Handwerker-Altstadt im Lechviertel und die Türme vom Dom und den Ulrichskirchen sind hoch über den Dächern Augsburgs zu sehen. Von ganz oben kann man den einzigartigen Blick über das gesamte Augsburger Stadtgebiet genießen. Zudem liefern die neuen Panorama-Info-Tafeln Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und touristischen Einrichtungen.

Weitere Informationen:

Regio Augsburg Tourismus GmbH

0821 5 02 07-0


» www.augsburg-tourismus.de



Sonntags auf den Gaskessel

Erst der Aufstieg, dann der Ausblick: 392 Stufen muss überwinden, wer die Sicht von einem der höchsten Bauwerke der Stadt genießen will. 86,4 Meter ist der Augsburger Gaskessel hoch.



Von April bis Ende Oktober 2012 finden jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde Führungen zur Aussichtsplattform des Gaskessels statt, wo sich die Besucher vom imposanten Ausblick beeindrucken lassen können. Wer in den Genuss dieser Höhe kommen will, sollte gut zu Fuß, mit festem Schuhwerk ausgestattet und außerdem schwindelfrei sein. Führungen finden ausschließlich bei guter Witterung statt.

Im Inneren des Gasbehälters können Besucher das von der Uni Augsburg installierte Foucault’sche Pendel besichtigen sowie die Klänge der Orgelinstallation von Jürgen Skriba hören. Die Anmeldung für den Aufstieg ist bis spätestens 15 Minuten vor Beginn am Einfahrtstor in der Augsust-Wessels-Straße 30 möglich.

Eintrittspreise samt Führung:

Erwachsene: 4 Euro, mit KAROCARD 3 Euro.

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: 1 Euro, mit KAROCARD 0,50 Euro.

Familien (zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder): 8 Euro, mit KAROCARD 6 Euro.

Gruppen (zehn bis maximal 19 Personen, nur bei Voranmeldung): 30 Euro.

Der Verein der Gaswerksfreunde bietet zusätzlich jeden Sonntag um 14 Uhr kostenlose Führungen durch das Gaswerksgelände an. Dieses Jahr findet an jedem ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr auch eine spezielle Führung für Kinder statt. Auf Anfrage gibt es Sonderführungen für Gruppen. Weitere Informationen unter www.gaswerk-augsburg.de

Außerdem gibt es für Wagemutige wieder mehrere Termine zum Abseilen vom Gaskessel. Mehr dazu auf der Internetseite www.abseilen-fuer-alle.de.

Foto: Stadtwerke Augsburg / Thomas Hosemann



Einzelhandel im Textilviertel wird beschränkt

Schwer tat sich der Stadtrat am gestrigen Donnerstag mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan “Nördlich der Reichenberger Straße / Berliner Allee” und einer damit verbundenen Veränderungssperre für das Plangebiet.

Einzelhandelszentrum an der Reichenberger Straße: das Fabrikschloss

Überlagert wurde die Debatte über den Bebauungsplan mit der Nummer 423, der die ausufernde Einzelhandelsentwicklung im Textilviertel zwischen Proviantbachstraße, Berliner Allee, Reichenberger Straße und Localbahn in geordnete städtebauliche Bahnen lenken soll, von zwei Bauanträgen des Fabrikschlossbesitzers Anton Lotter für das Fahrrad-Outlet Radlbauer und für eine Erweiterung des Sport-Outlets Förg um 1.670 m2.

Auch die geplante Ansiedlung des Sportfachhändlers Decathlon in Lechhausen, Gegenstand des nichtöffentlichen Sitzungsteils, spielte in die Diskussion mit hinein. Wirtschaftsreferentin Eva Weber tat sich schwer, den Stadträten den Unterschied zwischen den Auswirkungen der geplanten Ansiedlung des Sportvollsortimenters Decathlon in Lechhausen einerseits (laut Einzelhandelsgutachten für den Augsburger Einzelhandel unschädlich) und der Erweiterung des Sport-Outlets Förg im Fabrikschloss andererseits (laut Gutachten schädlich) zu vermitteln. “Sport-Outlet” und “Sportfachmarkt” seien nicht das Selbe, so Weber. Außerdem seien im Fabrikschloss die Flächen für so genannte zentrenrelevante Sortimente ausgeschöpft, in Lechhausen noch nicht. Die Argumentation stieß vor allem bei Stefan Quarg (SPD), aber nicht nur bei diesem, auf Widerspruch.

Radlbauer wird noch genehmigt, Förg-Erweiterung nicht

Bald für Veränderungen gesperrt: Gebiet nördlich der Reichenberger Straße

Für Veränderungen ab sofort gesperrt: Gebiet nördlich der Reichenberger Straße


Nach zweistündiger Debatte und einer halbstündigen Sitzungsunterbrechung fiel das Abstimmungsergebnis letztlich so aus, wie es sich schon vor einer Woche im Bauausschuss abgezeichnet hatte: Mit 53 gegen drei Stimmen der Freien Wähler beschloss der Stadtrat großmehrheitlich die Aufstellung des Bebauungsplans. Mit 52:4 Stimmen wurde eine einjährige Veränderungssperre erlassen, Rechtswirkung: Bauvorhaben und Nutzungsänderungen im Plangebiet können nur noch in Ausnahmefällen und nach Einzelfallabwägung zugelassen werden.

Erstes Opfer der Veränderungssperre wird der noch nicht vollständig eingereichte Bauantrag für die Förg-Erweiterung sein. Ein Kompromissvorschlag der SPD, wenigstens 800 m2 Einzelhandelsfläche für Förg von der Sperr-Regelung auszunehmen, wurde mit 18:38 Stimmen abgelehnt. Die Genehmigung von 3.500 m2 Verkaufsfläche für Radlbauer wird aber noch erteilt und soll am heutigen Freitag ausgestellt werden, wie Baureferent Gerd Merkle erklärte. Zuvor war ein Antrag der Grünen, auch diesen Bauantrag der Veränderungssperre unterfallen zu lassen, mit 49 gegen 7 Stimmen abgelehnt worden.



“Wenn’s um Geld geht: Sparkasse”

Stadtrat verabschiedet Nachtragshaushalt für 2012

Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Linken hat der Stadtrat am gestrigen Donnerstag die 1. Nachtragshaushaltssatzung für den Verwaltungs- und Vermögenshaushalt 2012 erlassen.



“Wenn’s um Geld geht: Sparkasse. Noch nie wurde mir die Bedeutung dieses Werbespruchs so klar wie bei diesem Haushalt”. So begann SPD-Fraktionschef Stefan Kiefer die Aussprache zum ersten Nachtragshaushalt der Stadt Augsburg. Kiefer ließ kein gutes Haar am Haushalt 2012 insgesamt, der am vergangenen Montag den Segen der Regierung von Schwaben bekommen hatte, und bezeichnete ihn als “Flickwerk” und “Mogelpackung”. “Die Voraussetzungen zur Genehmigung des Haushalts liegen eigentlich gar nicht vor, auch nicht in Verbindung mit diesem Nachtrag”, so Kiefer, der damit auch die Aufsichtsbehörde kritisierte.

Die Aufstellung des Nachtragshaushalts war nötig geworden, nachdem sich kurz nach Haushaltsverabschiedung im Dezember 2011 ein 13,5-Millionenloch aufgetan hatte. Der Bezirk Schwaben hatte seine Umlage um 6,3 Mio. Euro erhöht, zusätzlich fielen unerwartet 7,2 Mio. auf der Einnahmenseite durch reduzierte Schlüsselzuweisungen des Freistaats aus. Aus eigener Kraft konnten die Referate die Lücke durch Sparvorschläge in den vergangenen Wochen nur zu zwei Dritteln schließen. Die fehlenden vier Millionen steuert jetzt die Stadtsparkasse Augsburg über eine Gewinnausschüttung zu Gunsten der Stadtkasse bei.

“Teilhabe an den guten Ergebnissen der Sparkasse legitim”

OB Kurt Gribl verteidigte den ungewöhnlichen Finanzierungsweg: “Die Stadtsparkasse ist in der Trägerschaft der Stadt, sie gehört letztendlich den Bürgern”. Als Träger sei die Stadt durch personelle Entscheidungen und die Mitbestimmung der Geschäftspolitik der Stadtsparkasse in der Verantwortung, “im Positiven und im Negativen”, so der Oberbürgermeister. Deshalb sei auch die Teilhabe an den guten Ergebnissen des Finanzinstituts legitim.

Der städtische Haushalt 2012 hat jetzt ein Volumen von 794 Mio. Euro, aufgeteilt in den Verwaltungshaushalt von 672 Millionen und den Vermögenshaushalt, der unter anderem die Investitionen enthält, von 122 Millionen.



Stadträte für Altenheim ohne Möbel



Mit 39 gegen 15 Stimmen der Grünen, Linken, nCSM und Teilen der SPD beschloss der Stadtrat gestern die Aufnahme eines Investitionsdarlehens für die Möblierung der seit kurzem in Bau befindlichen Pflegeeinrichtung in Lechhausen (DAZ berichtete). Gegenüber der DAZ kritisierte Sozialreferent Max Weinkamm das Abstimmverhalten der Möbelgegner als “herrliche Glosse”: “Ich baue ein Haus, aber ich darf es nicht einrichten”. Die Möbelgegner im Stadtrat begründeten ihre Haltung damit, bereits gegen den Bau der Senioreneinrichtung an sich gewesen zu sein.



Solarstromförderung: Linke gegen Änderungen im EEG

Die Linke wird heute im Bundestag gegen die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stimmen. Dies teilte der Augsburger Bundestagsabgeordnete Alexander Süßmair gestern mit.

Der Ausbau Erneuerbarer Energien in Schwaben seit 1999

(Quelle: energymap.info)

Am Mittwoch wurde in verschiedenen Ausschüssen des Bundestags der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reduzierung der Solarförderung abschließend verhandelt. Am heutigen Donnerstag stehen die Änderungen des Gesetzes im Plenum auf der Tagesordnung. Das Gesetz sieht neben den Kürzungen für die Stromvergütung, die stärker als ursprünglich vorgesehen ausfallen, eine massive Verengung des Ausbaukorridors für Photovoltaikanlagen vor.

“Die Koalition bremst damit die Entwicklung der Solarstromerzeugung”, so Alexander Süßmair. Das Herunterfahren des Zubaues bis 2017 auf gerade einmal 900 Megawatt jährlich sei angesichts der positiven und erfreulichen Entwicklung in den letzten Jahren, in denen man Ausbauentwicklungen von über 7 Gigawatt pro Jahr hatte, “ein Witz”.

“Koalition würgt Entwicklung der Photovoltaik ab und schwächt den ländlichen Raum”

Alexander Süßmair

"Ein Schlag unter die Gürtellinie": MdB Alexander Süßmair


Mit der Kürzung der Solarstromförderung würden sich CDU/CSU und FDP als kurzsichtig erweisen, so Süßmair weiter. “Anstatt die Dynamik der Solarbranche in der von der Gesellschaft in weiten Teilen akzeptierten Energiewende zu nutzen und die wichtigen anstehenden Aufgaben anzupacken, dreht sie einer zukunftsorientierten Branche den Hahn ab. Gleichzeitig werden Regionen allein gelassen, die auf Photovoltaik gesetzt haben”. Mit diesem Schritt werde der Energiewende ein heftiger Schlag versetzt. Die schwarz-gelbe Koalition zeige, dass ihr die Interessen der großen Energiekonzerne wichtiger sei als die Menschen.

“Gerade für innovative Handwerker, kleine und mittelständische Unternehmen sowie ihre qualifizierten Beschäftigten in ländlichen Gebieten ist dies ein Schlag unter die Gürtellinie”, so der Augsburger Bundestagsabgeordnete, der heute gegen den Entwurf der Regierung stimmen will.

Die Linke fordert statt dessen “eine Fortsetzung des ambitionierten Photovoltaik-Ausbaus” sowie eine schnelle und effiziente Anpassung der Stromnetze und der Regelungs- und Speichertechnik. In Deutschland arbeiten derzeit ca. 100.000 Menschen in der Solarbranche, in Schwaben etwa 3.000. Weitere rund 7.000 schwäbische Arbeitsplätze hängen vom Anlagenbau ab.

» Schwäbische Unternehmen wehren sich gegen Kürzung der Solarstromförderung



Neue CSM äußert sich zu einem Sportschau-Bericht

Vor dem Bericht der ARD Sportschau über das Bundesligaspiel Bremen vs. FCA am vergangenen Samstag sendete das „Erste“ ein kurzes Feature über ein langes Bremer Wochenende einiger FCA-Fans in Bremen. „Wir von der neuen CSM-Fraktion begrüßen diese positive Berichterstattung über die FCA-Fans aus der Friedensstadt Augsburg“, so die neue Rathaus-Fraktion in einer Pressemitteilung.

Im Rahmen des Projektes „Augsburg Calling“ buchten FCA-Fans für 150 Euro ein dreitägiges Touristenpaket in der Hansestadt. Am Freitagabend startet das von Werder-Fans kuratierte „Sorglos-Wochenende“ mit einer Führung durch das Weserstadion und anschließender Altstadtkneipentour. Am Samstag führten Werder-Fans die Augsburger durch die Bremer Innenstadt und anschließend fuhren die beiden Fan-Gruppen per Fähre zum Bundesliga-Spiel ins Weserstadion. Der Fan-Party im Anschluss an das Spiel folgt am Sonntag ein Abschluss-Frühstück im Ostkurvensaal. Ein ähnliches Programm organisierten FCA-Fans für eine Bremer Fan-Gruppe in Augsburg vor und nach dem Hinspiel.

„Dieses harmonische Bild von sonst konkurrierenden Fans sieht man sehr selten im Fernsehen“, so die Fraktionsvorsitzende Claudia Eberle. Weiter heißt es im Text: „Zeigt uns das Fernsehen meistens nicht randalierende und wild um sich schlagende Hooligans? Nicht so aus Augsburg.“ – „In Augsburg herrscht eine friedliche Fankultur, wie es zu einer Friedensstadt gehört“, so Dr. Tsantilas, kulturpolitischer Sprecher der nCSM.

„Der Ton macht die Musik“

Immerhin hat das Statement einen intellektuellen Bruch: „Was hat nun das friedliche Fanauftreten mit der Stadtpolitik zu tun, werden Sie sich fragen?“, so der auktoriale Erzähler dieser Pressemitteilung, die im folgenden O-Ton auf einen bereits von der 80er-CSM verwendeten ähnlichen Slogan zusteuert: „Die neue CSM-Fraktion im Augsburger Stadtrat hat sich als Leitbild neben dem christlichen Menschenbild auch den respektvollen Umgang miteinander und mit den Bürgerinnen und Bürger auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollen alle Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und friedlich mit den Menschen diskutieren und sie von unseren Zielen für Augsburg überzeugen“, so Claudia Eberle. Denn unser Slogan heißt nicht umsonst: „Der Ton macht die Musik!“



Bundeswehr raus aus den Schulen



 

Am 28. März 2012 fand in der städtischen Berufsschule 1 eine Informationsveranstaltung der Bundeswehr statt. Ein junger Pazifist verweigerte die Teilnahme an diesem Rekrutierungsversuch und brachte damit zum Ausdruck, was derzeit bei vielen Menschen im Kopf vorgeht: “Bundeswehr raus aus den Schulen”.

DIE LINKE im Kreis Augsburg solidarisiert sich mit dem jungen Mann und nahm diesen Fall zum Anlass, sich in einem offenen Brief an den Schulleiter zu wenden, um für eine Beendigung der Kooperation zwischen der Berufsschule 1 und der Bundeswehr zu appellieren:

Sehr geehrter Herr Sporer,

wir wenden uns in diesem offenen Brief an Sie mit dem Appell aber auch der Bitte, die Kooperation der von Ihnen geleiteten Schule mit der Bundeswehr zu beenden! Bereits seit geraumer Zeit scheinen Sie es zu dulden, dass unter Nichtbeachtung des Beutelsbacher Konsenses Jugendoffiziere der Bundeswehr an Ihrer Bildungseinrichtung Rekrutierungsversuche unternehmen.

Seit dem Jahre 2005 arbeitet die Bundeswehr im gesamten Bundesgebiet verstärkt an Vereinbarungen mit Schulen, stellt Jugendoffiziere dafür ab und bietet Unterrichtsbesuche an. Darüberhinaus startete sie eine Kampagne mit den sogenannten „Karriere-Trucks“, die auf öffentlichen Plätzen und Schulhöfen halt machen und die Bundeswehr als vermeintlich sicheren Arbeitsplatz anpreisen. Die jeweiligen Landesregierungen weisen die Entscheidungsverantwortung von sich und erklären, das sei Befugnis der Schulleiterinnen und Schulleiter. Deshalb senden wir Ihnen, Herr Sporer diesen Brief.

Der Beutelsbacher Konsens von 1976, der sehr sinnvolle Maximen pädagogischen Handelns beschreibt und Ihnen als Pädagoge sicher bekannt ist, erwartet von Schulen, ihre Arbeit an drei Grundsätzen auszurichten.

  1. Überwältigungsverbot.
  2. Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen.
  3. Der Schüler muss in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren.

Eine Kooperation mit der Bundeswehr, in der Art, wie sie unter anderem am 28.03.2012 in Ihrer Schule stattfand, widerspricht zweien davon in aller Deutlichkeit. Die Bundeswehr führt ihre Werbungsveranstaltungen nicht kontrovers durch, sie beschränkt sich auf Informationen und Fakten, die ihre eigenen Ansichten untermauern. Unkommentiert ist so etwas als verpflichtendes Unterrichtsmittel mit Blick auf den Beutelsbacher Konsens nicht hinnehmbar.

Problematisch sind auch die Karriere-Veranstaltungen, die die Bundeswehr als guten und sicheren Arbeitsplatz präsentieren. Die Jugendlichen wachsen heute in einer Realität auf, in der sie hunderte Bewerbungen mit Absagen zurückgeschickt bekommen. Nun lockt die Bundeswehr mit Stellenangeboten an „interessanten Orten“, mit kostenlosen Führerscheinen und einem allgemeinen Abenteuercharakter.

Das wird vielen verlockend vorkommen. Jedoch fällt kein Wort über die Realität der Soldaten, über Verwundung, über den Befehl, Menschen zu erschießen oder den eigenen Tod. Das ist unehrlich, unausgewogen und nicht mit Grundsätzen der Pädagogik vereinbar.

Wenn die Bundeswehr eingeladen wird, so müssten auch immer pazifistische Gruppen und Deserteure eingeladen werden.

Wir bitten also Sie, als Schulleiter, die Kooperation mit der Bundeswehr abzubrechen.

Hochachtungsvoll

Frederik Hintermayr

DIE LINKE. Kreisverband Augsburg



Kulturpark Mitte

Es wird doch – auch in der sogenannten „Hoch- oder E-Kultur“ entwickelt sich ein magisches Kultur-Dreieck.

Johannes Althammer

Johannes Althammer


Wenn die Ansiedlung der Hochschule für Musik in der Grottenau Wirklichkeit würde, könnte sich ein Zentrum für Literatur, Musik und Theater entwickeln, das unsere Innenstadt und den entstehenden Fugger-Boulevard zu einem lebenden Zentrum für Kultur macht.

Mit der Neuen Stadtbücherei, der Staatsbibliothek, der Hochschule für Musik, dem Theater und der neuen Brechtbühne rückten die klassischen Sparten nah zusammem und mit einer entsprechenden offenen Gestaltung einer Gartenanlage und der Verwirklichung von Konzerträumen könnte die Hochschule für Musik zum neuen Herz für viele Kulturfreunde werden.

Wir werden alles tun, dass es so kommt und laden alle Kulturschaffenden und Liebhaber ein, sich unserer Vorstellung anzuschließen und den „Kulturpark Mitte“ mit Leben zu erfüllen.



Johannes Althammer

Sprecher des Arbeitskreises Kultur und Urbanes Leben PRO AUGSBURG