DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
DAZ-Archiv - www.daz-augsburg.de

Stadtwerke erhöhen Strompreis

Ursächlich sind staatliche Umlagen, höhere Netzgebühren und EU-Vorschriften

Auf die privaten Stromkunden der Stadtwerke Augsburg kommen nach eineinviertel Jahren Preisstabilität rund sieben Prozent höhere Stromkosten zu. Die Kilowattstunde wird ab dem 1. April um 1,27 Cent mehr kosten, der Grundpreis steigt um 1,19 Euro pro Monat.

Screenshot Webseite Stadtwerke

Screenshot Webseite Stadtwerke


Dies meldeten die Stadtwerke gestern. Laut Stadtwerke-Berechnung bedeutet das für einen durchschnittlichen Haushalt mit 2.400 Kilowattstunden Jahresverbrauch eine monatliche Kostensteigerung von rund 3,70 Euro. Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Claus Gebhardt führt die Preisanhebung ausschließlich auf Kostensteigerungen zurück, die die Stadtwerke nicht zu vertreten haben. So gebe es seit Jahresbeginn eine staatlich festgelegte neue Umlage für besonders energieintensive Industriebetriebe. Großverbraucher würden dabei von den Netzgebühren befreit und die Kosten auf die Allgemeinheit und damit auch auf die Privathaushalte umgelegt. Bundesweit gehe es allein im Jahr 2012 um einen Betrag von 440 Millionen Euro. “Für uns sind diese Umlagen durchlaufende Posten und insbesondere Stadtwerke werden hier ein weiteres Mal als Inkassobüros des Staates missbraucht”, so Gebhardt.

50% der Preiserhöhung betrifft die Nutzung der Leitungsnetze

Auch die von der Bundesnetzagentur geregelten Netznutzungsgebühren wirken sich verteuernd aus. So hätten sich die Preise für die Netze außerhalb Augsburgs verteuert. Zum anderen würden ab heuer Rückvergütungen wegfallen, die die Bundesnetzagentur in den vergangenen beiden Jahren wegen zu hoch veranschlagter Netzgebühren in den Jahren 2005 und 2006 gewährt hatte.

Ein weiterer Teil der Preisanpassung geht auf das Konto von EU-Vorschriften: Die von der EU ausgehende strenge Trennung von Netzbetrieb und Energielieferant innerhalb des Stadtwerke-Konzerns habe in den vergangenen Jahren Millionen-Investitionen in der Verwaltung nötig gemacht. “Wir benötigen im Abrechnungsbereich dadurch dauerhaft rund 20 Prozent mehr Personal”, so Gebhardt. Zur Deckung müssten die Stadtwerke nach vier Jahren Preiskonstanz den Grundpreis um 1,19 Euro auf 7,74 Euro pro Monat anheben.



Brechtfestival: Gesprächsrunde „Der neue alte Brecht“ fällt aus



„Ohne Brecht wäre ich wahrscheinlich Mathematiker geworden“ – so Manfred Wekwerth. „Brechts Schaffen prägte das Leben des ehemaligen Intendanten (…) am Berliner Ensemble entscheidend. Im Gespräch wird Vertrautes bestätigt und Unbekanntes hervorgebracht werden“, so die Ankündigung im Programmheft des Festivals. Nach Marianne Faithfull muss das diesjährige Brechtfestival nun die Absage des zweiten Hochkaräters verkraften: Prof. Dr. Manfred Wekwerth sagte die Gesprächsrunde „Der neue alte Brecht“ am Sonntag, den 12. Februar 2012 wegen Krankheit ab. Wekwerth, der einer der engsten Mitarbeiter Brechts war, wurde für seine künstlerische Arbeit vom DDR-Regime hoch dekoriert und soll für die Stasi ab 1965 als geheimer Informant tätig gewesen sein. Die Veranstaltung fällt ersatzlos aus. Bereits erworbene Karten können ab sofort zurückgegeben werden. Die Erstattung des Kartenpreises erfolgt gegen Vorlage der Originalkarten an den beiden Vorverkaufsstellen (Stadttheater und Buchhandlung am Obstmarkt).

Visitenkarte Manfred Wekwerth, 1988 (Foto: SpreeTom)