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FCA vs. Hoffenheim 2:2

Von Jochen Mack

Nach einem kämpferischen Spiel schienen die Spieler des FCA nicht zu wissen, ob sie sich über den gewonnen Punkt freuen oder über zwei verlorene ärgern sollen. Eines ist aber sicher: Die Mannschaft der TSG Hoffenheim enttäuschte auf der ganzen Linie und hätte sich vor 22.500 Zuschauern über eine Niederlage nicht beschweren dürfen.



Hoffenheim begann stürmisch – es schien als wollten sie den Augsburgern gleich zeigen, wer Herr im Hause ist. Nach etwa zehn Minuten befreite sich der Tabellenvorletzte. Er spielte in fast unveränderter Formation wie gegen Kaiserslautern. Nur Ndjeng begann an der Stelle von Daniel Brinkmann. Wie schon in den letzten Spielen hatte der FCA die erste Großchance: Thorsten Oehrl tauchte allein vor dem wieder starken Torhüter Tom Starke auf, dieser parierte aber großartig.

In der Folgezeit spielte sich ein Großteil des Spiels im Mittelfeld ab. Hoffenheim fiel vor allem durch eine harte Spielweise und durch wenig konstruktive Angriffsbemühungen auf. Augsburg spielte konstruktiver nach vorne und deshalb war auch die Augsburger Führung in der 30. Minute verdient. Nach einem langen Pass lag der Ball vor Sascha Mölders, der ohne groß zu fackeln aus kurzer Entfernung das erlösende Tor erzielte.

Ausgleich aus dem Nichts

In der Folgezeit zog sich der FCA etwas zurück und wartete auf Konter. Trotzdem fiel der Hoffenheimer Ausgleich aus dem Nichts. War die Abwehr bis dahin gut gestanden, entwischte Peniel Mlappa, nach einem grandiosen Steilpass von Salihovic, und überwand mit einem gefühlvollen Heber nicht nur Simon Jentzsch, sondern auch die mitgelaufenen Abwehrspieler. Hoffenheim versuchte noch vor der Pause nachzulegen, blieb aber ohne Erfolg, so dass die Spieler mit einem für Hoffenheim schmeichelhaften 1:1 zum Pausentee gingen.

Nach der Pause begann die stärkste Phase der Hoffenheimer. Ein Angriff um den anderen rollte auf das Tor von Simon Jentzsch, auch wenn es kaum nennenswerte Großchancen gab. Für das Angriffsspiel der Kraichgauer war symptomatisch, dass sie nur über einen Elfmeter zum Erfolg kamen. Callsen-Bracker berührte am Strafraumeck Firminio, der diese Einladung annahm und spektakulär zu Boden ging. Schiedsrichter Wingenbach entschied sofort auf Elfmeter, den Salihovic zum 2:1 hart und über die Unterkante der Latte verwandelte. (51.).

Gelungenes Debüt von Koo

Jetzt nahm der FCA das Heft wieder in die Hand und erreichte eine optische Überlegenheit. Allerdings blieben die Bemühungen ohne Erfolg. Der entscheidende letzte Pass erreichte nicht das Ziel, so dass auch vielversprechende Situationen verpufften. In der 61. Minute feierte Ja-Cheol Koo sein Debüt im Dress des FCA. Er spielte mit erstaunlichem Selbstbewusstsein, eroberte viele Bälle und brachte neuen Schwung ins Spiel.

Nachdem die Augsburger aus dem Spiel nicht zu den zwingenden Chancen kamen, waren auch sie auf eine Standardsituation angewiesen. Nach einer Ecke vom wieder starken Daniel Baier köpfte Sebastian Langkamp, einer der besten Spieler auf dem Platz, in der 72. Minute unhaltbar für Tom Starke ins Tor. TSG-Keeper Starke konnte den wuchtigen Kopfball nicht abwehren.

Augsburg mit stärkerem Siegwillen als Hoffenheim

Danach folgte die eigentliche Überraschung des Spiels: Während das ganze frierende Stadion auf einen Sturmlauf der Hoffenheimer wartete, dominierten die Aufsteiger aus Augsburg das Spiel. Sie schienen die drei Punkte mehr zu wollen als die mit großen Namen bestückten Nordbadener. Etwas Zählbares kam aber nicht dabei heraus, so dass sich die Mannschaften mit einem 2:2 trennten.

Bezeichnend für die Atmosphäre im Stadion: In der 85. Minute wollte der Fanblock die Fans zum Aufstehen für Hoffenheim motivieren. Aber kaum einer machte mit, immer wieder waren Pfiffe über verunglückte Aktionen zu hören.

Auch in den Gesprächen danach war zu spüren, dass die Fans mit der Spielweise ihrer Mannschaft unzufrieden sind. Wenn die These stimmt, dass das Projekt Hoffenheim am Scheideweg steht (siehe Vorbericht der DAZ), dann ist nach diesem Spiel zu konstatieren, dass die Mannschaft enttäuschte und das Publikum die Mannschaft nicht bedingungslos unterstützte. Falls der als „Konzepttrainer“ von St. Pauli geholte Holger Stanislawski eine Vorstellung für eine Spielweise seines Teams haben soll, im Spiel gegen Augsburg hätten die Spieler dieses gut getarnt.

Der FCA zeigte eine kämpferische Partie und schaffte es in einem Auswärtsspiel, einen Rückstand wettzumachen. Das macht Hoffnung für die nächsten Spiele.

FCA: S. Jentzsch – P. Verhaegh; S. Langkamp; M. de Jong; J. Callsen-Bracker; – H. Hosogai; T. Oehrl; D. Baier; T. Werner; M. Ndjeng; – S. Mölders.

Tore:

0:1 Mölders (31.)

1:1 Mlapa (38.)

2:1 Salihovic (51.)

2:2 Langkamp (72.)

Eingewechselt: J. Koo (61.); D. Brinkmann (88.).

Ausgewechselt: T. Werner (61.); M. Ndjeng (88.).



Der Autor



Jochen Mack ist Theologe und Pädagoge. Er arbeitet als PR-Berater unter anderem für die Grünen in Augsburg, für den SkF Augsburg und für das Grenzenlos-Festival.