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manroland: Das Insolvenzverfahren ist eröffnet

Das Amtsgericht Augsburg hat am gestrigen Mittwoch, 1. Februar, das Insolvenzverfahren der manroland AG eröffnet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider wurde im Rahmen des Beschlusses zum Insolvenzverwalter bestellt.



Erfreut zeigte sich Schneider gestern darüber, dass rund 55 Prozent der Arbeitsplätze des insolventen Unternehmens durch eine Investorenlösung – der Standort Augsburg ging dabei an die Lübecker Unternehmensgruppe Possehl – gerettet werden konnten (DAZ berichtete). Trotzdem sei “jede Kündigung eigentlich eine zu viel”. Schneider hob ferner die “konstruktive Zusammenarbeit” mit dem Generalbevollmächtigten der manroland AG, Dr. Frank Kebekus in den vergangenen Wochen hervor. Das erreichte Fortführungskonzept sei “eine gute Teamleistung” gewesen. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat Dr. Kebekus den Antrag auf Eigenverwaltung zurückgezogen und gibt sein Mandat bei der insolventen manroland AG ab.

Zeitgleich mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens erging an die Mitarbeiter, die nicht in eine der Folgegesellschaften übernommen werden, das Angebot, für einen Zeitraum von sechs Monaten in so genannte Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften (BQG) einzutreten. Ziel ist dabei eine möglichst hohe Vermittlung in neue Arbeitsverhältnisse. Die Bezahlung in den BQG liegt bei 80 Prozent des ursprünglichen Nettogehaltes.

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Trotz Dauerfrost: Berufsfeuerwehr Augsburg warnt vor Betreten von Eisflächen

Auch nach den ersten frostigen Tagen besteht beim Betreten von Augsburgs Eisflächen Lebensgefahr. Darauf wies gestern die Berufsfeuerwehr Augsburg hin und bat um Unterstützung der Medien.



Wer beobachtet, wenn jemand ins Eis eingebrochen ist, soll sofort einen Notruf mit möglichst genauer Ortsangabe absetzen. Hierfür stehen auch neun Notrufsäulen an Augsburger Gewässern zur Verfügung: vier am Kuhsee, drei am Ilsesee und jeweils eine am Autobahnsee und in der Nähe der Kanustrecke am Eiskanal. Eingebrochenen Personen darf man sich nur flach liegend, wenn möglich auf einem Brett, einer Leiter o.ä. nähern, so die Feuerwehr. Zur Beurteilung der Tragfähigkeit von Eisflächen verweist die Feuerwehr auf ein Merkblatt des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft. Demnach sollen Eisflächen für Menschenansammlungen erst ab einer Dicke von 15 cm freigegeben werden.

» “Beurteilung der Tragfähigkeit von Eisflächen”, Merkblatt (pdf 197 kB)



“Architekturfilm und Jazz” erinnert an Frank Lloyd Wright

Die Veranstaltungsreihe “Architekturfilm und Jazz” des Architekturforums Augsburg geht am Montag, 6. Februar in die zweite Runde.



Der Abend startet um 19 Uhr im Thalia Kino am Obstmarkt mit einem Film über den Architekten Frank Lloyd Wright (Eintritt 5 Euro). Wright ist die Architekturikone Amerikas der Neuzeit und vergleichbar mit Le Corbusier, Mies van der Rohe und Walter Gropius. Wright gelang es, eine unabhängige Architektur des neuen Kontinents zu etablieren. Er erschuf erstmals den Begriff des „Organischen Bauens“. Seine so genannten Prairie Houses sollten Ausdruck des amerikanischen Geistes von Demokratie, Pioniergeist und Zusammenhalt sein. Das wichtigste Element war die Feuerstelle als Treffpunkt der Gemeinschaft, um den herum sich das Gebäude entwickelt. Nach dem Film gibt es im Kaffeehaus im Thalia bei freiem Eintritt Live-Jazz mit dem Jazz-Trio „We remember Chet“.

Grafik: Architekturforum Augsburg



Nomen est Omen

Kommentar von Siegfried Zagler

Wir haben in Augsburg einen Brechtshop (Buchhandlung am Obstmarkt), eine Brecht-Fußballmannschaft (Brecht-Boys), Brechts Bistro gegenüber dem Brechthaus, eine Brecht-Forschungsstelle und ein Brechtfestival, dessen Leiter versprochen hat, ab 2013 nach höheren Weihen zu streben. Augsburgs Tourismus-Direktor Götz Beck träumt immer lauter von einer  „Brechtmeile“ und im städtischen Kulturausschuss war kürzlich die Rede davon, dass Brecht von der „Kälte der Intellektualität“ herunter geholt wurde, und somit in der „Breite der Sinnlichkeit“ angekommen sei. – Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man sich schwer gegen die Behauptung wehren, dass die Stadt  Augsburg eine Image-Kampagne für eine neue Dachmarke entwickelt. So liest sich zumindest der Beschlussvorschlag zur „Weiterentwicklung des Brechtfestivals“. Die Stadt, so scheint es, hat Brecht als Label entdeckt.

Und nun soll der Theatercontainer Brecht im Namen führen. Dagegen wäre am wenigsten einzuwenden. „B-Box“, wie Intendantin Juliane Votteler in der zurückliegenden Werkausschusssitzung zu Protokoll gab, ist der aktuelle „Arbeitstitel“ der Theaterleitung, die es gerne sähe, wenn bei der „Befragung der Bevölkerung“ Bezug auf Brecht genommen würde. „B-Box“: Eine gute Idee. Aber womöglich zu kurz gesprungen – im Sinne von Kulturreferent Peter Grab, dessen Vorschlag, dass man mit dem Selbstbewusstsein einer großen Stadt an die Namensfindung herangehen solle, wohl mit einer vagen Zukunftsvision in Verbindung zu bringen ist.

Ergo wäre es angemessener, den in der Planungsphase umstrittenen Container „Brecht-Theater“ zu nennen. Diese Bezeichnung wäre als Versprechen zu deuten, besser: als Verheißung in Augsburg ein intensives Kapitel in Sachen Brecht-Rezeption aufzuschlagen. Brecht als Programm, eines das möglicherweise eine schlagkräftige Antwort auf die Frage birgt, welches Theater in dieser Stadt zukunftsfähig ist. “Brecht-Theater”: Damit wäre eine nachhaltige Auseinandersetzung mit dem Werk Brechts als kulturpolitische Zielvorstellung formuliert und möglicherweise dem Jahrmarkt-Rummel um Augsburgs großen Lyriker und Theatermann die Stirn geboten.

Es gibt allerdings noch einen zweiten Grund, die kindische Bürgerbefragung in Sachen Namensfindung für die Interimsspielstätte abzublasen. Diese besitzt nämlich längst einen Namen: „Container“. Das Bauwerk solle danach schreien, dass es wieder verschwinden muss. So der für die Grundlagenermittlung bezüglich der Theatersanierung verantwortliche Architekt Jörg Friedrich. Der „Container“ ist unter dieser Bezeichnung ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Als notwendige Zwischenlösung, die die Gesamtsanierung des Theaters erst ermögliche. Ohne Container keine Sanierung, so ist dem Stadtrat und der Stadtgesellschaft die „B-Box“ verkauft worden. Aus diesem Zusammenhang heraus ist der Container „aufgrund einer Frage eines Journalisten“ (Finanzreferent Hermann Weber; gemeint war DAZ-Herausgeber Bruno Stubenrauch) in das 45prozentige Förderprogramm des Freistaates aufgenommen worden. Der Container ist Bestandteil der geplanten Gesamtsanierung des Augsburger Stadttheaters. Ein Nutzbau, der auf einen großen Plan verweist. Das sollte man ernst nehmen.