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Universität und Augsburg – ein apartes Nebeneinander



 

Es ist leider so: Die meisten Augsburger kennen ihre Universität nur dem Namen nach. Die gewaltigen Ausmaße der Lehr- und Forschungsgebäude erschließen sich – mit Start an der 3er-Straßenbahnhaltestelle – allenfalls durch einen ausgedehnten Spaziergang.

Der Kernbereich ist als „Campus-Universität“ der Anlage eines Zisterzienser-Klosters nachempfunden worden – man hat das in den 70er Jahren bewusst so geplant. Die letztlich nicht gewollte Konsequenz: Stadt und Universität leben in höchst unphysiologischer Abgeschiedenheit nebeneinander her. Adäquate Bemühungen vorausgesetzt würde man eine der Wurzeln für dieses gegenseitig wenig nützliche Nebeneinander im klerikalen fürstbischöflichen Erbe finden. Die Gründung der Universität Augsburg war nichts anderes als dessen Modernisierung und Zusammenfassung.

Was damals für richtig gehalten wurde, muss an Maßstäben der Gegenwart gemessen nicht zwangsläufig auch heute noch richtig sein. Inzwischen sind Industrie-Geschichte und –Gegenwart dieser Stadt zu ihrem Recht gekommen: Die Universität hat mit den Bereichen Festkörperphysik, Ressourcen-Management, Informatik und dem Institut für „Software and Systems engineering“ Standbeine erhalten, die sie in die Arbeits- und Industrielandschaft von Augsburg und „Greater Augsburg“ integrierbar bzw. genau genommen integrationspflichtig macht.

Die Stadt Augsburg trägt dem Rechnung und beteiligt sich am Uni-Campus erstmals in der Universitätsgeschichte nicht nur passiv, sondern auch investiv durch hohe Investitionen in den Bau eines Technologie- bzw. Innovations-Zentrums: Zusammen mit den Instituts-Neugründungen durch die DLR- und die Frauenhofer-Gesellschaft wird ein Industrie-Service-Cluster mit denkbar ehrgeizigen Zielen in der Carbon- und Composite-Technologie nach vorne gebracht.

Umgekehrt gilt das Gleiche: Es ist an der Zeit, die Universität auch in der Mitte der Stadt ankommen zu lassen. Was böte sich da besser an als die Geisteswissenschaften, die in all ihren Ausrichtungen entschieden besser und für beide Seiten nutzbringend in die Stadtgesellschaft eingebunden werden und dort auch präsent sein sollten. Glücklicherweise gibt es zahlreiche, höchst unterschiedliche Vernetzungs-Chancen.

Was diese angeht, steht als erster Silberstrahl am Horizont die StaBi (Staats- und Stadtbibilothek). Ein zweiter zeichnet sich bereits ab: Endlich werden Umzug und Neuaufbau des Stadtarchivs real. Beide Institutionen sind eine ideale Basis für die Kooperation zwischen Stadt und Universität. Als Arbeitsgebiete bieten sich förmlich an: Bei der Stadt angesiedelte Forschungsstellen könnten in die Universität integriert oder in sie übertragen werden. Die Einrichtung von Stiftungs-Professuren für kontinuierliche und wechselnde Projekte läge auf der Hand. So wäre als ständige Einrichtung eine BB-Forschungsstelle vorzusehen. Andere Themen wie die Bearbeitung der jüngeren Geschichte der Migration drängen sich geradezu auf. Sie könnten von der Stadt auf die Universität immer dann übertragen werden, wenn in der Stadtgesellschaft unter diesem Aspekt längerfristig oder aktuell wichtige neue Fragestellungen auftauchen.

Gez. Prof. Dr. Rolf Harzmann, Dr. Werner Lorbeer



FCA: Rettig geht

Andreas Rettig wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und verlässt Augsburg zum Saisonende. Andreas Rettig hat sich um den FCA und die Stadt Augsburg und die Region verdient gemacht”, so kommentierte Vorstandschef Walther Seinsch Rettigs Entscheidung. Rettig hatte zuvor bei Bayer Leverkusen, dem SC Freiburg und dem 1. FC Köln gearbeitet.  Aus rein persönlichen Gründen habe er den Vertrag nicht verlängert, so Rettig in einer Vereinsmitteilung.



Baurecht für den Hauptbahnhof

Mobilitätsdrehscheibe Augsburg nimmt wichtige Hürde

Der Weg für die Untertunnelung des Hauptbahnhofs mit einer Straßenbahntrasse ist frei. Am gestrigen Dienstag übergab die Regierung von Schwaben den Planfeststellungsbeschluss an den Träger des Vorhabens, die Stadtwerke Augsburg.

Die Pläne zum Beschluss: Der Bahnhof und alle Bahngleise werden in Ost-West-Richtung von einem zweigeschossigen Tunnel für Fußgänger und Tram unterquert (Grafik zum Vergrößern anklicken).

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Stadtwerkechef Norbert Walter und Vertreter der Deutschen Bahn AG stellten gestern die Termine und Kosten des Gemeinschaftsprojekts vor, das einmal den Schienenregional- und Fernverkehr mit der Straßenbahn zu einem modernen Drehkreuz verknüpfen soll.

98,5 Millionen Euro auf Basis heutiger Baupreise wird der Bahnhofsumbau verschlingen. Gut 55 Millionen schießen Bund und Land zu, 20,7 Mio. trägt die DB AG. 20,2 Mio. beträgt der Eigenanteil der Stadtwerke und 2,2 Mio. kommen von der Stadt Augsburg. Die Zuschüsse stellen keinen Fixbetrag dar, sondern errechnen sich mit 83% der tatsächlich anfallenden zuwendungsfähigen Kosten, wie Norbert Walter erklärte.

Nicht enthalten in der Kostenschätzung sind weitere 3,8 Mio. für neue Fahrtreppen und 7,5 Mio. für eine unterirdische Wendeschleife für die Tram, beides ebenfalls gefördert mit 83% der zuwendungsfähigen Kosten. Für die Wendeschleife wollen die Stadtwerke im April 2012 ein Planänderungsverfahren zum gestrigen Planfeststellungsbeschluss in die Wege leiten.

Bahnsteig F wird bis 2014 gebaut

Pressekonferenz im Stadtwerkesaal (v.l.): (DB Netz), OB Kurt Gribl, Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Walter, Karl-Heinz Ferstl (DB Station und Service)

Pressekonferenz im Stadtwerkesaal (v.l.): Volker Hentschel (DB Netz), OB Kurt Gribl, Norbert Walter (Stadtwerke), Karl-Heinz Ferstl (DB Station und Service)


Ebenfalls nicht in den Kosten von knapp 100 Millionen enthalten ist der Neubau des Bahnsteigs F für den Schienenregionalverkehr. Für dieses Vorhaben ist die DB allein zuständig. Baubeginn soll Ende 2013 sein, Fertigstellung Ende 2014, so Volker Hentschel von der DB Netz, der die Wichtigkeit des neuen Bahnsteigs auch für den Bahnhofsumbau erläuterte: Dadurch werde ermöglicht, sukzessive jeweils ein Gleispaar für die Untertunnelung stillzulegen, ohne die Menge des Verkehrs verändern zu müssen; nur die Gleisbelegung ändere sich.

Baustart für das Jahrhundertprojekt wird der August 2012 sein. Dann beginnt die Errichtung der Tram-Tunnelrampe in der Halderstraße. “Wir segeln damit im Windschatten des Kö-Umbaues”, so OB Kurt Gribl. Bis zur Fertigstellung des Königsplatzes ist nämlich die Linie 3 nach Pfersee ohnehin unterbrochen. Nach vorbereitenden Maßnahmen, die im Jahr 2013 ablaufen, wird es ab 2014 richtig ernst: Dann startet die Untertunnelung der Bahngleise. Bis spätestens 2019 soll und muss die Maßnahme abgeschlossen sein. Dann läuft nämlich die Fördermöglichkeit nach dem “Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden” (GVFG) aus.

Genehmigungsverfahren ab April 2012: die unterirdische Tram-Wendeschleife unter den Bahngleisen soll 7,5 Millionen kosten (voraussichtliche Lage blau dargestellt – Grafikmontage: DAZ).

Planfeststellung



Die Planfeststellung ist nach dem Verwaltungsrecht des Bundes und der Länder ein Genehmigungsverfahren, welches für besonders komplexe Vorhaben mit möglichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt durchgeführt wird; dazu gehören etwa Autobahnen und Fernstraßen, Flughäfen, der Ausbau oberirdischer Gewässer, Kraftwerke Hochspannungsleitungen, Eisenbahnstrecken oder Straßenbahnlinien. Vor einer entsprechenden “Feststellung des Planes”, also der Feststellung der Zulässigkeit des Vorhabens, darf mit dem Bauen nicht begonnen werden.



Endprodukt des Verfahrens ist der Planfeststellungsbeschluss. Er ersetzt nahezu alle nach anderen Rechtsvorschriften notwendigen öffentlich-rechtlichen Genehmigungen. Der Beschluss und die dazugehörigen Planunterlagen werden zwei Wochen zur Einsicht öffentlich ausgelegt, im Fall des Augsburger Hauptbahnhofs vom 10. bis 24. Januar 2012. Anschließend beginnt eine einmonatige Klagefrist.


Integrationsbeirat: OB Gribl distanziert sich von Pressemitteilungen aus der Feder Gerhard Schmids

Die politische Debatte um den Integrationsbeirat reißt nicht ab. Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl distanzierte sich gestern scharf und in aller Deutlichkeit von zwei Pressemitteilungen Gerhard Schmids bezüglich der städtischen Integrationspolitik.

"Diese Integrationspolitik trägt maßgeblich zum sozialen Frieden in unserer Stadt bei": OB Dr. Kurt Gribl

"Diese Integrationspolitik trägt maßgeblich zum sozialen Frieden in unserer Stadt bei": OB Dr. Kurt Gribl


Die Pressemitteilungen sind, so deren Verfasser Gerhard Schmid zur DAZ, dem Bezirksvorsitzenden der CSU Johannes Hintersberger bekannt. Der tatsächliche Status dieser Pressemitteilungen ist innerhalb der CSU allerdings noch nicht geklärt. In seiner aktuellen Pressemitteilung benennt Schmid die aus seiner Sicht Verantwortlichen im Zusammenhang der Ereignisse, die ihren Anfang auf dem städtischen Festakt am 31. Oktober nahmen und durch eine SPD-Anfrage an Peter Grab („Diffamierung pur“, so Grab) im Stadtrat zu einem politischen Eklat führten. „Islamische politische Gruppen und türkische Nationalisten und Rassisten (…) und deren Verharmloser“, so Schmid, seien für die „Integrationsprobleme“ in der Stadt verantwortlich. Schmid (Beisitzer im Bezirksvorstand der CSU Augsburg und Stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Augsburg-West) stellt dabei Kulturreferent Peter Grab und Hansi Ruile (Interkulturelle Akademie) in den Kontext der Verharmloser einer aus Schmids Sicht „falschen Integrationspolitik“.

„Die Abschaffung des Integrationsbeirats ist nicht der richtige Weg“

In seiner Stellungnahme weist OB Gribl Schmids Behauptung, der Integrationsbeirat sei gefährlich, als „unzutreffend“ zurück. „Der Integrationsbeirat hat die Aufgabe, beratend und gestaltend zu einer gelingenden Integration beizutragen. Dieser Aufgabe ist er im Rahmen seiner früheren Tätigkeit als vormaliger Ausländerbeirat nachgekommen“, so Gribl, der darüber hinaus einräumt, dass der Integrationsbeirat „in seiner gegenwärtigen Konzeption, Zusammensetzung und in seinem Agieren“ überdacht werden müsse. Dennoch sieht Augsburgs Oberbürgermeister die Abschaffung des Integrationsbeirats als einen „nicht richtigen Weg, um Integrationsarbeit aktiv zu gestalten.“ Die Auffassung, dass der Integrationsbeirat „zum Erhalt und zur Festigung einer gefährlichen eigenen und politischen Identität bei Ausländern und Migranten“ (Schmid) beitragen würde, entspreche, so Gribl, nicht der Realität.

„Hansi Ruile gilt als personifizierte Integrationsfigur“

Darüber hinaus sei die von Schmid formulierte Zielvorgabe, dass aus „Migranten (…) Deutsche und Europäer“ werden müssen, auf eine mit dem Integrationsgedanken nicht zu vereinbarende Assimilation gerichtet. Die gelingende Integrationspolitik der Stadt Augsburg mit ihren gesellschaftlichen Netzwerken (…) „geht weit über den Integrationsbeirat hinaus und ist bundesweit beachtet. Diese Integrationspolitik trägt maßgeblich zum sozialen Frieden in unserer Stadt bei“, so Gribl, der Schmids Angriff auf die Interkulturelle Akademie entschieden zurückweist: Hansi Ruile gelte als personifizierte Integrationsfigur. „Er hat über Jahrzehnte hinweg für die Integration und den interkulturellen Austausch gearbeitet und damit zum sozialen Frieden in Augsburg beigetragen.“

Schmid bediene Klischees von angeblich türkischen Rassisten, dies sei populistisch. „Gerhard Schmid verwendet hierbei selbst eine Terminologie, die er den von ihm ins Visier genommenen Gruppierungen vorwirft und die aufwiegelnden Charakter hat. Mit solchen Formulierungen zündelt er auf unverantwortliche Art und Weise“, so OB Kurt Gribl in seiner Stellungnahme zu den in der Stadt herumgeisternden Presseerklärungen von Gerhard Schmid.

» Die Stellungnahme von OB Dr. Kurt Gribl im Wortlaut (pdf, 41 kB)

» Der Kommentar: Integration ist ein mühevoller Prozess



Integration ist ein mühevoller Prozess

Warum das Theater um den Integrationsbeirat verheerende politische Folgen haben könnte

Kommentar von Siegfried Zagler

Es sei sehr unglücklich gewesen, dass Angela Merkel den Preis an den dänischen Künstler verliehen habe, wenn man weiß, wie sensibel unsere Leute auf so etwas reagieren, sei das ein großer Fehler gewesen, so oder so ähnlich äußerte sich ein junger Mann auf einer Diskussionsveranstaltung „Ist es schon zu spät für Integration“ von Pro Augsburg vor gut einem Jahr. Als Begründung schob der junge Mann das Abbildungsverbot des Propheten hinterher. Niemand wisse, wie unser Prophet ausgesehen habe. Ahmet Akcay saß damals unter anderen auf dem hochkarätig besetzten Podium und nickte verhalten, aber dennoch unzweifelhaft zustimmend.

Man kann natürlich Westergaards Karikaturen so geschmacklos wie viele andere religionskritische Satiren finden. In freiheitlichen Gesellschaften muss auch diese Form der Satire verteidigt werden. Es ging in dem Redebeitrag im Zeughaus um eine Medienpreisverleihung im Herbst 2010 an den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaards, der den Preis nicht wegen der künstlerische Qualität seiner Karikaturen erhielt, sondern deshalb, um mit dieser politischen Aktion ein Zeichen für die Pressefreiheit und Meinungsfreiheit zu setzen. Angela Merkel betonte dies damals in ihrer Laudatio.

„Was macht eigentlich der Integrationsbeauftragte dieser Stadt?“

Im Augsburger Zeughaus saßen bei der Diskussionsveranstaltung im Publikum: Kulturreferent Peter Grab, Augsburgs Integrationsbeauftragter Robert Vogl, Mathias Garte, einige Pro Augsburg-Stadträte, Stadtrat-Nachrücker Juri Heiser (CSU) und viele mehr, die zum größten Teil nicht den Mut (und die Gelegenheit) hatten, auf dieser aus den Fugen geratenen Veranstaltung dagegen zu steuern. Mathias Garte schüttelte im Zweiminutentakt den Kopf und hatte große Mühe, an sich zu halten. Juri Heiser (damals noch kein Stadtrat) zeigte sich irritiert. Erwähnenswert ist das deshalb, weil sich bereits auf dieser Diskussionsveranstaltung abzeichnete, dass der Integrationsbeirat ein außergewöhnlich problematisches Gremium sein könnte. Doch damals schien sich niemand dafür zu interessieren. Dem Integrationsbeauftragten der Stadt Augsburg (Geschäftsführer des Integrationsbeirats) soll an dieser Stelle gesagt sein, dass man in der „Integrationsszene“ mehrheitlich die Meinung vertritt, dass man in dieser Position mehr leisten müsse als einmal im Jahr ein Fest zu organisieren und regelmäßig Veranstaltungshinweise zu verschicken. „Was macht eigentlich der Integrationsbeauftragte dieser Stadt?“. Diese Frage ist berechtigt und derzeit häufig zu hören.

Integration ist ein Prozess, an dem wir alle beteiligt sind

Integration ist ein mühevoller Prozess. Einer, an dem wir alle beteiligt sind (oder sein sollten). Er vollzieht sich in beinahe selbstverständlicher Art und Weise täglich in der Nachbarschaft, an den staatlichen Schulen, in den Vereinen, auf den Sportplätzen und natürlich an den zahlreichen Integrationskursen in den Sprachschulen in dieser Stadt. Die Teilhabe der politischen Parteien und der städtischen Institutionen an diesem segensreichen Prozess ist im Verhältnis betrachtet äußerst gering und – wenn man den Fokus auf den Integrationsbeirat und das städtische Ausländeramt richtet – defizitär.

Man kann Peter Grab vorwerfen, dass er sich in Sachen Akcay und Integrationsbeirat viel zu indifferent verhalten hat, und auch dann noch „herumgedeutelt“ hat, als eine klare Kante notwendig gewesen wäre. Man darf daraus möglicherweise sogar den Schluss ziehen, dass Peter Grabs einsames und schwer durchschaubares „Vor-sich-Hinwerkeln“ immer mehr zur Belastung für die Stadtregierung wird. Kulturreferent Grab jedoch indirekt politische Nähe zu den Grauen Wölfen oder anderen türkischen Nationalisten zu unterstellen, ist allerdings skandalös und in zweierlei Hinsicht unerträglich. Stefan Kiefers SPD-Anfrage im Stadtrat hat sich nicht nur wie ein politisch verheerender Vernichtungsversuch in einem nationalen Untersuchungsausschuss angehört, sondern hat auch dazu geführt, dass Kiefer und die SPD Beifall von der falschen Seite bekamen. Gerhard Schmids Pressemitteilungen sind in einem deutschtümelnden Ton gehalten und zielen im Geiste auf eine „Alles-auf-Anfang-Diskussion“ ab.

Die ehemalige Republikaner-Hochburg hat sich zu einem Vorzeigestädtchen in Sachen Integration entwickelt

Falls sich die CSU nicht schleunigst und deutlich davon distanzieren sollte, dann ist mit einer längst überwundenen Debatte aus der Steinzeit der Integrationspolitik zu rechnen. Ende der achtziger Jahre ging ein Gespenst in Augsburg um. Die rechtsausgerichteten „Republikaner“ erhielten bei einer Europawahl in Augsburg die höchsten Prozentwerte in Deutschland. Seitdem ist nicht nur viel Zeit vergangen, sondern auch viel Positives passiert. Die ehemalige Republikaner-Hochburg aus dem Jahre 89 hat sich politisch und gesellschaftlich zu einem Vorzeigestädtchen in Sachen Integration entwickelt. Der Integrationsprozess wird in Augsburg seit vielen Jahren in allen Bevölkerungsschichten als selbstverständlicher Prozess betrachtet und gelebt. Das ist jenseits aller Sonntagsreden ein Wert, den es nun ohne den geringsten Hauch parteipolitischer Kalkulationen hochzuhalten gilt. Kurt Gribl hat gestern ein deutliches Zeichen gesetzt. Man kann nur hoffen, dass sich alle im Rathaus vertretenen Fraktionen ohne Wenn und Aber zu dieser klaren Positionierung bekennen.