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HSV vs. FCA 1:1

Der FC Augsburg hat mit Glück und Geschick in Hamburg einen Punkt errungen. FCA-Keeper Mohamed Amsif war der beste Augsburger in einer von beiden Seiten schwer verstehbar geführten Partie, die DAZ-Berichterstatter Richard Goerlich in der Nacht zum Sonntag einer unerschrockenen Analyse unterziehen wird.

Von Siegfried Zagler

"Wer vom Fußball nichts versteht, soll draußen bleiben": Augsburger Rathaus

"Wer vom Fußball nichts versteht, soll draußen bleiben": Augsburger Rathaus


Goerlich war in Hamburg auf der Tribüne und sitzt in diesem Moment im Intercity nach Augsburg, um den zu Hause gebliebenen Fußballverstehern die Wahrheit des letzten Spieltages der Vorrunde der Fußballbundesliga aus Augsburger Sicht näher zu bringen. – In einem der interessanteren Fachbücher der Moderne beschreibt Hans-Georg Gadamer in „Wahrheit und Methode“ die Grenzen der menschlichen Erkenntnisfähigkeit und definierte dabei das Phänomen des Verstehens als hermeneutischen Prozess. Verstehen funktioniere nach Gadamer nicht nur über die Methodik wissenschaftlicher Analysen, sondern in erster Linie über die Form des Dialogs. Wahrheit zeige sich im Dialog, den man nicht nur mit einem Gesprächspartner führen könne, sondern auch mit einem Text oder einem Kunstwerk und selbstverständlich mit dem Verlauf eines Fußballspiels. Zugegeben: Letzteres steht nicht bei Gadamer.

“Denken ist sprechen mit sich selbst”

Die Wahrheit ist auch nicht auf dem Platz, wie der griechische Fußballphilosoph Otto „Rehakles“ einst postulierte, sondern zeigt sich im Sprechen über das schwer Verständliche. „Denken ist sprechen mit sich selbst“, dieses Zitat soll aus der Feder Platons stammen. Immerhin einer, der wie kein anderer das Denken als Schule begriffen hat. „Wer von Mathematik nichts versteht, soll draußen bleiben“. Diese berühmte Zugangsvoraussetzung ließ Platon über das Eingangsportal seiner Akademie meißeln.

„Wer von Fußball nichts versteht, soll draußen bleiben“, sollte man über den Sitzungssaal des Stadtrates ritzen. Damit wäre gesichert, dass unsere Parlamentarier die Gestaltung unserer Wirklichkeit nicht mit dem Streben nach politischem Erfolg verwechseln. Das „Management des Machbaren“ hat viel mehr mit Dialogfähigkeit, denn mit Rechthaben zu tun, deshalb muss man das dialogische Sprechen in Gestaltungsfragen hinsichtlich der gesellschaftlichen Wirklichkeit stärker als Denkschule begreifen. Daran muss die politische Kaste offensichtlich immer wieder erinnert werden, nicht nur in Augsburg. Wer von Fußball nichts versteht, soll draußen bleiben: Mit brennender Geduld wartet die DAZ-Leserschaft auf Richard Goerlichs tiefes Verständnis vom Sinn und Unsinn der Welt.



Stadtsparkasse verlängert Vertrag mit Dr. Walter Eschle



In seiner Sitzung am 14. Dezember hat der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Augsburg beschlossen, den bis September 2012 laufenden Vertrag von Dr. Walter Eschle als stellvertretender Vorstandsvorsitzender um weitere fünf Jahre zu verlängern. Neu ausgeschrieben war die Vorstandsposition nicht. “Wir können uns für diese Position keine andere Person vorstellen. Dr. Eschle hat sehr erfolgreich in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld gearbeitet”, so OB Dr. Kurt Gribl, der dem Verwaltungsrat vorsitzt. Eschle ist seit Oktober 2002 verantwortlich für das Firmen- und Gewerbekundengeschäft sowie das Auslandsgeschäft der Stadtsparkasse Augsburg.



„Integrationsbeirat muss mit Kompetenzen ausgestattet werden“

In der Diskussion um eine mögliche Abschaffung des Integrationsbeirats fordert die Grüne Stadtratsfraktion und der Arbeitskreis Migration der Augsburger Grünen eine inhaltliche Weiterentwicklung des Gremiums.

"Ein wirkungsloses Diskussionsgremium ist wenig attraktiv": Reiner Erben

"Ein wirkungsloses Diskussionsgremium ist wenig attraktiv": Reiner Erben


„Die Interessen von Menschen, die aus anderen Ländern nach Augsburg gekommen sind, müssen in die politische Diskussion einfließen können. Der Integrationsbeirat ist für viele das einzige demokratisch legitimierte Gremium in dem ihre Interessen vertreten werden“, so Reiner Erben, Fraktionsvorsitzender der Augsburger Grünen. Deshalb müsse nach Auffassung der Grünen der Integrationsbeirat auch mit Kompetenzen ausgestattet werden. Ein wirkungsloses Diskussionsgremium sei wenig attraktiv. In ihrer gestrigen Pressemitteilung bedauert die Grüne Fraktion „außerordentlich, dass der Integrationsbeirat durch das Verhalten des derzeitigen Vorsitzenden in eine Schieflage gekommen ist.“ Dies solle aber nicht dazu führen, dass der ganze Beirat infrage zu stellen sei.

„Wer ihn abschaffen will, ist in der Pflicht, andere Vorschläge zu unterbreiten“

Dass ausgerechnet aus Kreisen der CSU eine Abschaffung des Integrationsbeirates gefordert werde, sei für die Grünen deshalb bemerkenswert, da die CSU die einzige Volkspartei sei, die für die Mitgliedschaft die deutsche Staatsbürgerschaft voraussetze und die durch ihr Verhalten bei der Vergabe von parteiinternen Ämtern Migranten/-innen den Weg versperre. Aus Sicht der Grünen sind Instrumente wie der Integrationsbeirat auch deshalb wichtig, weil sie eine minimale Teilhabe an der Politik für Migranten ermögliche, nicht zuletzt deshalb, weil „allen voran die CSU den dauerhaft hier lebenden Ausländern (Migranten)/-innen das kommunale Wahlrecht verweigert.“

„Wer ihn abschaffen will, ist in der Pflicht, andere Vorschläge zu unterbreiten, wie die Interessen der zugewanderten Menschen in die politischen Entscheidungen einfließen sollen“, so Cemal Bozoglu, ehemaliger Stadtrat und Sprecher des Arbeitskreises Migration, Flucht und Menschenrechte der Augsburger Grünen.



Notrufknopf am Fahrkartenautomat

An den meisten Haltestellen der Stadtwerke Augsburg können Fahrgäste und Passanten jetzt per Knopfdruck Hilfe holen.



Rund 160 Fahrscheinautomaten haben die Stadtwerke in den vergangenen Monaten mit einer Notruffunktion ausgerüstet. Bei Betätigung werden Hilfesuchende direkt mit der Einsatzzentrale der Polizei verbunden. Mit diesem Angebot wollen die Stadtwerke zusammen mit der Polizei für mehr Sicherheit an ihren Haltestellen sorgen. Im Fall eines Notrufs werden Bild und Ton aufgezeichnet. Außerdem kann der Polizeibeamte noch zusätzlich Verkehrskameras aus der Umgebung anwählen, um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen.

“Auslöser für unsere Strategie, die aktive und passive Sicherheit unserer Fahrgäste zu erhöhen, waren insbesondere der Todesfall am Münchner S-Bahnhof Solln im Jahr 2010 und die Aufforderung der Staatsregierung an die bayerischen Verkehrsunternehmen, für mehr Sicherheit an den Haltestellen zu sorgen, aber auch Vorfälle an Augsburger Haltestellen”, so Stadtwerkechef Norbert Walter.

Foto: Stadtwerke Augsburg