DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
DAZ-Archiv - www.daz-augsburg.de

Flagge zeigen für die Rechte der Frauen

Augsburg hat jetzt eine eigene TERRE DES FEMMES-Städtegruppe

Die Augsburger GRÜNEN freuen sich über die Gründung der neuen TERRE DES FEMMES-Städtegruppe und wünschen den Gründerinnen Dr. Angelika Rodler und Gabriele Zoczek viel Erfolg bei ihren Aktivitäten.

Die Gründerinnen der neuen TERRE DES FEMMES-Städtegruppe in Augsburg ( v.l.) Gabriele Zoczek und Dr. Angelika Rodler.

Die Gründerinnen der neuen TERRE DES FEMMES-Städtegruppe in Augsburg (v.l.) Gabriele Zoczek und Dr. Angelika Rodler


Zu ihren Zielen sagt Gabriele Zoczek: „Ich wünsche mir, dass alle Mädchen die Chance haben, frei, unversehrt und selbstbestimmt aufzuwachsen.“ Eigentlich sollte das eine Selbstverständlichkeit sein. „Aber die Themen Zwangsheirat, Zwangsprostitution, häusliche Gewalt oder sexuelle Belästigung gehören immer noch zur Realität vieler Mädchen und Frauen – leider auch hier in Augsburg“, ergänzt Dr. Angelika Rodler. Die beiden Frauen wollten das nicht länger hinnehmen und haben deshalb mit Unterstützung der Augsburger Gleichstellungsbeauftragten Anita Conradi eine Augsburger Städtegruppe von TERRE DES FEMMES gegründet.

Fahnenaktion gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November trat die neue TERRE DES FEMMES-Gruppe zum ersten Mal an die Öffentlichkeit. Anlässlich des internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ riefen sie zur Fahnenaktion vor der Annakirche auf und hielten dort mit den blauen Flaggen von TERRE DES FEMMES eine Mahnwache ab. „Ich war angenehm überrascht, dass wir spontan Unterstützung erhielten und alle vier Flaggen ausrollen konnten“, berichtet Dr. Angelika Rodler. Auf Unterstützung setzt die TERRE DES FEMMES-Gruppe auch bei ihren Aktivitäten für das kommende Jahr. „Unsere Gruppe besteht bisher aus zehn Frauen. Wir hoffen, dass wir noch mehr werden“, sagt Gabriele Zoczek.

Flagge zeigen gegen Gewalt an Frauen: Fahnenaktion der Augsburger TERRE DES FEMMES-Städtegruppe vor der Annakirche in Augsburg am 25.November 2011

Zwangsheirat: Auch in Augsburg ein Thema

Für die Berufsschullehrerin und promovierte Frauenforscherin Dr. Angelika Rodler ist beispielsweise das Thema Zwangsheirat nicht erst seit der Studie von Familienministerin Dr. Kristina Schröder aktuell: „Ich fühle mich als Lehrerin verpflichtet, meine Schülerinnen zu schützen. Ich weiß, dass es auch in Augsburg zu Zwangsheiraten kommt. Das wenigste, was ich tun kann, ist die Mädchen über ihre Rechte und über mögliche Auswege zu informieren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, jungen Frauen jeder Nationalität immer wieder den Rücken zu stärken. Es gibt Schülerinnen, die wissen gar nicht, dass die Zwangsheirat verboten ist, sie kennen ihr Recht auf Scheidung nicht und sie wissen nicht, wo es Schutzwohnheime gibt.“

Wenn Frauen zu Hause geschlagen werden, betrifft das auch die Arbeitgeber

Auch im Bereich häusliche Gewalt will die neue TERRE DES FEMMES-Gruppe langfristig aktiv werden. Mit Hilfe der sogenannten Workplace Policy werden Arbeitgeber informiert und in den Kampf gegen häusliche Gewalt an Frauen eingebunden.

Gegen Grabscher in Augsburger Straßenbahnen

Auch die GRÜNE Landtagsabgeordnete Christine Kamm unterstützte den Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen". Die blaue Fahne von TERRE DES FEMMES wehte in der Maximilianstraße aus dem Fenster des Büros der GRÜNEN. (Fotos: Cynthia Matuszewski)

Auch die GRÜNE Landtagsabgeordnete Christine Kamm unterstützte den Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen". Die blaue Fahne von TERRE DES FEMMES wehte in der Maximilianstraße aus dem Fenster des Büros der GRÜNEN. (Fotos: Cynthia Matuszewski)


Gabriele Zoczek, die selbst zwei Enkeltöchter hat, ist vor allem über sexuelle Belästigungen durch „Grabscher“ in den Augsburger Straßenbahnen empört: „Obwohl die Schuld eindeutig nicht bei den jungen Frauen liegt, schämen sie sich dafür. Wir möchten, dass sich die jungen Frauen wehren und die Scham und das Schweigen durchbrechen“, sagt Zoczek. Ideen, wie sie gegen „Grabscher“ vorgehen und diese bloßstellen können, haben die TERRE DES FEMMES-Frauen schon, sie werden aber vorläufig noch nicht verraten. „Wir wollen unsere Themen öffentlich und sichtbar machen und ein Bewusstsein schaffen für die wachsende Sexualisierung auf allen Ebenen unserer Gesellschaft“, sagt Gabriele Zoczek.

Termine der Städtegruppe Augsburg:

Das nächste Treffen der Gruppe findet am 9.1.2012 statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Kontakt: augsburg@frauenrechte.de

INFO:



TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation, die 1981 in Hamburg gegründet wurde und sich für ein selbstbestimmtes und freies Leben von Frauen und Mädchen weltweit einsetzt. Mit Hilfe von Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, Einzelfallhilfe und Projektarbeit informiert und unterstützt TERRE DES FEMMES Frauen und kämpft gegen häusliche Gewalt, Ehrenmord, Zwangsheirat, weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsprostitution und Frauenhandel. Derzeit hat TERRE DES FEMMES 23 Städtegruppen in Deutschland.


Taxi-Vorfall: Schley lässt Amt ruhen

Tobias Schley, Stadtrat und Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Augsburg-West, hat am heutigen Mittwoch Nachmittag zur Berichterstattung in der Augsburger Allgemeinen über seine Person (DAZ berichtete) Stellung genommen.



Er sei weder Akteur, noch Betroffener in der Situation gewesen, so Schley. Vielmehr habe er schlichtend und deeskalierend eingreifen wollen. “Dies ist mir nicht gelungen”, so Schley in seiner kurzen Stellungnahme. Schley bedankt sich darin weiter bei den hinzu gekommenen Polizeibeamten “für ihren besonnenen Einsatz”. Er werde alles zur Aufklärung des Vorfalls beitragen. “Bis zum Abschluss der Ermittlungen und der Klärung des Sachverhaltes werde ich mein Amt als Vorsitzender des CSU-Kreisverbandes Augsburg-West ruhen lassen”, so der CSU-Stadtrat, der darüber hinaus keine weiteren Erklärungen abgeben möchte. Nach dem heutigen Bericht der Augsburger Allgemeinen soll Schley alkoholisiert in einen nächtlichen Streit zwischen einem Taxifahrer und Fahrgästen involviert gewesen sein, der eskaliert sei.



“Für dich sollt´s rote Prosa regnen”

Ein außergewöhnliches Konzert geht heute Abend in der Ballonfabrik über die Bühne. „Punk ohne Schlagzeug, Gitarre und Bass, aber unplugged mit Geige und Gesang“, so die Veranstalter über den Hauptakt des Abends, deren musikalischen Akteure nicht in die üblichen Musikraster passen. Höhepunkt des Konzerts dürfte der Auftritt von Paul „GeigErzähler“ aus Berlin sein. Beginn: 20 Uhr. Eintritt 5 Euro.



OB: Diskussion um Tobias Schley in seinen Auswirkungen fatal

Am Rande der heutigen Stadtratspressekonferenz äußerte sich OB Kurt Gribl zu den Schlagzeilen, die Stadtrat Tobias Schley (CSU) zurzeit in der Augsburger Allgemeinen macht.



Der erneute Vorgang sei “in seinen Auswirkungen fatal”, so der OB. “Ich bin enttäuscht, dass wir von so einer Diskussion heimgesucht werden”. Positives, über das es beinahe wöchentlich zu berichten gebe – Gribl nannte die Einweihung der Westparkschule und die Verleihung des Deutschen Engagementpreises an die Stadt Augsburg -, erhielte weit weniger Aufmerksamkeit als “so etwas”. “Das entwertet unsere politische Arbeit”, so Gribl sichtlich bedrückt.

Die Augsburger Allgemeine berichtet in ihrer heutigen Mittwochsausgabe groß über einen nächtlichen Streit zwischen einem Taxifahrer und Fahrgästen, in den Schley involviert sein soll. Details zu dem Vorfall gab es bis heute mittag weder von der ermittelnden Staatsanwaltschaft noch von Tobias Schley selbst.

Bild: Erneut in den Schlagzeilen: CSU-Stadtrat und Kreisvorsitzender Tobias Schley



Freiwilliges Engagement leicht gemacht

Im MehrGenerationenTreff Lechhausen wurde am gestrigen Montag der “Engagementstadtplan Lechhausen” vorgestellt. Der Plan – enstanden als Projekt im Bundesprogramm “Stärken vor Ort” – soll jungen Menschen helfen, sich sozial zu engagieren.

"Ein Drittel würde sich gerne engagieren, wenn es wüsste wo": Ulrico Ackermann

"Ein Drittel würde sich gerne engagieren, wenn es wüsste wo": Ulrico Ackermann


Ulrico Ackermann vom Freiwilligen Zentrum Augsburg präsentierte den Plan, der sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 25 Jahren richtet, vor Vertretern Lechhauser sozialer Einrichtungen und drei SchülersprecherInnen, die die Zielgruppe vertraten. “Ein Drittel engagiert sich, ein Drittel eher nicht, und das dritte Drittel würde sich gerne engagieren, wenn es wüsste wo”, so Ackermann.

Hier setzt der Engagementstadtplan, die “A-MAP” an. Verzeichnet sind darin rund 20 Adressen von Einrichtungen in Lechhausen, bei denen sich junge Menschen freiwillig engagieren können: Einrichtungen wie die von Frau D’Angelo betriebene ehrenamtliche Bastelstube Alice, das Caritas Seniorenzentrum St. Anna oder das letzte Woche eröffnete Rot-Kreuz-Lädle an der Ecke Schillstraße/Turnerstraße, in dem montags bis samstags von 10 bis 14 Uhr Gebrauchtkleidung angeboten wird.

Drei Versionen: Print, Web und Facebook

A-MAP Printversion

A-MAP Printversion


Der Engagementstadtplan bietet eine Kartendarstellung und eine in Kategorien gegliederte Liste aller Einrichtungen mit Adressen, Ansprechpartnern und Aufgabenfeldern. Gestaltet wurde er von Christina Sammüller von der Agentur “Vorwärts Werbung”. Zusätzlich zur gedruckten Ausgabe wird Anfang Januar die von den Studenten Peter Hanbeck und Bernd Bohlmann gestaltete Internetseite a-map.de an den Start gehen, auf der es neben der stets aktuellen Online-Version für Lechhausen auch einen Engagementstadtplan für Kriegshaber geben wird. Außerdem wird es eine Internetpräsenz im sozialen Netzwerk Facebook geben, was gestern besonders von den Schülersprechern begrüßt wurde.

Der Engagementatlas für Kriegshaber und Cramerton Centerville wird am kommenden Montag, den 19. Dezember um 17 Uhr im Jugendhaus R 33, Rockensteinstraße 33 in Kriegshaber vorgestellt.

“Stärken vor Ort”



Im Programm “Stärken vor Ort” fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit zwei Jahren bundesweit niedrigschwellige Mikroprojekte zur sozialen, schulischen und beruflichen Integration, darunter über 100 Projekte in Augsburg.



Freiwilligen Zentrum Augsburg



Das Freiwilligen Zentrum fördert das bürgerschaftliche Engagement in Augsburg durch Beratung und Information interessierter Bürgerinnen und Bürger und regt den Austausch zwischen aktiven Freiwilligen und Verbänden bzw. Initiativen an.


Linke: Neuwahl des Integrationsbeirates einziger Ausweg

Aufgrund der verfahrenen Situation und der Vorkommnisse in den vergangenen Wochen positionierten sich gestern per Pressemitteilung Alexander Süßmair und Benjamin Clamroth für eine Neuwahl des Integrationsbeirates.

“Der einzige Ausweg scheint uns nunmehr zu sein, baldige Neuwahlen des Integrationsbeirates anzustreben. Der Vorsitzende kann sein Amt ohnehin derzeit nicht ausüben”, so der Bundestagsabgeordnete und Augsburger Stadtrat der Linken Alexander Süßmair, der sich gegen eine Auflösung des Beirats auspricht, aber für einen Neustart. “Wenn das Wahlergebnis dann unangreifbar wäre und ein größerer Anteil der Migranten Engagement, zumindest in Form von Wahlbeteiligung, zeigen würden, dann könnte die Krise (Krisis, griechisch für Wendepunkt) eine Wendung zum Besseren werden”, so Süßmair.