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FCA: Über Kampf zum Sieg

In einem kampfbetonten Spiel konnte sich der FCA am gestrigen Samstag mit einem mit 1:0 Sieg gegen Borussia Mönchengladbach vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften  SGL- Arena behaupten und somit in der 17. Runde der Ersten Bundesliga seinen zweiten, hoch verdienten Heimsieg einfahren.

Von Dr. Rudolf “Bene” Holzapfel

Adventsjubel oder Herbsttristesse? Anschluss oder Absturz? Das letzte Heimspiel in der ersten Bundesligasaison musste die Antwort bringen. Der Gegner: ein traditioneller Verein am Rand des Ruhrpotts mit Höhen und Tiefen. Der Zuspruch der Augsburger Fans ist ungebremst, wieder war das Stadion ausverkauft und die Fans auf den Rängen hofften auf den zweiten Heimsieg. – Die Frage war nun: Wie wird sich der FCA unter diesem Erwartungsdruck schlagen können? Wird Luhukay offensiv aufstellen? Mölders und Oehrl als doppelte Sturmspitze waren die Antwort.

Der Anpfiff war noch nicht ganz verklungen, da zeigte die Sensationsmanschaft der letzten Wochen, wer hier Herr auf dem Platz sein wollte: Nach 18 Sekunden die erste Möglichkeit für die Borussen, nach vier Minuten musste Amsif bereits eingreifen, um die frühe Führung der Gäste zu verhindern. – Schnelles, schnörkelloses Spiel und der Wille zum frühen Abschluss ergaben in den ersten zehn Minuten ein deutliches Übergewicht der Borussen. Langsam, dann zunehmend deutlicher legten die Schützlinge von Jos Luhukay den Respekt vor dem vermeintlich überlegenen Gegner ab. Nach der ersten Viertelstunde konnte der FCA das Spiel mehr und mehr an sich ziehen und war bald auf Augenhöhe mit dem Gegner. Die über die Flügel vorgebrachten FCA-Angriffsbemühungen endeten jedoch meist in der gut gestaffelten Gäste-Abwehr, die den FCA ein ums andere Mal in die Abseitsfalle laufen ließ. – In der 21. Minute kam Hanke fast frei vor das  FCA-Tor, nachdem Davids ihn dort ungestört agieren ließ, Hanke konnte die Chance nicht nutzen.

Von einer Spitzenmannschaft war nichts mehr zu sehen

Auf der Gegenseite eröffnete sich in der 30. Minute eine Riesenmöglichkeit für den FCA.  Der nicht immer souveräne Borussen-Torhüter ter Stegen verstolperte einen Rückpass, der Ball lag einschussbereit vor den Füßen des überraschten Tobias Werner, dessen Schuss auf regennassem Boden parierte ter Stegen reflexartig mit einer Fußabwehr. Ab diesem Moment war nur noch eine Mannschaft im Vorwärtsgang: der FCA.

Die Borussia hatte das Feuer der Anfangsphase verloren. Von einer Spitzenmannschaft war nichts mehr zu sehen. Und wieder wurde die Schwäche des FCA deutlich: der fehlende Abschluss. Ein Spieler, der aus den vielen Möglichkeiten ein zählbares Ergebnis zu machen in der Lage gewesen wäre, war nicht in Sicht. Auch Werner, der an vielen Chancen beteiligt war, änderte daran nichts. Mit spielerischen Vorteilen für den FCA ging es torlos in die Pause.

FCA: Bedingungsloser Einsatz und Kampf nach vorne

Wer nach dem Wiederanpfiff gedacht hatte, Borussen-Trainer Lucien Favre hätte seine Mannen in der Pause neu motivieren können, rieb sich verwundert die Augen. Nichts geschah. Die Borussen blieben weiter von der Rolle. Nicht so der FCA. Was Luhukay als Linie für die zweite Hälte vorgegeben hatte, wurde schnell klar. Bedingungsloser Einsatz und Kampf nach vorne. Nach einem Foul von Dante an Mölders, gab es in der 51. Minute einen Freistoß aus zirka 20 Metern. Callsen-Bracker knallt das Leder durch die Mauer, der Ball landet, abgelenkt und unhaltbar zum umjubelten und hoch verdienten 1:0 im Netz. Das Spiel der Borussen änderte sich wider Erwarten nicht, auch die im weiteren Verlauf von Favre eingewechselten drei Stürmer konnten keine wesentliche Änderung des zerfahrenen Borussenspiels bewirken. Die Chance des eingewechselten Leckie in der 70. Minuten konnte Amsif mit einer guten Parade zunichte machen. Das war es dann aber auch für die schwachen Gladbacher, deren gewöhnlich lautstarker Anhang die Partie nur noch schweigend verfolgte.

Frenetischer Jubel in der Arena

Der FCA erspielte sich weiter gute Chancen, so in der 72. Minute über Baier, Werner und Mölders. Allein der Abschluss zum erlösenden zweiten Tor wollte nicht gelingen. Nach der Auswechslung von Werner, der ein gutes Spiel ablieferte und viel Kraft gelassen hatte, setzte Luhukay mit Hain weiter auf Offensive; der gut agierende Baier wurde in der Schlussphase von Brinkmann ersetzt. Die Borussen verfügten auch in der Schlussphase nicht über die spielerischen Möglichkeiten, um Mittel, dem Kampfgeist des FCA Paroli bieten zu können. Eine der seltenen Chancen zum Ausgleich ergab sich kurz vor Schluss durch einen Freistoß, der vom fehlerlosen Amsif gut pariert wurde. In der Nachspielzeit dann noch ein guter Schuss von Mölders. Dann der Schlusspfiff und frenetischer Jubel in der Arena. Adventsjubel!

"Was Luhukay wohl an Davids findet?": DAZ-Gastautor Rudolph "Bene" Holzapfel

"Was Luhukay wohl an Davids findet?": DAZ-Gastautor Dr. Rudolf Holzapfel


Was lässt sich festhalten? Die Abwehr solide, Amsif ohne Fehler ( er war allerdings auch selten gefordert),  Sankoh sicher agierend. Das Mittelfeld kämpferisch, gute Arbeit über die Flügel. Werner und Baier mit soliden Leistungen. Was Luhukay allerdings an Lorenzo Davids findet, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Die große Schwäche bleibt der Angriff. Auch die heutige Doppelspitze mit Oehrl und Mölders konnte nicht sonderlich überzeugen, auch wenn dies vielleicht vom Spielaufbau Zukunft hat. Hier ist Verstärkung dringend nötig. Der heutige Sieg eröffnet auch mehr Möglichkeiten, über den Transfermarkt kreative Spieler nach Augsburg zu holen.

Fazit: Ein hoch verdienter Sieg über eine Spitzenmannschaft, auch wenn sich diese heute nicht als solche gezeigt hat. Der FCA hat Anschluss gefunden, das Schlusslicht abgegeben. Die heuer letzte Auswärtspartie in Hamburg am kommenden Samstag (15.30) kann kann selbstbewusst angegangen werden.

FCA: M. Amsif; – P. Verhaegh; J. Callsen-Bracker; G. Sankoh; M. de Jong; – T. Werner; D. Baier; L. Davids; H. Hosogai; T. Oehrl; – S. Mölders.

Eingewechselt: D. Brinkmann (85.); A. Sinkala (90.); S. Hain (77.).

Ausgewechselt: T. Werner (77.); D. Baier (85.); T. Oehrl (90.).

Auswechselbank: I. Gelios (TW); D. Reinhardt; A. Gogia; E. Kapllani.

Tore: 1:0 Jan-Ingwer Callsen-Bracker (51.).