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Ein Vorhang für das Interim

Einhellige Zustimmung signalisierte am gestrigen Donnerstag der Bauausschuss für eine Vorhang-Fassade, die ihren Namen verdient. Das zurzeit entstehende temporäre Gebäude neben dem Theater soll mit Brokat-Optik auf seine Nutzung als Schaupielhaus hinweisen.

“Wie ein gediegener, schwerer Bühnenvorhang”: dreidimensionale Fassade der Theater-Interimsspielstätte in Bordeaux-Rot über einer zurückgesetzten Sockelzone aus blankem Profilblech (Grafik: IB Bestler / Baureferat)

Baureferent Gerd Merkle leitete seinen turnusmäßigen Bericht zur Interimsspielstätte an der Kasernstraße mit zwei guten Nachrichten ein: “Das Wetter war uns hold, heute abend wird das Gebäude dicht.” Damit könne der Innenausbau in den kommenden Wintermonaten unbehindert ablaufen. Außerdem stehe nach dem Vorliegen aller Ausschreibungsergebnisse jetzt fest, dass man mit den Baukosten knapp im veranschlagten Kostenrahmen von 5,3 Mio. Euro bleibe.

Bühnenbildner brachten Fassaden-Ideen ein

Intensiv wurde die letzten Wochen an der Planung der Eingangsfassade gearbeitet. Vier Bühnenbildner legten auf Einladung der Theaterleitung Ideen vor, die anschließend vom Ingenieurbüro Bestler, das mit der Bauabwicklung beauftragt ist, geprüft und verfeinert wurden. Angedacht waren zunächst Lösungen mit bedruckten vorgehängten Folien und eine glatte Fassade aus Faserzementplatten mit einem aufgedruckten symbolisierten Bühnenvorhang. Daraus entwickelte sich die Idee, in die dritte Dimension zu gehen und die Form des Vorhangs mit einer gefalteten Fassade aus pulverbeschichtetem Aluminium nachzubilden.

Auch die Kosten von unter 50.000 Euro sprachen letztlich für den Alu-Vorhang: Dieser kann die Funktion des Witterungsschutzes direkt übernehmen, während Folienlösungen zusätzlich eine darunter liegende Fassadenkonstruktion benötigen und mit 85.000 Euro zu Buche schlagen würden.

“Da darf kein Schriftzug drauf sein”

Die Stadträte im Bauausschuss zeigten sich begeistert. “Die Ästhetik überzeugt”, so Eva Leipprand (Grüne). Stefan Quarg, SPD-Stadtrat und Architekt, fand den Vorhang “hervorragend”. Allerdings sollte der Sockelbereich von allen Installationen freigehalten werden und darüber ein ruhiger Kubus schweben: “Da darf kein Schriftzug drauf sein”, so Quarg. Stadtheimatpfleger Hubert Schulz regte an, das Beleuchtungskonzept für die Fassade weiterzuverfolgen, “um die Idee des Vorhangs noch deutlicher rüberzubringen”.

Ob die Interimsspielstätte später tatsächlich “Box” heißen wird, steht noch nicht fest. Der Begriff “Box” werde durchaus mit Kultur assoziiert, wie die “Kultbox” in Kempten und die “Black Box” in Berlin zeigten, so Baureferent Gerd Merkle gestern. Deshalb seien Bezeichnungen wie “Red Box” oder “Schauspielbox” auch für Augsburg vorstellbar. Die Namensgebung falle aber ins Ressort des Kulturreferenten. “Der Name sollte jedoch kurz sein”, so Merkle schmunzelnd. Denn schließlich koste jeder Buchstabe eine Menge Geld.



Peter Grab: „ku.spo hilft Vereinen und Schulen“

Kultur- und Sportreferent Peter Grab hat auf einen DAZ-Bericht reagiert, der eine Pressemitteilung der Stadtratsfraktion der Augsburger Grünen verarbeitete.

"ku.spo"-Referent Peter Grab

"ku.spo"-Referent Peter Grab


„Die Überschrift der Pressemitteilung der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen vom 7.12.2011 lautet „Vereine nicht kürzen. Grüne: Stattdessen ku.spo streichen.“ Dies ist ein Widerspruch in sich“, so Grab. Mit gutem Grund habe der Sportausschuss am 6. April 2011 einstimmig die Firma eest! mit der Umsetzung des ku.spo-Konzeptes auch für das Jahr 2011 beauftragt und den diesbezüglichen Etat mit 95.000 Euro beschlossen. „Also auch mit der Stimme der Grünen-Fraktion“, so Grab. Zwar sei der Betrag im Zuge der Haushaltskonsolidierung nachträglich auf 86.500 Euro gekürzt worden, dank der Förderung der Stadtsparkasse Augsburg und der Stadtwerke Augsburg konnte auch 2011 wieder zahlreichen Vereinen und Schulprojekten geholfen werden. „Darüber hinaus“, so Grab, „konnte mit Hilfe von ku.spo das sehr erfolgreiche „City-of-Peace“-Programm realisiert werden.“ 30.000 Euro seien aus dem ku.spo-Etat somit für eine Jury zur Verfügung gestanden, die „zahlreiche Projekte (mit) ermöglichen konnte“, so der Kulturreferent, der in seinem Schreiben an die DAZ nicht wenige davon aufzählte.

„Das passt nicht zusammen“

„Wenn also nach der SPD-Stadtratsfraktion nun auch die Grünen-Stadtratsfraktion die Streichung des ku.spo-Fördertopfs einfordert, so steht dies im Widerspruch zum oben genannten, auch mit SPD-Mitgliedern und dem Grünen-Mitglied beschlossenen Sportausschuss-Beschluss“, so Peter Grab, der in seinem Schreiben erklärt, dass die Vereine Profiteure der ku.spo-Förderung seien. Deshalb sei es ein Widerspruch, die Entlastung der Vereine und gleichzeitig die Streichung von ku.spo zu fordern. „Das passt nicht zusammen“, so Grab, der darüber hinaus Wert darauf legt, dass es nicht zutreffe, dass „ku.spo-Mittel nach „nicht transparenten Kriterien“ vergeben würden. „Im ku.spo-Internetauftritt sind die Förderkriterien dargestellt und jederzeit nachlesbar.“



Michael Grandel neuer Vorsitzender des Hochschulrats

Augsburger Unternehmer steht dem strategischen Gremium der Hochschule Augsburg vor

Michael Grandel, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Grandel Unternehmensgruppe, ist neuer Vorsitzender des Hochschulrats der Hochschule Augsburg. In seiner konstituierenden Sitzung wählte ihn das Gremium am 6. Dezember zum neuen Vorsitzenden. Grandel gehört bereits seit 2008 dem Hochschulrat der Hochschule an und kann daher bereits auf Erfahrung als Hochschulrat zurückblicken. “Als Ökonom möchte ich in den kommenden vier Jahren insbesondere dazu beitragen, dass die Hochschulmission der “gefragten Persönlichkeiten” mit weiterem Leben erfüllt wird”, so Grandel nach seiner Wahl. Vor allem seine Marketing-Expertise will der Augsburger Unternehmer und Netzwerker in die Hochschule einbringen.

Michael Grandel, der neue Vorsitzende des Hochschulrats (Foto: privat)