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Die Westpark-Kinder sind jetzt ganz modern

150 Gäste und eine große Schar Vor- und Grundschulkinder feierten am vergangenen Freitag die offizielle Einweihung der Westparkschule auf dem Sheridan-Areal in Pfersee. Zwei Stunden lang wechselten sich Festreden und segnende Worte mit Tanz- und Musikdarbietungen der Kinder ab.

Ein vielstimmiger Kinderchor schmettert das Westparklied: “Wir sind die Westpark-Kinder, wir sind sehr modern, wir sind die Westpark-Kinder, das sollen alle hör’n! Die Uhren geh’n hier anders, die Kleinen sind hier groß, die Türen stehen offen, bei uns da ist was los!”

“Von dieser Schule haben wir alle geträumt”, so begann Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl seine Rede. Und es sei kein Alptraum, sondern ein schöner Traum gewesen. Das Westpark-Bildungshaus sei das wichtigste und bedeutendste Schulbauprojekt, das Augsburg derzeit habe. 19,5 Millionen Euro für den Hochbau und eine Million für die Ausstattung seien in der zweijährigen Bauzeit ausgegeben worden, bei einem Eigenanteil der Stadt von 9,5 Millionen Euro.

Vorausgegangen waren jahrelange Phasen der Konzeptionierungen, Entscheidungen und Planungen. Besonders hob Gribl die ungeachtet der politischen Zuordnung gezeigte Geschlossenheit des Stadtrats bei der Umsetzung hervor. Das Projekt habe gezeigt, “dass über Stadtratsperioden hinweg nicht Abgrenzung betrieben wird, sondern dass positive Ansätze aufgenommen, fortgeführt und zu Ende gebracht werden”.

Gabriele Holzner, Abteilungsdirektorin bei der Regierung von Schwaben, richtete ihr Grußwort mit viel Einfühlungsvermögen direkt an die Kinder: “Wisst ihr, ich arbeite zwar für die Stadt Augsburg, bin aber zuständig für ganz Schwaben. Und ich kenne ganz viele Schulen, eigentlich alle. Aber – und jetzt sollen alle anderen weghören – so eine tolle schöne Schule haben wir sonst nirgends.”

Ganzheitlicher Ansatz: Grundschule und KiTa unter einem Dach

Erstklässler in ihrem modernen Klassenzimmer

Erstklässler in ihrem modernen Klassenzimmer


Im Westpark-Bildungshaus, geplant vom Aachener Architekturbüro Hausmann, befinden sich eine Grundschule mit Ganztagsbetreuung mit Lerninseln und 16 modernen Klassenräumen sowie eine von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Kindertagesstätte unter einem Dach. Verbunden sind die beiden Einrichtungen durch einen gemeinsam genutzten Bereich, die so genannte Transitionszone. Acht Lichthöfe, so genannte Atrien, befinden sich in der Mitte des Baukörpers, schaffen Blickbeziehungen und bringen Licht von oben in das rund zwanzig Meter tiefe zweigeschossige Gebäude. Noch im Bau befindet sich die Turnhalle. Sie wird bis April 2012 fertiggestellt. Bauarbeiten im Umfeld der Schule und dabei speziell das Thema Schulwegsicherheit stehen am kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung des Bauausschusses.

Straßenansicht

Pünktlich zur offiziellen Einweihung fertig wurde der Internetauftritt des Bildungshauses Westpark. Ebenfalls im Internet zu sehen gibt es einen aus 48.000 Fotos aus der Bauzeit erstellten Zeitrafferfilm mit Interviews sowie den Film “Ein kinderleichter Umzug”, der als Schülerprojekt entstand.

» Internetseite des Bildungshauses Westpark

» YouTube: Zeitrafferfilm mit Interviews

» YouTube: “Ein kinderleichter Umzug”

» Projektseite Hausmann Architekten



FCA: Nicht zu knacken diese Knappen

Von Edgar Mathe

Vor knapp 59.000 Zuschauern waren auf Schalke für den FCA keine Kohlen (Punkte) zu holen. Mit einer 3:1 Niederlage, durch Tore von Huntelaar, Fuchs und Raul nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Mölders kehrten die im Vorfeld so optimistischen Augsburger die Heimreise an.



Denn noch am Samstag waren sich nicht nur Mannschaft und Trainer einig: In der Arena ist etwas zu holen. Unterstützt durch die Überzeugung der Fussballsachverständigen auf dem Christkindlmarkt startete der FCA in Richtung Ruhrgebiet. Die Schalker, nach dem “Hosenvoll-Spiel” gegen Dortmund und dem nicht eben glanzvollen Miniatursieg in der Europaleague, sollten auf einen aus einem Heimsieg gestärkten Schwabenspieß treffen. Zumal Jos Luhukay fast unverändert auf die kampferprobte Gladiatorentruppe um Paul Verhaegh zurückgreifen konnte. Nur Sankoh ersetzte Langkamp, ansonsten blieb das Team wie seit drei Spielen im Geschirr. Dagegen musste der Schalker Trainer Huub Stevens in seinem 300. Bundesligaspiel nicht nur den verletzten Farfan und den noch nicht vollständig genesenen Höwedes, sondern auch die gelb gesperrten Papadopoulos (Verteidigung) und Jones (Mittelfeld) ersetzen.

Die FCA-Abwehr steht taktisch gut

Und es geht auch gleich nach dem Anstoß durch die Augsburger richtig los. In der 3. Minute versucht Baier mit einem Steilpass Mölders zu schicken, doch der Schalker Keeper Unnerstall passte auf. Der FCA erhält auch die erste Ecke, die jedoch nichts einbringt. So geht es zunächst ansehnlich weiter, da die Augsburger die Knappen frühzeitig attackieren. Es dauert bis zur 12. Minute, ehe sich die Hausherren eine erste Torchance erspielen. Jurado umspielt Davids und schießt auf Amsifs Kasten, der Schuss geht vorbei. Wie in den bisherigen Spielen steht die Augsburger Abwehr taktisch gut, sodass es für die Schalker Stürmer schwer ist durchzukommen. Saublödes Pech in der 16. Minute, daß Brinkmann nach einem Abpraller ausrutscht und Fuchs wieder an den Ball kommt. Er umspielt die Augsburger Abwehr, kickt den Ball von der Torauslinie in der Sechzehner. Pukki nimmt kurz an und spielt auf Huntelaar und der mit der Hacke ins Tor. Nix zu halten für Amsif. Das war schon allererste Sahne, wenn auch Callsen-Bracker oder Sankoh noch eingreifen hätten können.

Der FCA versucht nun über Konter wieder ins Spiel zu kommen und tatsächlich hat Brinkmann in der 21. Minute halbrechts im Strafraum eine Einschussmöglichkeit, aber Unnerstall verkürzt den Winkel. Die Augsburger stehen tief, dadurch können Raul und Pukki den Ball zwar in den Sechzehner bringen, aber die Abwehr hält. Auch mit dem Versuch des schnellen Direktspiels mehrt zwar Schalke die Ballbesitzbilanz, doch Zählbares kommt nicht heraus. Andererseits hat der FCA bis auf einen Billardball, als Callsen-Bracker Pukki den Ball an den Kopf schießt und dieser von Unnerstall aufgenommen wird, keine zwingende Chance in der ersten Halbzeit. Zwischenbilanz: 65% Ballbesitz und ebenso viele gewonnene Zweikämpfe für Schalke.

Nach dem Ausgleich auf Augenhöhe

Luhukay bringt nach der Pause Thorsten Oehrl, einen Stürmer für Lorenzo Davids den Mittelfeldspieler. Und schon geht der Punk ab! 48. Minute: Sascha Mölders bekommt einen Schuss von Brinkmann vor die Füße, nachdem die Schalker Verteidiger Metzelder und Höger sich nicht einig waren getreu dem Motto: Nimm du den Ball, ich hab´ ihn sicher, und so schießt Mölders (3. Saisontor) aus dem Fünfmeterraum ins linke untere Eck. 1:1, Ausgleich, da ist der Senf an der Decke. Der Treffer beflügelt die FCA-Spieler und endlich spielen sie auf Augenhöhe. Selbst wenn ein Ball der Schalker durchkommt, steht Amsif sicher. In der 59. Minute setzt Brinkmann einen Freistoß in die Mauer, in der 62. Minute versucht er es mit einem Weitschuss, der aber in der Botanik landet. Es ist die beste Phase des FCA, da Schalke trotz seiner individuellen Klasse keine Mittel findet, den Ball ins Tor zu spielen. Die Schalker sind etwas irritiert ob der Gegenwehr des FCA, bis in der 66. Minute Christian Fuchs ganz einfach am Sechzehner abzieht. Er nagelt den Ball in Richtung Tor, dieser springt kurz vor Amsif auf und drin ist die Kirsche. “Haltbar”, sagt Augsburgs Torhüter nach dem Spiel.

Nach dem 2:1 immer noch nicht geschlagen

Luhukay setzt alles auf eine Karte und bringt nochmals zwei Offensivkräfte. In der 74. Minute gehen Brinkmann und Sankoh, für sie kommen Hain sowie Sinkala. Für kurze Zeit scheint Luhukays Konzept auf zugehen. Baier wird in einer guten Schussposition von Metzelder gestoppt und Mölders kann einen Patzer von Matip nicht ausnutzen. Nun wird das Spiel etwas männlicher, kleine Fouls unterbrechen den Spielfluss, ohne daß es insgesamt unsportlich wird. So hat der gute Schiedsrichter Wingenbach keine Probleme mit der Spielleitung. Immer noch ist der FCA nicht geschlagen, Tobias Werner bekommt den Ball völlig freistehend in der 83. Minute halblinks im Strafraum nicht richtig auf den Schuh. Chance vergeben. Im Gegenzug kann Sinkala nur auf Kosten einer Ecke klären. Fuchs bringt sie in Augsburger Strafraum und Ole-Raul köpft aus vier Metern hinter die Linie, Verhaegh will noch klären, aber die Schiedsrichter zeigen auf den Anstoßpunkt (85. Minute). Das wars, in den verbleibenden fünf Minuten wechselt Stevens noch Baumjohann für Jurado und Escudero für Raul, nachdem er bereits in der 68. Minute Draxler für Pukki gebracht hat. Der Schiedsrichter pfeift pünktlich ab, Schalke hat Anschluss an die Spitze auf Platz vier, der FCA bleibt Tabellenletzter an diesem 15. Spieltag. Wieder einmal hat es nach einem guten Spiel, aufgrund der fehlenden individuellen Klasse nicht für einen Sieg gereicht, Schalke hat verdient gewonnen und dem FCA bleibt nur die Erkenntnis: Wer verliert und zieht von hinnen, muss ein andermal gewinnen.

FC Augsburg: Amsif; Reinhardt, Callsen-Bracker, Sankoh (74. Sinkala), Verhaegh; Hosogai, Davids (46. Oehrl); Brinkmann (74. Hain), Baier, Werner; Mölders.

Schalke 04: Unnerstall; Höger, Metzelder, Matip, Christian Fuchs; Moritz; Jurado (85. Baumjohann), Holtby; Raul (88. Escudero); Pukki (68. Draxler), Huntelaar.

Gelbe Karten: Reinhardt, Sankoh (FCA), Metzelder (S 04)

Schiedsrichter: Markus Wingenbach

Zuschauer: 58.641 in der Arena auf Schalke

Tore:

1:0 Huntelaar (16.)

1:1 Mölders (48.)

2:1 Christian Fuchs (66.)

3:1 Raul (85.)

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Schalke-Fan Edgar Mathe


Nach der Fusion BCA/Schwaben war für Edgar Mathe der Augsburger Fußball erstmal erledigt. „Der BCA war 1860 in Augsburg, der BCA war mein Verein; mit den saturierten Schwaben konnte ich damals wenig anfangen“; so Mathe auf die Frage, wie er denn zu Schalke gekommen sei. „Mit dem Ende des BCA musste ich wieder auf Brautschau gehen.“ In Lechhausen aufwachsen und Schalke Fan werden zeugt von einer geordneten Rebellion nach innen und von einem wohldosierten Widerstand gegen die äußeren Verhältnisse, die so schwer nicht zu ertragen sind, wenn man einen Fußballverein drüber legen kann. Mathe hat sich in Schalke verknallt, als dort die Kremers-Zwillinge spielten, Stan Libuda und Norbert Nigbur.



Mathe ist nicht irgend einer, sondern der Finanzierungs- und Projektsteuerungsexperte der Stadt Augsburg. Unter seiner 1990 begonnenen Ägide als Geschäftsführer hat sich die einst beschauliche Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) zu einer der wichtigsten städtischen Töchter entwickelt. „Ist ja gut – aber nur unter Protest“, so Mathe zur Vorgabe, den Spielbericht aus der Perspektive des FCA zu schreiben.