Wendejahre
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Es steht 6:4 für den Hochablass!

Bürgermehrheit gegen das Hochablasskraftwerk

AZ-Umfrage vom 26.11.2011

AZ vom 26.11.2011


Die Wochenumfrage der Augsburger Allgemeinen zeigt es sehr deutlich. Nicht nur Hochzoll, auch die Stadtbevölkerung ist gegen das geplante Kraftwerk. Von den Argumentationen, die ursprünglich auf dem Tisch lagen, ist nicht mehr viel übrig. Von einer Kostenerhöhung von 8,9 auf 12 Mio. € ist die Rede. Vater Lech hat an der richtigen Stelle listig eine Schaufel Sand platziert. Und dazu taucht plötzlich in den Planungen hinter dem Hochablasskiosk ein bisher nicht erwähnter Transformator auf – Hochspannungsleitungen über dem Erholungsbereich?

Die Initiative „Rettet den Hochablass“ weist darauf hin, dass zusätzliche vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde über das Wehr müssten. Andernfalls läge die Wehrmauer große Teile des Jahres trocken. Eine weitere Einschränkung für die Rentabilitätsrechnung. Aber ein Hochablass ohne Wasservorhang ist für jeden Hochzoller Garten- und Naturfreund unvorstellbar.

„Wenn die Stadt es nicht macht, macht es ein anderer“? Mit Nachdruck setzt sich die Initiative dafür ein, den Hochablass unter Natur- und Ensembleschutz zu stellen. Es handelt sich um eine eiserne stadtnahe Naturreserve im Zusammenspiel von Wasser, Kiesbänken und der Wehranlage. Niemand soll bauen dürfen. Wieso sollte man dieses stadtnahe Natur- und Erholungserlebnis opfern? Wasserkraft ist nach Fukushima gewiss noch populärer geworden. Aber auch da braucht es Augenmaß. Für 10 Mio. € kann man bei einem Investment in Wind an geeigneten Standorten die doppelte Jahresenergieernte erhalten. Wieso wird die Investition in konkurrierende Anlagen nicht erwogen und vorgezogen? Der jetzt vorgeschobene Zeitdruck resultiert aus der Anpassung der Investition an eine Subvention aus dem EEG, die nur bis 2013 erwerbbar ist. Sieht so die anvisierte Nachhaltigkeit aus?

Pro Augsburg und im Nachgang auch die Grünen fordern „Bürgerenergie“. Dazu gab es von PA Stadtratsanträge, Ausarbeitung und Veranstaltungen. Es gibt eine Vielzahl energetisch wirksamerer Maßnahmen, die mit den geplanten 10 Mio. € durchgeführt werden könnten. Die Stadtwerke Augsburg sind bestimmt nicht um Investitionsalternativen verlegen. Sie können im Bereich Wärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Solar- und Windenergie oder Energietransport vorgenommen werden und mit höheren Renditen rechnen. Man kann als Anregung das Alternative-Energie-Portfolio der äußerst erfolgreichen Stadtwerke München lesen.

Jedenfalls ist die Initiative „Rettet den Hochablass“ alles andere als Verantwortungs- und technologiefeindlich. In einer öffentlichen Versammlung der Aktionsgemeinschaft Hochzoll e.V. wurde verantwortungsvoll diskutiert, abgewogen und gerechnet. Auch dort, vor Ort in Hochzoll, fanden sich von 120 Teilnehmern nur 3 Befürworter des geplanten Kraftwerks.

 

Augsburg, 27. November 2011

Dr. Werner Lorbeer



Abwärtsspirale zum Schaden der Kunst

Die schrumpfende „Große Schwäbische“ wurde am Samstag zum 63. Mal eröffnet

Von Frank Heindl

Die Musik des Uli Fiedler Trios war schön und dezent, als am Samstagvormittag die „Große Schwäbische Kunstausstellung“ zum 63. Mal eröffnet wurde. Doch in den Eröffnungsreden zeigte sich schnell, dass die Situation für den veranstaltenden Berufsverband Bildender Künstler (BBK) nicht ganz so harmonisch aussieht: Der Vorsitzende Norbert Kiening klagte bitter über mangelnde Finanzhilfen seitens der Stadt, Kulturreferent Peter Grab revanchierte sich mit Klagen über falsche Zahlen und einen fehlenden Wirtschaftsplan – mit Mühe rettete man sich vor den versammelten Vernissagepublikum in die Vereinbarung alsbaldiger Gespräche.

Schon in einer Pressekonferenz zwei Tage zuvor hatte Kiening detailliert über die Nebenumstände der „Großen Schwäbischen“, wie sie bei Eingeweihten kurz genannt wird, geklagt und seine Sorgen mit Zahlenmaterial unterlegt. So hat sich etwa die Zahl der Einreichungen in den letzten zwanzig Jahren halbiert – noch 1992 konnten die Juroren aus 482 eingereichten Kunstwerken für die Bestückung ihrer Ausstellung auswählen, im vergangenen Jahr waren es noch 184, diesmal nur noch 143. Für die üblicherweise im „abraxas“ stattfindende Sonderausstellung „Installation“ wurden in diesem Jahr gar nur drei Werke eingereicht, von denen die Jury nur eines akzeptierte. Konsequenz: Die Sonderausstellung entfällt.

Liegt also den schwäbischen Künstlern nichts mehr an „ihrer“ Ausstellung? Kiening sieht ein ganzes Bündel von Ursachen für die Misere: Das Ausstellungssystem der Toskanischen Säulenhalle mit seinen kojenartig nebeneinandergereihten, gleichformatigen Wänden ist in der Tat veraltet – hier sehe „eigentlich jede Ausstellung gleich aus“, sagt Kiening, es gebe Beschwerden über schlechte Beleuchtung und blendende Scheinwerfer. Der fehlende Kunstpreis sei ein weiteres Hindernis: Mancher Künstler fahre seine Werke aus Kempten an Augsburg vorbei nach Donauwörth – dort hat man Chancen auf einen Preis, und dort kann man außerdem seine Arbeiten bequem ausladen, während es vor der Augsburger Halle nicht mal eine legale Parkmöglichkeit gibt. Ein weiterer Grund für die sinkende Zahl der Einreichungen ist der damit verbundene wirtschaftliche Aufwand: Hauptberufliche Künstler, wie sie im BBK organisiert sind, gehören nicht zu den Großverdienern, ihre nebenberuflichen Kollegen eher auch nicht. Für Einreichungen zur Großen Schwäbischen fallen allerdings 40 Euro Gebühr an – für manchen Künstler mag das eine Investition sein, deren Sinn nicht unbedingt einleuchtet.

Schrumpfende Finanzhilfen und strukturelle Probleme

Denn stetig sinkt gleichzeitig der Umsatz der Großen Schwäbischen – auch und vor allem, weil Stadt und Staat nichts mehr kaufen. Dieser Rückgang wiederum trifft nicht nur die Künstler, sondern auch die Ausstellung und den Verband – denn der kassiert bei Verkäufen ein Drittel des Erlöses. Daneben stammen seine Haupteinnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen (280 Mitglieder zahlen derzeit einen Jahresbeitrag von 160 Euro). Doch spätestens an diesem Punkt muss man auch nach strukturellen Problemen des BBK fragen – denn heutzutage ist eine Mitgliedschaft im Künstlerverband längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Kiening ärgert sich zu Recht, der BBK habe dafür gesorgt, dass vor und in der Neuen Stadtbücherei in „Kunst am Bau“ investiert worden ist – die profitierenden Künstler allerdings waren weder vorher Mitglieder im BBK, noch konnte er sie später zum Eintritt überreden.

„Die Szene hat sich verändert“, sagt ein Augsburger Künstler und verweist auf freie Studios und Künstlergemeinschaften, die heutzutage Ausstellung wie „contemporally“ oder Kunstaktionen wie die „Jean Stein“-Initiative stemmen, ohne dazu einen Verband zu benötigen. Auch der Weg in renommierte Galerien wie das Höhmannhaus führt längst nicht mehr zwingend über den Berufsverband. Einen weiteren Hinweis auf solche internen Probleme gibt auch die Altersstruktur der ausstellenden Künstler: „Das Durchschnittsalter ist hoch“, gibt Kiening unumwunden zu, dabei sei es durchaus der Wunsch des Verbands, dass sich die Ausstellung auch als Forum junger Künstler behaupten könnte.

Steigende Kosten, sinkende Zuschüsse und weniger Besucher



Doch von den eigenen Strukturproblemen spricht man beim BBK weniger gern als von der fehlenden Unterstützung von außen. In der Tat sind die Zuschüsse gesunken und die Kosten gestiegen – davon kann nicht nur der BBK ein Lied singen. 2002 wurde ihm der Staatszuschuss gestrichen, seither auch kauft die Bayerische Staatsgemäldesammlung bei der Großen Schwäbischen nichts mehr – zusammen ein Verlust von 7000 Euro jährlich. Direkte Folge: Die Große Schwäbische kann sich keinen Katalog mehr leisten, die Eintrittsgebühr wurde schrittweise von null auf vier Euro erhöht – mit spürbaren Konsequenzen: Kamen 1990 bei kostenlosem Eintritt noch 10.000 Besucher in die Ausstellung geschneit – nebenan ist Weihnachtsmarkt, da macht man gerne mal einen Abstecher zur Kunst – so sanken die Besucherzahlen nach jeder Eintrittserhöhung drastisch, 2010 schauten gerade noch 2200 vorbei. Die sprichwörtliche Katze beißt sich hier also heftig in den eigenen Schwanz: Weniger Geld bedeutet weniger Attraktivität bedeutet weniger Künstler bedeutet weniger Besucher bedeutet weniger Geld … – eine Abwärtsspirale, die Kiening hinter vorgehaltener Hand zu der Befürchtung veranlasst, die diesjährige Große Schwäbische „könnte die letzte sein.“

Doch obwohl er sich bei seiner Rede zur Vernissage nur sehr vorsichtig äußerte, erntete er deutlichen Widerspruch. Während Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert vorgab, er lese „die Zeitung“ nie schon vormittags und sich so um eine Stellungnahme zum samstäglichen AZ-Artikel herumschummelte, der ebenfalls den Untergang der Ausstellung befürchtete, ging Kulturreferent Peter Grab trotz viel angeblichem „Verständnis“ in der Sache den BBK-Vorsitzenden frontal an. Er habe der Presse Zahlenmaterial überlassen, ohne mit seinem Referat Rücksprache zu halten, und habe dabei auch noch mit falschen Zahlen gearbeitet. In der Tat hatte Kiening versehentlich zu hohe Heizungskosten angegeben und die betreffenden Zahlen schon am Tag zuvor per Email zurückgenommen. Und in der Tat täte dem BBK bei der Bilanzierung seiner Tätigkeiten wohl ein buchhalterisch erfahrener Helfer gut – das gibt Kiening unumwunden zu. Trotzdem kann Grabs Stellungnahme weder den BBK noch die Öffentlichkeit zufriedenstellen. Zwar sicherten Kulturreferent wie Bezirkstagspräsident zu, sie würden die Große Schwäbische nicht sterben lassen – doch dass einmal mehr Hilfe erst versprochen wird, wenn bereits Feuer auf dem Dach ist, und dass es dabei einmal mehr nur um Notreparaturen geht – damit können weder Künstlerverband noch Öffentlichkeit zufrieden sein. Immerhin versprachen beide Politiker in ihren Redebeiträgen, es werde über die anstehenden Probleme schnellstmöglich gesprochen werden.

» Gastkommentar „Ohne Ende kein Anfang“



Ohne Ende kein Anfang

Die Große Schwäbische in einer unwürdigen Endlosschleife

Gastkommentar von Frank Mardaus

Der BBK und die Große Schwäbische Kunstausstellung müssen sich ändern – und das rasch. Es wird wohl, wie Wolfgang Mennel, ein bekannter schwäbischer Künstler, am Rande der Vernissage äußert, „auf eine Operation am offenen Herzen“ hinauslaufen. Wie konnte es so weit kommen, dass anlässlich der Eröffnung einer lange Zeit bedeutsamen Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Bildern der Medizin, nicht aber der Bildenden Kunst gesprochen wird? Pflegefall oder Notfall?

Die Spurensuche beginnt beim BBK, einem Berufsverband also, der mehr auf die korrekte Nennung seines Namens (nämlich Augsburg und Schwaben Nord) Wert legt, als auf eine aktive Suche nach neuen Formen der Präsentation zeitgenössischer Kunst. Mit einem Vereinsvorstand, der nicht zu lamentieren verspricht und genau das beständig tut. Der kämpfen will, sich aber bereits versöhnt zeigt, wenn er mit einem Bezirkstagspräsidenten und einem Kulturreferenten Wege und Lösungen suchen darf. Ein solcher BBK muss sich erneuern.

Dies betrifft zuallererst sein langjähriges Markenzeichen, die Große Schwäbische Kunstausstellung. Seit nunmehr 63 Jahren stellt der Verband zusammen mit der Stadt Augsburg, die früher im Rathaus, nun im Zeughaus die Räumlichkeiten zu Verfügung stellt, eine Auswahl von Werken vor. Alle schwäbischen Künstler sind eingeladen einzureichen. Warum aber wenden sich die Künstler ab? Ist es wirklich das Halteverbot am Zeughaus, welches die Stadt rigoros durchsetzt? Ist es nur der fehlende Kunstpreis, die traditionell schlechte Presse der AZ? Oder sind es die mangelnden Ankäufe durch die städtischen oder staatlichen Sammlungen? Gewiss, all das trifft zu. Aber diese Widrigkeiten teilt die Ausstellung mit vielen ihrer Zunft.

Entscheidend für die zunehmende, beinahe kollektive Absage der Künstler mit oder ohne große Namen ist die fehlende Bedeutung einer künstlerischen Auseinandersetzung am Ort ihrer Präsentation. Der lähmende, weil sich mechanisch wiederholende Ablauf findet seinen unrühmlichen jährlichen Höhepunkt in Satzfragmenten wie diesen: „ …die Künstler zeigen … durch ihre vielfältigen Positionen … dass sie kreativ sind … man kommt ins Nachdenken … über den Zustand der Gesellschaft … überraschend neue Seiten.“ So der Bezirkstagspräsident Reichert – aus einer wohl sorgsam gehüteten Word-Dokumentvorlage.

Andernorts blühendes Leben

Dementsprechend wird man über die Struktur des Publikums wenig überrascht sein. Dabei geht es keineswegs um das nominelle Alter: Es gibt für einen Künstler, wie – ebenfalls am Rande der Eröffnung – Florina Coulin betont, kein Rentenalter. Aber es geht um die lebendige Auseinandersetzung mit einer breiten gesellschaftlichen Schicht von Kulturschaffenden. Während die Große Schwäbische von Ausstellenden und denen, die sich in 63 Jahren daran gewöhnt haben, besucht wird, sieht es andernorts nach blühendem Leben aus. Und zwar ganz ohne (nennenswerten) Ankauf, Preis oder sonstigem Prestige: Im lab 30, in der contemporally, im Höhmannhaus, um nur einige Orte in Augsburg zu nennen.

Der Verband hatte sich über eine historisch lange Zeit zusammen mit der Stadt Augsburg um die Bildende Kunst gesorgt. Es wurden Ankäufe getätigt, Kataloge gedruckt, Preise verliehen, und – was damals erträglich, weil angemessen war – Sonntagsreden über die Kreativität der Künstler gehalten. Heute aber verspricht der Kulturreferent Ankäufe in der Ahnung, sie nicht finanzieren zu können. Heute – und hier ist er durchaus ernst zu nehmen – ist die Bildende Kunst und damit die Legitimation ihrer Förderung weitergewandert. Bildende Kunst muss sich, auch wenn sie von Juroren ausgewählt wird, die von den Künstlern selbst bestimmt werden, selbst einen Raum erobern, nämlich einen in der Gesellschaft bedeutsamen Raum. Ein Verband wie der BBK muss, will er nicht sterben, sich der Operation am offenen Herzen unterziehen. Also sich mutig neu erfinden – auch an anderen Orten als in der Toskanischen Säulenhalle. Es ist dem Verband wie auch den darin organisierten Künstlern zu wünschen, dass eine neue Form der Veranstaltung gefunden wird. Alles ist besser als – so dann der Bezirkstagspräsident in einer Abweichung von seiner üblichen Rede, „die 37 Jahre bis zum 100. Geburtstag“ in lähmendem, vergreisten Siechtum weiterzuführen. BBK, das sollte nach mehr als nach Krankenkasse klingen.

Der Verfasser Frank Mardaus ist Künstler, Mitglied im BBK und einer der Juroren der „Großen Schwäbischen Kunstausstellung“ sowie kulturpolitischer Sprecher der Augsburger SPD.



Sheridanpark-Weg wird Mietek Pemper gewidmet

Mieczysław „Mietek“ Pemper, der Ehrenbürger der Stadt Augsburg, verstarb am 7. Juni dieses Jahres. Nun beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am 24. November einen „Mietek-Pemper-Weg“.

Amtlicher Stadtplan mit dem neuen "Mietek-Pemper-Weg" (Bild: Geodatenamt der Stadt Augsburg)

Amtlicher Stadtplan mit dem neuen "Mietek-Pemper-Weg" (Bild: Geodatenamt der Stadt Augsburg)


Zuvor hatte der Ältestenrat zugestimmt, dass die zweijährige Sperrfrist für Ehrungen nach dem Ableben ausnahmsweise aufgehoben wird. Der „Mietek-Pemper-Weg“ soll einmal den Sheridanpark zwischen „Stadtberger Straße“ im Norden und „Leitershofer Straße“ im Süden erschließen. Das bereits fertiggestellte Mittelstück zeigt die Attraktivität dieser 1,3 Kilometer langen Nord-Süd-Verbindung im Augsburger Westen. Mietek Pemper war als polnischer KZ-Häftling im Konzentrationslager Krakau der persönliche Schreiber des KZ-Kommandanten Amon Göth. Ohne seine tatkräftige Unterstützung hätte es die weltberühmt gewordene Liste von Oskar Schindler nicht gegeben, die zahlreichen Juden das Leben rettete. Pemper, der seit dem Jahr 1958 in Augsburg lebte, war auch akademischer Ehrenbürger der Universität sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes der ersten Klasse. Rund um den Sheridanpark in Pfersee beziehen sich zwölf der 15 Straßennamen auf die nationalsozialistische Zeit. So wurde vor fünf Jahren auch Oskar Schindler eine Wohnstraße gewidmet. Einer der Gründe für dieses Straßennamenthema war ein Außenlager des KZ Dachau auf dem ehemaligen Kasernengelände.



Grund- und Mittelschule Bärenkeller energetisch saniert

Aus Mitteln des Konjunkturpakets II wurde die energetische Verbesserung der Grund- und Mittelschule Bärenkeller finanziert. Insgesamt wurde das Schulgebäude für 2,4 Millionen Euro saniert und als Beitrag zum Umweltschutz eine Fotovoltaikanlage installiert.

Zusätzlich erhielt das Gebäude neben neuen Sanitäranlagen auch ein neues Erscheinungsbild. Nachdem die Arbeiten nun abgeschlossen sind, fand am vergangenen Donnerstag, 24. November die „Baustellenabschlussfeier“ statt, zu der Oberbürgermeister Kurt Gribl und Bildungsreferent Hermann Köhler eingeladen hatten.

Oberbürgermeister Kurt Gribl betonte, dass es nach der erfolgreichen Umbaumaßnahme auch weitere Projekte dieser Schule gäbe, vor allem die Nachmittagsbetreuung der Schüler. Die baulichen Umbaumaßnahmen wurden durch das Architekturbüro „Team-A-3“ geplant und geleitet. Dabei wurden neben funktionalen Aspekten, wie dem Umbau der Verwaltungsanlagen und Brandschutzmaßnahmen oder auch einem barrierefreien Zugang, vor allem die Maßnahmen zur Energieeffizienz des Gebäudes verbessert. Das Gebäude erhielt eine neue Innen- und Außendämmung, das Dach wurde zu 80 Prozent neu gedeckt und die Fenster wurden zu 70 Prozent ersetzt. Umrahmt wurden die Reden durch ein musikalisches Programm der Grund- und Mittelschüler aller Jahrgangsstufen.

» TEAM-A-3 Projektseite



Kö-Umbau: „Fehlender Verfahrensschritt jederzeit nachholbar“

Stadt legt Bebauungsplan zum Königsplatz noch einmal aus und holt somit den vom VGH-Urteil beanstandeten fehlenden Verfahrensschritt nach



Der Bebauungsplan zum Königsplatz war wegen eins formalen Fehlers vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) beanstandet worden. Der Bebauungsplan hätte vor dem abschießenden Satzungsbeschluss nochmals ausgelegt werden müssen. Grund dafür ist, dass die Planungen dahingehend geändert wurden, um die räumlichen Verhältnisse für die im vorangegangenen Bürgerentscheid geforderte vorsorgliche Entlastungsstraße („Bypass“ für Notfallsituationen) zu schaffen. Dieses wird erkennbar durch die geringfügige Verschiebung der Lage der Baumreihe beim Ihle-Café (in der Grafik rot markiert).

Keine zeitlichen Verzögerungen

„Es bleibt dabei. Die Beanstandung durch den VGH betrifft einen Verfahrensschritt, der jederzeit nachholbar ist und von der Stadt auch nachgeholt wird“, so Baureferent Gerd Merkle in einer Pressemitteilung der Stadt vom vergangenen Donnerstag. Die Stadt bereitet nun die erneute öffentliche Auslegung des Bebauungsplans zum Königsplatz vor. Da der Stadtrat den Bebauungsplan beschließen muss, wird es vermutlich Anfang 2012 zu einer erneuten Beschlussfassung kommen. Zeitliche Verzögerungen des Projekts entstehen nicht. „Erfreulich ist, dass weitere von den Antragstellern vorgebrachte Argumente gegen die Planung vom Gericht nicht beachtet wurden“, so Baureferent Merkle.



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