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FCA in Stuttgart mit dem Rücken zur Wand



Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) gastiert der FC Augsburg beim VfB Stuttgart. Die Stuttgarter verloren zuletzt in Mainz und konnten in den beiden Spielen davor ebenfalls nicht gewinnen. Zuhause ein Remis gegen Dortmund und in Nürnberg kam man über ein 2:2 nicht hinaus. Für die Schützlinge von Trainer Bruno Labbadia – wollen sie den Anschluss an die Spitzengruppe nicht verlieren – steht somit ein Sieg gegen den Tabellenletzten aus Augsburg als Pflichtübung auf dem Programm – alles andere wäre für die ambitionierten und spielstarken Schwaben ein Tiefschlag. Für den FCA beginnt in Stuttgart eine lange Serie von Endspielen. Die kämpferisch starke zweite Halbzeit gegen die Bayern im Hexenkessel zu Augsburg hat dem FCA sportliches Ansehen und möglicherweise Selbstvertrauen gebracht, aber keine Punkte. Mit lediglich acht Punkten aus zwölf Spielen stehen die Brechtstädter am Tabellenende. Wenn man die Tabelle genau liest, scheint die Situation schwieriger als auf den ersten Blick. Zwei Punkte trennen den FCA vom Relegationsplatz, allerdings ist davon auszugehen, dass weder der HSV noch die Freiburger (jeweils 10 Punkte) auf Dauer unten bleiben. Beide Mannschaften sind stärker als Mainz, Nürnberg (12 Punkte) und Kaiserslautern (13). Köln (16) sollte ebenfalls zu den Abstiegskandidaten gehören, doch die krisengeschüttelten Rheinländer haben bereits 8 Punkte zwischen sich und dem FCA geschoben. Geht man also davon aus, das Hamburg und Freiburg am Ende wohl einen Mittelfeldplatz belegen werden, steht der FCA in Stuttgart mit dem Rücken zur Wand, da die unmittelbaren Abstiegskonkurrenten mit mindestens vier Punkten Differenz „enteilt“ sind. In der Winterpause, wenn die Transferliste wieder geöffnet wird, werden die Karten neu gemischt. Bis dahin gilt es für die Augsburger Anschluss zu halten, eine schwere Aufgabe. Als DAZ-Gastautor wird Manfred Seiler das Spiel in Stuttgart kommentieren.

FCA in Stuttgart unter besonderer Beobachtung

1989 deutschlandweit veröffentlichter Artikel von Manfred Seiler im Feuilleton des Wochenmagazins “Die Zeit”

Der damalige Publizist und Schriftsteller Manfred Seiler hat vor fast genau 22 Jahren im November 1989 einen Artikel in der Wochenzeitung “Die Zeit” veröffentlicht und damit aus Sicht von Oberbürgermeister Kurt Gribl die Initialzündung für die Stadterneuerung in Oberhausen-Nord geliefert. „Alles in Augsburg ist drittklassig, das Theater, die Behörden, der Fußballverein, die Künstler, die Politiker, die Lokalpresse. Man gibt sich mit dem Mittelmaß auf allen Ebenen zufrieden, klopft sich öffentlich auf die Schulter und bestätigt sich immer wieder, wie toll man doch sei. Doch die Wirklichkeit zeigt ein anderes Bild. (…) Die Verkehrsplanung erweist sich mehr und mehr als mangelhaft“, so endet der im Frühjahr 2009 während des Abschlussfestes der Revitalisierung des Drei-Auen-Quartiers von Kurt Gribl angeführte Artikel, der sich in der Hauptsache der damals fragwürdigen Stadtentwicklungspolitik widmete. Seilers Essay schlug hohe Wellen und setzte – will man WBG-Chef Edgar Mathe glauben – ein erfolgreiches Stadtentwicklungsprojekt in Oberhausen in Gang. Manches aus Seilers spitzer Feder könnte man möglicherweise heute noch gelten lassen, einiges hat sich ohne Wenn und Aber ins Bessere gedreht. Dass aber 22 Jahre später ausgerechnet der „Fußballverein“ nicht mehr dritt- sondern erstklassig ist, könnte man – transportierte man Seilers Grundthesen in die Jetzt-Zeit – entweder als eine schnell vorübergehende Kuriosität in der Entwicklungsgeschichte Augsburgs auslegen – oder eben als Beleg für eine ganz und gar andere Stadt anführen. Der „Fußballverein“ ist jedenfalls nicht mehr drittklassig. Manfred Seiler produziert inzwischen Filme und schreibt „nur noch“ Drehbücher. Seiler hat Augsburg räumlich nie verlassen, beruflich beschäftigt er sich jedoch seit einer Ewigkeit nicht mehr mit Stadtpolitik. Den Weg des FCA von der Bayernliga in die Bundesliga hat Seiler allerdings sehr genau verfolgt. „Mein Herz begann für den Fußballverein zu schlagen, als dieser noch BCA hieß.“ Ob er denn Lust habe, mal ein Spiel des FCA in der Bundesliga zu kommentieren. „Klar.“ Aus journalistischer Sicht ist diese Zusage eine kleine Sensation. Der Augsburger Fußballverein steht somit in Stuttgart unter besonderer Beobachtung.



Staats- und Stadtbibliothek: Heubisch berichtet, FDP verbreitet Optimismus

Staatsminister Dr. Heubisch ist am heutigen Donnerstag zu Gast in Augsburg und berichtet über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe “Staats- und Stadtbibliothek Augsburg”.



“Die Staats- und Stadtbibliothek ist für Augsburg von unschätzbarem Wert. In vielen Gesprächen habe ich dem bayerischen Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch deutlich gemacht, wie wichtig die Unterstützung des Freistaats in dieser Angelegenheit ist. Der Minister ist sich der schwierigen Situation bewusst und hat mit der Einsetzung der Arbeitsgruppe schnell reagiert”, so die Augsburger Bundestagsabgeordnete und FDP-Kreisvorsitzende Miriam Gruß, die die Auffassung vertritt, dass die Stadt Augsburg auf absehbare Zeit nicht in der Lage sein werde, sich selbst der Bibliothek anzunehmen und dringend notwendige Baumaßnahmen durchzuführen. Dennoch müsse, so Gruß, “die Stadt in jedem Fall sicherstellen, dass ihr kulturelles Erbe in Augsburg und ein anderer Ort für die Werke nicht in Frage kommt.” Die Augsburger FDP-Chefin zeigte sich in einer Pressemitteilung dahingehend zuversichtlich, dass die Arbeitsgruppe konstruktive Lösungen für die Zukunftssicherung der Staats- und Stadtbibliothek entwickelt haben könnte.