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FCA vs. Bayern: Kirchenmaus gegen Kirche

Große Ereignisse werfen lange Schatten voraus. Der FCA erwartet in der 12. Runde der Fußballbundesliga eine europäische Spitzenmannschaft. Am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) gastiert der FC Bayern München in der SGL Arena zu Augsburg.

Von Siegfried Zagler

"Armer FC Bayern": Leah Mack. Prämiertes Fotokunstwerk beim Kinderfotopreis Stadt & Land

"Armer FC Bayern": Leah Mack. Prämiertes Fotokunstwerk beim Kinderfotopreis Stadt & Land


Kirchenmaus gegen Kirche, tiefer sollte man bezüglich der ungleichen Verhältnisse nicht in die Metaphernkiste greifen. Die Bayern sind seit vielen Jahren in der Bundesliga das Maß aller Dinge und in Europa eine hochangesehene Adresse. Während dem FCA bereits nach elf Spieltagen das Abstiegsgespenst am Hosenbein knabbert (und dabei weit über die Kniekehle hinaus ist), sind die Münchner aktuell in der Champions League obenauf und führen die Bundesliga mit wohldosierter Überlegenheit an. „Dieses Spiel wird alle elektrisieren“, so FCA-Manager Andreas Rettig. Das ist weit hergeholt und mit der Hoffnung verbunden, dass das ungleichste Duell, das in der Bundesliga jemals stattgefunden hat, nicht bereits nach der Anfangsviertelstunde entschieden sein sollte und das Münchner Spitzenensemble es nicht versteht, das „elektrisierende Spiel“ in eine lockere Trainingseinheit zu verwandeln. „Wir können uns nur selbst schlagen“, so Bastian Schweinsteiger unlängst. In Augsburg müsste den Münchnern dafür der Himmel auf den Kopf fallen.

Falls der FCA mithalten sollte, wäre der Ball nicht rund und die Welt eine Scheibe

Trainer Jos Luhukay hat in Sachen Öffentlichkeitsarbeit beim FCA den schwierigsten Job: „Ich sehe nicht schwarz gegen die Bayern, wir werden das Bestmögliche geben“, so der FCA-Trainer in der Online-Ausgabe der Bildzeitung. – Gut gebrüllt Löwe. Vermutlich wird den Bayern angesichts dieser entschlossenen Ansage der Hintern tief in die Hose rutschen. Was soll der tapfere Augsburger Übungsleiter auch anderes sagen? Unter den 23 Spielern, die dieses Jahr für den Titel des Weltfußballers des Jahres nominiert wurden, sind mit Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller zwei Bayern dabei. Falls der FCA in irgendeiner Form in irgendeiner Phase des Spiels mithalten könnte, wäre der Ball nicht mehr rund und die Welt eine Scheibe.

Gastautoren: Claudia Roth und Wolfgang Leichs

Für die 10-jährige Augsburgerin Leah Mack sind das schicksalsergebene Unkenrufe. Ihr prämiertes Fotokunstwerk hat sie „Armer kleiner FC Bayern“ genannt, womit belegt ist, dass sich die Fähigkeit zur Ironie im menschlichen Hirn sehr früh herausbildet. Als Gastautor wird der Chef vom „Amt für soziale Leistungen“, Wolfgang Leichs, aus der SGL Arena für die DAZ berichten. „Ich darf alles schreiben, oder?“, so Leichs auf die Frage, ob er als Bayern-Fan aus der Augsburg-Perspektive zu berichten überhaupt in der Lage sei. Nur justiziable Formulierungen fallen beim Gastautorenprojekt der DAZ durch den Rost. Herr Leichs darf alles schreiben. Das Gleiche gilt natürlich auch für Claudia Roth, Bundestagsabgeordnete und Bundesvorsitzende der Grünen. Frau Roth ist als Kommentatorin vorgesehen, da damit zu rechnen ist, dass Leichs Bayern-Glut gegen den FCA in ein loderndes Feuer aufgeht.



Irrsinnig, witzig und irrwitzig

„die.hammerling“ kommen am Freitag in die Stadtbücherei

Duo zu dritt: die.hammerling

Duo zu dritt: die.hammerling


Früher hieß das Duo Fritz Moßhammer und Erwin Rehling „hammerling“. Gemeinsam entlockten sie althergebrachten wie genial neu erfundenen Instrumenten irrsinnige, witzige und irrwitzige Musik mit erstaunlichem Erfindungsreichtum in zärtlich-intimen Interaktionen – das ist spaßig, hochmusikalisch, spannend und intensiv. Rehling spielt auf seinem kreativ genutzten Schlagzeuginventar, erweitert um Steinspiel, Kuhglocken und manches mehr, ebenso viel Rhythmus wie Melodie, und manchmal ist nicht klar zu entscheiden, welches Elemente nun mehr gemeint ist. Moßhammer bläst dazu das Alphorn, die Posaune, die Taschentrompete, flötet aber auch in und aus der Fujara oder gar einer Muschel. Das alles wäre kreativ, originell, umwerfend und hinreißend genug, könnte man meinen.

Doch in den letzten Jahren hat sich noch eine Dritte ins Duo hineingespielt: Michaela Dietl. Deshalb heißen die „hammerling“ jetzt „die.hammerling“ – ein kleiner Unterschied mit weitreichenden Folgen. Denn die Dietl spielt nicht nur Akkordeon in ausdrucks- und facettenreichster Manier, sondern singt auch dazu und bringt mit einer ganze Menge neuer Ideen die Musik noch mehr ins wohlige Schleudern, aber und auch ins nachdenkliche Grübeln – und mit ihr ist es noch schwieriger geworden, „die.hammerling“ zu beschreiben. Verstehen kann man das nur beim Hören – entweder man kauft sich umgehend die CD „Zug“, bei der Michaela Dietl noch als Gast auftrat und hammerling daher noch hammerling hieß, oder den Silberling, der anschließend kam und „Hommage an die verlorenen Sprachen“ getauft wurde. Ooooooder man geht am Freitag in die Stadtbücherei und hört sich diese Hommage mit eigenen Ohren und live an – das Festivals der 1000 Töne bringt die.hammerling endlich mal wieder nach Augsburg. Wer’s überraschend mag, wer gerne Neues hört und sich von Klang, Humor und skurrilen Wendungen verzaubern lassen möchte, ist hier richtig. Dialektfan muss man nicht sein, auch wenn die „Hommage an die verlorenen Sprachen“ sich eifrigst im nicht nur musikalischen Dialekten übt – Kitsch und Volkstümelei ist dem Trio mehr als fremd, dafür sind seine Mitglieder viel zu echt.

die.hammerling: Freitag, 4. November, 20.00 Uhr in der Neuen Stadtbücherei. Karten bei den üblichen Vorverkaufsstellen, in der Kresslesmühle und an der Abendkasse, Eintritt: 15 €.



Gesprächsforum 50plus feiert zehnjährige Selbstständigkeit

Egal ob neue Wohnkonzepte im Alter oder die Augsburger Kulturpolitik – das Gesprächsforum 50plus kann für die vergangenen zehn Jahre eine beachtliche Palette an Vorträgen und Referenten aus den unterschiedlichsten Bereichen vorweisen.

Seit 1999 ist die Gruppe beim Arbeitslosenzentrum des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) angesiedelt, wo sie seit 2001 selbstständig arbeitet. Anlässlich der zehnjährigen Selbstständigkeit hatte das Gesprächsforum 50plus am vergangenen Donnerstag zu einer Feier in den Seminarraum des Diakonischen Werks eingeladen.

“Es ist schon beachtlich, dass diese Gruppe über eine so lange Zeit ein so konstant ausgezeichnetes Vortragsprogramm aufgestellt hat”, sagte Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA), der das ehrenamtlich engagierte Team im Rahmen der Feier ehrte. Dass sich unter den über 230 Referenten Europaabgeordnete, Leiter von Arbeitsagentur und anderen wichtigen Einrichtungen finden lassen, spreche für die Bedeutung und den Bekanntheitsgrad, die das Gesprächsforum 50plus bis heute erreicht hat.

Angebot ursprünglich für arbeitslose Vorruheständler

“Wenn ein Thema gerade aktuell ist und uns bewegt, laden wir dazu einfach jemanden ein”, so Maria Gebhard vom Organisationsteam über das Vorgehen bei der Auswahl der Referenten. Die Vortragsreihe richtete sich ursprünglich an ältere arbeitslose Vorruheständler. Zur Gründungszeit des Gesprächsforums gab es in Augsburg durch Stellenabbau etwa bei NCR oder Siemens viele ältere arbeitslose Menschen. Aber auch weitere Interessierte waren und sind willkommen. Zu den bisher insgesamt 230 Referaten, Vorträgen und Führungen kamen rund 7.000 Bürger aus Augsburg und Umgebung.



v.l.: Werner Mayer (50plus), Christine Sturm-Rudat (VdK Bayern), Fritz Graßmann (Theologischer Vorstand), Maria Gebhard (50plus), Eugen Hähnel (kda), DGB-Regionsvorsitzender Helmut Jung und Stadtdekanin Susanne Kasch. Foto: DWA/Ludwig

Gesprächsforum 50plus



Das Gesprächsforum 50plus wird neben der Diakonie von einem breiten Bündnis aus KAB, CAH, kda, afa, VDK, DGB, Caritas und Evangelischem Bildungswerk getragen. Ziel der Veranstaltungen ist, den Menschen mit und ohne Arbeit einen Raum für Diskussion und Austausch über alltagsrelevante Fragen zu geben. Gleichzeitig solle der soziale und christliche Gedanke in der Gesellschaft und die Solidarität mit den Benachteiligten gestärkt werden. Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei; Spenden sind willkommen.



Termine im 4. Quartal 2011:



(immer mittwochs, 9.30 bis 12 Uhr, wenn nicht anders angegeben: Zeughaus, Saal 113)

  • 9. November: Diakonie – und warum es auch in Zukunft gut ist, dass es sie gibt; Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des Diakonischen Werks Augsburg e.V.
  • 23. November: Feurio! Es brennt. Die 500-jährige Geschichte der Landkreis-Feuerwehren; Prof. Dr. Walter Pötzl, Kreisheimatpfleger
  • 7. Dezember: Engel – Begegnung zwischen Himmel und Erde; Mechthild Enzinger

Mehr Informationen:

www.diakonie-augsburg.de (Rubrik Bezirksstellendiakonie)

oder unter Telefon 0821/ 45019-3240.



Türkischer Länderabend bei den Juristen

Die Hochschulgruppe Veritas will durch gegenseitiges Kennenlernen Barrieren zwischen den Kulturen ab- und ein besseres Verständnis aufbauen.

Im Rahmen eines türkischen Länderabends möchte Veritas Wissenswertes über türkische Migration und Kultur vermitteln und lädt daher in Kooperation mit dem Projektbüro für Frieden und Interkultur am kommenden Montag, 7. November um 18 Uhr in den Hörsaal 1001 der juristischen Fakultät der Uni Augsburg ein. Der in Augsburg lebende türkische Musiker Seref Dalyanoglu, ein Virtuose auf der orientalischen Laute (Ud), unternimmt einen erzählenden Streifzug durch die vielfältige Geschichte der türkischen Musik. Dr. Andreas Goldberg, Mitglied der deutschen UNESCO-Kommission und Geschäftsführer der Stiftung Zentrum für Türkeistudien, erläutert die historischen Rahmenbedingungen des Anwerbeabkommens, skizziert die Entwicklungen der letzten 50 Jahre und zeigt anhand von Beispielen den aktuellen Stand der Integration. Anschließend gibt es ein Buffet mit türkischen Spezialitäten. Das Ganze findet und wird veranstaltet von dem Verein „Veritas“ (Kulturamt). Die Hochschulgruppe Veritas will durch gegenseitiges Kennenlernen Barrieren zwischen den Kulturen ab- und ein besseres Verständnis aufbauen. Im Rahmen des türkischen Länderabends möchte Veritas Wissenswertes über türkische Migration und Kultur vermitteln.