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Pflegequalität: Sparkassen-Altenheim erhält Bestnote

Bei der Qualitätsprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) wurde das Sparkassen-Altenheim in Augsburg mit dem Prädikat “sehr gut” bewertet und erhielt die Bestnote 1,0.

Das Sparkassen-Altenheim in der Baumgartnerstraße

Das Sparkassen-Altenheim in der Baumgartnerstraße


Damit ist die Einrichtung in der Nähe des Siebentischwaldes weit über dem bayerischen Landesdurchschnitt bewertet. Die Gesamtnote in Bayern liegt nach der Prüfung von 1.313 Pflegeheimen im Durchschnitt bei 1,6. Dies meldete die Stadt gestern. Geprüft wurde die Qualität anhand eines 82 Punkte umfassenden Kriterienkatalogs. Dieser enthielt Prüfkriterien wie die Pflege und medizinische Versorgung, die Verpflegung und Hygiene, den Umgang mit demenzkranken Bewohnern, die soziale Betreuung und die Alltagsgestaltung. Zusätzlich wurde die Zufriedenheit der Bewohner erfragt.

Die Leitung der Einrichtung führt das gute Abschneiden auf das engagierte Mitarbeiterteam und die gute Zusammenarbeit mit den Pflegeexperten zurück, die in der Zentrale der Altenhilfe seit 2009 alle städtischen Häuser beratend und mit Qualitätszirkeln unterstützen. Einsehbar sind die Pflegenoten auf der Internetseite www.altenhilfe-augsburg.de und auf verschiedenen Internetseiten der Pflegekassen.



Brechtfestival: Eva-Maria Karl neue Projektkoordinatorin

Die studierte Literaturwissenschaftlerin Eva-Maria Karl ersetzt Barbara Eschlberger als Projektkoordinatorin beim kommenden Brechtfestival.



Auf der Kulturausschusssitzung am Montag hatte die neue Projektkoordinatorin des Brechtfestival Eva-Maria Karl die Gelegenheit sich kurz vorzustellen. Nachdem sich Barbara Eschlberger aus beruflichen Gründen nach Berlin verabschiedet hatte, übernahm den freigewordenen Aufgabenbereich geräuschlos Frau Karl. Karl gehört seit April zum „Brecht-Team“ und besitzt einen dementsprechenden Werkvertrag. Es werde geprüft, ob man bei der Personalie Karl vom Einstellungsstopp der Stadt absehen könne, wie am Rande der Kulturausschusssitzung in Erfahrung zu bringen war.

Bild: Eva-Maria Karl



Tango am Rand des Abgrunds

Molières „Tartuffe“ im tim: der Seelencoach als Verführer

Von Frank Heindl

Ein tiefer, etwas bedrohlicher Basston vom Akkordeon eröffnet den Abend – und ab dann wird Tango getanzt. So könnte man, übertrieben kurz, den Molièreschen „Tartuffe“ zusammenfassen, wie ihn das Stadttheater unter Regie von Sigrid Herzog auf die (nicht vorhandene) Bühne des Textilmuseums bringt. Um es vorweg zu nehmen: Ein Abend der leichten Muse zwar, aber ein Abend des großen Vergnügens, des perfekten Timings und eines glänzenden Ensembles.

Der Sohn (Alexander Darkow) ist ein Kraftprotz, intelligent ist nur die Zofe (Lucy Wirth) – im Haus von Orgon wird mit den Verhältnissen Tango getanzt.

Der Sohn (Alexander Darkow) ist ein Kraftprotz, intelligent ist nur die Zofe (Lucy Wirth) – im Haus von Orgon wird mit den Verhältnissen Tango getanzt.


Im Haus des wohlhabenden Orgon weiß man zu leben. Seine Frau ist schön und verwegen, die Kinder sind nicht die hellsten und in diesem Punkt eher dem Vater nach geraten, delegieren die Intelligenz ans Personal und kümmern sich stattdessen um Feste und Möblierung. Bei Sigrid Herzogs Inszenierung platzt da Publikum mitten hinein die temporeiche Umgestaltung des Wohnzimmers: Der Vater ist außer Haus, man nutzt die Gunst der Stunde, um zweifelhafte Kunst – aber zweifellos à la mode – und ein enormes Sitzmöbel anzuschaffen, das zwar nicht bequem ist – aber zweifellos der „dernière cri“. In diesem fröhlichen Hallo aber stört alsbald die ältere Generation – zunächst Frau Pernelle, Mutter des Hausherrn und in ihren Gefühlen verletzt durch das Ungestüm der Jugend.

Schon die Eingangsszene – wie in Minutenschnelle und zum Tangorhythmus des Akkordeons die alten Möbel verschwinden, die neuen aufgestellt werden und schließlich beim ersten Wort der alten Dame alles in betroffenes Schweigen verfällt – zeigt, worin die große Stärke dieses Augsburger Molière besteht: Das Timing stimmt perfekt und die Inszenierung hat bis ins Detail eine tänzerische Leichtigkeit, die die gesamte Handlung in jedem Moment gezielt der Lächerlichkeit preisgibt. Schön, wie Eva Maria Keller, die Grand Dame des Augsburger Ensembles, nur ihre Stimme zu erheben braucht: Schon sind die Kinder still – und das Publikum kringelt sich.

Der Hausherr ist den Verhältnissen nicht gewachsen

Frau Pernelle also ist über die besten Jahre hinaus, und wie das so ist: In diesem Alter lässt die Lebenslust nach, dafür wächst der moralische Anspruch. Man achte sie in diesem Hause nicht, lamentiert sie, „nichts wird hier respektiert“ –und so haben die Alten ja seit eh und je empfunden. Die Pernelle und ihr Sohn haben allerdings hat einen Helfer –das ist Tartuffe, jener priesterlich gewandete Frömmler, der sich in den Haushalt eingeschlichen hat und – man erfährt es, noch ehe er auftaucht – sich strengstens für Sitte und Moral engagiert. Schon hat er sich den Hausherrn, den etwas tumben Orgon (Martin Herrmann), so sehr um die Finger gewickelt, dass dieser ihn mit seiner anderweitig verliebten Tochter (Sarah Bonitz) verheiraten will. Denn auch Orgon ist den Verhältnissen nicht mehr gewachsen und gibt seine Verantwortung nur zu gerne ab. Seine Frau ist zu jung und zu schön für ihn, seine Macht über die Kinder beruht auf gesellschaftlicher Konvention, nicht auf väterlicher Autorität.

Und das Dienstmädchen kann sich ihm gegenüber jede Frechheit herausnehmen. Denn neben dem Generationenkonflikt hat Molière geschickt einen Klassenkonflikt eingebaut, den Sigrid Herzogs Regie ebenso geschickt betont: Während seine Tochter ein willensloses Dummchen, der Sohn (Alexander Darkow) ein naiver Kraftprotz ist, die herrschende Klasse sich also ihrer eigenen Probleme nicht gewachsen zeigt, ist die Zofe Dorine zunächst die einzige, die nicht nur über den Willen, sondern auch über die Intelligenz zum Widerstand und dessen Organisation verfügt – und dabei gleichzeitig ihre Herrschaft verlacht. Lucy Wirth gibt die Dorine wunderbar spritzig-witzig, ein bisschen prollig, stattet sie mit ein wenig Dienstmädchenerotik aus, löckt herzerfrischend frech wider die Verhältnisse. Und wenn sie grübelt und Pläne ausheckt, dann spielt das Akkordeon Tango, dann werden die Verhältnisse am Rande des Abgrunds wenigstens kurzzeitig zum Tanzen gebracht.

Wie der Wutbürger zum Plebs wird

Der Plan, Tartuffe doch noch bloßzustellen, in dem man dessen Werben um die Frau des Hausherrn offenbar macht, ist ein weiterer großer Spaß für alle Beteiligten inklusive Publikum. Sogar Elmire selbst (Judith Bohle) schwankt ein wenig zwischen Lust und Entsetzen, scheint ein paar Momente lang nicht abgeneigt, den Schabernack eine Spur zu weit zu treiben – zumal ihr Mann, unterm Sofa versteckt, sich der Realität verweigert: Er will und will nicht glauben, dass Tartuffe, der hoch verehrte Asket im hochgeschlossenen schwarzen Gewand (Marcus Calvin), ein Betrüger ist, schreitet selbst dann nicht ein, als dieser sich mit bedrohlich gerafften Unterhosen auf Elmire zu stürzen droht. Das ist der Moment, in dem die Inszenierung hart an den Rand der Klamotte gerät.

Elmire (Judith Bohle) ist schön, Tartuffe (Marcus Calvin) ein schmieriger Verführer – und Orgon (Martin Herrmann) mag\'s nicht glauben (Fotos: Nik Schölzel).

Elmire (Judith Bohle) ist schön, Tartuffe (Marcus Calvin) ein schmieriger Verführer – und Orgon (Martin Herrmann) mag\'s nicht glauben (Fotos: Nik Schölzel).


Doch mag das die Absicht der Regisseurin gewesen sein. Denn ihr Tartuffe ist nicht mehr ein Vertreter jenes katholischen Klerus, der sich bei der Uraufführung im Jahr 1664 – und zu Recht – derart verunglimpft sah, dass er ein Aufführungsverbot erwirkte. Es ist ja heute kaum mehr üblich, sein Vermögen der Kirche oder einem ihrer Vertreter zu vermachen. Doch auch wir haben jede Menge Gutmenschen zur Auswahl, denen wir auf den Leim gehen können – man muss sich gar nicht bis in die 70er-Jahre zurück an einen orangegewandeten Guru erinnern, dem seine Anhänger einen Rolls Royce nach dem anderen verehrten. Marcus Calvin spielt den Tartuffe als eines dieser alerten, nie um Antwort und verständnisvolle Geste verlegenen Mischwesen aus Manager, Berater, Seelencoach und Psychotherapeut: „Lass den Himmel durch dich gehen“, empfiehlt er Orgon, als dieser sich zu sehr erregt, und atmet ihm beruhigend vor. Sein Klient aber hat schon viel gelernt: „Ich bin irgendwie blockiert“, erklärt Orgon seine Verwirrung und vermacht ihm gleich noch Haus und Vermögen.

Deshalb ist es, als Tartuffes Blenderei offenbar und die erzwungene Hochzeit verhindert wird, trotzdem längst zu spät. Den rettenden König, den Molière in letzter Minute dem Orgon beistehen lässt, enthält Sigrid Herzog dem Publikum vor – sie deutet eine drastischere Lösung an, aus der aber auch nichts wirklich Gutes erwachsen kann. Der Tango ist unmerklich verklungen, die Wutbürger werden unvermutet zum Plebs und rächen sich am Verführer, der ihnen doch nur die eigene Dummheit vor Augen geführt hat. Viel herzhaftes Gelächter, langer Applaus, viele Bravos für Schauspieler und Regie.



manroland-Insolvenz: Minister Zeil mit leichtem Gepäck in Augsburg

Unternehmensfortführung aber “durchaus möglich”

Keine konkreten Zusagen im Gepäck hatte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) in der Gesprächsrunde der “Allianz für Arbeit”, die sich am gestrigen Montag im Augsburger Rathaus mit der Insolvenz des Druckmaschinenbauers manroland befasste.

Schaltet die Ampel für manroland nochmal auf Grün?

Das Traditionsunternehmen manroland AG mit fast 1 Mrd. Euro Jahresumsatz hatte am 25. November 2011 Insolvenzantrag beim Amtsgericht Augsburg gestellt. Damit sind die Arbeitsplätze von 6.500 Mitarbeitern in Gefahr, 2.500 davon in Augsburg.

“Es ist jetzt überhaupt nicht der Zeitpunkt, über Bürgschaften oder Staatshilfen zu reden”, so der Staatsminister nach dem gestrigen Treffen der Augsburger “Allianz für Arbeit”, der OB Dr. Kurt Gribl, Wirtschaftsreferentin Eva Weber, die Präsidenten der Wirtschaftskammern und Vertreter der Arbeitsagentur und der IG Metall angehören. Zeil widersprach damit Forderungen der Gewerkschaft.

Vorläufiger Insolvenzverwalter hat Arbeit aufgenommen

Die Hauptverantwortung liegt in den kommenden drei Monaten beim vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter, der Neu-Ulmer Kanzlei Schneider Geiwitz & Partner, die auch in Augsburg einen Sitz hat. Schwerpunkt sei jetzt die Sicherstellung des Geschäftsbetriebes, so die Kanzlei gestern in einer Pressemitteilung. Nur wenn es gelinge, die Produktion ohne große Einschränkungen weiter fortzusetzen, sei die Suche nach Investoren erfolgversprechend. Das Ziel “Investorensuche” hatte die “Allianz für Arbeit” bereits am Samstag auf einer ersten Krisensitzung ausgegeben.

Wie Werner Schneider gestern zum aktuellen Stand mitteilte, sind Gespräche über einen so genannten Massekredit eingeleitet. Dieser Kredit, der auf dem freien Kapitalmarkt aufgenommen wird, sichert die Liquidität für zukünftige Aufträge. Bereits finanziell abgesichert für die kommenden drei Monate sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Diese erhalten termingerecht das gesetzlich geregelte Insolvenzgeld, das von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt wird.

Fortführung in Eigenverwaltung beantragt

Wie es in drei Monaten weitergeht, ist derzeit offen. manroland hat neben der Insolvenz auch die Eigenverwaltung nach § 270 Insolvenzordnung beantragt und beabsichtigt damit die Sanierung wesentlicher Unternehmenseinheiten in Eigenregie. Falls das Amtsgericht Augsburg dem Antrag stattgibt – Voraussetzung ist ein überzeugender Insolvenzplan -, könnte das Hauptverfahren ab Februar 2012 unter der Regie der bisherigen Geschäftsleitung von manroland und ohne einen Insolvenzverwalter laufen. Das Gericht würde dann lediglich einen Sachwalter als Aufsicht einsetzen, in der Regel den in den ersten drei Monaten tätigen vorläufigen Insolvenzverwalter.

"Nicht der Zeitpunkt, über Staatshilfen zu reden": Wirtschaftsminister Martin Zeil

"Nicht der Zeitpunkt, über Staatshilfen zu reden": Minister Martin Zeil


Die seit 1999 im Insolvenzrecht verankerte Eigenverwaltung wird vorzugsweise dann angewendet, wenn nicht die Zerschlagung, sondern die Sanierung und Fortführung eines insolventen Unternehmens angestrebt wird. Unter Eigenverwaltung kann das Unternehmen seine Geschäfte wie bisher fortsetzen und steht zusätzlich unter dem Schutz des Insolvenzrechts, was beispielsweise Vollstreckungen verhindert. Dadurch erschließen sich bei Verhandlungen mit Gläubigern größere Spielräume. Vorteil bei der Eigenverwaltung ist außerdem die Nutzung der Kenntnisse des bisherigen Managements, Know-How, das ein externer und fachfremder Insolvenzverwalter nicht hat.

manroland hat inzwischen als Generalbevollmächtigten für die Sanierung in Eigenverwaltung den Berliner Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus benannt. Kebekus könnte als Insolvenzrechtler auch an der Schnittstelle Unternehmen/Sachwalter tätig werden. Wirtschaftsminister Zeil hielt gestern gegenüber den Medien die erfolgreiche Unternehmensfortführung “durchaus für möglich”.



Staats- und Stadtbibliothek: „Schritt in die richtige Richtung“

Der Leiter der Staats- und Stadtbibliothek, Helmut Gier, wurde gestern im Kulturausschuss zum Sachstand der Verhandlungen der Stadt Augsburg mit dem Freistaat befragt.



Wie berichtet erhöht der Freistaat seinen Betriebskostenanteil von bisher knapp 19.000 auf 350.000 Euro. Aus Sicht des Amtsleiters ist dieses Engagement des Freistaats in erster Linie ein Schritt in die richtige Richtung, aber auch ein „Beitrag zur Haushaltskonsolidierung“ der Stadt. Diese Mittel führen nicht dazu, dass das Betriebskostenbudget für die Stadt- und Staatsbibliotheken erhöht werde, wie Rose-Marie Kranzfelder-Poth (FW) die neue finanzielle Situation bewertete.

Gier: “Gemischte Gefühle”

Als Gegenleistung, so Gier, solle der Freistaat für seine stark erhöhte finanzielle Beteiligung in Zukunft die Fachaufsicht erhalten. Der Vorschlag des Freistaates gehe in die Richtung, den Grundversorgungsauftrag der Staats- und Stadtbibliothek über die Universität und die Neue Stadtbücherei abzuwickeln. So könne man, so Gier, am alten Standort wohl zwei Stellen einsparen und die Bibliothek an der Schaezlerstraße als Forschungsbibliothek ausweisen. Dieser Vorschlag des Freistaates sei allerdings, wie Gier ausführte, nicht Voraussetzung für die Aufstockung der Mittel seitens des Freistaates gewesen. Andere vergleichbare bayerische Regionalbibliotheken würden, so Gier, weiterhin die Grundversorgung für die wissenschaftlich interessierten Bürger aufrecht erhalten.

Als Bibliothekar sehe er die sich abzeichnende Vereinbarung zwar als einen Schritt in die richtige Richtung, aber als Augsburger begegne er ihr mit gemischten Gefühlen, da der Freistaat grundsätzlich dazu neige, in seinem Zentrum Glanz und Größe zuzulassen, aber in der Provinz zu sparen. Zu den noch ausstehenden notwendigen Sanierungsinvestitionen in einer Größenordnung von etwa 5 Millionen befragt, schlug Bibliotheksleiter Gier vor, dass der Freistaat sich mit einem Drittel der Kosten beteiligen solle. Mit dieser Aufteilung könnte man einer kompletten Verstaatlichung entgegenwirken.



Neue Stadtbücherei: Kulturausschuss beschließt neue Gebührenordnung

Gegen die Stimmen der Opposition beschloss der Kulturausschuss in seiner gestrigen Sitzung eine neue „Satzung über die Gebühren der Benutzung der Stadtbücherei Augsburg“, wie es in der Sprache der Verwaltung heißt.

Nach einer kurzen und leidenschaftlichen Diskussion hat der Kulturausschuss die Gebühren für die Neue Stadtbücherei erhöht. Am härtesten trifft es dabei die Nutzer eines nicht ermäßigten Jahresausweises. 20 Euro (statt wie bisher 13 Euro) müssen die Kunden nach dem Jahreswechsel dafür berappen. Mit diesem Tarif würde die Stadt Augsburg die höchsten Gebühren in Bayern verlangen. Für die Opposition aus bildungspolitischen Gründen ein No-Go. „Solange die Semmeltaste nicht angetastet wird“, so Christa Stephan (SPD), dürfen wir auch nicht an die Jahreskarte ran.“

„Rechnerisch wäre hiermit ein haushaltswirksamer Entlastungseffekt von 149.994 Euro Mehreinnahmen verbunden“, wie es im KGSt-Papier steht. Der KGSt-Vorschlag wurde in der Beschlussvorlage in Sachen Jahreskarte um 2 Euro überschritten.

» Gebührensatzung Stadtbücherei (pdf, 400 kB)



Theater: Großes Haus saniert Bestuhlung

Nach einer einstündigen (!) Debatte genehmigte der “Werkausschuss für das Theater Augsburg” in seiner gestrigen Sitzung die Instandsetzung der gesamten Bestuhlung des Großen Hauses. Geschätzte Kosten: 230.000 Euro.

Ob die Theaterbestuhlung nun 30 oder 40 Jahre alt sei, konnte, so der kaufmännische Direktor des Stadttheaters Steffen Rohr, nicht mehr ermittelt werden. „Der Verschleißgrad hat eine nicht mehr vertretbare Höhe angenommen“, wie es in dem Beschlussvorschlags der Verwaltung heißt. Die Polsterung des gesamten Bestandes sei vollkommen verbraucht und könne partiell nicht repariert werden. Mechanische Defekte seien nicht oder nur unzufriedenstellend zu beheben. „Es häufen sich die berechtigten Beschwerden von Zuschauern, insbesondere von Abonnenten.“ Eine Fachfirma hat Kosten von 230.000 Euro errechnet. Das Theater generiert diese Summe aus den zugewiesenen Mitteln für die Unterhaltskosten, weshalb der Haushalt der Stadt damit nicht unmittelbar belastet werden müsse, wie nach langem Hin und Her von Kulturreferent Grab festgestellt wurde.

“Ich verstehe die Diskussion nicht”

Das Vorhaben kam nur deshalb in den Kulturausschuss, weil das Theater Ausgaben über 50.000 Euro vom Werkausschuss genehmigen lassen muss. Nach einer einstündigen kulturpolitischen Diskussion ums „große Ganze“ (Andreas Jäckel, CSU) brachte Theo Gandenheimer (CSU) die Angelegenheit auf den Punkt: „Ich verstehe diese Diskussion nicht. Der Beschlussvorschlag ist doch klar!“ Gegen die Stimmen der Opposition stimmte der Werkausschuss der Sanierung der Theaterbestuhlung zu.



Es steht 6:4 für den Hochablass!

Bürgermehrheit gegen das Hochablasskraftwerk

AZ-Umfrage vom 26.11.2011

AZ vom 26.11.2011


Die Wochenumfrage der Augsburger Allgemeinen zeigt es sehr deutlich. Nicht nur Hochzoll, auch die Stadtbevölkerung ist gegen das geplante Kraftwerk. Von den Argumentationen, die ursprünglich auf dem Tisch lagen, ist nicht mehr viel übrig. Von einer Kostenerhöhung von 8,9 auf 12 Mio. € ist die Rede. Vater Lech hat an der richtigen Stelle listig eine Schaufel Sand platziert. Und dazu taucht plötzlich in den Planungen hinter dem Hochablasskiosk ein bisher nicht erwähnter Transformator auf – Hochspannungsleitungen über dem Erholungsbereich?

Die Initiative “Rettet den Hochablass” weist darauf hin, dass zusätzliche vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde über das Wehr müssten. Andernfalls läge die Wehrmauer große Teile des Jahres trocken. Eine weitere Einschränkung für die Rentabilitätsrechnung. Aber ein Hochablass ohne Wasservorhang ist für jeden Hochzoller Garten- und Naturfreund unvorstellbar.

„Wenn die Stadt es nicht macht, macht es ein anderer“? Mit Nachdruck setzt sich die Initiative dafür ein, den Hochablass unter Natur- und Ensembleschutz zu stellen. Es handelt sich um eine eiserne stadtnahe Naturreserve im Zusammenspiel von Wasser, Kiesbänken und der Wehranlage. Niemand soll bauen dürfen. Wieso sollte man dieses stadtnahe Natur- und Erholungserlebnis opfern? Wasserkraft ist nach Fukushima gewiss noch populärer geworden. Aber auch da braucht es Augenmaß. Für 10 Mio. € kann man bei einem Investment in Wind an geeigneten Standorten die doppelte Jahresenergieernte erhalten. Wieso wird die Investition in konkurrierende Anlagen nicht erwogen und vorgezogen? Der jetzt vorgeschobene Zeitdruck resultiert aus der Anpassung der Investition an eine Subvention aus dem EEG, die nur bis 2013 erwerbbar ist. Sieht so die anvisierte Nachhaltigkeit aus?

Pro Augsburg und im Nachgang auch die Grünen fordern „Bürgerenergie“. Dazu gab es von PA Stadtratsanträge, Ausarbeitung und Veranstaltungen. Es gibt eine Vielzahl energetisch wirksamerer Maßnahmen, die mit den geplanten 10 Mio. € durchgeführt werden könnten. Die Stadtwerke Augsburg sind bestimmt nicht um Investitionsalternativen verlegen. Sie können im Bereich Wärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Solar- und Windenergie oder Energietransport vorgenommen werden und mit höheren Renditen rechnen. Man kann als Anregung das Alternative-Energie-Portfolio der äußerst erfolgreichen Stadtwerke München lesen.

Jedenfalls ist die Initiative “Rettet den Hochablass” alles andere als Verantwortungs- und technologiefeindlich. In einer öffentlichen Versammlung der Aktionsgemeinschaft Hochzoll e.V. wurde verantwortungsvoll diskutiert, abgewogen und gerechnet. Auch dort, vor Ort in Hochzoll, fanden sich von 120 Teilnehmern nur 3 Befürworter des geplanten Kraftwerks.

 

Augsburg, 27. November 2011

Dr. Werner Lorbeer



Abwärtsspirale zum Schaden der Kunst

Die schrumpfende „Große Schwäbische“ wurde am Samstag zum 63. Mal eröffnet

Von Frank Heindl

Die Musik des Uli Fiedler Trios war schön und dezent, als am Samstagvormittag die „Große Schwäbische Kunstausstellung“ zum 63. Mal eröffnet wurde. Doch in den Eröffnungsreden zeigte sich schnell, dass die Situation für den veranstaltenden Berufsverband Bildender Künstler (BBK) nicht ganz so harmonisch aussieht: Der Vorsitzende Norbert Kiening klagte bitter über mangelnde Finanzhilfen seitens der Stadt, Kulturreferent Peter Grab revanchierte sich mit Klagen über falsche Zahlen und einen fehlenden Wirtschaftsplan – mit Mühe rettete man sich vor den versammelten Vernissagepublikum in die Vereinbarung alsbaldiger Gespräche.

Schon in einer Pressekonferenz zwei Tage zuvor hatte Kiening detailliert über die Nebenumstände der „Großen Schwäbischen“, wie sie bei Eingeweihten kurz genannt wird, geklagt und seine Sorgen mit Zahlenmaterial unterlegt. So hat sich etwa die Zahl der Einreichungen in den letzten zwanzig Jahren halbiert – noch 1992 konnten die Juroren aus 482 eingereichten Kunstwerken für die Bestückung ihrer Ausstellung auswählen, im vergangenen Jahr waren es noch 184, diesmal nur noch 143. Für die üblicherweise im „abraxas“ stattfindende Sonderausstellung „Installation“ wurden in diesem Jahr gar nur drei Werke eingereicht, von denen die Jury nur eines akzeptierte. Konsequenz: Die Sonderausstellung entfällt.

Liegt also den schwäbischen Künstlern nichts mehr an „ihrer“ Ausstellung? Kiening sieht ein ganzes Bündel von Ursachen für die Misere: Das Ausstellungssystem der Toskanischen Säulenhalle mit seinen kojenartig nebeneinandergereihten, gleichformatigen Wänden ist in der Tat veraltet – hier sehe „eigentlich jede Ausstellung gleich aus“, sagt Kiening, es gebe Beschwerden über schlechte Beleuchtung und blendende Scheinwerfer. Der fehlende Kunstpreis sei ein weiteres Hindernis: Mancher Künstler fahre seine Werke aus Kempten an Augsburg vorbei nach Donauwörth – dort hat man Chancen auf einen Preis, und dort kann man außerdem seine Arbeiten bequem ausladen, während es vor der Augsburger Halle nicht mal eine legale Parkmöglichkeit gibt. Ein weiterer Grund für die sinkende Zahl der Einreichungen ist der damit verbundene wirtschaftliche Aufwand: Hauptberufliche Künstler, wie sie im BBK organisiert sind, gehören nicht zu den Großverdienern, ihre nebenberuflichen Kollegen eher auch nicht. Für Einreichungen zur Großen Schwäbischen fallen allerdings 40 Euro Gebühr an – für manchen Künstler mag das eine Investition sein, deren Sinn nicht unbedingt einleuchtet.

Schrumpfende Finanzhilfen und strukturelle Probleme

Denn stetig sinkt gleichzeitig der Umsatz der Großen Schwäbischen – auch und vor allem, weil Stadt und Staat nichts mehr kaufen. Dieser Rückgang wiederum trifft nicht nur die Künstler, sondern auch die Ausstellung und den Verband – denn der kassiert bei Verkäufen ein Drittel des Erlöses. Daneben stammen seine Haupteinnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen (280 Mitglieder zahlen derzeit einen Jahresbeitrag von 160 Euro). Doch spätestens an diesem Punkt muss man auch nach strukturellen Problemen des BBK fragen – denn heutzutage ist eine Mitgliedschaft im Künstlerverband längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Kiening ärgert sich zu Recht, der BBK habe dafür gesorgt, dass vor und in der Neuen Stadtbücherei in „Kunst am Bau“ investiert worden ist – die profitierenden Künstler allerdings waren weder vorher Mitglieder im BBK, noch konnte er sie später zum Eintritt überreden.

„Die Szene hat sich verändert“, sagt ein Augsburger Künstler und verweist auf freie Studios und Künstlergemeinschaften, die heutzutage Ausstellung wie „contemporally“ oder Kunstaktionen wie die „Jean Stein“-Initiative stemmen, ohne dazu einen Verband zu benötigen. Auch der Weg in renommierte Galerien wie das Höhmannhaus führt längst nicht mehr zwingend über den Berufsverband. Einen weiteren Hinweis auf solche internen Probleme gibt auch die Altersstruktur der ausstellenden Künstler: „Das Durchschnittsalter ist hoch“, gibt Kiening unumwunden zu, dabei sei es durchaus der Wunsch des Verbands, dass sich die Ausstellung auch als Forum junger Künstler behaupten könnte.

Steigende Kosten, sinkende Zuschüsse und weniger Besucher



Doch von den eigenen Strukturproblemen spricht man beim BBK weniger gern als von der fehlenden Unterstützung von außen. In der Tat sind die Zuschüsse gesunken und die Kosten gestiegen – davon kann nicht nur der BBK ein Lied singen. 2002 wurde ihm der Staatszuschuss gestrichen, seither auch kauft die Bayerische Staatsgemäldesammlung bei der Großen Schwäbischen nichts mehr – zusammen ein Verlust von 7000 Euro jährlich. Direkte Folge: Die Große Schwäbische kann sich keinen Katalog mehr leisten, die Eintrittsgebühr wurde schrittweise von null auf vier Euro erhöht – mit spürbaren Konsequenzen: Kamen 1990 bei kostenlosem Eintritt noch 10.000 Besucher in die Ausstellung geschneit – nebenan ist Weihnachtsmarkt, da macht man gerne mal einen Abstecher zur Kunst – so sanken die Besucherzahlen nach jeder Eintrittserhöhung drastisch, 2010 schauten gerade noch 2200 vorbei. Die sprichwörtliche Katze beißt sich hier also heftig in den eigenen Schwanz: Weniger Geld bedeutet weniger Attraktivität bedeutet weniger Künstler bedeutet weniger Besucher bedeutet weniger Geld … – eine Abwärtsspirale, die Kiening hinter vorgehaltener Hand zu der Befürchtung veranlasst, die diesjährige Große Schwäbische „könnte die letzte sein.“

Doch obwohl er sich bei seiner Rede zur Vernissage nur sehr vorsichtig äußerte, erntete er deutlichen Widerspruch. Während Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert vorgab, er lese „die Zeitung“ nie schon vormittags und sich so um eine Stellungnahme zum samstäglichen AZ-Artikel herumschummelte, der ebenfalls den Untergang der Ausstellung befürchtete, ging Kulturreferent Peter Grab trotz viel angeblichem „Verständnis“ in der Sache den BBK-Vorsitzenden frontal an. Er habe der Presse Zahlenmaterial überlassen, ohne mit seinem Referat Rücksprache zu halten, und habe dabei auch noch mit falschen Zahlen gearbeitet. In der Tat hatte Kiening versehentlich zu hohe Heizungskosten angegeben und die betreffenden Zahlen schon am Tag zuvor per Email zurückgenommen. Und in der Tat täte dem BBK bei der Bilanzierung seiner Tätigkeiten wohl ein buchhalterisch erfahrener Helfer gut – das gibt Kiening unumwunden zu. Trotzdem kann Grabs Stellungnahme weder den BBK noch die Öffentlichkeit zufriedenstellen. Zwar sicherten Kulturreferent wie Bezirkstagspräsident zu, sie würden die Große Schwäbische nicht sterben lassen – doch dass einmal mehr Hilfe erst versprochen wird, wenn bereits Feuer auf dem Dach ist, und dass es dabei einmal mehr nur um Notreparaturen geht – damit können weder Künstlerverband noch Öffentlichkeit zufrieden sein. Immerhin versprachen beide Politiker in ihren Redebeiträgen, es werde über die anstehenden Probleme schnellstmöglich gesprochen werden.

» Gastkommentar “Ohne Ende kein Anfang”



Ohne Ende kein Anfang

Die Große Schwäbische in einer unwürdigen Endlosschleife

Gastkommentar von Frank Mardaus

Der BBK und die Große Schwäbische Kunstausstellung müssen sich ändern – und das rasch. Es wird wohl, wie Wolfgang Mennel, ein bekannter schwäbischer Künstler, am Rande der Vernissage äußert, „auf eine Operation am offenen Herzen“ hinauslaufen. Wie konnte es so weit kommen, dass anlässlich der Eröffnung einer lange Zeit bedeutsamen Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Bildern der Medizin, nicht aber der Bildenden Kunst gesprochen wird? Pflegefall oder Notfall?

Die Spurensuche beginnt beim BBK, einem Berufsverband also, der mehr auf die korrekte Nennung seines Namens (nämlich Augsburg und Schwaben Nord) Wert legt, als auf eine aktive Suche nach neuen Formen der Präsentation zeitgenössischer Kunst. Mit einem Vereinsvorstand, der nicht zu lamentieren verspricht und genau das beständig tut. Der kämpfen will, sich aber bereits versöhnt zeigt, wenn er mit einem Bezirkstagspräsidenten und einem Kulturreferenten Wege und Lösungen suchen darf. Ein solcher BBK muss sich erneuern.

Dies betrifft zuallererst sein langjähriges Markenzeichen, die Große Schwäbische Kunstausstellung. Seit nunmehr 63 Jahren stellt der Verband zusammen mit der Stadt Augsburg, die früher im Rathaus, nun im Zeughaus die Räumlichkeiten zu Verfügung stellt, eine Auswahl von Werken vor. Alle schwäbischen Künstler sind eingeladen einzureichen. Warum aber wenden sich die Künstler ab? Ist es wirklich das Halteverbot am Zeughaus, welches die Stadt rigoros durchsetzt? Ist es nur der fehlende Kunstpreis, die traditionell schlechte Presse der AZ? Oder sind es die mangelnden Ankäufe durch die städtischen oder staatlichen Sammlungen? Gewiss, all das trifft zu. Aber diese Widrigkeiten teilt die Ausstellung mit vielen ihrer Zunft.

Entscheidend für die zunehmende, beinahe kollektive Absage der Künstler mit oder ohne große Namen ist die fehlende Bedeutung einer künstlerischen Auseinandersetzung am Ort ihrer Präsentation. Der lähmende, weil sich mechanisch wiederholende Ablauf findet seinen unrühmlichen jährlichen Höhepunkt in Satzfragmenten wie diesen: „ …die Künstler zeigen … durch ihre vielfältigen Positionen … dass sie kreativ sind … man kommt ins Nachdenken … über den Zustand der Gesellschaft … überraschend neue Seiten.“ So der Bezirkstagspräsident Reichert – aus einer wohl sorgsam gehüteten Word-Dokumentvorlage.

Andernorts blühendes Leben

Dementsprechend wird man über die Struktur des Publikums wenig überrascht sein. Dabei geht es keineswegs um das nominelle Alter: Es gibt für einen Künstler, wie – ebenfalls am Rande der Eröffnung – Florina Coulin betont, kein Rentenalter. Aber es geht um die lebendige Auseinandersetzung mit einer breiten gesellschaftlichen Schicht von Kulturschaffenden. Während die Große Schwäbische von Ausstellenden und denen, die sich in 63 Jahren daran gewöhnt haben, besucht wird, sieht es andernorts nach blühendem Leben aus. Und zwar ganz ohne (nennenswerten) Ankauf, Preis oder sonstigem Prestige: Im lab 30, in der contemporally, im Höhmannhaus, um nur einige Orte in Augsburg zu nennen.

Der Verband hatte sich über eine historisch lange Zeit zusammen mit der Stadt Augsburg um die Bildende Kunst gesorgt. Es wurden Ankäufe getätigt, Kataloge gedruckt, Preise verliehen, und – was damals erträglich, weil angemessen war – Sonntagsreden über die Kreativität der Künstler gehalten. Heute aber verspricht der Kulturreferent Ankäufe in der Ahnung, sie nicht finanzieren zu können. Heute – und hier ist er durchaus ernst zu nehmen – ist die Bildende Kunst und damit die Legitimation ihrer Förderung weitergewandert. Bildende Kunst muss sich, auch wenn sie von Juroren ausgewählt wird, die von den Künstlern selbst bestimmt werden, selbst einen Raum erobern, nämlich einen in der Gesellschaft bedeutsamen Raum. Ein Verband wie der BBK muss, will er nicht sterben, sich der Operation am offenen Herzen unterziehen. Also sich mutig neu erfinden – auch an anderen Orten als in der Toskanischen Säulenhalle. Es ist dem Verband wie auch den darin organisierten Künstlern zu wünschen, dass eine neue Form der Veranstaltung gefunden wird. Alles ist besser als – so dann der Bezirkstagspräsident in einer Abweichung von seiner üblichen Rede, „die 37 Jahre bis zum 100. Geburtstag“ in lähmendem, vergreisten Siechtum weiterzuführen. BBK, das sollte nach mehr als nach Krankenkasse klingen.

Der Verfasser Frank Mardaus ist Künstler, Mitglied im BBK und einer der Juroren der „Großen Schwäbischen Kunstausstellung“ sowie kulturpolitischer Sprecher der Augsburger SPD.