Wendejahre
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Eilmeldung: FCA im Pokal weiter

Mit 1:0 setzte sich der FCA am Dienstagabend in Leipzig gegen RB Leipzig vor 34.341 Zuschauern in einem engen Kampfspiel durch und zog somit im DFB-Pokal in die nächste Runde ein.

Der FCA verstand es mit „zehn Neuen“ -nur Lorenzo Davids blieb von der Startaufstellung gegen Werder Bremen übrig – in der ersten Halbzeit nicht aus seiner optischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Das sollte sich in der Zweiten Halbzeit ändern: Nach einem wunderbaren Pass von Tobias Werner in den Lauf von Brinkmann erzielte der eingewechselte Daniel Brinkmann in der 62. Minute nach einem Sololauf aus spitzem Winkel den Siegtreffer für die Augsburger, die mit ihrem „zweiten Anzug“ in der Schlussphase der Partie kaum noch für Entlastung sorgen konnten und einige problematische Situationen zu überstehen hatten. Am kommenden Sonntag (15.30) steht für die Brechtstädter ein Schlüsselspiel in der Liga auswärts gegen Köln auf dem Plan.



350 Schüler engagieren sich

Sozialprojekt „change in“ startet in die 18. Runde

„Diakonie lebt“ steht an der Wand im „kiloweise“. Jede Menge junges Leben herrschte am vergangenen Mittwoch dort, wo sonst bedürftige Menschen Kleidung und Haushaltswaren bekommen: Die Eröffnung der 18. Runde von „change in“ fand in der ehemaligen Kleiderkammer des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) statt.

Change in ist ein Projekt des Bündnis für Augsburg, das Anfang 2003 durch den damaligen Augsburger Sozialreferenten Dr. Konrad Hummel ins Leben gerufen wurde. Rund 350 Schüler aus 26 Augsburger Schulen engagieren sich mittlerweile im Rahmen des Schüler-Mentoren-Projekts drei Monate lang in kulturellen, ökologischen und sozialen Einsatzstellen. Eine davon ist „kiloweise“, wo Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des DWA, die Schüler, Mentoren und weitere Gäste „im Zentrum des Diakonischen Werkes“ begrüßte.

„Wenn ich hier jeden Tag in mein Büro gehe, sehe ich, wofür ich arbeite“, so Graßmann. Den Schülerinnen und Schülern wünschte er, dass sie in ihrem freiwilligen Engagement den Weg erkennen, der für sie richtig ist und sich vielleicht für einen sozialen Beruf entscheiden. Graßmann wies darauf hin, dass die Zivildienstleistenden in den sozialen Einrichtungen sehr fehlen und es nach wie vor zu wenige Menschen gebe, die ihren Bundesfreiwilligendienst beim Diakonischen Werk leisteten. Eine von ihnen ist Ernestine Eitel, die seit Anfang September mit je einer halben Stelle im „kiloweise“ und im Arbeitslosenzentrum tätig ist. Im Namen der sozialen Einrichtungen der Stadt Augsburg dankte Graßmann dem Freiwilligen Zentrum Augsburg, dem Stadtjugendring und dem Bündnis für Augsburg für das Projekt change in.

„Jeder hat eine Verantwortung zu tragen“

Mentorin Maria Lutz, Anna Streidl, Lena Schmuck und kiloweise-Leiterin Christine Strasser-Harr. Foto: DWA/Riske

Mentorin Maria Lutz, Anna Streidl, Lena Schmuck und kiloweise-Leiterin Christine Strasser-Harr (v.l.). Foto: DWA/Riske


Stadträtin Ulrike Bahr (SPD) freute sich besonders, dass sich Achtklässler aus allen Schularten von der Förderschule bis zum Gymnasium bei change in engagieren: „Jeder hat eine Verantwortung zu tragen.“ Gottfried Swoboda vom Bündnis für Augsburg bezeichnete change in als ein „Vorzeigeprojekt“ und überbrachte Glückwunsch und Lob der obersten Stadtführung. Ulrico Ackermann, der das Projekt für das Freiwilligen Zentrum Augsburg koordiniert, freute sich, dass die Schüler sich eigenständig 40 neue Einsatzstellen in Stadt und Landkreis gesucht hätten: „Change in geht über die Stadt Augsburg hinaus.“

Christine Strasser-Harr stellte das „kiloweise“ vor, das sie seit Jahresbeginn leitet: „Es ist eine schöne Tätigkeit“. Sie freue sich darauf, Lena Schmuck und Anna Streidl, die sich im kiloweise engagieren, einen Eindruck ihres Schaffens zu vermitteln. Als Mentorin begleitet Maria Lutz den Einsatz der beiden Schülerinnen im „kiloweise“.

» www.change-in.de

» www.diakonie-augsburg.de



FCA: Der Pokal verleiht Flügel

Am heutigen Dienstag (19 Uhr) ist der FCA in Sachen DFB-Pokal zu Gast in Leipzig. In diesem Spiel ist der FCA Favorit, was damit zu tun hat, dass er die bessere Mannschaft stellt.



Doch das interessiert die „Pokal-Shreks“ aus Leipzig nicht die Bohne. Die Euphorie in Leipzig ist groß, mehr als 23.000 Karten sind bereits verkauft. Die Stadt fiebert einer weiteren Sensation entgegen. „Wir freuen uns riesig, dass so viele Zuschauer kommen werden. Wir wollen die Fans wie beim 3:2-Sieg gegen Wolfsburg begeistern“, so Leipzigs Kapitän Daniel Frahn, der quasi im Alleingang in der ersten Hauptrunde den Bundesligist Wolfsburg aus dem Rennen schoss. Beim 3:2 Heimsieg der Leipziger erzielte Frahn alle drei Treffer.

„Wir dürfen nicht in Hektik verfallen und zu viele Bälle verlieren. Und wenn wir dann noch dementsprechend nach vorn agieren, können wir Augsburg weh tun“, so Leipzigs Trainer Peter Pacult und Mannschaftskapitän Frahn ergänzte: „Wir müssen unsere wenigen Chancen nutzen, denn gegen einen Bundesligisten werden wir nicht allzu viele bekommen – dann ist etwas drin.“ Niemand weiß das besser als der Augsburger Bundesligist mit dem Zweitliga-Kader, der sich mit dieser Einstellung in der Ersten Liga seit vielen Wochen tapfer über Wasser hält. Beim FCA wird Ersatztorhüter Mohamed Amsif den zuletzt in der Liga sehr starken Simon Jentzsch vertreten. Jentzsch soll seinem angebrochenen Finger eine beschleunigte Heilung zugestehen und Axel Bellinghausen soll seine Muskelverhärtungen auskurieren. Beide werden die Reise nach Leipzig nicht antreten.

Nicht Jim Knopf, sondern Meckie Messer ist der Schutzpatron der Augsburger

Als sich beinahe auf den Tag genau vor 54 Jahren 110.000 Zuschauer im Leipziger Zentralstadion einfanden, um dem WM-Qualifikationsspiel DDR vs. CSR beizuwohnen (1:4), konnte niemand ahnen, dass diese Zuschauerzahl für die Ewigkeit in die Rekordbücher gemeißelt werden sollte. Nie mehr bevölkerten innerhalb Deutschlands mehr Menschen ein Fußballspiel. Heute fasst das „Stadion der Hunderttausend“ noch knapp 45.000 Plätze, heißt „Red Bull-Arena“ und ist die Heimstatt der Leipziger-Limonaden-Kicker, die das neue Image-Objekt des österreichischen Getränke-Multi geworden sind. Wie der FCA in seinem Bundesligaspiel gegen Werder Bremen, remisierte auch RB Leipzig am Wochenende mit 1:1 gegen St. Pauli II in der Regionalliga Nord. Der FCA ist seit seinem Bundesligaaufstieg zum ersten Mal wieder in der eindeutigen Favoritenrolle und könnte gerade in dieser schwierigen Rolle zeigen, dass nicht der nette Jim Knopf, sondern Meckie Messer der Schutzpatron der Augsburger ist.

„Der Pokal verleiht Flügel.“ Dies sollte auch für Gibril Sankoh gelten, Sankoh, fußballerisch der überzeugendste Figur der Brechtstädter, soll nach seiner „internen Bankstrafe“ wieder zum Einsatz kommen.



Jan Garbarek kommt nach Augsburg

Ein Jazz-Highlight, wie es in Augsburg in dieser Dimension selten zu hören ist, gastiert Anfang November in der Augsburger Kirche evangelisch Heilig Kreuz: Jan Garbarek gastiert zusammen mit dem Hilliard Ensemble am Dienstag, 8. November in evangelisch Heilig Kreuz.

Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble – am 8. November in evangelisch Heilig Kreuz.

Jan Garbarek und das Hilliard Ensemble – am 8. November in evangelisch Heilig Kreuz.


Als 1993 Jan Garbareks CD „Officium“ erschien, war das nicht nur ein Highlight für Jazzer, die den Saxophonisten schon lange als den größten Europas und einen der originellsten der Welt bezeichneten. Schon längst war Garbareks Sound zum Inbegriff eines unterkühlten, kristallklaren Saxophonspiels geworden, das den Hörern meisten typisch für die skandinavischen Wurzeln des Musikers schien. (Wenn dabei auch oft übersehen wurde, dass der Künstler zwar in Norwegen aufwuchs, aber auch polnische Wurzeln hat). Officium traf in den 90ern einerseits den Nerv der Zeit, weil die Platte auf jenen „World Music“-Trend aufzuspringen schien, der damals aus allen Kanälen schwappte. Doch Garbareks Ansatz ging viel tiefer. Er war nicht einer jener Musiker, die ihren eigenen Sound mit ein paar Versatzstücken, mit Rhythmen, Instrumenten, Melodiearsenal aus anderen Kulturen schmückten – Garbarek ging den umgekehrten Weg und schmückte das fremde Material mit seinen eigenen Ideen. Für „Officium“ bedeutete das, dass Garbarek mit den Hilliard Ensemble zusammenarbeitete – er verlieh dem Vokalensemble und dessen Liedern von Gregorianik bis Renaissance eine zusätzliche Stimme und eroberte damit dem Jazz eine neue meditative Dimension. Denn Garbareks Saxophon webt sich einerseits vollkommen hinein in die Denk- und Melodiestrukturen der Vokalmusik, behält sich aber trotzdem die Freiheit der Improvisation vor, die den Jazz von allen anderen Spielweisen unterscheidet. Das dabei entstehende Wunder aber ist: es passt alles zusammen.

Seit vielen Jahren tourt Garbarek mit den vier Sängern des Hilliard Ensembles und sucht sich für seine Konzerte unter anderem die schönsten Kirchen der Welt aus – vor einigen Jahren war das Quintett zum Beispiel im Ulmer Münster zu hören. Die großen, halligen Kirchenräume verleihen der ruhigen Musik einen weiteren klanglichen Aspekt, der ihre emotionale Wirkung nochmals vertieft. Jan Garbarek durchwandert, durchfliegt als Improvisator die Räume, die die Hilliards mit ihren hinreißend gesungenen Vokalpartituren erschaffen. Schön, dass man diese Musik nun auch in Augsburg hören kann!

Tickets gibt es an den üblichen Vorverkaufsstellen, telefonisch unter 01805/607070 (0,12€/Min.) sowie im Internet unter www.argo-konzerte.de.



SPD-Veranstaltung zur Armut in der Stadt

Zur aktuellen Lage der Armut in Augsburg erstattet der Ortsverein Jakobervorstadt der Augsburger SPD am kommenden Donnerstag Bericht.

Im Gemeindezentrum St. Max informieren Ulrike Bahr, Vorsitzende der SPD Augsburg, Regina Hinterleuthner, Mitautorin des Augsburger Armutsberichtes von der Caritas und Sylvia Hank, freie Jorunalistin, Buchautorin und Mitgründerin der Straßenzeitung Riss. „Denn auch in Augsburg klafft die Schere zwischen reich und arm seit Jahren immer weiter auseinander, so das alarmierende Ergebnis des fünften Armutsberichts der Wohlfahrtsverbände und Sozialinitiativen. Doch was ist aus der Armut in Augsburg geworden? Wie sieht ein würdevoller Umgang mit Armut aus? Welche Maßnahmen hat die Stadtregierung ergriffen und welche Wege sind künftig einzuschlagen? Wir wollen mit den Initiativen gemeinsam Lösungen für dieses gravierende Problem der drittgrößten Stadt Bayerns angehen“, so die Vorsitzende der Augsburger SPD, Ulrike Bahr in der Ankündigung der Veranstaltung. Der Eintritt ist frei. Beginn: 27. Oktober, 19 Uhr im Gemeindezentrum St. Max in der Franziskanergasse 8.



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