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Eilmeldung: Frauen-WM bleibt von Maxfest verschont

„Es wird keine Hochzeit der beiden Veranstaltungen geben“, so der Popkulturbeauftragte der Stadt Augsburg Richard Goerlich auf Anfrage der DAZ vor wenigen Minuten. Mehr wollte Goerlich dazu nicht sagen. Morgen soll es zu diesem Thema eine städtische Pressemitteilung geben. Der Angriff von CIA-Geschäftsführer Heinz Stinglwagner auf das kulturelle Rahmenprogramms zur Frauen-WM ist somit abgewehrt. Ob es Stinglwagner gelingt, das umstrittene Maxfest im kommenden Jahr trotz des WM-Veranstaltungsreigens und trotz der verschärften Sicherheitsauflagen durchzuführen, ist derzeit vollkommen offen. In den zurückliegenden Tagen wurde von der CIA die Anstrengung unternommen, das ins Gerede gekommene Maxfest ins kulturelle  Rahmenprogramm „City of Peace“ zu hieven. Hintergrund der gescheiterten Aktion waren die verschärften städtischen Sicherheitsauflagen für die Massenveranstaltung auf der Maximilianstraße.



DFB-Pokal: Stirbt heute Abend Schalke “auf Augsburg”?

Am heutigen Dienstagabend geht es für den FCA um nichts Geringeres als um den Einzug ins DFB-Pokal Viertelfinale, doch dafür hängen auch in der heimischen impuls arena für den Augsburger Zweitligist die Trauben hoch. Der Gegner heißt Schalke 04 und die Knappen aus Gelsenkirchen werden sich heute ab 20.30 Uhr weder von der Kulisse noch von der Kälte lähmen lassen, und sie werden sich nicht ähnlich willig aufs Sterbebett legen wie letzte Saison die Kölner in ähnlicher Ausgangslage.

Von Siegfried Zagler

Viel Licht und Schatten vor 21.850 Zuschauern

Gut genug für einen rauschhaften Fußballabend?


Schalke-Trainer Felix Magath weiß sehr wohl, dass ein Einzug ins Viertelfinale auf dem seifigen Boden in Augsburg auch für einen in der Champions League überzeugenden Klub nur über Kampf und hohe Laufbereitschaft geht. “Der Spitzenreiter der Zweiten Bundesliga verfügt definitiv über Qualität. Ein Team, das in Liga zwei in der Spitzengruppe ist, verfügt über eine ähnlich gute Mannschaft wie ein Erstligist, daher stellen wir uns auf einen Gegner mit Bundesliganiveau ein”, so Magath gestern zur Presse auf Schalke. Felix Magath gehört zu den renommiertesten und wohl auch besten Fußball-Trainern in Europa und es ist eigentlich erstaunlich, dass noch keiner der europäischen Topklubs um ihn geworben hat.

“Für uns zählt nur das Weiterkommen”

Während einer langen Verletzungsphase hat sich Felix Magath als Spieler von einem professionellen Schachtrainer die Tiefen des königlichen Spiels erklären lassen. Das Schachspiel ließ Magath nicht mehr los und im Lauf der Jahre hat er sich für einen Späteinsteiger eine ordentliche Spielstärke zugelegt. Während seiner Münchner Zeit erklärte er der Süddeutschen Zeitung, dass eigentlich jeder Trainer vom Schach in hohem Maße profitieren könne. Dabei erläuterte Magath dem Reporter der Süddeutschen die Grundzüge des Positionsspielbegriffs im Schach, und dass es im Schach wie im Fußball darum gehe, die Figuren/Spieler dort zu platzieren, wo sie am wirkungsvollsten ihre Stärken entfalten können. Dies gilt natürlich auch für die Partie heute Abend im noch nicht ganz ausverkauften Stadion auf dem Lechfeld. (Auf Nachfrage erfuhr die DAZ, dass noch einige Restkarten für den Y-Block erhältlich sind). “Wir müssen an unsere Leistungsgrenze gehen, um den Einzug in die nächste Pokalrunde zu schaffen. Für uns zählt in Augsburg nur das Weiterkommen”, so Magath, der natürlich auch weiß, dass ein Ausscheiden gegen einen bayerischen Zweitligisten das Überwintern im fußballverrückten Pott nicht gemütlicher macht. Falls heute Abend Schalke “auf Augsburg” sterben sollte, könnte Magath mächtig unter Druck geraten.



Der FCA ist nicht gut genug für einen rauschhaften Fußballabend


Bei den Schalkern geht es also um viel, während die Augsburger dieses Spiel als Kür, besser: als vergnügliche Zugabe für eine erfolgreiche Hinrunde begreifen. “Von zehn Spielen verlieren wir neun gegen diese Top-Elf”, so FCA-Trainer Jos Luhukay, der mit diesem Statement nicht tiefstapelt, auch wenn die Schalker auswärts nach wie vor dazu neigen in der Abwehr zu patzen. “Wir müssen über uns hinaus wachsen und Schalke einen rabenschwarzen Tag erwischen, dann ist die Sensation möglich”, so Luhukay. Eine vielzitierte Trainerphrase, die immer stimmt, da auch Bayernligisten gegen einen Topklub gewinnen können, wenn dieser “einen rabenschwarzen Tag” erwischen sollte. Doch leider liegt Luhukay mit diesem Fußball-Klischee richtig, wie das Spiel gegen die Hertha gezeigt hat. Der FCA ist in seiner derzeitigen Verfassung nicht gut genug für einen rauschhaften Fußballabend. Ohne die Kreativspieler Traore, Thurk und Ndjeng ist ein Wunder ausgeschlossen. Die Königsblauen treten mit Neuer, Raul und Huntelaar an: drei Weltstars. Falls Schalke auf Augsburg sterben sollte, dann nur, wenn sich die Knappen selbst erschießen.



Zehn Freunde müsst ihr sein!

Die „Freunde der Neuen Stadtbücherei“ sind eine illustre Gesellschaft

Von Siegfried Zagler

Vor genau einer Woche wurde ein neuer Verein, kaum war er gegründet, von Oberbürgermeister Kurt Gribl mit einem 10.000 Euro Scheck „ausgezeichnet“.

v.l.n.r. Edgar Mathe (WBG), OB Kurt Gribl, Klaus Döderlein (Vorsitzender des Vereins der Freunde der Neuen Stadtbücherei)

v.l.n.r. Edgar Mathe (WBG), OB Kurt Gribl, Klaus Döderlein (Vorsitzender des Vereins der Freunde der Neuen Stadtbücherei)


Das Geld kam von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft (WBG), die im Herbst mit dem European Prime Property Award 2010 von der Union Investment Real Estate mit dieser Auszeichnung geehrt wurde. Edgar Mathe erhielt stellvertretend für die WBG diesen Preis für die Finanzierung der Neuen Stadtbücherei in Zeiten leerer Stadtsäckel. Auf Initiative von Gribl reichte die WBG die komplette Summe des Preisgeldes an den soeben gegründeten Verein „Freunde der Neuen Stadtbücherei“ weiter. Ein ungewöhnlicher Vorgang, der auch nach Gribls Ansprache bei der Preisverleihung nicht verständlicher wurde. Schaut man auf die Mitgliederliste des Vereins, stellt man fest, dass es sich um eine illustre Gesellschaft handelt, der man schlecht etwas abschlagen könnte, falls sie etwas fordern sollte.

Zehn hochkarätige Persönlichkeiten der Stadtgesellschaft haben sich zu einem Verein formiert, um die „Förderung des literarischen Lebens und der allgemeinen Bildungsarbeit in Augsburg, vornehmlich bei der Neuen Stadtbücherei Augsburg“ voranzutreiben. So steht es in der Satzung des Vereins, dessen bildungspolitisch ambitionierte und politisch einflussreiche Mitgliedschaft innerhalb der Stadtbücherei strukturbildend wirken könnte und nach außen hin obligatorische Etatkürzungen zu verhindern trachten könnte.

Eine starke Lanze für die Neue Stadtbücherei

Die in den letzten beiden Haushalten vorgenommenen Kürzungen wurden von Kulturreferent Peter Grab mit dem privaten Spendenaufkommen für die Stadtbücherei begründet. Helmut Bruckner soll sich seinerzeit ziemlich darüber geärgert haben, als der Etat im Haushalt 2009 für die Stadtbücherei genau um die Höhe der Summe seiner Spende gekürzt wurde. Bruckner unterstütze somit nicht die Neue Stadtbücherei, sondern die Sparvorgaben des Finanzreferenten. Nun ist er einer von den zehn Freunden, die – falls sie Freunde bleiben sollten – eine sehr starke Lanze für die Neue Stadtbücherei bilden werden.

Die zehn Freunde der Neuen Stadtbücherei:



Klaus Döderlein (1. Vors.), Rektor, Dr. Ulrich Hohoff (2. Vors.), Direktor der Uni-Bibliothek Augsburg, Juliane Votteler, Intendantin Theater Augsburg, Angelika Hofmockel, Leiterin der Hochschulbibliothek und Kurt Idrizovic, der mit seinem Bürgerbegehren für eine neue Stadtbücherei stellvertretend für die Bürgerschaft dem Vorstand des neuen Vereins angehört. Die Beisitzer sind ebenfalls nicht von Pappe: Rolf Settelmeier, Vorstandsvorsitzender Stadtsparkasse Augsburg, Prof. Dr. Kaspar Spinner, Universität Augsburg, Dr. Helmut Bruckner, Sprecher der Parkgaragen GmbH, Maximilian Hofmeister, Vize-Präsident Landgericht Augsburg und Manfred Lutzenberger, Leiter der Stadtbücherei Augsburg.


Wieder ein Augsburger im Bayerischen Grünen Parteirat

Die Augsburger Grünen freuen sich, dass es mit Cemal Bozoglu wieder einen Augsburger Vertreter im Parteirat der bayerischen Grünen gibt.

Cemal Bozoglu

Cemal Bozoglu


Besonders schön sei es, so Sprecher Matthias Strobel gestern, dass Cemal Bozoglu auf dem Landesparteitag mit dem zweitbesten Ergebnis in den Parteirat gewählt wurde. Der Parteirat ist das höchste Beschlussgremium zwischen den jährlichen Parteitagen. Der Sprecher des Landesarbeitskreises Migration, Flucht und Menschenrechte und ehemalige Augsburger Stadtrat Bozoglu überzeugte die Delegierten mit seiner Rede und ist im Parteirat nun für die Bereiche „Frieden – Europa – eine Welt“ sowie für Lesben- und Schwulenpolitik zuständig. Regional wird er sich für Augsburg Stadt und –Land engagieren. Bozoglu will sich außerdem für die ökologische Erneuerung Bayerns einsetzen und zusammen mit den anderen schwäbischen Parteiratsmitgliedern Ekin Deligöz MdB und Thomas Gehring MdL schwäbische Themen und Anliegen in München vorbringen.



Wolfgang Amadé in Biberbach

Szenetheater und Weihnachtskonzert in der Wallfahrtskirche Biberbach erinnern an historischen Orgelwettstreit

St. Jakobus und Laurentius (Bild: A. Leichtle / Wikipedia)

St. Jakobus und Laurentius

(Bild: A. Leichtle / Wikipedia)


Die barocke Wallfahrtskirche St. Jakobus in Markt Biberbach war im Jahr 1766 Schauplatz eines Orgelwettstreits zwischen dem damals zehnjährigen Wolfgang Amadeus Mozart und dem zwölfjährigen Enkel des Biberbacher Organisten Joseph Sigmund Eugen Bachmann. „Wolferl“ befand sich – in Begleitung seiner Eltern und von Schwester „Nannerl“ – auf der Rückreise von der ersten großen Westeuropareise auf dem Weg nach Augsburg, als ihn Graf Fugger – Inhaber der Herrschaft Biberbach – zu einem Orgelwettstreit in der Wallfahrtskirche einlud. Am 6. März 1766 trat Wolfgang Mozart (den zweiten Vornamen Amadè legte er sich erst Jahre später zu) gegen das zwölfjährige heimische Wunderkind Josef Sigmund Eugen Bachmann an. Der musikalische Vergleich soll – so berichtete ein Zeitgenosse – unentschieden ausgegangen sein. Bachmann wurde später ein regional geschätzter Klosterkomponist, Mozart kennt man weltweit…

Am kommenden Sonntag, den 26.12.2010, wird an dieses Geschehnis in der Wallfahrtskirche St. Jakobus in Biberbach erinnert. Im Rahmen des Mozartfestes „Wir sind die Mozarts“ unterhalten sich Vater Leopold und Sohn Wolfgang Amadeus im szenischen Schauspiel über den Orgelwettstreit. Der Chor der Wallfahrtskirche Biberbach gibt ein Jubiläumsweihnachtskonzert.

Beginn des Szenetheaters ist um 16.00 Uhr in St. Jakobus. Der Eintritt für Theater und Konzert ist kostenlos. Weitere Infos bei der Regio Augsburg Tourismus GmbH unter Telefon 0821 50207-0 und unter www.augsburg-tourismus.de.



Schumann im Schlösschen



Das Untere Schlösschen in Bobingen wurde im Jahr 1590 von Octavian Secundus Fugger, dem Sohn von Georg Fugger erworben. Um im Unteren Schlösschen musizieren zu können schaffte Fugger auch ein Virginal an – ein kleines Cembalo. Bis ins Jahr 1648 war das Schlösschen im Besitz der Fuggerfamilie, heute befindet sich der Kunstverein Bobingen in den Räumlichkeiten. Am kommenden Sonntag, den 26.12.2010 präsentiert das Musikertrio Marie Schmalhofer (Sopran), Ludwig Schmalhofer (Viola) und Birgit Hanke (Klavier) Werke von Robert Schumann, Johann Nepumuk Hummel, Gustav Mahler und Carl Maria von Weber. Das Nachmittagskonzert zum 200. Geburtstag von Robert Schumann beginnt um 15 Uhr. Der Eintritt beträgt 15 €, ermäßigt 8 € pro Person, Tickets sind im Vorverkauf bei der Tourist-Information am Rathausplatz erhältlich.

Weitere Informationen bei der Regio Augsburg unter Telefon 0821 50207-0 oder im Internet unter www.augsburg-tourismus.de.

Foto: Ludwig Schmalhofer



e-Ausleihe der Neuen Stadtbücherei durch Stiftung attraktiver



Mit einer Spende der Müller-Spengler-Stiftung konnte der Bestand der Neuen Stadtbücherei an e-books und e-audios erweitert werden. Die Stiftung spendete der Neuen Stadtbücherei in diesem Jahr 9.000 Euro. Dies meldete die Stadt gestern. Auch das Hörbuch-Angebot konnte erweitert werden. Die Müller-Spengler-Stiftung ist eine Stiftung von Hilde Müller-Spengler und ihrem Mann Friedrich Xaver Müller zu Gunsten öffentlicher Büchereien. So ist beispielsweise der offene Bücherschrank im Hofgarten mit diesen Stiftungsmitteln entstanden. Die Müller-Spengler-Stiftung ermöglicht es der Stadtbücherei seit vielen Jahren, besondere Schwerpunkte bei Anschaffungen zu setzen.

» Müller-Spengler-Stiftung im Augsburg-Wiki