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Kritik der Umweltzone

Darf sich Ökologie nicht rechnen, wenn sie schon nichts nützt?



“Rote Karte für die rote Feinstaubplakette”, dies konnte man vor kurzem in der Augsburger Allgemeinen lesen. Ebenfalls in der AZ, einige Tage später: Finanzreferent Weber muss 50 Mio. Schulden machen und kündigt strikten Sparkurs an. Wo ist der Zusammenhang?

Ab 1.1.2011 soll die Augsburger Umweltzone verschärft werden. Ab diesem Datum dürfen Fahrzeuge mit der roten Plakette nicht mehr in die Umweltzone einfahren. Betroffen von dieser Beschränkung sind nicht nur ca. 3000 Pkw, sondern vor allem auch 1300 Lkw und Transporter. Dies sind 21,7% der in Augsburg zugelassenen Nutzfahrzeuge!

Es ist zu befürchten, dass gerade kleinere Unternehmen, die ihren Sitz in der Umweltzone haben oder Aufträge dort erledigen wollen, künftig ausgesperrt werden. Und dies angesichts der desaströsen Finanzlage und einer mehr als doppelt so hohen Arbeitslosenquote in der Stadt gegenüber dem Umland. Wann begreift die Politik endlich den Zusammenhang zwischen Wirtschaftsförderung, niedrigerer Arbeitslosigkeit, höherer Kaufkraft und höherem Steueraufkommen? In der augenblicklichen Situation Augsburgs müsste eigentlich alles unterlassen werden, was einer wirtschaftlichen Erholung der Unternehmen entgegen steht. Stattdessen werden Unternehmen weiter geradezu aus der Stadt ins Umland vertrieben. Und das mit einer Maßnahme mit bislang wenig Effekt:

Der Umweltreferent gibt in einem Interview mit der AZ zu, dass die bisherige Umweltzone nur geringfügige Verbesserungen bei der Feinstaubbelastung gebracht habe. Diese Aussage deckt sich durchaus mit den Erfahrungen in anderen deutschen Städten.

Statt die Umweltzone generell in Frage zu stellen oder gar – wie in den Niederlanden geschehen – wieder abzuschaffen, sollen mittelständischen Unternehmen weiter zusätzliche Belastungen aufgebürdet werden. Dies ist insofern völlig unverständlich, da Herr Schaal zugibt, dass das Problem der Feinstaubbelastung eine ganze Reihe von anderen Ursachen hat und durch die allmähliche Verjüngung der Fahrzeugflotte in Augsburg die durch den Straßenverkehr verursachten Probleme von allein abnehmen. Wozu also der ganze Aufwand?

Es handelt sich bei den künftig ausgesperrten Nutzfahrzeugen übrigens keineswegs um “uralte Dreckschleudern”. Bis vor kurzem waren Lkw und Transporter mit Partikelfiltern bei keinem Hersteller erhältlich, eine Nachrüstung ist technisch häufig nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich. Sondergenehmigungen lässt sich die Stadt jährlich teuer bezahlen. Woher sollen die finanziellen Mittel gerade für kleinere Unternehmen kommen, um neue Fahrzeuge anzuschaffen? Ähnlich wie bei der Abwrackprämie wird volkswirtschaftliches Vermögen vernichtet, wenn relativ neuwertige, funktionstüchtige Fahrzeuge verschrottet oder weit unter Gebrauchswert nach Osteuropa verkauft werden.

Ohne nachweisbaren Nutzen werden hier für die heimische Wirtschaft erneut zusätzliche Kosten erzeugt, die Arbeitsplätze und Existenzen vernichten. Übrigens: pikanterweise gelten alle Vorschriften zu Umweltzonen nicht für städtische Fahrzeuge, Feuerwehrfahrzeuge und Einsatzfahrzeuge der Polizei und der Rettungsdienste!

Herr Schaal weist, wie immer, wenn einem die Argumente ausgehen, auf die Vorschriften seitens der EU hin und der Stadtrat folgt ihm. Ich frage mich dabei, wie andere EU-Länder mit diesen Regeln umgehen. Dort existieren so gut wie keine Umweltzonen.

Grün ist gerade in. Trotzdem glaube ich nicht, dass es der CSU gelingen wird, durch den Versuch, die Grünen links zu überholen, Stimmen aus deren Reservoir zu ergattern. Es wäre vielleicht erfolgreicher, dies bei den ca. 50% der Wahlberechtigten zu versuchen, die bei der letzten Kommunalwahl nicht zu den Urnen gegangen sind!




Rolf Ricker, AK Wirtschaft, Pro Augsburg



„Wir sind Tabellenführer“

Warum OB Gribl eine Stellenumschreibung im Sportreferat vornehmen soll

Kommentar von Siegfried Zagler

Der FC Augsburg steht nach dem 16. Spieltag in der Zweiten Bundesliga mit 32 Punkten an der Tabellenspitze, dahinter folgt mit dem schlechteren Torverhältnis punktgleich Hertha BSC. Am kommenden Samstag spielen in der Augsburger impuls arena die beiden Topklubs dieser Saison den Titel des Herbstmeisters aus. Nach den letzten beiden überzeugenden Auftritten ist der FCA zusammen mit der alten Dame aus Berlin nicht nur Aufstiegsfavorit, sondern auch überraschenderweise Tabellenführer, weshalb in gewissen Kreisen gewettet wird, ob diesbezüglich eine weitere Pressemitteilung aus dem Sportreferat zu erwarten ist.

Als Kultur/Sportreferent Peter Grab nach einem mehrwöchigen Urlaub im Spätsommer aus Ägypten zurück kam, war er offensichtlich von dem Zufallswerk der „doppelten Tabellenführung“ dergestalt geblendet, dass ihm diese Momentaufnahme (FCA nach vier Spieltagen Platz eins, AEV nach fünf Spieltagen Platz eins) eine Pressemeldung wert war:

„Zum ersten Mal führen unsere beiden Profivereine zeitgleich die jeweilige Tabelle an – das hat hohe Symbolkraft. Ich gratuliere beiden Teams ganz herzlich zu diesem Ergebnis und freue mich auf viele weitere spannende Spiele. Vielleicht gelingt uns sogar ein Ausbau der Tabellenführung“, so Peter Grab am 20. September 2010. Damals war die Welt für Sportreferent Grab noch in Ordnung. Die von Grab bemühte „Symbolkraft“ wurde in der Pressemitteilung nicht näher differenziert, konnte aber nur – wenn man Grab die klügste Absicht unterstellt – bedeuten, dass die Stadt Augsburg sehr viel für den heimischen Profisport zu leisten gewillt ist. Zusammen mit dem Stadtrat und der AGS war Augsburgs Sportminister damals noch ganz und gar davon überzeugt, dass sich am 3. Oktober ein warmer Applaus beim ersten Heim-Auftritt des Deutschen Eishockey-Vizemeisters für das im Umbau befindliche neue CFS ereignet.






Grab´sche Moorleiche auf Vereins- und Prospektebene eingeschweißt

Es kam ganz anders. Die Panther sind sportlich zwischenzeitlich in ein tiefes Loch gefallen und müssen sich noch sehr strecken, um die Qualifikation für die Play-Offs zu erreichen. Und Peter Grab darf zum CFS nicht mehr sprechen. Letzteres muss man sich in aller Ruhe mal vor Augen führen: Die Stadt nimmt 16,2 Millionen Euro in die Hand, um dem Augsburger Eishockey-Profiklub die DEL-Zugehörigkeit zu sichern, und Sportreferent Peter Grab darf sich nach dem Planungsdebakel nicht mehr zum CFS äußern. Baureferent Gerd Merkle wird – so war zu hören – nach der Stadtratsitzung am 27. Januar die Kommunikationshoheit beim CFS übernehmen. Und Grab? Darf er nach dem 27. Januar auch wieder über das CFS sprechen? Falls ja: Was und mit wem?

Vielleicht wirft der FCA ja ein wenig Glanz auf den gebeutelten Kultur- und Sportreferenten, nachdem das CFS und der Theatercontainer eher Spott und Kopfschütteln eingebracht haben. Letzteres gilt auch für die schlimmste Zirkusnummer, die in der langen Geschichte der Stadt je ein Kulturreferent zu verantworten hatte: kuspo. Die Werbeagentur eest hat es nach mehr als einem Jahr politischer Angriffe und medialer Häme immerhin geschafft, die „Grab´sche Moorleiche“ auf Vereins- und Prospektebene einzuschweißen. Und jetzt?

Vielleicht gelingt uns sogar der Container

Jetzt sind wir wieder Tabellenführer. Also Fußball! „Vielleicht gelingt uns sogar ein Ausbau der Tabellenführung“. Und vielleicht gelingt uns sogar der Container. Dem FCA ist in dieser Saison der Aufstieg in die erste Bundesliga zuzutrauen, und falls das tatsächlich im Mai 2011 gelingen sollte und die anschließende Frauen-WM samt ihrem Begleitprogramm erfolgreich verlaufen sollte und kurz darauf in der Theaterstraße die Bauarbeiten für den Theatercontainer beginnen sollten – und im Spätherbst dort die ersten Proben stattfinden sollten und die erste Inszenierung gelungen sein sollte, ja dann könnte Peter Grab vielleicht der Ausstieg aus der Spirale des Misserfolgs gelingen. Ach ja: Das Wetter müsste auch noch passend sein. Was das Wetter mit Peter Grabs politischem Erfolg zu tun hat? Natürlich nichts! Aber was hat die Tabellenführung des FCA und die Frauen-WM samt ihrem Begleitprogramm mit Peter Grab zu tun? Richtig. Auch nichts. Und der Baupfusch am CFS und der Tanz um den Container?

Ob man Peter Grab weiterhin seine Nichtzuständigkeit und Kenntnislosigkeit so eloquent zelebrieren lassen sollte, um es ein wenig boshaft zu sagen, ist derzeit im politischen Augsburg ein Flüsterthema. Seit die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat unübersichtlicher geworden sind und die Kulturkoordinatorin das Weite gesucht hat, wird nicht nur innerhalb der journalistischen Gilde hinter vorgehaltener Hand darüber geredet, dass es im Sinne der Stadt besser wäre, wenn OB Gribl eine Stellenumschreibung innerhalb des Sportreferats vornehmen würde, was nach Gemeindeordnung möglich wäre. Anders formuliert: Der überforderte „Superreferent“ Grab soll sein Tätigkeitsfeld in Zukunft auf das Amt des Kulturreferenten beschränken. Verbunden ist diese Idee mit der Hoffnung, dass die Stadt somit zumindest auf dem Papier etwas bekommt, was ihr seit dem Regierungswechsel im Frühjahr 2008 am offensichtlichsten abgeht: ein Kulturreferat mit einem Kulturreferenten.



Schöne Bilder, schöne Musik

„minimal music“ und Ballett in der H2-Klanghalle

Von Frank Heindl



Draußen grauenhaftes Wetter: Schnee, Regen, Schneematsch. Drinnen brennt das Feuer im Holzofen und Mikael Blomkvist kämpft im Folterkeller ums Überleben. Wird Lisbeth Salander rechtzeitig zurück sein? Das bleibt ungeklärt, denn man muss raus. In die Nässe. Schnell ins Auto, ab ins tim. tim? Von wegen! Hier ist gar nichts los, und da fällt’s einem wie Schuppen von den Augen: Das Konzert ist eine Querstraße weiter, im H2. Nochmal raus, nochmal fahren, nochmal durch den Regen. Gerade noch geschafft: Das Presseticket liegt an der Abendkasse, aber die Sitzplätze sind schon alle. Stehen also. Schrecklicher Abend! Wenn die Laune jetzt noch besser werden soll, dann müssen die sich aber schwer reinhängen.

„minimal post“ heißt die Veranstaltung. Ein kleiner Querschnitt durch die Musikströmung der „minimal music“, die in den 70ern hochmodern war, schon in den 80ern ihren Zenit weit überschritten hatte und zum Mainstream, wenn nicht zum Pop der Neuen Musik wurde. Philipp Glass galt als ihr „Erfinder“. Wenn man heute in der Klanghalle des H2 sein „Company“ für Streichquartett hört, kann man die Aufregung von damals nur schwer verstehen. Denn klanglich war die minimal music ja von Anfang an eine Erholung von all dem neutönerisch Schrillen, Schrägen, Anstrengenden, den Hörer auch intellektuell Herausfordernden, was die Neue Musik der Nachkriegszeit dem Konzertbesucher aufgegeben hatte. Glass löste die Gegensätze der Atonalität in den Wohlklang des Seriellen auf, verschmolz Indisches mit Europäischem, Dur mit Moll, Pop mit Klassik. Der Esoterikvorwurf lag nah bei so viel meditativer Versenkung ins Immergleiche, das sich an einem Konzertabend nur minimal veränderte, doch das Ohr, immerhin, blieb verschont.

Manchmal scharf am Klischee

Wie sehr man sich ans Minimalistische gewöhnt hat, zeigte am Samstagabend am deutlichsten Michael Nymans Filmmusik zu „Drowning by numbers“ des Regisseurs Peter Greenaway. War das damals wirklich spannend? Heute jedenfalls bewegt sich Nymans Filmmusik scharf am Kitsch, steuert dramatische Höhepunkte auf konventionellste Weise mit Hilfe sich steigernder Lautstärke, sich verdichtender Instrumentierung und höchst vorhersehbaren Harmoniefolgen an – das hat Ennio Morricone mit anderen Mitteln nicht sehr viel anders gemacht.

Anders klangen die beiden Sätze aus Marc Mellits 2. Streichquartett: Hier konnte man verfolgen, wie sich die vier Stimmen verwoben, wie sich neues herausschälte, wie in der „groove machine“ das rhythmische Pulsieren die Macht über das harmonische Gefüge übernahm und so eine Spannung schuf, für die das von Oscar Córdoba choreografierte Ballett gar nicht nötig gewesen wäre. Im anschließenden Solostück für Klavier von David Lang hatte man, angeregt vom Programmzettel mit Langs Einlassungen zum Schaffensprozess, das Zögernde, Suchende, Mühsame, Wellenartige, Kantige im Vorgang des Komponierens nachempfinden können. Hier traf der Vorwurf des Maschinellen, der oft gegen die minimal music erhoben wurde, in keiner Weise: „this was written by hand“, postuliert der Komponist, und wer wollte, konnte das hören.

Die Sinne schweifen …

Der Saxophonist Hans-Christian Dellinger erfreute zwischendurch mit zwei Eigenkompositionen, umrundete dabei das Publikum räumlich wie akustische mit Klängen, die in der echoreichen H2-Halle zu großen Gebilden anwuchsen. Ja, das Meditative des Minimalen kam zur Wirkung, und man konnte ruhig die Sinne schweifen lassen und die Bilder verknüpfen. Ein junges Paar, das sich, musikalisch wohl ein bisschen verzaubert, hingerissen ansieht und einander zärtlich die Wangen tätschelt; die enormen, zigfach unterteilten Fenster des Glaspalastes, die den Blick freigaben auf den winterlichen Regensturm draußen, auf von Scheinwerfern beleuchtete Gräser und Büsche und die Unwirtlichkeit der Natur; und dagegen die Wärme von Kunst und Musik im schummrig erleuchteten Saal – solcher emotionalen Offenheit leistet minimal music sicherlich mehr Vorschub als es Penderecki oder Hindemith taten. Und auch dass ein Zweijähriger auf dem Schoß des Vaters hingebungsvoll und vernehmlich gähnt, erlebt man bei Neuer Musik eher selten.

Die verschiedenen Balletteinlagen unterstützten dieses Phänomen: Die Konzentration allein auf die Musik fiel schwer, und nach und nach durfte man akzeptieren, dass gerade dies womöglich im Sinne dieser Musik liegt. Ein Abend voll anmutiger Bewegung, schöner Bilder und schöner Musik – man muss zugeben, dass es sich gerade deshalb sehr gelohnt hat und dass sich die Rückkehr zu Stieg Larsson im warmem Wohnzimmer ein bisschen unpassend und schäbig anfühlte – etwa wie ein Vergleich zwischen Döner und Beethoven.



Netzwerkertreffen und Plattform Kreative Stadt im abraxas

Am morgigen Dienstag, 14. Dezember, findet das „Netzwerktreffen Bayern für die Kultur- und Kreativwirtschaft“ (ab 9.30 Uhr) sowie die dritte Ausgabe der Plattform Kreative Stadt (ab 17 Uhr) im Kulturhaus abraxas in der Reinöhlstraße statt.



Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist ein Wirtschaftsbereich, der nicht nur kulturelle wie kreative Produkte und Dienstleistungen hervorbringt, sondern auch maßgeblich zur Bruttowertschöpfung in Deutschland beiträgt. Als ein Ergebnis des im Rahmen einer Bundesinitiative durchgeführten Branchenhearings wurde das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes gegründet.

Morgen ist nun im Kulturhaus abraxas das bayerische Regionalbüro dieser bundesweiten Initiative zu Gast. Dabei soll nicht nur über den aktuellen Stand der Netzwerker informiert, sondern auch „in Workshops wichtige Handlungsfelder für gewerblich oder freiberuflich tätige Kreativunternehmer erarbeitet werden“, wie es in der Pressemitteilung der Stadt Augsburg heißt. Folgende Themen stehen auf der Agenda des Netzwerkertreffens:

  • Arbeitsformen der Zukunft – Coworking-Spaces
  • Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten
  • Organisierte Kreativität – Wie “anders” sind kreative Geschäfts- und Organisationsmodelle?

Im Anschluss tagt das Büro für Popkultur. Thema: die dritte Ausgabe der „Plattform Kreative Stadt”. – Das Netzwerktreffen wird mit dem Wirtschaftsreferat veranstaltet. Durch die Verknüpfung mit einem Programm des bayerischen Regionalbüros bietet das Netzwerktreffen Beteiligten aus Augsburg und ganz Bayern Gelegenheit zur gewinnbringenden Zusammenarbeit. Interessierte sind herzlich eingeladen, an beiden Veranstaltungen teilzunehmen.

» Weitere Informationen: www.pop.augsburg.de



Bezirk Schwaben: Psychiatrische Hilfe wird wissenschaftlich untersucht

Als erster Bezirk in Bayern verfügt der Bezirk Schwaben über ein flächendeckendes Netz an Gemeindepsychiatrischen Verbünden. Nun soll deren Arbeit wissenschaftlich untersucht werden.



Gemeindepsychiatrische Verbünde (GPV) sind regionale Gremien, in denen sowohl die Kostenträger als auch die Leistungsanbieter – wie Heimeinrichtungen, Träger von Tagesstätten, Beratungsstellen – in der Versorgung psychisch kranker Menschen zusammenarbeiten. Darüber hinaus sind auch die für die medizinische Behandlung und Betreuung zuständigen Institutionen, Angehörige und Psychiatrieerfahrene selbst eingebunden. Ziel der GPV-Arbeit ist es, für psychisch kranke Menschen ein wohnortnahes Angebot im Sinne der Inklusion zu schaffen und zudem durch bedarfsgerechte Strukturen möglichst wiederholte Klinikeinweisungen oder Heimaufenthalte zu verhindern.

Keine betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse

Die Arbeit der GPV`s wird jetzt wissenschaftlich untersucht: Professor Dr. Werner Schneider von der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg wird mit zwei Mitarbeiterinnen die Entwicklung und die Wirksamkeit der GPV`s in Schwaben unter die Lupe nehmen. Zielsetzung sei jedoch nicht eine betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse, betont der Soziologe. Die Qualität der GPV`s messe sich nicht nur an der Sach-, sondern auch an der so genannten “Interaktionsqualität”. Untersucht werden müsse daher ganz zentral die Wirkungsweise der sozialen Prozesse. Es müsse konkret gefragt werden, welche Hilfen psychisch kranke Menschen brauchen und wie deren Sozialraum dabei berücksichtigt werden könne.

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert unterstreicht die Notwendigkeit regionaler Netzwerke, “um möglichst viel Fachlichkeit zu den Menschen zu bringen, die gemeindenah versorgt werden sollen”. Wer trotz psychischer Erkrankung an seinem Wohnort und gewohnten Umfeld verbleiben könne, behalte ein wichtiges Quantum an Lebensqualität.



Stuttgart, Gorleben

Attac-Treff zum Thema “Soziale Bewegungen in neuer Dimension?”

In den letzten Monaten war in Deutschland wieder eine Renaissance sozialer Bewegungen zu beobachten. Monatelang wurde nicht nur mehrmals die Woche mit Zehntausenden von Menschen in Stuttgart gegen das Bahnprojekt S21 protestiert, auch die Anti-Atom-Proteste vermeldeten Rekordbeteiligung. Beide Male geht es – neben dem Schutz der Umwelt und spezifischer regionaler Interessen – auch um mächtige wirtschaftliche Interessen.

Sind diese Bewegung ein Indikator für eine neue Qualität sozialer Bewegungen? Wie ist unter diesem Gesichtspunkt das Schlichtungsergebnis in Stuttgart einzuschätzen – als Erfolg oder Rückschlag? Bruno Marcon, der auch im bundesweiten Attac-Rat tätig ist, wird die Diskussion mit einem Impulsbeitrag einleiten.

Attac-Treff Stuttgart, Gorleben

Montag, 13.12., 19.30 Uhr

Weisse Gasse 3, Augsburg

(Altstadt, Eingang links nb. Weltladen)



Pendlerblog zum Fugger Express



Ein Jahr nach Inbetriebnahme häufen sich die Beschwerden über Unpünktlichkeit, unzureichendes Platzangebot, ausgefallene Züge und viele andere Unannehmlichkeiten beim Fugger Express. Um die Beschwerden der PendlerInnen zwischen Augsburg und München zu bündeln und an die zuständigen Stellen weiterzuleiten, damit das Angebot der Bahn in Zukunft den Bedürfnissen der Fahrgäste besser angepasst wird, ist seit dem Wochenende wieder der Pendler-Blog auf der Website der Augsburger Grünen-Abgeordneten Christine Kamm eingerichtet.

» www.christine-kamm.de