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Atomkraft? Nein danke!

Unter diesem Motto kämpften auch dieses Jahr wieder Tausende Menschen unterschiedlicher politischer und weltanschaulicher Herkunft in der Anti-Atom-Bewegung. DIE LINKE steht auf der Seite aller Anti-AKW Aktivistinnen und Aktivisten.

Frederik Hintermayr

Frederik Hintermayr


Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung ist weiterhin gegen die mörderische und umweltvernichtende Energiepolitik der Bundesregierung, dennoch basteln die Atomlobby und die schleimspurziehenden Pro-Atomparteien CSU/CDU und FDP fleißig weiter an Laufzeitverlängerungen. Auch der sowieso schon alles andere als grüne Atomkonsens von B90 und SPD wurde dieses Jahr gekippt. Damit ist de facto der Ausstieg aus der Atomenergie rückgängig gemacht!

Für die Profite also soll der Willen des Volkes missachtet werden … schließlich bringt jedes Atomkraftwerk rund eine Million Euro Reingewinn pro Tag! Klar ist, wer den Kapitalismus nur grün anmalen möchte, wird schnell an seine Grenzen stoßen. Für uns ist die Frage nach einer ökologischen Politik unweigerlich mit der Systemfrage verbunden.

Gebt den Menschen, was ihnen gehört!

Wir wollen alle Energiekonzerne vergesellschaften und endlich demokratisch kontrollieren! Atomausstieg ist nur mit LINKS möglich!

Sonne, Wasser, Wind, Biomasse und Erdwärme können unendlich viel Energie liefern! Sie werden nicht wie die fossilen Energieträger (wie Kohle, Mineralöl, Erdgas) und wie Uran verbrannt. Fossile Energieträger wachsen zwar nicht, hinterlassen dafür aber klimaschädliche Abgase oder lebensgefährliche Strahlenlast. Außerdem ist es schwer vorstellbar, dass die Reichsten der Welt eines Tages auch Kriege um Wind und Sonnenenergie führen, so wie es bei den fossilen Energieträgern schon zum Alltag gehört.

DIE LINKE will erreichen, dass mittelfristig in Deutschland der komplette Energiebedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt wird. Als Zwischenstufe fordern wir: Im Strombereich soll der erneuerbare Anteil mindestens die Hälfte, im Wärme- und Kältesektor mindestens ein Viertel betragen.

Die Proteste werden weitergehen, die LINKE wird weiterhin auf der Seite der Aktivistinnen und Aktivisten stehen, im Gegensatz zu anderen Parteien, unabhängig von Wahlen!




Frederik Hintermayr

Jugendpolitischer Sprecher



Tschechows Kirschgarten mit Publikumsgespräch

Nur noch insgesamt drei Mal ist Anton Tschechows „Der Kirschgarten“ in der Inszenierung von Markus Trabusch im Großen Haus des Augsburger Stadttheater im Programm. Zum letzten mal in diesem Jahr am Samstag, 11. Dezember. Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch statt, bei dem die Gelegenheit besteht, mit Schauspieldirektor Markus Trabusch sowie den Schauspielern Klaus Müller, Ute Fiedler, Judith Bohle und Albert Weilguny ins Gespräch zu kommen. Dazu gibt es russische Suppe und Wodka. Beginn der Vorstellung ist um 19.30 Uhr. Das Publikumsgespräch findet um 22.00 Uhr im Foyer im 1. Rang statt. Im neuen Jahr wird “Der Kirschgarten” am 7. Januar und am 17. Januar gespielt. Dann fällt der Vorhang für die “nur kurzzeitig zähe, dann fesselnde Inszenierung”, wie Frank Heindl zur Premiere in der DAZ schrieb.


CFS-Debakel: Schlechte Noten für Fanplanung

Dass Sichtlinienplanung nicht trivial ist, mussten gestern die Pantherfans in der Sondersitzung des Stadtrats zum Curt-Frenzel-Stadion lernen. Deren Alternativplanung für die Sanierung der missglückten Tribünen wird den selbst gesteckten Maßstäben für eine optimale Sicht nicht gerecht.

Dies war das Ergebnis einer ersten Beurteilung der “Machbarkeitsstudie” der Fans durch den Gutachter Dr. Stefan Nixdorf. 260 Zuhörer, darunter knapp 200 Pantherfans und Eishockey-Interessierte, verfolgten am Dienstagabend im Rathaus die Ausführungen des “Stadionpapstes” aus Osnabrück. Diese waren das Kernstück und Highlight des ersten Teils der Sitzung, bei dem es ausschließlich um die Sichtlinienproblematik ging und bei dem OB Kurt Gribl große Mühe hatte, insistierende Fragen der Opposition nach der politischen Verantwortlichkeit à la “Wer hat wann was gewusst” auszufiltern.

In seinem kurzweiligen und allgemein verständlichen Einführungsvortrag entführte Nixdorf die Zuhörer und Stadträte ins – anschließend nicht mehr – geheimnisvolle Reich der Sichtlinien. Eine der Schwierigkeiten seiner Arbeit habe darin bestanden, dass der so genannte Fokuspunkt, also der Punkt auf dem Spielfeld, auf den sich alle Sichtlinien beziehen, gar nicht eindeutig definiert ist. DIN-Normen und DEL-Richtlinien lassen Stadionplaner hierbei im Stich.

Der Stadionpapst musste die Regeln erst erfinden

Souveränes Entertainment: Dr. Stefan Nixdorfs Ausführungen zu den Sichtlinien

Souveränes Entertainment: Dr. Stefan Nixdorfs Ausführungen zu den Sichtlinien vor dem Stadtrat - Foto: A. Liebmann


Er habe deshalb für seine Untersuchung erst herausarbeiten müssen, was man beim Eishockey “nicht sehen können darf”, so Nixdorf. Im Zug seiner Arbeit erfand Nixdorf, der sich bisher nur mit Fußballstadien befasst hat, nebenbei gleich einen neuen Parameter, den er gestern als “F-Wert” vorstellte: den Abstand von der Bande, in dem ein Sehstrahl auf das Eis trifft, wenn er direkt über die Bande streift. Mit der DEL habe er als Basis für die Bewertung des CFS einen F-Wert von 3,50 Metern auf den Längsseiten und einen von drei Metern auf den kurzen Seiten ausgehandelt. Die wenigen Fundstellen in DIN-Normen würden eigentlich fünf Meter zulassen. Damit wäre nicht einmal die vordere Torlinie im einsehbaren Bereich.

Ausführlich ging Nixdorf auf die Randbedingungen ein, die die Stadionarchitekten Hermann + Öttl zu beachten hatten, insbesondere das begrenzende Dach und den Untergrund, in dem aus Gründen der Standsicherheit der Dachstützen laut Bodengutachten nicht gegraben werden konnte, jedenfalls nicht im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets.

Das Ergebnis seiner Untersuchung fasste Nixdorf auf Nachfrage von OB Kurt Gribl in wenigen Worten zusammen: Dier Sicht sei nicht akzeptabel, ursächlich seien die zu hoch liegenden ersten Zuschauerreihen. Der Anhebung der Eisfläche um einen Meter bescheinigte Nixdorf deshalb einen starken positiven Effekt auf die Sichtverhältnisse.

Nixdorf ging in seinen Empfehlungen sogar so weit, zunächst nur die Eisfläche anzuheben. Sichtproben sollten dann ergeben, ob man sich wirklich an DIN-Vorgaben orientieren wolle, zumal diese für Eishockeystadien nicht eindeutig seien. Nixdorf sah hier die DEL in der Pflicht, erst einmal verbindliche Regelungen aufzustellen. Forschergeist blitzte in Nixdorfs Wunsch auf, zum Vergleich die Sichtlinien anderer DEL-Stadien zu untersuchen.

Fanvorschlag nicht zielführend

Schlecht kam bei Nixdorf die als “Machbarkeitsstudie” bezeichnete, seit dem 2. Dezember vorliegende Planung der Pantherfans zur Verbesserung der Sichtverhältnisse weg, die gestern im Stadtrat vorgestellt wurde. Wichtigster Ansatz der Fanplanung ist – bei Verzicht auf eine Eisanhebung – eine größere Steigung der Tribünenstufen von 80/50 cm statt der 80/40 cm in der Architektenplanung. Die Fanplanung, die höhenmäßig den oberen Umlauf der Tribünen aufgreift, gräbt sich damit nach unten um eineinhalb Meter tiefer ein als die derzeitigen Tribünen – etwas, was man beim Bau der Osttribüne aus Standsicherheitsgründen für die Dachstützen und in Würdigung des Bodengutachtens strikt vermieden hatte.

“Das bringt uns nicht wirklich weiter” – Fanvorschlag Osttribüne mit nicht genehmigungsfähiger Treppenerschließung und vorprogrammiertem Blick in den Hinterkopf

Dies thematisierte Nixdorf in seiner Beurteilung allerdings nicht. Dafür fand er andere handfeste Kritikpunkte. Zur Überwindung der 50 cm von einer Tribünenstufe zur nächsten seien 3 Treppenstufen erforderlich. Damit entstehe ein Konflikt zu den zwei Stehplatzstufen daneben. Dieser Konflikt zwischen “Drilling” und “Zwilling” führe dazu, dass die Tribüne nach bayerischem Baurecht nicht genehmigungsfähig sei, so Nixdorf, der auch zum Thema Sicherheit in Stadien promoviert hat: Die aktuelle Versammlungsstättenverordnung schreibe vor, dass der Fußboden von Stehplatzreihen “mit dem anschließenden Auftritt des Stufengangs auf einer Höhe liegen” muss. Auch die Sichtverhältnisse auf den Tribünen der Fanplaner hielt dem kritischen Blick des Fachmanns nicht stand. Die “C-Werte” seien mit 5 cm im oberen Bereich viel zu gering. “Das bringt uns nicht wirklich weiter”, so Nixdorf.

Entscheidung fällt im Januar

Die Kosten des Fanvorschlags wurden gestern mit 1,2 Mio. Euro beziffert, exclusive der Erneuerung der Eisanlage. Architekt Hermann nannte für seinen Sanierungsvorschlag, bei dem in Folge der massiven Eisanhebung zusätzliche Rampen und Differenzstufen in den Gebäudebereichen erforderlich werden, 350.000 Euro, ohne Kosten für die Eisanhebung. Sowohl der Architektenvorschlag als auch der Gegenvorschlag der Fans sollen bis zur nächsten Stadtratssitzung am 27. Januar 2011 intensiv geprüft und beurteilt werden. Erst dann soll die Entscheidung für die Art der Sanierung fallen. Das beschloss der Stadtrat gestern einstimmig. Als sachverständige Prüfer wurden die Büros Schlenker (Stadion Schwenningen) und Reisch (impuls arena Augsburg) engagiert. Einen Baustopp bis zur Entscheidung wollte der Stadtrat gestern nicht verhängen.