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CFS-Debakel: Korrekte Vergabe an Architekten

Die Vergabe der Architektenleistungen zum Umbau des Curt-Frenzel-Stadions an das Büro Hermann + Öttl ist korrekt abgelaufen. Dies hat am Freitag die Überprüfung durch die Regierung von Schwaben ergeben.



Wie die Pressestelle der Regierung von Schwaben heute auf Anfrage mitteilte, entsprach das Vergabeverfahren dem Ablaufschema der VOF (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen). OB Kurt Gribl hatte die Überprüfung durch die Regierung von Schwaben, die Rechtsaufsichtsbehörde der Stadt und Vergabeprüfstelle ist, vor zwei Wochen in die Wege geleitet, nachdem Gerüchte über Unregelmäßigkeiten und Vetterleswirtschaft beim Vergabeverfahren die Runde gemacht hatten. Unter anderem hatte der Umstand, dass Baureferent Gerd Merkle, der im Preisgericht für den Fassadenwettbewerb des Stadions saß, einige Semester mit einem der beauftragten Architekten studiert hat, bei Panther-Fans und Medien zu Spekulationen geführt.

Grafik: Leuchtende Eisscholle – Entwurf für das CFS von Hermann + Öttl



CFS-Debakel im Stadtrat: Großes Warten auf Antworten

Mit Spannung warten die Augsburger Bürger und Politiker auf die heutige Sondersitzung zur aktuellen Situation beim Curt-Frenzel-Eisstadion, die der Stadtrat vor 12 Tagen beschlossen hat. Um 17 Uhr geht es im Oberen Rathausfletz los.



Wenn es nach den Ankündigungen im “AEV-Forum” geht, dem inoffiziellen Internetforum über die Augsburger Panther, wird die Zuhörerzahl heute alles sprengen, was in der laufenden Legislaturperiode in öffentlichen Stadtratssitzungen üblich war. Den bisherigen Rekord mit einhundert Zuhörern hält die Sondersitzung zum Entwurf des Bebauungsplans 500 am 10. Juni 2010, als ganz Augsburg gespannt auf die Pläne für den neuen Kö wartete. Rund 20 Experten hatte die Stadtregierung damals aufgeboten, um den Stadträten Rede und Antwort zu stehen.

Heute Abend ist es vor allem ein Experte, der die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird: Dr. Stefan Nixdorf, Architekt und Gutachter aus Osnabrück, der auf Antrag der SPD zur Sichtlinienproblematik im halb umgebauten Curt-Frenzel-Stadion sprechen wird. “Inakzeptabel” – mit diesem einen Wort fasste Nixdorf das Ergebnis seiner Untersuchungen zu den Sichtverhältnissen bisher zusammen. Seine Zeichnungen wurden bis heute nicht öffentlich gezeigt. Heute erwarten sich die Bürger und Eishockeyfans mehr Details. Im DAZ-Interview vor einer Woche hat OB Kurt Gribl außerdem die Beurteilung der Planungsvorschläge zur Verbesserung der Sicht durch Nixdorf angekündigt.

“Lückenlose und transparente Aufklärung der Handlungsabläufe”

Aber auch die Historie vom Projektbeschluss bis zur mangelhaften Umsetzung des Stadionumbaues wird Sitzungsthema sein. So will die SPD, die zwei Anträge gestellt hat, konkret wissen:

  • Auf Grundlage welches Konzepts wird das CFS aktuell modernisiert und eingehaust?
  • Welche Planungen bzw. Umplanungen wurden seitens des Wettbewerbssiegers Hermann + Öttl an der vom Stadtrat verabschiedeten Planung der Architekten Schneider + Partner vorgenommen und warum?
  • In wie fern greift das preisgekrönte Konzept zur Einhausung des CFS von Hermann + Öttl in die Konzeption von Schneider + Partner ein?

Die SPD möchte dabei “sowohl die Gründe wie die Verantwortlichkeiten für die Veränderungen der Planungsstände” lückenlos und transparent aufgezeigt bekommen und verlangt Einsicht in die Ausschreibungsunterlagen, Konzepte, Berichte und Bauprotokolle für alle Fraktionen.

Über die Dokumentation der Planänderungen hinaus erwartet die Fraktion der Grünen, die bereits im Oktober Berichtsantrag gestellt hat, die Darlegung, wie die “Einbindung der Beteiligten” – i.E. Panther, Freizeit- und Vereinssport, Schulen, Ausschüsse, und sonstige Gremien – bei Planung und Planänderungen bisher jeweils erfolgt ist.

Kommt ein Untersuchungsausschuss?

Entschieden werden muss außerdem über einen Antrag der Fraktion Pro Augsburg, analog zu einem Untersuchungsausschuss, den es auf kommunaler Ebene nicht gibt, ein Gremium aus einem oder mehreren “neutralen Gutachtern von Aussen” einzuberufen. Das Gremium soll den “gesamten Auftragsablauf und die Vorwürfe gegenüber allen Bau-Beteiligten und politisch Verantwortlichen objektiv aufarbeiten” und die Ergebnisse dem Stadtrat und der Öffentlichkeit vorstellen.

Im Anschluss an die Debatte zum Eisstadion steht ein mündlicher Bericht zur “Interimsspielstätte für das Schauspiel”, dem Theater-Container, auf der Tagesordnung der Sondersitzung. Auch zu diesem Tagesordnungspunkt haben sich zahlreiche Zuhörer angekündigt.

» Tagesordnung öffentliche Sitzung

» “Wir sind hier nicht im Circus Maximus” –

DAZ-Interview mit Oberbürgermeister Kurt Gribl zum CFS-Debakel



Regelungen für öffentliche Sitzungen des Stadtrats



Artikel 52 der Gemeindeordnung regelt u.a. zur Öffentlichkeit von Sitzungen:

  • Die Sitzungen sind öffentlich, soweit nicht Rücksichten auf das Wohl der Allgemeinheit oder auf berechtigte Ansprüche einzelner entgegenstehen. Die Sitzungen haben in einem der Allgemeinheit zugänglichen Raum stattzufinden.

§ 1 der Benutzungsordnung für das Rathaus der Stadt Augsburg stellt unter anderem klar, dass in allen Räumen des Rathauses grundsätzlich ein Rauchverbot gilt.



§ 48 Abs. 4 der Geschäftsordnung der städtischen Kollegien regelt die Handhabung der Ordnung:

  • “In Ausübung des Hausrechts kann der/die Vorsitzende Zuhörer, die den Verlauf der Sitzung durch Eingreifen in die Verhandlung, insbesondere durch Beifalls- oder Missfallensäußerungen, durch ungebührliches Verhalten oder in anderer Weise stören, zur Ordnung rufen. Er/Sie kann einzelne oder bei allgemeiner Unruhe sämtliche Zuhörer von der Sitzung ausschließen.”

» Geschäftsordnung der städtischen Kollegien (pdf, 135 kB)



„minimal post“ – Minimalismus im H2

H2 im Glaspalast

H2 im Glaspalast


Minimalismus ist seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Stilrichtung, die sich in der bildenden Kunst, aber auch in Architektur, Musik und Tanz durchgesetzt hat. Der Minimalismus reduziert die Kunst auf Grundmuster. „Minimal Music“ bezeichnet dabei die in den USA entstandene Avantgarderichtung, deren Merkmal die Konzentration und Beschränkung auf sehr wenige prägnante musikalische Strukturen ist. Den Alt-Meistern der Minimal Music wie dem Amerikaner Philip Glass und dem Briten Michael Nyman folgte eine Komponistengeneration, deren Werke „minimalistische Merkmale“ besitzen, diese aber mit verschiedenen Stilen und Traditionen verbinden und die extreme Reduktion und Einfachheit mit größerer Komplexität und Abwechslung erweitern. Dabei lässt sich sowohl eine Annäherung an die Ästhetik des Pop als auch die provokante, Konventionen brechende Radikalität der klassischen Avantgarde erkennen.

Ein Konzert mit Minimal Music im Rahmen der Ausstellung „MDL 25“, die im H2 Zentrum für Gegenwartskunst Werke von Maik und Dirk Löbbert zeigt, schafft Begegnungsmöglichkeiten zwischen Raumkunst und Musik, zwischen meditativer Ruhe und rauschhafter Rhythmik – und bietet gleichzeitig den idealen Rahmen für modernen Tanz, den die Choreographen Ema Kawaguchi, Oscar Córdoba und Daniel Otevrel mit ihren Schülern gestalten.

So vereint das Konzert „minimal post“ am kommenden Samstag um 20 Uhr drei sehr verschiedene Genres unter dem Thema „Minimalismus“. Gespielt werden folgende Stücke:

  • Philip Glass: “Company”
  • David Lang: “this was written by hand”
  • Hans-Christian Dellinger: „joyful“ und „in silence“
  • Michael Nyman: Aus der Ballettmusik „and do they do“ Nr. 1 und 2, Filmmusiken „Wheelborough walk“, „Time Lapse“ und „Knowing the Rope“
  • Michael Gordon: „AC/DC“
  • Graham Fitkin: „Hard Fairy“
  • Marc Mellits: „Groove Machine” und „December 1989“.

» MDL 25 – Neue Ausstellung im H2 feiert Maik und Dirk Löbbert



Erfolgsfaktor Weiterbildung

IHK-Bildungshaus Schwaben veröffentlicht Programm für 2011



“Die Qualifikation der Beschäftigten bestimmt entscheidend die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen.” Aus diesem Leitgedanken heraus entstand im Jahr 1971 das IHK-Bildungshaus Schwaben, das seit seiner Gründung einzelnen Unternehmen ermöglicht, ihre notwendige Personalentwicklung unter dem Dach der IHK Schwaben zu bündeln. Auch heute – 40 Jahre später – hat sich dieses Leitbild nicht verändert. Viele Mitarbeiter gehen in Vorleistung und begreifen die Bildungsangebote als Investition in die eigene berufliche Zukunft. Mit der gesammelten Erfahrung von vier Jahrzehnten Weiterbildungsarbeit im Rücken hat das IHK-Bildungshaus Schwaben Mitte letzter Woche seine neuen Programmhefte für das Jahr 2011 veröffentlicht.

Von Altbewährtem, wie den Meister- und Fachwirtelehrgängen, über Qualifizierungen zu den aktuellsten Entwicklungen bei Faserverbundwerkstoffen oder IT-Compliance, bis hin zu brandaktuellen Seminaren wie “Burnout erkennen und vorbeugen: Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts” deckt das Bildungsangebot des IHK-Bildungshauses jeglichen Bedarf an Qualifizierung ab und trägt somit auch 2011 wieder zur Sicherung des Erfolgs der schwäbischen Wirtschaft bei.

Die Programmhefte können kostenlos unter Tel. 0821 3162-300 angefordert oder online auf ihk-bildungshaus-schwaben.de eingesehen werden.