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CFS-Debakel: Nixdorf prüft Pläne zur Nachbesserung

Am gestrigen Donnerstag fand im Verwaltungsgebäude der Stadt ein drittes „Hearing“ zur „Aufarbeitung der schlechten Sichtverhältnisse“ statt. Dabei wurden von Vertretern der Stadt, der AGS und der Panther-GmbH die Nachbesserungsvorschläge der Planer diskutiert.

Drittes Hering zur Aufarbeitung der Fehlplanungen am CFS Bild: Archiv

Hearing zur Aufarbeitung der Fehlplanungen am CFS. Bild: Archiv


Die Architekten Hermann & Öttl legten ihre Vorschläge zur Nachbesserungsplanung für die Ost- und Westtribüne vor, für die eine Aufdoppelung der Sitzplätze der Reihen 15 bis 17 und zusätzliche Reihen hinter den Spielerbänken vorgesehen seien. Die Maßnahme solle die Sichtverhältnisse verbessern. Da die steileren Tribünen weniger Stehplätze zur Folge haben, legten die Planer auch Vorschläge auf den Tisch, um diesen Verlust zu kompensieren. – „Mit einer steileren Holzkonstruktion können noch vor Weihnachten die „inakzeptablen“ Sichtverhältnisse von der Südtribüne im CFS übergangsweise verbessert werden. Der Aufbau ermöglicht einen C-Wert zwischen 7 und 10. Davon werden 325 Fans profitieren. Der Aufbau wird jedoch bei maximaler Auslastung die Sichtverhältnisse von etwa 150 Zuschauern rechts und links von der Übergangskonstruktion behindern. Bei den erforderlichen Interimslösungen steht neben dem Tribünenaufbau im Süden des Stadions auch eine weitere Sitzplatztribüne im Nord-Osten für 180 Personen zur Diskussion. Beides kann umgehend in Auftrag gegeben und bis Weihnachten realisiert werden“, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt.

„Wir wollen unter keinen Umständen, dass mit den Nachbesserungen neue Mängel entstehen“

Die Möglichkeit der Anhebung der Eisfläche sowie deren Auswirkung auf die Sichtgeometrien stand gestern ebenfalls zur Disposition. Dieser Vorschlag werde nun vom Gutachter Dr. Stefan Nixdorf geprüft, da es sicher sein müsse, so OB Gribl, dass unter keinen Umständen mit den Nachbesserungen neue Mängel entstehen. „Die Stadt ist Bauherrin und verlangt ein mangelfreies Stadion“, so Gribl auf dem Hearing. Alle Nachbesserungsplanungen würden jetzt dem Gutachter zur Prüfung überlassen. Darüber hinaus solle das Planungsbüro prüfen, was ein Rückbau der Tribünen kosten würde und wie eine neue Planung als Alternative unter Beibehaltung der Eisfläche aussehen könne. Auch eine Machbarkeitsstudie der Panther-Fans sollen die Beteiligten prüfen. „Wenn alle Alternativen vorliegen und die Kosten abgewogen sind, kann entschieden werden, was im Stadion gemacht wird“, so Gribl.



Kreativer Protest für globale Klimagerechtigkeit

Die Klimagruppen von Attac-Augsburg und Greenpeace-Augsburg rufen am Samstag, den 4. Dezember zu einer Demonstration und Kundgebung für globale Klimagerechtigkeit und gegen die Laufzeitverlängerung der AKW´s auf.

Klima-Demo 2009 – Bild: Attac-Augsburg

Anlass ist die Weltlimakonferenz im mexikanischen Cancun, die am 29. November begonnen hat. Die beiden Verbände warnen vor einem Scheitern der Nachfolgekonferenz von Kopenhagen. Bruno Marcon von Attac: “Kosmetische Korrekturen reichen schon längst nicht mehr aus. Auswirkungen der Klimakatastrophe zeigen sich heute schon, sowohl in extremen Wetter- und Naturereignissen, als auch in immer tiefer werdenden sozialen Verwerfungen wie Flucht und Hunger. Wir brauchen globale Klimagerechtigkeit.”

Auch die Atomkraft ist Thema des friedlichen Protestes. Die beiden Regionalgruppen von Attac und Greenpeace lehnen entschieden den Beschluss der Bundesregierung zur Laufzeitverlängerung der AKW´s ab. Die Laufzeitverlängerung wird als “reine Gelddruckmaschine” für die Energiekonzerne gesehen. Jana Lintzenkirchner von Greenpeace-Augsburg dazu: “Kernkraft ist keine Brückentechnologie. Die schwer regelbaren Großkraftwerke blockieren vielmehr einen zunehmenden Anteil von Angeboten der erneuerbaren Energien. Kernkraft macht den Strom teurer und hinterlässt für unzählige Generationen giftigen Atommüll.”

Klima-Demo

Samstag, 4. Dezember, 14 Uhr

Treffpunkt: Holbeinplatz in der Altstadt



Der Kaiser im Augsburger Dom

Den wenigsten ist diese Tatsache bekannt: In Augsburg befindet sich das Grab eines bedeutenden mittelalterlichen Kaisers. Am 6. Dezember 2010 referiert der Historiker Mathias Kluge vor Ort – nämlich im Augsburger Dom – über die Bedeutung der fast in Vergessenheit geratenen Grabstätte Ottos III.



Kluge, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Augsburger Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, beleuchtet mit seinem Vortrag ein in Vergessenheit geratenes Kapitel der Augsburger Geschichte: Die Beisetzung Kaiser Ottos III. und dessen Grab im Hohen Dom. Im Jahr 1002 versuchte man den Leichnam Kaiser Ottos III. von Rom aus sicher über die Alpen nach Aachen zu bringen. Doch der bayerische Herzog Heinrich II. bemächtigte sich des Leichenzuges und ließ die in zwei Tongefäßen konservierten inneren Organe des Kaisers mit allen Ehren in Augsburg beisetzen. Über die Jahrhunderte wurde das Grab vergessen, auch unter Fachleuten ist seine genaue Lage bisher unbekannt. Nur noch eine Gedenktafel im Schatten einer Säule der Domkirche erinnert an seine Existenz.

In seinem Vortrag bringt der Historiker Mathias Kluge Vergessenes ans Licht. Nach über einjährigen Forschungsarbeiten stellt er neue Erkenntnisse zur Beisetzung des Kaisers und der Lage des Kaisergrabes in Augsburg vor und erklärt, welchen Veränderungen das Herrschergedenken in Augsburg unterlag. Kluges Ergebnisse verweisen erneut auf den hohen Wert der Überlieferung in den städtischen Archiven. Augsburg war im Mittelalter eine der bedeutendsten Städte Deutschlands mit einer zentralen Rolle in der europäischen Geschichte.

Zu Kluges Vortrag am 6. Dezember 2010 um 18.00 Uhr im Dom laden die Erwachsenenbildung der Dompfarrei und der Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Augsburg herzlich ein. Der Eintritt ist frei. Es wird warme Kleidung wird empfohlen.



Mann von Welt mit Gangster-Vergangenheit

Bei der Filmkunstmesse in Leipzig wurde „Ein Mann von Welt“ mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Als „unwiderstehlich lässige und eloquente norwegische Komödie mit subtil-schwarzem Humor, entwaffnendem Understatement und skurrilem Charme“ wird der Film gerühmt.



„Hans Petter Molands ‚Ein Mann von Welt‘ reiht sich ein in die Tradition skandinavischer Komödien mit Humor der eher derb-skurrilen Art“, schreibt kino-zeit.de. Ulrik ist gerade den schwedischen Gardinen entronnen, da stellt sich ihm die Frage: neues Leben oder altes? Eigentlich möchte er schleunigst die ungnädige Vergangenheit so weit wie möglich hinter sich lassen. Seinen Sohn will er wiedersehen und sich an dessen Nachwuchs erfreuen – wie es sich für einen in die Jahre gekommenen Gangster gehört. Er findet einen Job in einer Autowerkstatt, bekommt eine Topfpflanze geschenkt und verliebt sich in die Tochter (Jannike Kruse) vom sehr redseligen Chef (Bjørn Sundquist). Eine verschrobene alte Dame (Jorunn Kjellsby) gibt ihm Kost und Quartier und will als Gegenleistung lediglich auch ihren – erotischen – Appetit gestillt wissen. Einem ganz normalen Leben steht also eigentlich nichts mehr im Wege. Wenn da nicht ein paar offen gebliebene Rechnungen wären…

Wer sich nicht nur den Film, sondern auch seinen Regisseur ansehen und mit ihm möglicherweise ein paar Worte wechseln möchte, sollte sich am Nikolausabend, Montag, 6. Dezember um 20 Uhr ins Thalia bemühen: Dort ist Regisseur Hans Petter Moland zu Gast und stellt den „Mann von Welt“ vor – noch vor dem offiziellen Kinostart, der erst am Kommenden Donnerstag, 9. Dezember ist.

Ein Mann von Welt.

Komödie, Norwegen 2010, 107 Minuten, ab 12, Regie: Hans Petter Moland.



Als Napoleon Augsburg an Bayern verkaufte

Am kommenden Sonntag geht es mit einer Familienführung der Regio Augsburg Tourismus GmbH auf den Spuren Napoleon Bonapartes durch Augsburg. Stationen sind Rathausplatz und Dom, Fronhof, Thorbräukeller und die Annakirche. Bei dieser Führung erfahren Eltern und Jugendliche spannende Details über den Einzug Napoleons in Augsburg und dessen Folgen für die Stadt. Außerdem berichtet die Stadtführerin, welche grundlegenden Veränderungen sich für Deutschland und speziell für Augsburg durch die Regierungszeit Napoleons ergeben haben. Die Familienführung kostet 10 Euro pro Familie und dauert 2 Stunden. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr ab Tourist-Information am Rathausplatz.